Chronicon der mecklenburgischen Regenten/Das Dritte Buch

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Das dritte Buch.

Von den Herren der Kessiner genanndt von Rostock, und wie Burwin, Herrn Burwins Sohn, der erste Herr von Rostock gewest.[1]

Das erste Capitel.

Burwin[2] davon ist obvernommen,
Der hat ein Burwin[3], ist kommen
Erstlich an der Rostocker Land[4],
Tugendhafft und in Ehren bekand,
Die Danischburg gab er Doberan,
Ein Königs Tochter[5] zum Weibe gewann,
Margaretha von Dennemark Edel gebohrn,
Drey Söhne gebahr ihm auserkohrn,
Baldemar[6], Heinrich, Erich zart,
Blind er in der Jugend ward,
Dazu zween Söhne gefänglich ihn nahmen
Worumb hab ich nicht können rahmen,
Heinrich und Erich ohn Erben so starben,
Dobberan mit ihrem Vater erwarben.

Das II. Capitel.
Von Boldemar dem andern Herren der Kissin genandt.

Boldemar krich das Regiment,
Von dem find Bothen ausgesand
Von Holstein krich er balde Gemahl,
Nicolaum gebahr und sünder Zahl,
Von seinen Feinden muste leyden,
Sie raubten und brandten bay seinen Zeiten,
Er liess einen Sohn, der war nicht weiss.
Hat hinterlassen wenig Preiss.

Das III. Capitel.
Von Nicolao[7] Herrn Boldemarn Sohn, genant das Kind von Rostock, von dem Rostock an Dennemarck kommen.

In Büchern man beschrieben find,
Wehen dem Land welch hat ein Kind
Zum Herren, Herr Nicolaus hat nicht Witze,
Derhalb muss auf dem Esell sitze,
Man schlug ihm erst eine Freyte an
Des Graffen von Lindau Tochter[8] zu han,
Wiederrieff die ihrem Vater bald,
So gab doch GOtt der Jungrauen Salt,
Dem König von Norwegen ward gegeben
Und endet also in Ehrn ihr Leben,
Marggraff Albrecht gab ihm bald darnach
Sein Tochter, bracht ihn in Ungemach
Beatrix[9] ward das Fräulein genandt
Die schmähet er auch, und nahm zu hand
Von Pommern Bogschlaffs Tochter[10] sin
wisla von Rügen, des Rades schien
Ihm that, und Molcker Anhang
Ein Rauben und Brennen anfang,
Wohl aus der Mark Otto und Herrmann
Den Rostocker brachten nahe die Fahn,
Zwischen der Sültze und Gneyen eben,
Das Wasser war mit Eise begeben,
Darum es brachte dem Lande Schaden,
Man hätte süss am Bauch müssen waden,
Die Heren hatten geschwohren ein Eyd,
Ihren Schimpf zu rächen, der Rath geleit
Batt, und kam mit krummer Hand,
Schnackenborg, Rensau Hauptleute fand,
So ward der Zorn geleget bald,
Silber und Gold das hat Gewalt,
Kein Schloss ist nicht so hart ermassen
Ein Esel mit Golde würde eingelassen,
Von jeglicher Hufen müssen geben,
Ein Silber Marck, die kam ihm eben,
Sie zogen abe nach Rüger Ort,
Der Fürst der Rügen nahet ihn fort,
Das kam ihm aber nicht zu Glücke,
Seines Hauptes ward verwund ein Stücke,
Die Seinen mussten geben gleich
Von Hufen wie Rostock sauberlich,
Nicht lange das Eis in Stücke zerfloss,
Die von Rostock gantz sehre verdross,
Des ausgegeben Pfennig gut
Die Bürger die trugen nicht guten Muth.

Das IV. Capitel.
Wie Rostock die Zeit an Dennemarck kam, als lebet König Erich[11] durch etliche von Rathe genand, Schnackenburg und Rentzau, wie as aber wieder gegen Mecklenburg kommen, ist im ersten Buch in Geschichten des Löwen angezeiget.

Alte Schuld die rostet nicht,
So bin ich offt von Volcke bericht,
Schnackenberg und er Cord Rensau
Die hatten mit Macht und auch mit Drau
Des Kindes von Rostock oberster Rath
Vertrieben die Molcke aus ihrer Stadt,
Er Friedrich und Johann genandt,
Ritter, sandten ihr Boten zur hand
Zu den Bürgern die waren in Grimme
Sie gaben ihm so viel süsser Stimmer,
Und von dem Löwen ihn riethen sehre
Zuletzt sie brachten durch ihre Lehre
Von Schnackenberg, Albrecht gefangen ward,
Er Cord von Rensau nicht gar zart,
Gesetzt beyde in Bottelie,
Die Bürger wurden Sorgen frie,
Und zogen mit ihm in Sauss,
Brenten den Löwen beyde Hoff und Hauss,
Sie sprachen: Des Löwen achtet nicht,
Dem Wendischen Herren gebet keine Pflicht,
Der König von Dennemarck Erich gut,
Der mein euch gerne mit guten Muth, al nimt
Und mach auch euch vertheidigen wollen
Ob der Markgraff Zinss will hohlen,
Und König krieg die Stadt so in
Und that dem Molcken Hülsse schien,
Sie wüsten Buckau mit Raub und Streit,
Man siehet die Narven noch zur Zeit.

Ende des dritten Buchs.

Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten]

  1. Linie Heinrich Borwin III. (Rostock)
  2. Heinrich Borwin II.
  3. Heinrich Borwin III.
  4. Herrschaft Rostock - entstand nach der Ersten Mecklenburgischen Hauptlandesteilung nach dem Tod von Heinrich Borwin II. im Jahr 1226
  5. Sophie von Schweden, Tochter des Königs Erich X.
  6. Waldemar, Herr zu Rostock - war von 1278 bis 1282 alleiniger Herr zu Rostock
  7. Nikolaus, genannt das Kind - war von 1282 bis 1284 erst Mitregent, dann von 1284 bis 1312 alleiniger Herr zu Rostock
  8. Euphemia, Tochter des Grafen Günther von Lindow
  9. Beatrix, Tochter des Markgrafen Albrecht III.
  10. Margarete, Tochter von Bogislaw IV. - Herzog von Pommern
  11. Erich VI. Menved - von 1286 bis 1319 König von Dänemark