Das Newe Testament Deutzsch/Joh

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« Lk Martin Luther (Übersetzer): Das Newe Testament Deutzsch (Lutherbibel), Wittenberg 1522
Evangelium nach Johannes
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Kapitel
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[137] [WA.DB 6,326]

Sanct Johannes.
Das erst Capitel.
Luther Das Newe Testament Deutzsch 143 Initial.jpg

Gen. 11 Im anfang war das wort. vnnd das wort war bey Gott, vnd Gott war das wort, 2 dasselb war ym anfang bey Gott, 3 Alle ding sind durch dasselb gemacht, vnnd on dasselb ist nichts gemacht was gemacht ist, 4 Jn yhm war das leben, vnd das leben war eyn liecht der menschen, 5 vnd das liecht scheynet ynn die finsternis, vnd die finsternis habens nicht begriffen.

Matth. 3.
Marci. 1.
Luce. 3.
6 Es wart eyn mensch, von Gott gesand, der hies Johannes, 7 der selb kam zum zeugnis, das er von dem liecht zeugete, auff das sie alle durch yhn glewbten, 8 Er war nicht das liecht, sondern das er zeugete von dem liecht, 9 Das war eyn warhafftigs liecht, wilchs alle menschen erleucht, durch seyn zu kunfft ynn dise wellt, 10 Es war ynn der wellt, vnd die wellt ist durch dasselb gemacht, vnd die wellt kandt es nicht.

11 Er kam ynn seyn eygenthum, vnd die seynen namen yhn nicht auff, 12 Wie viel yhn aber auffnamen, den gab er macht, Gottis kinder zu werden, denen, die da an seynen namen glewben, 13 wilche nicht von dem geblutt, noch von dem willen des fleyschis, noch von dem willen eynes mannes, sondern von Gott geporen sindt.

Matth. 1.
Luce. 2.
14 Vnd das wort ward fleysch, vnd wonete vnter vns, vnd wyr sahen seyne herlickeyt, eyn herlickeyt als des eyngepornen sons vom vatter, voller gnade vnd warheyt.

15 Johannes zeuget von yhm, schreyt, vnd spricht, Diser war es, von dem ich gesagt hab, Nach myr wirt komen, der fur myr gewesen ist, denn er war ehe denn ich, 16 vnd von seyner fulle, haben wyr alle genommen,(gnad vmb gnad) Vnser gnad ist vns geben, vmb Christus gnade, die ym geben ist, das wyr durch yhn das gesetz erfullen vnnd den vater erkennen, da mit heuchley aufhore vnd wyr ware rechtschaffnen menschen werden. gnade vmb gnade, 17 denn das gesetz ist durch Mosen geben, die gnade vnnd warheyt ist durch Jhesum Christ worden, 18 Niemant hatt Got yhe gesehen, der eyngeporne son, der ynn des vatters schoß ist, der hatts vns verkundiget.

[328] 19 Vnnd dis ist das zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem priester vnd Leuiten, das sie yhn frageten, wer bistu? 20 Vnd er bekant vnd leugnet nicht, vnd er bekant, ich byn nicht Christus, 21 vnd sie fragten yhn, was denn? Bistu Elias? Er sprach, Jch byns nitt. Matth. 3.
Marci. 1.
Luce. 3.
Jsa. 40.
Bistu eyn prophet? vnnd er antwort, Neyn, 22 Da sprachen sie zu yhm, Was bistu denn, das wyr antwort geben denen, die vns gesand haben? was sagistu von dyr selbs? 23 Er sprach, ich byn eyn ruffende stym ynn der wusten, Richtet den weg des hernn, wie der prophet Jsaias [138] gesagt hat.

24 Vnd die gesand waren, die waren von den phariseern, 25 vnd fragten yhn vnd sprachen zu yhm, warumb teuffestu denn, so du nit Christus bist, noch Elias, noch eyn prophet? 26 Johannes antwortt yhn vnnd sprach, ich teuffe mit wasser, aber er ist mitten vnter euch getretten, den yhr nit kennet, der ists, der nach myr komen wirtt, wilcher fur myr gewesen ist, 27 des ich nicht werd byn, das ich seyne schuchrymen aufflose, 28 Dis geschach zu Bethabara iensydt des Jordans, da Johannes teuffet.

