Beschreibung des Oberamts Marbach/Kapitel B 26

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Winzerhausen,


Gemeinde II. Klasse mit 1068 Einw., wor. 5 Kath. a. Winzerhausen, Pfarrdorf, 854 Einw., b. Abstetterhof, Weiler, 111 Einw., c. Holzweilerhof, Weiler, 103 Einw. – Ev. Pfarrei; die Kath. sind nach Thalheim, O.-A. Heilbronn, eingepfarrt.
Am südwestlichen Fuß des frei sich erhebenden, weithin sichtbaren Wunnensteins, gerade am Anfang des freundlichen| Kleinbottwarthälchens, liegt gegen Nordwinde wohl geschützt der langgedehnte Ort Winzerhausen (alt Winzelhausen), welcher nur aus einer Hauptstraße und einer kurzen, gegen Norden ablenkenden Seitenstraße besteht. An den gut unterhaltenen Ortsstraßen sind die meist freundlichen hinter Obstgärten versteckten Häuser gedrängt hingebaut. Am südöstlichen Ende des Orts steht frei die 1832/34 in einem einfachen Styl neu erbaute Kirche mit zwei über einander gestellten Reihen Fenster an den Langseiten und einem viereckigen, schiefergedeckten Thürmchen (Dachreiter) auf der westlichen Giebelseite. Das durchaus weiß getünchte Innere der Kirche ist freundlich und hat außer einem sehr alten, in neuerer Zeit leider unschön bemalten Krucifix nichts bemerkenswerthes. Auf dem Thürmchen hängen 2 Glocken, von denen die größere von Karl Knittel in Canstatt 1863 gegossen wurde; die kleinere trägt die Umschrift: Georg Fohr in Heilbronn gos mich, in Gottes Namen leut ich. 1705. Die Baulast der Kirche steht der K. Hofdomänenkammer zu, welche auch die Kosten des Neubaus bestritten hat.[e 1]

Der am nördlichen Ende des Dorfs gelegene Begräbnißplatz ist mit einer Mauer umgeben. Im südlichen Ortstheil liegt das sehr ansehnliche Pfarrhaus, dessen Baulast in neuerer Zeit von der K. Hofdomänenkammer an die Gemeinde übergegangen ist.[e 1]

Das Schulhaus mit 2 Lehrzimmern und den Wohnungen für den Schulmeister und den Lehrgehilfen wurde 1827 erbaut.

Beinahe in der Mitte des Orts steht das 1831 erneuerte Rathhaus mit Thürmchen und Glocke auf dem First.

Überdieß sind noch vorhanden ein Gemeinde-Backhaus mit 2 Backöfen und eine große Kelter mit 3 Bäumen und 2 Trotten.

Von größeren Privathäusern sind das sog. Schlößchen, das früher den Freiherrn v. Schütz gehörte, und das ehemalige Amthaus, wegen ihrer stattlichen Bauart, ihrer freundlichen Lage und großen Gärten erwähnenswerth.

Gutes Trinkwasser liefern hinreichend 2 Schöpf- und 7 Pumpbrunnen; überdieß besteht noch eine ansehnliche Wette und die kleine Bottwar entspringt zunächst am Ort. Auf der Markung befinden sich 2 nie versiegende Quellen, der Teufelsbrunnen und der Seebrunnen; am Waldsaum südlich vom Abstetterhof bestand ein See, der in Wiesengrund umgewandelt wurde.

Den Verkehr vermitteln Vicinalstraßen nach Mundelsheim, Kaltenwesten, Auenstein und über Groß-Bottwar nach der 3 Stunden südlich gelegenen Oberamtsstadt.

| Wegen der gegen Norden geschützten, und von den übrigen Seiten freien Lage hat der Ort eine gesunde, reine Luft, daher auch die Einwohner sich im allgemeinen einer guten Gesundheit erfreuen und epidemische Krankheiten zu den Seltenheiten gehören. Die ökonomischen Verhältnisse sind, trotz des Fleißes der Einwohner, in Vergleichung mit andern Orten der Umgegend minder gut und der vermöglichste Bürger besitzt 20–25 Morgen Grundeigenthum, die mittelbegüterte Klasse 12 Morgen und die unbemittelte 1/41/2 Morgen. Die Haupterwerbsquellen bestehen in Feldbau, Weinbau und Viehzucht; von den Handwerkern sind die Schneider, Schuhmacher und Weber am stärksten vertreten; einige Schneider arbeiten ins Große und liefern viele Kleidungsstücke nach Amerika. Ein Kaufmann und zwei Schildwirthschaften sind vorhanden.

