BLKÖ:Zákó, Stephan

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Žák, Joseph Wenzel
Nächster>>>
Zakotnek, Dismas
Band: 59 (1890), ab Seite: 101. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Zákó, Stephan|59|101|}}

Zákó, Stephan (Deputirter des ungar. Reichstages 1848 und 1849, geb. 1810, gest. 28. Jänner 1860). Er studirte in Ungarn die Rechte, wurde Advocat, dann Oberfiscal und kam in den Landtag 1843/44 als Abgeordneter des conservativen Bácser Comitates, welches ihm Instruktionen mitgab, die seiner eigenen halb radicalen, halb liberalen Ueberzeugung widersprachen, so daß er schon damals, wie ein Berichterstatter jener Tage schreibt, „so hoch auf der Leiter der Opposition hinaufstieg, daß sein gesunder Menschenverstand Gefahr lief, sich den Hals zu brechen“. In den Landtag des Jahres 1848 wieder gewählt, spielt er, gewiß die verhängnißvollen Folgen seiner Worte in der bedeutsamen Sitzung vom 8. October 1848 nicht ahnend, eine Rolle. Schon hatte in derselben Kossuth dem bereits geschaffenen Landesvertheidigungsausschuß zur Souveränität verholfen und seine Rede mit den Worten geschlossen: „Der Ausschuß wird es für seine Pflicht halten, überall auszuharren und sollte das Schaffot sein Lohn sein, das Blutgerüst stolz besteigen“. Da fiel Zákó, nachdem sich der erste Eljensturm gelegt hatte, mit den Ungarns Geschick entscheidenden und besiegelnden Worten ein: „Der Präsident des Landesvertheidigungsausschusses soll Kossuth sein“. Dieser Ausruf ward zum Beschluß des Hauses der Gemeinen erhoben und, schreibt ein Schilderer jener Sitzung: „Zákó’s Lunge vertritt sohin die erste Kanone, welche gegen die pragmatische Sanction abgefeuert wurde“. Zákó war bereits in einer im April 1848 gehaltenen Volksversammlung, als er die neuen Gesetzartikel in ungarischer Sprache verlas und die versammelten Serben deren Uebersetzung in serbischer Sprache verlangten, Gefahr gelaufen, gelyncht zu werden, als er sich entschuldigte, daß er dieser Sprache nicht mächtig sei. Wer weiß, wenn diese Lynchung erfolgt wäre, welche Wendung das Rad der Zeiten genommen haben würde, da dann Zákó am 8. October nicht den obigen verhängnißvollen Antrag hätte stellen können.

Janotyckh von Adlerstein (Johann), Die letzten zwei Jahre Ungarns. Chronologisches Tagebuch der magyarischen Revolution, in 3 Bänden (Wien 1850, Sollinger, 8°.) Bd. II, S. 306; Bd. III, S. 273 und 274. – Neue Croquis aus Ungarn (von Albert Hugo) (Leipzig 1844, Hirschfeld, 8°.) Nagy (Iván) Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. XII, S. 296 und 297.