BLKÖ:Zołędziowski, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Zoll, Friedrich
Band: 60 (1891), ab Seite: 246. (Quelle)
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Zołędziowski, Anton (gelehrter Theolog, geb. in Großpolen 1711, gest. zu Krakau 21. August 1783). Nachdem er seine Studien an der Hochschule in Krakau vollendet hatte, erlangte er an derselben die Doktorwürden der Theologie und Rechtswissenschaft. Zum Priester geweiht, wendete er sich dem Lehramte zu, in welchem er an verschiedenen Schulen in Posen und dann am dortigen Diöcesanseminar mit so viel Eifer und Erfolg thätig war, daß man ihn an die Jagiellonische Universität in Krakau berief, an welcher er bis 1777 wirkte. Das Amt des Rectors bekleidete er durch drei und nach der Universitätsreform durch weitere vier Jahre in ehrenvoller Weise. Seit 1767 war er auch Scholasticus von Wislice und Domherr der Krakauer Kathedrale. Fünfzehn Jahre hindurch beschäftigte er sich mit den Vorarbeiten zur Heiligsprechung des Johann Kantius, worauf er von der Universität nach Rom entsendet wurde, um sie zu erwirken, und mit der dieselbe [247] enthaltenden päpstlichen Bulle kehrte er heim. Zuletzt zur Würde des Vicekanzlers der Universität erhoben, machte er sich besonders um die Durchführung der von der Erziehungscommission beantragten Reformen sehr verdient. Seine schriftstellerische Wirksamkeit ist keine große, sie umfaßt nur folgende Schriften: „Apologia Thomae Aquinatis“ (Posen 1738, Fol.); – „Academiae et ecclesiae dolores in obitu F. Kalewski“ (Krakau 1747); – „Laudatio funebris And. Zaluski Episcopi Cracoviensis“ (Rom 1769, 4°.); – „Dissertatio theologica de Praeadamitis“ (Krakau, 4°.). Umso verdienstlicher ist seine letztwillige Verfügung, in welcher er dem Erziehungsfond ein Capital von 40.000 polnischen Gulden legirte und der Universitätsbibliothek seine ansehnliche Bücher- und Medaillensammlung vermachte, worüber im Domcapitel große Aufregung entstand, bis der Rector Kollątay derselben durch seine Bestätigung ein Ende machte. Von Zołędziowski rühren auch die schönen Fenster im kleinen Chor der Krakauer Kathedrale her. Er wurde in der Sanct Annakirche beigesetzt.

Tarnowski (Stanislaw), Kronika Universitetu Jagiellońskiego od roku 1864 do r. 1887 i obraz jego stanu dzisiejsziego, d. i. Chronik der Jagiellonischen Universität vom Jahre 1864 bis zum Jahre 1887 und Bild ihres gegenwärtigen Zustandes (Krakau 1887, 4°.) p. X, LVI, LVII. – Łętowski (.), Katalog biskupów, prałatów i kanoników krakowskich, d. i. Verzeichniß der Bischöfe, Prälaten und Domherren von Krakau (Krakau 1853, Universitätsdruckerei, 8°.) Bd. IV, S. 317.