Die mit dem Abstetterhof für sich bestehende, mittelgroße Gemeindemarkung hat, soweit sie für den Acker- und Wiesenbau benützt wird, eine ziemlich ebene, von einigen kleinen Thälchen durchzogene Lage, aus der sich der an der Südseite mit Reben und an der Nordseite mit Wald bepflanzte Wunnenstein frei und steil erhebt.

Die klimatischen Verhältnisse begünstigen den Anbau aller in Württemberg vorkommenden Kulturgewächse und nur in der Niederung gegen Groß-Bottwar hin schaden zuweilen Frühlingsfröste; dagegen kommt Hagelschlag selten vor, indem der Wunnenstein eine Wetterscheide bildet.

Der Boden besteht im allgemeinen aus einem sehr fruchtbaren Diluviallehm und nur gegen den Wunnenstein hin wird derselbe gebundener und thoniger, während der Wunnenstein selbst aus Keupermergel, der den Weinbau begünstigt, besteht. Als Besserungsmittel des Bodens wird, außer dem natürlichen Dünger und der Jauche, ziemlich viel Gips verwendet, welcher aus einem größeren, am Fuß des Wunnensteins gelegenen Gipsbruche gewonnen, und in einer Gipsmühle mittelst Pferdekraft gemahlen wird.

Der Zustand der Landwirthschaft ist im allgemeinen gut und es steht der besseren Entwicklung derselben hauptsächlich die Beschränktheit der Ortsmarkung entgegen, deßhalb haben auch viele Bürger sich Güter auf angrenzenden Markungen angekauft. Beim dreizelgigen Betrieb des Ackerbaus mit vollständig angeblümter Brache, werden unter Anwendung des Brabanterpflugs, außer den gewöhnlichen Getreidearten, Kartoffeln, Futterkräuter, Rüben und sehr viel Welschkorn gebaut, welch letzteres vorzüglich gedeiht. Auch Hirse kommt ziemlich viel zum Anbau. Bei einer Aussaat von 7 Sri. Dinkel,| 4 Sri. Haber und 3 Sri. Gerste, erntet man 8–10 Scheff. Dinkel, 6–7 Scheff. Haber und 4–6 Scheff. Gerste vom Morgen. Die Preise eines Morgens Acker bewegen sich von 200–1000 fl. Von den Getreidefrüchten werden ziemlich viel auf der Schranne in Heilbronn abgesetzt.

Der ausgedehnte Wiesenbau liefert reichlichen Ertrag an gutem Futter und zwar vom Morgen 30 Centner Heu und 15 Centner Öhmd; die Wiesen sind zweimähdig und ohne Wässerung. Die niedrigsten Preise eines Morgens betragen 300 fl., die mittleren 450 fl. und die höchsten 800 fl.

Der Weinbau wird durchgängig an dem südlichen Abhang des Wunnensteins in nicht unbedeutender Ausdehnung betrieben; man pflanzt vorzugsweise Drollinger, Silvaner, grüne Gutedel, weiße und rothe Elblinge und erzeugt einen guten, angenehmen Wein, von Farbe vorherrschend ein sog. Schiller. Auf den Morgen rechnet man 3000 Stöcke. Der Ertrag eines Morgens beträgt durchschnittlich 4 Eimer und die Preise eines Eimers waren in den Jahren 1857 38–46 fl., 1858 30–36 fl., 1859 45–50 fl., 1860 16–22 fl., 1861 58–66 fl., 1862 45–59 fl., 1863 38–50 fl., 1864 30–38 fl., 1865 66–86 fl. Die Preise eines Morgens bewegen sich von 200–700 fl. Der Absatz des Weins geht meist in die benachbarten Oberamtsbezirke, theilweise auch nach Stuttgart.

