Balaklawa

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Theodor Fontane
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Balaklawa
Untertitel: Der Angriff der Leichten Brigade. 25. Oktober 1854
aus: Gedichte, Seite 198–200
Herausgeber:
Auflage: 10. Auflage
Entstehungsdatum: 1895
Erscheinungsdatum: 1905
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart und Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[198]
Balaklawa.

Der Angriff der Leichten Brigade. 25. Oktober 1854.
(Frei nach Alfred Tennyson.)

     „Eine halbe Meil, eine halbe Meil,
Auf Sattel und Schabracke,
Vor, in Sturmeseil,
Vor, zur Attacke.

5
Zählt nicht der Kannonen Zahl,

Hinein, hinein ins Todesthal …“
(Alle hören’s verwundert)
„Vorwärts, Leichte Brigade, vor“ –
Und hinein ins Feuer- und Höllenthor

10
 Reiten die Sechshundert.


     Leichte Brigade, der Siegespreis
Ist heute hoch, ist heute heiß,
Aber kein Murren, nicht laut nicht leis,
Keines, obwohlen ein jeder weiß,

15
’s ward irgendwo geblundert,

Vorwärts; sie fragen und zagen nicht,
Vorwärts; sie wanken und schwanken nicht,
Vorwärts; gehorchen ist einzige Pflicht,
 Ins Todesthal,

20
 In voller Zahl,

 Reiten die Sechshundert.

 Vorwärts! Kanonen rechts und links,
Kanonen in Front, gewärtig des Winks,
Selbst die Feinde sehen’s verwundert.

[199]
25
Shrapnel und Kartätschenschuß,

Todesgruß und Todeskuß,
Falle was da fallen muß,
In den Höllenrachen, ins Todesthal
 Noch voll in Zahl,

30
 Reiten die Sechshundert.


     Säbel heraus. Die Klingen fein
Blinken und blitzen im Sonnenschein,
Und die Leichte Brigade, nun ist sie hinein,
Fast über sich selber verwundert;

35
Ihre Säbel, in Rauch und Pulverqualm,

Singen manch einem den letzten Psalm,
Aber endlich, aus Qualm und Rauch
Und ermattet bis auf den letzten Hauch,
Abgejagt und[1] abgehetzt,

40
Müssen sie rückwärts, rückwärts jetzt, –

 Nicht mehr Sechshundert.

     Kanonen rechts, Kanonen links,
Kanonen im Rücken gewärtig des Winks;
Verdoppelt jetzt Salv’ um Salve kracht,

45
Rückwärts, rückwärts wogt die Schlacht,

Und wen es aus dem Sattel schoß,
Den Reiter zertritt sein eigen Roß,
Das Fahnentuch[2] mit flatterndem Band
Geht schon in dritt’ und vierte Hand,

50
Ist zerschossen und zerzundert,

Der Tod mäht rascher von Schritt zu Schritt,
Leichte Brigade was bringst Du noch mit?
Dein Siegesritt war ein Todesritt,
 Ein Todesritt der Sechshundert.

[200]
55
     Wird je verblassen Euer Ruhm?

Nimmer. Ihr strahlt in Heldenthum,
Und die Welt, sie staunt und wundert.
Hoch unsre Balaklawa-Schlacht,
Und die Leichte Brigade, die’s gemacht,

60
 Hoch die Sechshundert.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: uud
  2. Vorlage: Fahentuch