BLKÖ:Zákrejs, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 59 (1890), ab Seite: 102. (Quelle)
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Zákrejs, Franz (čechischer dramatischer Dichter, geb. zu Policzka in Böhmen am 7. April 1839). Er besuchte in seiner Vaterstadt die Hauptschule, in Königgrätz das Gymnasium und hörte dann an der Prager Universität die Rechte. Nachdem er noch vorher Reisen in Deutschland, Frankreich, England und der Schweiz gemacht hatte, trat er in den öffentlichen Dienst und wurde Kreissecretär in seiner Vaterstadt. Später (1872) vertauschte er diesen Posten mit einer Anstellung an der Prager Bank „Slavia“ [vgl. über diese die Biographie Joseph Svatopluk Wurm, Bd. LVIII, S. 284]. Aber nicht diese Wirksamkeit als Kreis- und Bankbeamter ist es, die hier berücksichtigt wird, sondern seine schriftstellerische, der er sich frühzeitig zugewendet hatte. Schon 1867 schrieb er das fünfactige Lustspiel „Der Nationalökonom“ (Národní hospodář), welches 1869 auf dem Prager Landestheater dargestellt und mit dem Fingerhut’schen Preise ausgezeichnet wurde; sein nächstes Stück war das fünfactige Trauerspiel „Agnes“ (Aneža), das 1869 – 1870 wiederholt in der Vaterstadt des Dichters zur Aufführung gelangte. Diesem Stücke folgte das fünfactige historische Lustspiel: „Zwei schöne Augen“ (dvé krásných oči) und dann die historische Tragödie „Die Tochter Podiebrads“ (Poděbradovna) die am 4. März 1872 im čechischen Landestheater [103] zur Darstellung gelangte. Diese Schöpfungen sind auch in čechischen dramatischen Sammelschriften im Druck erschienen, ins Slovakische und Serbische übersetzt worden und stehen auf croatischen und serbischen Bühnen auf dem Repertoire. Auch auf dem Gebiete der Novelle und des Romans war Zákrejs thätig, und sind von ihm in dieser Richtung „Die Patrioten“, „Der Kampf um den Frieden“, „Die internationale Braut“ u. m. a. im Druck herausgekommen. Als er noch als Kreissecretär sich in Policzka aufhielt, wirkte er anfänglich als Regisseur, später als Director des dortigen Dilettanten-Theaters. Im Jahre 1872 ernannte ihn die archäologische Section des k. böhmischen Museums zum correspondirenden Mitglied, und als solches veröffentlichte er in den „Archäologischen Denkschriften“ (Archeologické památky) eine Beschreibung des Schlosses Karlstein.

Bornmüller (Fr.), Biographisches Schriftsteller-Lexikon der Gegenwart. Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gebiete der Nationalliteratur aller Völker mit Angabe ihrer Werke (Leipzig 1882, Verlag des bibliogr. Instituts, br. 12°.) S. 781.