Die Obstzucht wird in mäßigem Umfang betrieben, ist jedoch in raschem Zunehmen begriffen; außer den um das Dorf gelegenen Obstbaumgärten sind auch die Straßen meist mit Mostobstsorten tragenden Bäumen besetzt, mit Tafelobstbäumen dagegen weniger bepflanzt. Die Jungstämme werden von den Einwohnern selbst nachgezogen, auch wird das Obst größtentheils im Ort verbraucht und nur in ganz günstigen Jahren theilweise nach Außen abgesetzt.

Gemeindewaldungen sind 34 – und Stiftungswaldungen 18 Morgen vorhanden; der Ertrag wird zur Heizung des Schul- und Rathhauses verwendet.

Eigentliche Weiden sind nicht vorhanden und nur die Herbstweide ist an einen fremden Metzger, der Schafe auf der Markung laufen läßt, um 60 fl. jährlich verpachtet; die Pferchnutzung trägt überdieß der Gemeindekasse etwa 70 fl. ein.

Die mit einem tüchtigen Neckarschlag sich beschäftigende Rindviehzucht befindet sich in gutem Zustande; zur Nachzucht sind drei Farren von Seiten der Gemeinde aufgestellt. Einiger Handel mit Vieh findet statt.

| Von einiger Bedeutung ist die Schweinezucht, die sich mit der hallischen und halbenglischen Race beschäftigt und einen Verkauf an Ferkeln nach Außen zuläßt; theilweise werden auch die Milchschweine eingeführt. Mutterschweine sind 12 vorhanden.

Ziegen werden nur von ärmeren Leuten der Milch wegen, und Geflügel für das eigene Bedürfniß gehalten.

Die Bienenzucht ist nicht beträchtlich, obgleich sich die Lage des Orts besonders gut hiefür eignen würde.

Die Gemeinde hat nicht nur kein Vermögen sondern noch Schulden und ist genöthigt, alljährlich einen Gemeindeschaden von 2500 fl. umzulegen.

Allhier war bereits 1247 das Stift Oberstenfeld begütert, welches den ganzen Ort an sich brachte. Nach dem Lagerbuch von 1526 hatte dasselbe alle weltliche Obrigkeit und setzte den Amtmann; nur aus 6 Hofstätten bezog Württemberg, welches schon 1411 von Rafan Hofwart von Kirchheim hiesige Güter und Gülten erkauft hatte, die Zinse. Durch den Vergleich vom 30. März 1588 wurde an Württemberg die hohe und maleficische Obrigkeit allein überlassen; es sollte hier Mandate und Edikte publiciren, peinliche und Ehesachen gerichtlich entscheiden lassen, ihm sollten Obrigkeit, Frevel und Bussen auf den württembergischen Gütern daselbst verbleiben, sonst aber sollte das Stift wie von Alters her Vogtei, Gericht, Frevel, Fälle, Bussen, Zinse, Renten und Gülten unturbirt behalten. Erbrecht und andere Statuten des Orts wurden 1593 erneuert (Reyscher Statutarrechte 492 bis 507). Im Jahr 1610 verkaufte die Äbtissin das Dorf für 7800 fl. an Württemberg. Den 20. Februar 1726 belehnte Herzog Eberhard Ludwig seinen Minister Joh. Heinr. von Schütz mit W. als Mannlehen (gegen Überlassung von Deufringen), am 19. Juni 1804 wurde solches durch Württemberg zurückgekauft. Vor 1806 steuerte der Ort zum Kanton Kocher; das württembergische Amt Bottwar besorgte die Jura reservata.