29 Des andern tags sihet Johannes Jhesum zu yhm komen, vnd spricht, Sehet das lamb Gottis, wilchs der weld sund auff sich nympt, 30 diser ists, von dem ich euch gesagt habe, Nach myr kompt eyn man, wilcher fur myr gewesen ist, denn er war ehe denn ich, 31 vnnd ich kandte yhn nit, sondern auff das er offenbar wurde ynn Jsrael, darumb bynn ich komen zu teuffen mit wasser.

32 Vnd Johannes zeugete vnd sprach, Jch sahe, das der geyst ernydder steyg, wie eyn tawbe vom hymel, vnd bleyb auff yhm, 33 vnd ich kandte yhn nit, Aber der mich sandte, zu teuffen mit wasser, dersselb sprach zu myr, Auff wilchen du sehen wirst den geyst nydder steygen vnd bleyben, der selb ists, der mit dem heyligen geyst tauffet, 34 vnnd ich sahe es, vnd zeugete, das diser ist Gottis son.

35 Des andern tags stund aber mal Johannes, vnd zween seyner iunger, 36 vnnd als er sahe Jhesum wandelln, sprach er, sehet, das lamb Gottis, 37 vnd zween seyner iungern horeten yhn reden, vnd folgeten Jhesu nach, 38 Jhesus aber wand sich vmb, vnd sahe sie nach folgen, vnd sprach zu yhn, was sucht yhr? sie aber sprachen zu yhm, Rabbi, das ist verdolmetscht? Meyster, wo bistu zur herberge 39 Er sprach zu yhn, kompt vnd sehets, sie kamen vnd sahens, vnnd blieben den selbigen tag bey yhm, Es war aber vmb die zehende stund.

40  Eyner aus den zween, die von Johanne horeten vnnd Jhesu nachfolgeten, war Andreas, der bruder Simonis Petri, 41 derselb findet am ersten seynen [330] bruder Simon, vnnd spricht zu yhm, wyr haben den Messias funden, wilchs ist vordolmetscht, der gesalbete, 42 vnd furet yhn zu Jhesu, da yhn Jhesus ansahe, sprach er, Du bist Simon Jonas son, du sollt, Kephas heyssen, das wirt verdolmetscht, eyn fels.

43 Des andern tags, wollte Jhesus widder ynn Gallilea zihen, vnd findet Philippum, vnd spricht zu yhm, folge myr nach, 44 Philippus aber war von Betsaida aus der stad Andres vnd Peters, 45 Philippus findet Nathanael, vnd spricht zu yhm, wyr haben den funden, von welchem Moses ym gesetz vnd die propheten geschrieben haben, Jhesum, Josephs son von Nazareth, 46 vnd Nathanael sprach zu yhm, was kan von Nazareth guttis komen? Philippus spricht zu yhm, kom vnd sihe es.

47 Jhesus sahe Nathanael zu yhm komen, vnd spricht von yhm, sihe, [139] Eyn rechter Jsraheliter, ynn wilchem keyn trug ist, 48 Nathanael spricht zu yhm, wo her kennestu mich? Jhesus antwort vnnd sprach zu yhm, ehe denn dyr Philippus rieff, da du vnter dem feygen bawm warist, sahe ich dich, 49 Nathanael antwort vnnd sprach zu yhm, Rabbi, du bist Gottis son, du bist der konig von Jsrael, 50 Jhesus antwort vnd sprach zu yhm, du glewbist, weyl ich dyr gesagt hab, das ich dich gesehen habe vnter dem feygen bawm, du wirst noch grossers denn das sehen, 51 vnd sprach zu yhm, warlich warlich sage ich euch, von nu an,Gen. 28. werdet yhr den hymel offen sehen, vnd die engel Gotis auff vnd nydder steygen auff des menschen son.

Das ander Capitel.

Unnd am dritten tage ward eyne hochtzeyt zu Cana ynn Galilea, vnd die mutter Jhesu war da, 2 Jhesus aber vnnd seyne iunger warden auch auff die hochtzeyt geladen, 3 vnd da es an weyn geprach, spricht die mutter Jhesu zu yhm, sie haben keyn weyn, 4 Jhesus spricht zu yhr, Weyb, was habe ich mitt dyr zu schaffen? meyne stund ist noch nit komen, 5 Seyne mutter spricht zu den dienern, was er euch saget, das thutt, 6 Es waren aber alda sechs steynern wasser kruge, gesetzt nach der weys der Judisschen reynigung, vnd gieng ynn yhe eynen, zwey odder drey masß.

