Das Dorf am Meer

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Textdaten
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Autor: Brüder Grimm
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Titel: Das Dorf am Meer
Untertitel:
aus: Deutsche Sagen, Band 1, S. 155–156
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1816
Verlag: Nicolai
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
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Eintrag in der GND: [1]
Bild
Deutsche Sagen (Grimm) V1 191.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
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[155]
96.
Das Dorf am Meer.
Mündlich, aus Holstein.

Eine Heilige ging am Strand, sah nur zum Himmel und bätete, da kamen die Bewohner des Dorfs [156] Sonntags Nachmittag, ein jeder geputzt in seidenen Kleidern, seinen Schatz im Arm, und spotteten ihrer Frömmigkeit. Sic achtete nicht darauf und bat Gott, daß er ihnen diese Sünde nicht zurechnen wolle. Am andern Morgen aber kamen zwei Ochsen und wühlten mit ihren Hörnern in einem nahgelegenen großen Sandberg bis es Abend war; und in der Nacht kam ein mächtiger Sturmwind und wehte den ganzen aufgelockerten Sandberg über das Dorf hin, so daß es ganz zugedeckt wurde und alles darin, was Athem hatte, verdarb. Wenn die Leute aus benachbarten Dörfern herbeikamen und das verschüttete aufgraben wollten, so war immer, was sie Tags über gearbeitet, Nachts wieder zugeweht. Das dauert bis auf den heutigen Tag.