BLKÖ:Zach, Franz Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Zach, Franz
Band: 59 (1890), ab Seite: 70. (Quelle)
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Zach, Franz Freiherr (Mathematiker und Astronom, geb. zu Preßburg am 4., nach Anderen 13. Juni 1754, gest. zu Paris am 2. September 1832). Ein Bruder des Freiherrn Anton [siehe den Vorigen]. Von früher Jugend schon betrieb er mit besonderem Eifer mathematische Studien, dann trat er in die kaiserliche Armee, in der er bald zum Officier vorrückte. Nachdem er unter Liesganig bei Vermessungen beschäftigt gewesen, [71] begab er sich zu weiterer Ausbildung namentlich in der Astronomie nach London, schied darauf aus den kaiserlichen Kriegsdiensten und lebte mehrere Jahre als Lehrer bei dem sächsischen Gesandten Grafen Brühl. 1786 trat er als Oberstwachtmeister in die Dienste des Herzogs Ernst von Sachsen-Gotha, wurde Oberstlieutenant und nach des Herzogs Tode Obersthofmeister der verwitweten Herzogin Karoline, welche er 1804 und 1805 auf ihrer Reise nach Frankreich und Italien begleitete. Im Jahre 1820 zum Generalmajor befördert, unternahm er eine Reise in die Schweiz, wo er sich längere Zeit zu Genf, dann zu Elfenau bei Bern aufhielt, und ging dann nach Paris, wo er, schon längere Zeit leidend, ein Opfer der dort herrschenden Cholera wurde. Bald nach seinem Eintritt in die Dienste des Herzogs von Sachsen-Gotha errichtete er die Sternwarte auf dem Seeberge bei Gotha, deren Leitung er von 1787–1806 führte. Während seines Aufenthaltes in Italien wirkte er bei der Anlegung einer Sternwarte in Neapel und dann bei Erbauung einer solchen in Lucca mit. Frühzeitig in seinem Fache schriftstellerisch thätig, veröffentlichte er folgende Arbeiten, denen Fachmänner Gründlichkeit verbunden mit Faßlichkeit und Klarheit der Darstellung nachrühmen: „Novae et correctae tabulae motuum solis“ (Gotha 1792, 4°.), auch deutsch (ebd. 1799); – „Explicatio et usus tabellarum solis, explicatio et usus catalogi stellarum fixarum“ (ib. 1792); – „De vera latitudine et longitudine geographica Erfordiae“ (Erford. 1794); – „Neuer französischer hundertjähriger Kalender“ (Gotha 1797, Fol.), gemeinschaftlich mit dem Pfarrer J. F. Wurm; – „Vorübergang des Mercur vor der Sonne den 7. Mai 1799 [72] beobachtet zu Seeberg, Bremen u. s. w. (Gotha 1799, 8°.); – „Tabulae motuum solis novae et iterum correctae ex theoria gravitutis ell. de la Place etc.“ (ib. 1804, 4 °.); – „Tabulae speciales aberrationis et nutationis… stellarum fixarum…“, 2 vol. (ib. 1806 et 1807); – „Nachrichten von der preussischen und astronomischen Aufnahme von Thüringen u. s. w.“, 1. Theil (ebd. 1806, 4 °.); – „Tables abrégées et portatives du soleil“ (Florence 1809, 8°.); – „Nouvelles tables d’aberration et de nutation pour 1404 étoiles“ (Marseille 1812, 8°.); Supplement dazu (ebd. 1813, 8°.); – „L’attraction des montagnes et ses effets sur le fil à plomb“ 2 vol. (Avignon 1814, 8°); – dann begründete er 1788 die „Allgemeinen geographischen Ephemeriden“, welche er 1800 in die „Monatliche Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmelskunde“ umgestaltete, die er bis 1807 selbst herausgab, worauf sie von B. von Lindenau bis 1813 (bis zum 28. Bande) fortgesetzt wurde. Auch begründete er und gab selbst heraus die „Correspondance astronomique, géographique et hydraulique“, 13 Bände (Gènes 1818–1825, 8°.). In diesen beiden letztgenannten periodischen Organen, dann in Bode’s „Astronomischem Jahrbuch“, in den „Philosophical Transactions“ 1785, in Berghaus’ „Hertha“ und in Lindenau’s[WS 1] und Bohnenberger’s „Zeitschrift für Astronomie“ sind zahlreiche Aufsätze Zach’s enthalten, welche Poggendorff’s „Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften“ Bd. II, Sp. 1387 bis 1389 aufzählt.

Außer den bei seinem Bruder Anton erwähnten Quellen der „Oesterr. National-Encyklopädie“. Poggendorff’s“, des Meyer’schen „Conversations-Lexikons“ sind noch zu nennen: Wigand’s „Conversations-Lexikon“ Bd. XV, 2. 386. – Oesterreichisches Archiv für Geschichte u. s. w. Herausgegeben von J. W. Ridler (Wien, 4°.) 1833, Nr. 130: „Berichtigung, den berühmten Astronomen Franz v. Zach betreffend“. – Morgenblatt (Stuttgart, Cotta) 1819, S. 1171 in den Miscellen.
Porträts. 1) Medaillonbild ohne Angabe des Zeichners und Stechers (8°.). – 2) Gust. Zumpe sc. (Zwickau, Schumann, 8°.).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Lindemann’s