Wie schon oben angeführt wurde, erhebt sich nordöstlich vom Ort der von West nach Ost gestreckte, freistehende Berg Wunnenstein[1], der einst die Stammburg eines adeligen Geschlechts gleichen Namens trug. Auf der höchsten Stelle des schmalen Bergrückens| stand die Kirche zum heil. Michael, deren Glocke, die „Anna Susanna“ genannt, nach der Sage durch ihren Klang die Gewitter abhielt und zu der häufig gewallfahrtet wurde; sie war nicht allein Schloßkirche sondern auch Pfarrkirche von Winzerhausen, und in ihrer Nähe lag auf einer kleinen Ebene der Begräbnißplatz, welcher bis 1737 benützt wurde und auf dem noch vor etwa 80 Jahren ein kleines Beinhaus stand. Die Kirche ist abgegangen und nur ein 25′ hoher Rest des ehemaligen Kirchthurms hat sich bis auf den heutigen Tag noch erhalten, aber auch diesem fehlt von den 4 Seiten die westliche gänzlich. Dieser Thurmrumpf wurde im Jahr 1829 mittelst freiwilliger Beiträge besteigbar gemacht und mit einer Altane, zu welcher eine im Jahr 1841 erneuerte, jetzt aber wieder schadhaft gewordene Treppe führt, versehen. Hier erschließt sich dem Auge eine herrliche Rundsicht, gegen Osten und Südosten schweift der Blick an den wohlgeformten, mit dem Wunnenstein verbrüderten Vorbergen, Forstberg und Kochersberg vorüber in das reizende, durch stattliche Ortschaften belebte Bottwarthal, hinter dem sich die waldreichen Löwensteiner Berge erheben, deren mit Reben bepflanzte Ausläufer und Vorberge mit stattlichen Burgen (Lichtenberg, Langhans und Helfenberg) geziert sind und ernst zu der ehemaligen Veste Wunnenstein herüber blicken. Im fernen Hintergrunde erscheint der Steilabfall der schwäbischen Alb mit dem St. Bernhardt, dem Stuiffen, Rechberg, Staufen etc. und mehr in der Richtung gegen Süden die Teck, der Hohe-Neuffen etc. Gegen Süden und Südwesten erblickt man über ein fruchtbares mit stattlichen Ortschaften besetztes Flachland und über das Neckarthal hinweg Ludwigsburg und den Asperg mit ihren Umgegenden, im Hintergrunde die Berge bei Stuttgart, und den Schönbuch. Gegen Westen und Nordwesten treten die stattlichen, das fruchtbare Zabergäu umschließenden Höhenzüge, der Stromberg und der Heuchelberg kräftig in die Aussicht herein; im Hintergrund erheben sich die Höhen des Schwarzwaldes, insbesondere der Dobel und bei heller Witterung sind sogar hinter dem Stromberg die fernblauen Vogesen noch sichtbar; über den Heuchelberg hinweg ragen die Thürme des Schlosses Weiler zum Stein im Badischen hervor. Gegen Norden bildet der Odenwald, mit dem freistehenden Katzenbuckel und den Bergen bei Heidelberg (Königsstuhl und Hundsruck) die äußerste Gesichtsgrenze. Die Stelle, auf der die Kirche stand, heißt das Vorderköpfle und ist rings mit Graben und Wall umgeben; unter dem Vorderköpfle in der Richtung gegen Osten liegt das Mittelköpfle, auf dem die eigentliche, 1413 zerstörte und später| vollends abgetragene Burg stand, von der sich nur der Wall und der Burggraben noch erhalten haben. An die Stelle der ehemaligen Burg grenzt die östlichste Spitze des Wunnensteins, das sog. Hinterköpfle, auf dem Vorwerke angebracht waren, in denen sich hauptsächlich die Mannschaft aufgehalten haben soll; auch diese sind, mit Ausnahme von einigen Trümmerhaufen, spurlos verschwunden.

