BLKÖ:Zichy-Vásonykeő, Dominik Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 60 (1891), ab Seite: 13. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Zichy-Vásonykeő, Dominik Graf|60|13|}}

Zichy-Vásonykeő, Dominik Graf (vormals Bischof von Veszprém in Ungarn, geb. in Wien am 21. Juli 1808, gest. nach 1879), vom I. Zweige der Karlsburger Linie. Ein Sohn des Grafen Franz aus dessen zweiter Ehe mit Maria Dominica Gräfin Lodron-Laterani, widmete er sich dem geistlichen Stande, erlangte die theologische Doctorwürde, im Jahre 1831 die Priesterweihe, wurde Domherr des fürstlichen Hoch- und Erzstiftes Olmütz und nachdem er in rascher Folge die höheren geistlichen Würden erstiegen, 1840, erst 32 Jahre alt, Bischof von Veszprém. Als Kirchenfürst Mitglied des ungarischen Oberhauses, war er in den Vierziger-Jahren der entschiedenste Gegner der liberalen Partei und unterstützte seinerzeit im Zalaer Comitate den nicht wohlbeleumundetes Stuhlrichter Georg Forintás gegen Franz Deák, infolge dessen auch Letzterer bei der Wahl durchfiel. Der Graf, der fest zu Metternich hielt, zog sich, nachdem die liberale Partei in Ungarn Oberwasser gewonnen hatte, im Jahre 1848 zurück, resignirte auf seinen Bischofsitz und lebte seit 1849 auf seinem Gute bei Naszód im Bistritzer Districte Siebenbürgens, von aller Welt zurückgezogen, vom Volke geachtet und geliebt. Der Politik entsagte er, nur einmal noch, als es 1877 galt, Sennyey ans Ruder zu bringen, agitirte er im Interesse desselben, ohne jedoch das Ziel, das er anstrebte, zu erreichen. Im Uebrigen lebte er ganz der Wohlthätigkeit, unterstützte die Armen und [14] Nothleidenden der Gegend, in der er lebte, mit Geld und Nahrungsmitteln, war der jederzeit bereitwillige Rathgeber der Kranken, denen er auf seine Kosten vorzügliche Aerzte ins Haus schickte. Bekanntlich trieben in der Gegend, in der er lebte, Räuberbanden ihr Unwesen und bereiteten der rumänischen Bevölkerung viel Unruhe. Nur der Bischof schien wie gefeit und hatte von diesen Unholden nichts zu besorgen, da dieselben nur zu gut wußten, daß sie, wenn sie dem Bischof Böses zufügten, in der Gegend nicht länger verbleiben konnten und sich das ganze Landvolk in solchem Falle zu ihrer Ausrottung erheben würde. In der Nähe des in modernem Styl erbauten Schlosses Naszód, in welches der Bischof nach Niederlegung seiner hohen Kirchenwürde sich zurückzog, befindet sich ein aus hübschen Holzhäusern bestehendes Dorf Namens Meiern mit einer auffallend schönen rumänischen Kirche, welche der katholische Bischof Graf Dominik Zichy der Gemeinde hatte erbauen lassen. Des Grafen Todesjahr kennen wir nicht, 1879, damals 71 Jahre alt, lebte er noch, 1883 nicht mehr.

Kleines biographisches Lexikon, enthaltend Lebensskizzen hervorragender um die Kirche verdienter Männer (Znaim 1862, Lenck, 8°.) Seite 253. – Nagy (Iván). Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. XII, S. 391 [auf der Stammtafel daselbst S. 375 ist die irrige Angabe des Geburtsdatums 21. Juli 1838, statt 1808.]