Blutwurst

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Blutwurst
Blutwurst
Still life with grapes, apples, sausages, cucumbers, bread and a bird, Italian master, 17th century.
auch: Rotwurst und Schwarzwurst
Blutwurst ist eine Kochwurst aus Schweineblut, Speck, Schwarte, Schweinefleisch und Gewürzen (Salz, Pfeffer, Majoran, Thymian, Piment und Ingwer).
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Varia[Bearbeiten]

  • Christ. Fried. Jäger: Nachricht und Warnungs wegen des schädlichen Genusses geräucherter Blutwürste, Stuttgart 1802.
  • Friederich der Zweite, Von Gottes Gnaden, Herzog zu Wirtemberg und Teck ... Unsern Gruß zuvor, Liebe Getreue! Es sind von einigen Ober-Aemtern Krankheits-und Todes-Fälle einberichtet worden, welche man dem Genuß geräucherter Blutwürste zuzuschreiben Ursache hat. Da Uns nun daran gelegen ist, daß solche Fälle aufs genaueste untersucht und geprüft werden, so geben Wir euch hiemit auf, bey jedem ähnlichen vorkommenden Ereigniß von dem Physikus eine Untersuchung, sowol der kranken Personen, als auch der zuvor genossenen Speisen und anderer dabei vorkommenden Umstände, auch nach Beschaffenheit der Sache, eine Legal-Sektion vornehmen zu lassen, und hievon zu Unserer Herzoglichen Regierung pünktlichen Bericht unterthänigst zu erstatten, 1802, MDZ München.
  • Blutwurst und Sauerkraut, das Leibessen der Schwaben : Ausgewählte Sammlung der beliebtesten Gedichte Erzählungen in schwäbischer Mundart, sowie der belustigendsten Schwabrestreiche, Witze und Dummheiten ; nebst einem Anhange von schwäbischen Sprüchewörtern und Redensarten mit ihrer Erklärung, Stuttgart 1867, MDZ München

in: Die Gartenlaube[Bearbeiten]

  • „Frische Blutwurst und andere Vettern aus der deutschen Familie derer von Schweinichen müssen sich gefallen lassen, in England Pudding gescholten zu werden. Den König der Puddings, Plumpudding, kennt Jeder, wenigstens dem Namen nach.“ In: Wie man in England ißt und trinkt, 1871.
  • „Zum heiligen Georg nahm man den schönsten und stärksten Mann der ganzen Stadt. Er hatte den die heilige Margaretha bedrohenden Lindwurm „stark und richtig zu durchbohren, daß die darin verborgene riesige Blutwurst das zuschauende Frauenzimmer selbst in den zweiten Häuserstöcken und alles Volk unter ungemeinem Hin- und Herflüchten und Gelächter mit dunklem Blut übergösse”.“ In: Fronleichnamsprocession zu München im 18. Jahrhundert, 1875.
  • „In Bezug auf das Institut der dramatischen Bierwirthe haben die Schauspieler den Witz gemacht: „Heute frische Blutwurst! Dazu: Die Braut von Messina!““ In: Zur Naturgeschichte des deutschen Komödianten/8. Intendanten und Directoren, 1875.
  • „Eins der interessantesten und gefährlichsten dieser Gifte ist das sich besonders in Leber- und Blutwürsten erzeugende sogenannte „Wurstgift“; diesem schließen sich, ebenfalls als Produkt einer chemischen Zersetzung, in den Fischen das nicht minder gefährliche „Fischgift“ und im Käse das „Käsegift“ an.“ In: Gifte im Haushalt, 1875.
  • „Spinat und Eier, Leberspeiseun, Blutsuppen und Blutwürste würden somit geeignete Gerichte für Bleichsüchtige und Blutarme abgeben.“ In: Blut und Eisen : Das Ferratin, 1894.