7 Jhesus spricht zu yhn, fullet die wasser kruge mit wasser, vnd sie fulleten sie bis oben an, 8 vnd er spricht zu yhnen, schepfet nu vnd bringets dem speyßemeyster, vnnd sie brachtens, 9 Als aber der speysemeyster kostet den weyn, der [332] wasser gewesen war, vnd wuste nicht von wannen er kam, die diener aber wustens, die das wasser geschepfft hatten, ruffet der speysemeyster dem breuttigam 10 vnd spricht zu yhm, yderman gibt zum ersten den gutten weyn, vnd wenn sie truncken worden sind, als denn, den geringern, Du hast den gutten weyn bis her behalten.

11 Das ist das erste zeychen das Jhesus thett, geschehen zu Cana ynn Gallilea, vnd offinbarte seyne herlickeyt, vnd seyne iunger glewbten an yhn, 12 Darnach zoch er hynab gen Capernaum, Er, seyne mutter, seyne bruder vnd seyne iunger, vnd bleyb nit lange da selbs.

13 Vnnd der Juden ostern war nahe, vnnd Jhesus zoch hynauff gen Jerusalem, 14 vnnd fand ym tempel sitzen die da ochßen, schaff vnnd tawben veyl hatten, vnd die wechßler, 15 vnd er machte eyn geyssel aus stricken, vnd treyb sie alle zum tempel hynaus, sampt den schaffen vnd ochsen, vnd verschutt den wechslern das gellt, vnd sties die tissch vmb, 16 vnd sprach zu denen, die die tawben veyl hatten, traget das von dannen, vnd machet nicht meyns vatters haus, zum kauffhaus, 17 Seyne iungern aber gedachten dran, das geschrieben stehet,Psal. 68. Der eyffer deynes haus, hatt mich fressen.

18 Da antworten nu die Juden vnnd sprachen, was fur eyn zeychen zeygestu vns, das du solchs thun mugist? 19 Jhesus antwort vnd sprach zu yhn, brecht dißen tempel, vnd am dritten tage, will ich yhn auff [140] richten, 20 da sprachen die Juden, Diser tempel ist ynn sechs vnd viertzig iaren er bawett, vnd du wilt yhn ynn dreyen tagen auff richten? 21 Er aber redet von dem tempel seynes leybs, 22 Da er nu aufferstanden war von den todten, gedachten seine iunger dran, das er dis gesagt hatte, vnd glewbten der schrifft, vnd der rede, die Jhesus gesagt hatte.

23 Als er aber zu Jerusalem war ynn den ostern auff dem fest, glewbtten viel an yhn, da sie die zeychen sahen, die er thett, 24 Aber Jhesus vertrawet sich yhnen nicht, denn er kand sie alle, 25 vnnd bedurffte nicht, das ymant zeugnis gebe von eynem menschen, denn er wuste woll, was ym menschen war.

Das dritte Capitel.

Es war aber eyn mensch vnter den phariseern, mit namen, Nicodemus, eyn vbirster vnter den Juden, 2 der kam zu Jhesu bey der nacht, vnd sprach zu yhm, Meyster, wyr wyssen, das du bist eyn lerer von Gott komen, denn niemant kan die zeychen thun, die du thust, es sey denn Gott mit yhm,Vernunfft, natur, frey will etc. weys nichts von Gottis gnaden vnd werck, ia sie schewet es, schweyg, das sie es begeren sollt, wie dißer text klerlich beweyset. 3 Jhesus antwort vnd sprach zu yhm, warlich warlich, ich sage dyr, Es sey denn das yemant von newen geporn werde, kan er das reych Gottis [334] nicht sehen, 4 Nicodemus spricht zu yhm, wie kan eyn mensch geporn werdenn, wenn er allt ist? kan er auch von newen ynn seyner mutter leyb gehen vnnd geporn werden? 5 Jhesus antwort, warlich warlich, ich sage dyr, Es sey denn, das yemant geporn werde aus dem wasser vnd geyst, der kan nit ynn das reych Gottis komen, 6 Was von fleysch geporn wirt, das ist fleysch, vnd was vom geyst geporn wirt, das ist geyst, 7 Las dichs nit wundern das ich dyr gesagt habe, yhr musset von newen geporn werden, 8 Der wind bleset wo er will, vnd du horest seyn hauchen wol, aber du weyst nicht von wannen er kompt, vnd wo hyn er feret, Alßo ist eyn iglicher, der aus dem geyst geporn ist.