Auf Wunnenstein (alt auch Winnenstein) saß ein bekanntes Rittergeschlecht, welchem auch die Veste Beilstein gehörte. Sein Wappen waren 3 (2. 1) aufrechte rechts gekehrte Beile. Das älteste beurkundete Glied ist Wolfelin von W., welcher am 1. Juli 1251 als Geißel Graf Ulrichs von Württemberg vorkommt (Württ. Jahrb. 1830 S. 157). Nach ihm tauchen auf 1279 Jan. 15 Wilhelm von W. (Remling Bischöfe von Speier, ältere Urk. 356), 1283 Decbr. 5 Diether genannt Wolf v. W. und seine Gemahlin Mechthild. Folgen dann zwei Johannes (Mone Zeitschr. 6, 76. 79. 81), deren älterem Bischof Wolfram von Würzburg am 18. Nov. 1323 als Lehen seines Hochstifts einen Theil der Burg W. verlieh. Am 26. Nov. 1342 gelobte Wolf von Stein genannt von Neuenstein dem Bischof Otto von Würzburg und dem Stift zu warten mit dem Theile der Burg zu W., den der alt Hans von W. gelassen hat, falls er ihn ingewinnt. (Reg. Boic. 7, 348). Die Lehen, welche diese Familie empfing, rührten zum Theil von der Grafschaft Vaihingen her, mit welcher die Oberlehensherrlichkeit an Württemberg gelangte (so die Zehntantheile an Auenstein, der Antheil an Dorf Leonbronn, Sattler Gr. 4 Beil. Nr. 61 S. 269. 270). Am 6. Sept. 1357 verkauften Wilhelms von Wunnenstein Wittwe Agnes und ihre Söhne Wilhelm, Hans und Wolf, auch Anna, deren Schwester, ihr Holz genannt der Stocksberg am Sinzelbach den Klosterfrauen zu Lauffen. Den 25. Jan. 1369 veräußerten Wolf, Conz und Hans von Stein zu Wunnenstein ihre Leibeigenen in dem Neckarthal oberhalb Münster und auf den Fildern an den Grafen Eberhard von Württemberg für 50 Pf. H. Um 1350 und 1400 machten sich ein paar Fürderer von W. bemerklich. (1347 ff. 1393. Mone Zeitschr. 5, 194).

Am bekanntesten ist Wolf von Wunnenstein, genannt der gliesende (d. i. schleichende) Wolf, (Stälin Wirt. Gesch. 3, 300, Remling Bisch. von Speier 1, 666), welcher 1367 als Mitglied der Rittergesellschaft genannt Martinsvögel einen Fehlversuch machte, den Grafen Eberhard von Württemberg im Wildbad gefangen zu nehmen, nichtsdestoweniger bei der Bedrängniß dieses Grafen in der Döffinger| Schlacht 1388 diesem als ein Helfer in der Noth zueilte (Stälin a. a. O. 3, 346) † 9. Nov. 1413.

Sein Zeitgenosse war Wilhelm der lange, hohenlohischer Vogt zu Sindringen, dessen Söhne Hans und Konrad 1404 Birkenweißbuch (O.-A. Schorndorf) dem Kloster Adelberg verkauften.

Im 15. Jahrhundert erlosch das Geschlecht.

Zu Anfang desselben war W. bereits in fremden Händen; der Burgstall war im getheilten Besitz von Nippenburg, Göler und Thailfingen, kam von ihnen über die von Urbach an die von Sachsenheim (1425), im Jahr 1449 oder kurz zuvor an Württemberg. (Gabelkhover. Württ. Jahrb. 1851 b, 47).

Zu der Gemeinde gehören:

b. Abstetterhof, liegt 1/2 Stunde nördlich vom Mutterort am Abstetterbach und ist mit gutem Trinkwasser hinreichend versehen. Unterhalb des Orts befindet sich ein kleiner See. Die Einwohner sind wohlhabende Bauern, von denen der vermöglichste 60 Morgen, der am wenigsten bemittelte noch 16 Morgen Grundeigenthum besitzt.

c. Holzweilerhof, 1/2 Stunde südwestlich von Winzerhausen am Anfang eines kleinen Thälchens frei gelegen. Trinkwasser ist hinreichend vorhanden; auch liegt nordwestlich vom Ort ein kleiner Teich. Die Vermögensverhältnisse der Einwohner sind denen in Abstetterhof ziemlich gleich.


  1. [F. A. Scholl] Der Wunnenstein. Ein Beitrag zur Topographie und Geschichte Württembergs. Ludwigsburg, 1819. 8. Dass. zweite Aufl. Eb. 1831. 8. [Ernst Chstn. Ed. Keller] Der Wegweiser zum Wunnenstein. Besigheim, 1842. 8.
Ergänzungen
  1. a b Ergänzung nach Beschreibung des Oberamts Backnang S. 334: In der Oberamtsbeschreibung von Marbach (S. 310) ist zu berichtigen, daß nunmehr die Baulast der Kirche in Winzerhausen der Gemeinde, und die des Pfarrhauses dem Staat obliegt.
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