Zum Inhalt springen

BLKÖ:Schürer, Adam

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Schürer, Franz
Band: 32 (1876), ab Seite: 121. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Johann Georg Schürer in der Wikipedia
Johann Georg Schürer in Wikidata
GND-Eintrag: 13834907X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Schürer, Adam|32|121|}}

Schürer, Adam (Componist, geb. um das Jahr 1732, gest. zu Dresden um 1780). Eine der unten genannten Quellen schreibt, daß er „wahrscheinlich zu Raudnitz in Böhmen geboren sei“. Dlabacz bezeichnet ihn kurzweg als einen „böhmischen Componisten“, ohne jedoch über Geburtsort und Jahr nähere Angaben zu machen. Seine musikalische Ausbildung hatte er wohl in seiner Heimat erlangt und später dieselbe verlassen, worauf er bei der churfürstlichen Capelle in Dresden in Dienste trat. Die Zeit, wann dieß geschehen, erscheint nirgends bestimmt angegeben, da aber seine „Galatea“ nach Gerber 1756, nach Bernsdorf-Schladebach bereits 1746 aufgeführt worden war, so muß es wohl bereits um die Jahre 1746 oder 1756 geschehen sein. S. war ein ausgezeichneter Kirchencomponist seiner Zeit, dem man aber in Dresden nicht die volle Anerkennung zu Theil werden ließ, weil er so wahrheitsliebend war, es offen einzugestehen, daß er nicht in Italien gewesen und dort sich gebildet hatte, welches Land seit Hasse als das gelobte Land der Musik angesehen wurde. Er hat Einiges für das Clavier, dann mehrere Messen und andere Kirchensachen componirt, unter denen vor allen sein „Gesang der Hirten in der Christnacht“ sehr gerühmt wird. Der Messe von Palestrina, welche an jedem Palmsonntage von der churfürstlichen Capelle aufgeführt wurde, gab S. im Jahre 1750 die Orchesterbegleitung, ein Beweis dafür, daß er schon mehrere Jahre vor 1756 daselbst in Diensten gestanden. Von seinen Compositionen sind noch aus dem Breitkopf’schen Musikalien-Kataloge als Manuscripte bekannt die schon erwähnte „Galatea, Pastorale“, welche in Dresden zur Aufführung kam, neun Symphonien, drei Flötenduo’s, ferner zwei Requiem, mehrere Clavierstücke und ein Offertorium, das Dlabacz im Jahre 1786 unter den Musikstücken der Raudnitzer Stadtkirche vorgefunden hatte. Die meisten Quellen geben an, daß er gegen 1780 „als ein sehr alter Mann“ gestorben sei, dann dürfte seine Geburt wohl noch lange vor 1720 fallen.

Gerber (Ernst Ludwig). Historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1792, J. G. J. Breitkopf, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 461. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1857, R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. III, [122] S. 520. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) V. Supplement-Bd. S. 637. – Dlabacz (Gottfried Johann). Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen u. s. w. (Prag 1815, Gottl. Haase, 4°.) Bd. III, Sp. 71. –