9 Nicodemus antwort vnd sprach zu yhm, Wie mag solchs zu gehen? 10 Jhesus antwort vnd sprach zu yhm, Bistu eyn meyster ynn Jsrael, vnd weyssist das nit? 11 warlich warlich, ich sage dyr, wyr reden, das wyr wissen, vnd zeugen das wyr gesehen haben, vnd yhr nempt vnser zeugnis nit an, 12 Glewbt yhr nit, wenn ich euch von yrdischen dingen sage, wie wurdet yhr glewben, wenn ich euch von hymelischen dingen sagen wurde?

Numeri. 21.13 Vnd niemant feret gen hymel, denn der von hymel er nydder komen ist, nemlich, des menschen son, der ym hymel ist, 14 vnd wie Moses ynn der wusten eyne schlangen erhohet, also mus des menschen son erhohet werden, 15 auff das alle die an yhn glewben, nit verloren werden, sondern das ewige leben habenn.

16 Also hatt Gott die wellt geliebt, das er seynen eynigen son gab, auff das alle die an yhn glewben, nicht verloren werden, sondern das ewige leben haben, 17 denn Gott hatt seynen son nicht gesand ynn die wellt, das er die wellt richte, sondern, das die wellt durch yhn selig werde, Wer an yhn glewbt, der wirt nicht gericht, 18 wer aber nit glewbt, der ist schon gericht, denn er glewbt nicht an den namen, des [141] eyngepornen son Gottis, 19 Das ist aber das gericht, das das liecht ynn die wellt komen ist, vnd die menschen liebten die finsternis mehr denn das liecht, denn yhre werck waren bose, 20 Wer arges thut, der hasset das liecht, vnd kompt nicht an das liecht, auff das seyne werck nicht straffet werden, 21 Wer aber die warheyt thutt, der kompt an das liecht das seyne werck offinbar werden, denn sie sind ynn Gott gethan.

22 Darnach kam Jhesus vnd seyne iunger ynn das Judissche land, vnd hatte dassellbs seyn weßen mit yhn, vnd tauffte, 23 Johannes aber tauffet auch noch zu Enon nah bey Salim, denn es war viel wassers dasselbs, vnd sie kamen dahynn vnd ließen sich teuffen, 24 denn Johannes war noch nicht yns gefengnis gelegt.

[336] 25 Da erhub sich eyne frage vnter den iungern Johannis sampt den Juden, vbir der reynigung, 26 vnd kamen zu Johannen vnd sprachen zu yhm, meyster, der bey dyr war ihensid dem Jordan, von dem du zeugetest, sihe, der teuffet, vnd yderman kompt zu yhm, 27 Johannes antwort vnd sprach, Eyn mensch kan nichts nemen, es werd yhm denn geben vom hymel, 28 yhr selbs seyd meyne zeugen, das ich gesagt habe, Jch sey nit Christus,Johan. 1. sondern fur yhm her gesand, 29 Wer die brautt hatt, der ist der breutgam, der freund aber des breuttgams stehet, vnd horet ym zu, vnnd frewet sich hoch vber des breutigams stym, die selbe meyne freud ist nu erfullet, 30 Er mus wachßen, ich aber mus abnemen.

31 Der von oben her kompt, ist vber alle, Wer von der erden ist, der ist von der erden, vnd redt von der erden, Der von hymel kompt, der ist vber alle, 32 vnd zeugt was er gesehen vnd gehoret hat, vnd seyn zeugnis nympt niemant auff, 33 Wer es aber auffnympt, der versigelts,(versigellt) Das ist. Er empfindt, als eyn sigel ynn seyn hertz gedruckt (nemlich den glawben) wye gott warhafftig sey, als er sagt cap. 7. wer des vatters willen thut, der erkennet ob diße lere aus Gott sey etc.
(Nach dem maß) Ob woll des geysts gaben vnd werck nach der maß außteylet werden Ro. 12. vnd 1. Cor. 12. Doch der geyst selbs ist ynn allen Christen reichlich vnd on maß ausgossen, das er alle sund vnd todt verschlinget vber die maß. Tit. 3.
das Gott warhafftig sey, 34 Denn wilchen Gott gesand hat, der redet Gottis wort, denn Gott gibt den geyst nicht nach dem masß, 35 Der vater hat den son lieb, vnd hat yhm alles ynn seyne handt geben, 36 Wer an den son glewbt, der hat das ewige leben, wer dem son nicht glewbt, der wirt das leben nit sehen, sondern der zorn Gottis bleybt vber yhm

Das vierd Capitel.