Märchen[Bearbeiten]

  • Daumerlings Wanderschaft
  • „Vor dem Lärmen aber hörte das kein Mensch, doch sprang er so behend zwischen den Hackmessern durch, daß ihm keins was schadete, aber entspringen konnte er nicht, und ward in eine Blutwurst gefüllt.“, in: Des Schneiders Daumerling Wanderschaft, 1812.
  • „Aber entspringen konnte er auch nicht, es war keine andere Auskunft, er mußte sich mit den Speckbrocken in eine Blutwurst hinunter stopfen laßen. Da war das Quartier etwas eng, und dazu ward er noch in den Schornstein zum Räuchern aufgehängt, wo ihm Zeit und Weile gewaltig lang wurde.“ In: Des Schneiders Daumerling Wanderschaft, 1819; sowie 1837, Daumerlings Wanderschaft: 1840, 1843 1850.

Dichtung[Bearbeiten]

Rezepte[Bearbeiten]

  • „Die Probe zu wissen, wenn eine Blutwurst genug gekocht hat, ist diese: Man nimmt einen trockenen Wurst-Sticken, sticht ihn in die Wurst, und zieht ihn nachher langsam wieder aus, jedoch muß man sich in Acht nehmen, daß er nicht naß wird; kommt er alsdenn, ohne klebricht zu seyn, heraus, so sind die Würste gut gekocht; hernach müssen sie ausgenommen und auf Stroh gelegt werden, welches auf einen Tisch ausgebreitet ist, doch so, daß sie nicht zusammen liegen, sondern daß sie gut kalt und trocken werden können, alsdann halten sie sich besser.“ In: Blut-Wurst, in: Schwedisches Koch- und Haushaltungs-Buch, Greifwald, 1872; im Folgenden:
  • Palten-Brod: „Nachdem die Blutwürste und die Palten gemacht sind, so nimm das übrige Blut und verlängere selbiges mit ein Drittel warme Wurstbrühe oder Bier, nimm ferner dazu gehackte Zwiebeln, Pfeffer, Ingber, Salz, Majoran und Timian: Knete auch so viel grob Rockenmehl darin, daß es wie ein ordentlicher fester Brodteig wird“,
  • Das Palt: „Zu einer Kanne oder 3 Pott Blut nimm dreyviertel Pott starkes Bier, ferner fein gehackte Zwiebeln, Timian, Majoran, Pfeffer, Ingber, Nelken und Salz: Rühre so viel Rockenmehl dazu, daß es sich, nachdem es mit einem Quast geschlagen worden in die Höhe zieht, wenn man es aufnimmt“,
  • Brod-Würste: „Zu 1 Pfund gerieben Weisbrod, nimmt man dreyviertel Pott süsse Milch, schlage 6 Eyer gut, aber von 2 nimm nur das Weisse; lege anderthalb Pfund Mark ins Wasser, daß das Blut ausziehet, nachher schneide es recht klein und alle kleine Knochen nimm aus, die gemeiniglich darin zu seyn pflegen; reinige auch 8 Loth Corinthen, wasche und trockne sie wieder mit einem leinen Tuch.“
  • 2. Feine Cervelatwurst (Sommerwurst): „Zu einem Zusatz von Blut, wie einzelne es gut finden, ist nicht zu rathen, da es die Wurst trocken und hart macht.“
„Anmerkung. Bei diesem und den nächstfolgenden Rezepten wird auf ein sorgfältiges Binden aufmerksam gemacht, da die geringste Lücke ein Auskochen bewirkt. Sowohl Leber- als Blutwürste nach dem Kochen 10 Minuten in kaltes Wasser gelegt, macht sie ansehnlicher.“
  • 9. Mecklenburgische Knackwurst: „Ein Theil gutes, gekochtes Schweinefleisch, der Speck größtentheils davon abgeschnitten, um ihn zur Blutwurst anzuwenden, wird recht fein gehackt“,
  • 10. Blutwurst. Erste Sorte: „Das Blut wird warm, sowie es vom Schweine kommt, mit einem Besen geschlagen, bis es ganz kalt geworden, und durch ein Sieb gerührt, wodurch es flüssig bleibt.
  • 11. Blutwurst. Zweite Sorte: „Man vermische das Blut mit etwas Fleischbrühe, gebe Abfüllfett, Speckwürfel, feingehacktes Fleisch – eine zweite Sorte – die benannten Gewürze und so viel Weizen- oder feines Roggenmehl hinzu, daß die Masse zusammenhält, was sich in einer Pfanne am besten erproben läßt.“.