Bleiche und Appretur von J. G. Jähne jun. in Schönbach

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Diverse
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Bleiche und Appretur von J. G. Jähne jun. in Schönbach
Untertitel:
aus: Album der Sächsischen Industrie Band 1, in: Album der Sächsischen Industrie. Band 1, Seite 154–155
Herausgeber: Louis Oeser
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Louis Oeser
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Neusalza
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Commons und SLUB Dresden
Kurzbeschreibung:
{{{SONSTIGES}}}
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[Ξ]
Album der Sächsischen Industrie Band 1 0311.jpg

Bleiche u. Appretur von J. G. Jähne jun. in Schönbach.

[154]
Bleiche und Appretur von J. G. Jähne jun. in Schönbach.
(Mit Abbildung.)


An dem östlichen Ende des Dorfes Schönbach bei Löbau, zwischen dem sogenannten Kuhberge und dem Frau-Mutterbusch, fand man 1834 noch eine wahre Wildniß, Sumpf und Morast, von verworrenem Strauchwerke und Binsen überwuchert, deckten die ganze Umgebung und dehnten sich bis an Nieder-Schönbach aus, und nur mit Mühe konnte in der trockneren Jahreszeit der damalige Besitzer einen geringen Nutzen von diesem öden Flecke ziehen. – Jetzt ist hier eine völlige Umwandlung eingetreten und die Gegend gegen früher gänzlich unkennbar geworden, die Sträucher und alten Stöcke sind ausgerodet, der Morast ist ausgetrocknet, das sumpfige Wasser abgeleitet und auf der ehemals so wilden Stelle breiten sich üppige Wiesen, fruchtbare Felder und ein weiter Bleichplan aus, und erhebt sich ein durch die umsichtige und rastlose Thätigkeit des Besitzers rasch empor geblühtes industrielles Etablissement, das Bleich- und Mühlengrundstück, verbunden mit Appretur und Mangel, von J. G. Jähne jun.

Das Etablissement besteht aus

einem mit Schiefer gedeckten Wohnhause, in dem sich auch das Comptoir und eine Mahlmühle mit Spitzgang befinden;
einem Nebengebäude, wo die Stärkefabrikation betrieben wird;
einem zweiten Nebengebäude, in welchem sich die Leinwandwalke mit acht Hämmern, und eine holländische Cylindermangel befinden, die Beide durch Wasserkraft getrieben werden; in dem oberen Stockwerk ist das Lager der zu bleichenden Waaren;

[155]

einem Bleichhause mit zwei Leinwandstärkemaschinen, drei Brühöfen und verschiedenen anderen zu dieser Branche nöthigen Maschinen und Geräthschaften; ferner befinden sich hier zwei Trockenstuben, wodurch es dem Besitzer möglich ist, mittelst einer Centralvertrocknungsmaschine, sowie einer Luftheizungsmaschine auch im Winter binnen nur wenigen Stunden die Waare vollständig trocken herzustellen;
einem Backhause, in welchem hauptsächlich für die in diesem Etablissement beschäftigten Arbeiter Brod gebacken wird.

Außer diesen Gebäuden sind noch Holz- und Kohlenschuppen, Pferde- und Kuhställe, Remisen, Scheuern u.s.w. vorhanden.

Diesen Häusercomplex umgiebt nach Ost und Süd ein Bleichplan von sechs Scheffel Land, nach West ist ein Plan von vier Scheffeln zum Trocknen der gebleichten Leinwanden auf Pfählen.

Die hier vertretenen Branchen sind

die Bleicherei,
die Appretur für leinene und halbleinene Waaren,
die Mangelanstalt,
die Stärkefabrikation, sowie

die Müllerei mit Brodbäckerei.

Die hier gefertigte Stärke ist von vorzüglicher Güte und es wurde dem Besitzer für dieses Erzeugniß auf der Industrieausstellung zu Dresden ein Belobungsschreiben ertheilt.

In diesem Etablissement mit den verschiedenen Branchen finden, außer einem Comptoiristen und einem Werkführer, durchschnittlich achtzig Personen Beschäftigung.

Besitzer dieses Etablissements ist Herr J. G. Jähne jun., welcher es 1834 gründete und keine Mühe und Kosten scheute, um immer mit dem Zeitgeiste fortzuschreiten und die neusten Verbesserungen in seiner Branche sich eigen zu machen, wovon ein Blick auf die Einrichtung des Etablissements hinreichend Zeugniß giebt.

Außer dem beschriebenen Grundstücke hat Herr J. G. Jähne in Schönbach noch einige kleinere Besitzungen, ferner auf der benachbarten Dürr-Hennersdorfer Flur eine Bretschneidemühle, welche von dem von Schönbach kommenden Bach getrieben wird; auch ist Herr Jähne Besitzer des Rittergutes Ober- und Nieder-Lauba.