Da nu Jhesus ynnen ward, das fur die phariseer komen war, wie Jhesus mehr iunger machet vnnd teuffet, denn Johannes 2 (wie wol Jhesus selber nit tauffet, sondern seyne iunger) 3 verließ er das land Judea, vnd zog widder ynn Gallilean, 4 Er muste aber durch Samarien reysen, 5 da kam er ynn eyne stadt Samarie,Gene. 48. die heyst Sichar, nahe bey dem feld, das Jacob seynem son Joseph gab, 6 Es war aber dasselbs Jacobs brun, Da nu Jhesus mude war von der reyße, satzt er sich also auff den brun, vnd es war vmb die sechste stund.

7 Da kompt eyn weyb von Samaria, wasser zu schepffen, Jhesus spricht zu yhr, gib myr trincken, 8 denn seyne iunger waren hyn gangen ynn die stadt, das sie speyß keufften, 9 spricht nu das Samaritisch weyb zu yhm, wie bittestu von myr trincken, so du eyn Jude bist, vnd ich eyn Samaritisch weyb? Denn [338] die Juden haben keyne gemeynschafft mit den Samariternn, 10 Jhesus antwort vnd sprach zu yhr, wenn du erkentist die gabe Gottis, vnd wer der ist, der zu dyr saget, gib myr trincken, du betest yhn, vnd er gebe dyr lebendigs wasser, 11 Spricht zu [142] yhm das weyb, Herre, hastu doch nichts, da mit du schepffest, vnd der brun ist tieff, woher hastu denn lebendig wasser? 12 Bistu mehr denn vnser vater Jacob, der vns disen brun geben hatt? vnd er hat draus truncken vnd seyne kinder vnd seyn weyde viech.

13 Jhesus antwort vnd sprach zu yhr, 14 Wer des wassers trinckt, den wirt wider dursten, wer aber des wassers trincken wirt, das ich yhm gebe, den wirt ewiglich nicht dursten, sondern das wasser, das ich yhm geben werde, das wirt ynn yhm eyn brun des wassers werden, das ynn das ewige leben quillet, 15 Spricht das weyb zu yhm, Herre, gib myr das selbige wasser, auff das mich nicht durste, das ich nicht her komen musse zu schepffen, 16 Jhesus spricht zu yhr, gang hyn, ruff deynem man, vnd kum her, 17 Das weyb antwort vnd sprach, ich hab keynen man, Jhesus spricht zu yhr, du hast recht gesagt, ich habe keynen man, 18 funff menner hastu gehabt, vnd den du nu hast, der ist nicht deyn man, da hastu recht gesagt.

19 Das weyb spricht zu yhm, Herre, ich sehe, das du eyn prophet bist, 20 Vnser veter haben auff disem berge anbettet, vnd yhr saget, zu Jerusalem sey die stett, da man anbeten solle, 21 Jhesus spricht zu yhr, weyb, glewbe myr, Es kompt die zeyt, das yhr, widder auff disem berge, noch zu Jerusalem werdet den vater anbeten, 22 yhr wisset nit was yhr anbettet, wyr wissen aber was wir anbeten, Denn das heyl kompt von den Juden, 23 Aber es kompt die zeyt, vnd ist schon itzt, das die warhafftigen anbeter werden den vatter anbeten ym geyst vnnd ynn der warheyt, denn der vater will auch haben, die yhn also anbeten, 24 Gott ist eyn geyst, vnd die yhn anbeten, die mussen yhn ym geyst vnnd ynn der warheyt anbeten.

25 Spricht das weyb zu yhm, Jch weys, das Messias kompt, der da Christus heyst, wenn der selbe komen wirt, so wirt ers vns alles verkundigen, 26 Jhesus spricht zu yhr, ich byns, der mit dyr redet, 27 Vnd vbir dem kamen seyne iunger, vnd es nam sie wunder, das er mit eym weybe redet, doch sprach niemant, was fragistu, odder was redistu mit yhr, 28 Da lies das weyb yhren krug stehen, vnd gieng hyn ynn die stad, vnd spricht zu den leutten, 29 komet, sehet eynen menschen, der myr gesaget hat, alles was ich than habe, ob er nicht Christus sey? 30 da giengen sie aus der stad vnd komen zu yhm.

