Das Fieberliedlin

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Textdaten
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Autor: Martin Opitz
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Titel: Das Fieberliedlin
Untertitel:
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 6, S. 21
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
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Das Fieberliedlin.
von Martin Opitz[1].

     Nechst als zugleiche lagen
Zwey Lieb in Fiebers Schmertz
Sprach er: ich bin zu tragen
Für dich bereit, mein Hertz,

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Für dich bin ich bereit zu leiden,

Und soll sich meine Seele scheiden.

     Er lag in heißer Flammen,
Die Sprache ließ schon nach,
Die Hitze kam zusammen,

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Der Puls schlug sehr gemach;

Empfund doch mitten in dem Leiden,
Weil er bey ihr wahr, Lust und Freuden.

     Sie schlug die Augen nieder,
Als er fiel in den Tod,

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Er wandte hin und wieder

Sein Haupt in letzter Noth,
Sein Hertz ward matt, die Adern sprungen,
Der Geist wurd auszufahrn gezwungen.

     Sie sprach: mein Lieb, mein Leben,

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Ich schwimme wegen dein,

Und ich, er sagt, muß geben
Für dich mein Seelelein,
So ist er in der Schoß gestorben,
Die er so treulich hatt erworben.


  1. Dieses schöne Lied befindet sich, so viel wir wissen, nirgends als in der höchst seltenen, von Zincgref besorgten Ausgabe von Opitzens Gedichten, Straßburg 1624. in 4. (worin auch ein Anhang von eignen Gedichten Zincgrefs und andern abgedruckt ist), weßwegen wir es hier unsern Lesern mittheilen.