31 Jn des aber ermaneten yhn die iunger vnd sprachen, meyster, ysß, 32 Er aber sprach zu yhn, Jch hab eyne speyß(Seyn speyße) Seyn speyße, ist des vatters willen thun, des vatters willen aber, ist, das durch seyn leyden das Euangelion ynn alle wellt predigt wurd, das war nu fur handen gleych wie datzu mal die erndte nah war. zu essen, da wisset yhr nit von, 33 Da [340] sprachen die iunger vnternander, hat yhm yemant zu essen bracht? 34 Jhesus spricht zu yhn, Meyn speyße ist die, das ich thue den willen des, der mich gesand hat, vnd vollende seyn werck, 35 Saget yhr nit selber, Es sind noch vier monde, ßo kompt die erndte? sihe ich sage euch, hebt ewr augen auff, vnd sehet ynn das feld, Denn es ist schon weys zur erndte, 36 Vnd wer da schneytt, der empfehet lohn, vnd samlet frucht zum ewigen leben, auff das sich miteynander frewen der da seet vnd der da schneytt, 37 Denn hie ist der spruch war, diser seet, eyn ander schneytt, 38 ich habe euch gesand zu schneytten, das yhr nit habt geerbeytet, Andere haben geerbeyttet, vnd yhr seyt ynn yhre erbeyt komen.

39 Es glewbten aber an yhn viel der Samariter aus der selben stad vmb des weybs rede willen, wilchs da zeugete, Er hat myr gesagt alles [143] was ich than habe, 40 Als nu die Samariter zu yhm kamen, baten sie yhn, das er bey yhn bliebe, vnnd er bleyb zween tage da, 41 vnd viel mehr glewbten vmb seynes worttis willen, 42 vnnd sprachen zum weybe, Wyr glawben nu furt nit vmb deyner rede willen, wyr haben selber gehoret vnd erkennet, das diser ist warlich Christus der wellt heyland.

Matth. 13.
Marci. 6.
Luce. 4.
Aber nach zween tagen zoch er aus, vnd zoch ynn Gallilean, 44 denn er selber Jhesus zeugete, das eyn prophet da heym nichts gillt, 45 Da er nu ynn Gallilean kam, namen yhn die Gallileer auff, die gesehen hatten alles was er zu Jerusalem auffs fest than hatte, 46 vnd Jhesus kam aber mal gen Cana ynn Gallilea, da er das wasser hatte zu weyn gemacht.

47 Vnd es war eyn konigischer, des son lag kranck zu Capernaum, diser horet das Jhesus kam von Judea ynn Gallilean, vnd gieng hyn zu ym vnd bat yhn, das er hynab keme, vnd hulffe seynem son, denn er lag tod kranck, 48 vnd Jhesus sprach zu yhm, Wenn yhr nit zeychen vnd wunder sehet, so glewbt yhr nicht, 49 Der konigisch sprach zu yhm, Herre, kom hynab, ehe denn meyn kind stirbt, 50 Jhesus spricht zu yhm, gang hyn, deyn son lebet, Der mensche gleubte dem wort, das Jhesus zu yhm saget, vnd gieng hyn, 51 Vnd ynn dem er hynab gieng, begegneten yhm seyne knecht, verkundigeten yhm, vnd sprachen, deyn kind lebet, 52 Da forschet er von yhn die stund, ynn wilcher es besser mit yhm worden war, vnd sie sprachen zu yhm, gistern vmb die siebende stund, verlies yhn das fiber, 53 da merckt der vater, das vmb die stund were, ynn wilcher Jhesus zu yhm gesagt hatte, deyn son lebet, vnd er glewbt mit seynem gantzen haus, 54 Das ist das ander zeychen, das Jhesus thet, da er von Judea ynn Gallilean kam.

[342]

Das funfft Capitel.

Darnach war eyn fest der Juden, vnd Jhesus zoch hyn auff gen Jerusalem, 2 Es ist aber zu Jerusalem bey dem schlacht haus eyn teych, der heyst auff hebreisch Bethseda, vnd hatt funff halle, 3 ynn wilchen lagen viel krancken, blinden, lahmen, durren, die warteten, wenn sich das wasser bewegt, 4 Denn der Engel steyg erab zu seyner zeyt ynn den teych, vnd bewegt das wasser, wilcher nu der erst, nach dem das wasser bewegt war, hyneyn steyg, der ward gesund, mit wilcherley seuche er behafft war, 5 Es war aber eyn mensch daselbs, acht vnd dreyssig iar kranck gelegen, 6 da Jhesus den selben sahe ligen, vnd vernam, das er so lang gelegen war, spricht er zu yhm, Wiltu gesund werden? 7 der krancke antwort yhm, Herre, ich habe keynen menschen, wenn das wasser sich bewegt, der mich ynn den teych lasse, vnd wenn ich kome, so steyget eyn ander fur myr hyneyn.

8 Jhesus spricht zu yhm, stand auff, nym deyn bette vnd gehe hyn, 9 vnd also bald ward der mensch gesund, vnd nam seyn bette, vnd gieng hyn, Es war aber des selben tags der sabbath, 10 da sprachen die Juden zu dem, der gesund war worden, Es ist heut sabbath, Es zympt dyr nit das bette zu tragen, 11 Er antwort yhn, Der mich gesund machet, der sprach, nym deyn bett vnd gang hyn, 12 Da fragten sie yhn, Wer ist der mensche, der zu dyr saget hat, nym deyn bette vnd gang hyn? 13 Der aber gesund war worden, wuste nicht wer er war, denn Jhesus war gewichen, drumb das viel volcks da war.

14 Darnach fand yhn Jhesus ym tempel, vnd sprach zu yhm, sihe zu [144] du bist gesund worden, sundige fort nit mehr, das dyr nit etwas ergers widerfare, 15 Der mensch gieng hyn, vnd verkundigets den Juden, es sey Jhesus, der yhn gesund gemacht hab, 16 darumb, verfolgeten die Juden Jhesum, vnd trachten yhm nach, das sie yhn todten, das er solchs than hatte auff den Sabbath, 17 Jhesus aber antwort yhn, meyn vater wirckt bis her, vnd ich wircke auch, 18 Darumb trachten ym die Juden nu viel mehr nach, das sie yhn todten, das er nicht alleyn den Sabbath brach, sondern saget auch, Gott sey seyn vater, vnd machet sich selb Gott gleych.

19 Da antwort Jhesus vnnd sprach zu yhn, warlich warlich ich sage euch, Der son kan nichts von yhm selber thun, denn was er sihet den vater thun, [344] denn was der selbe thutt, das thutt gleych auch der son, 20 Der vater aber hatt den son lieb, vnd zeyget yhm alles, was er thut, vnd wirt yhm noch grosser werck zeygen, das yhr euch verwundern werdet, 21 Denn wie der vatter die todten auffwerckt vnnd macht sie lebend, also auch der son, macht lebendig wilche er will, 22 denn der vatter richtet niemant, sondern alles gericht hat er dem son geben, 23 auff das sie alle den son ehren, wie sie den vater ehren, Wer den son nicht ehret, der ehret den vater nicht, der yhn gesand hat, 24 Warlich warlich sage ich euch, wer meyn wort horet, vnd glewbet dem, der mich gesandt hat, der hatt das ewige leben, vnnd kompt nicht ynn das gericht, sonder er ist vom tod zum leben hyndurch drungen.

25 Warlich warlich sage ich euch, Es kompt die stund, vnd ist schon itzt, das die todten werden die stym des son Gottis horen, vnnd die sie horen werden, die werden leben, 26 denn, wie der vater das leben hatt ynn yhm selber, alßo hat er dem son geben das leben zu haben ynn yhm selber, 27 vnd hatt yhm macht geben, auch das gericht zu hallten,Matth. 25.(Des menschen son ist) Das gericht mus offentlich fur allen menschen gehalten werden, darumb mus der richer auch mensch seyn, den man sehen kunde, vnnd doch auch Gott, weyl er Gottis richt stuel besitzen soll. darumb das er des menschen son ist, 28 Verwundert euch des nit, Denn es kompt die stund, ynn welcher, alle die ynn den grebern sind, werden seyne stym horen, 29 vnd werden erfur gehen, die da gutts than haben zur aufferstehung des lebens, die aber vbels than haben, zur aufferstehung[1] des gerichts.

30 Jch kan nichts von myr selber thun, wie ich hore, so richte ich, vnd meyn gericht ist gerecht, denn ich suche nit meynen willen, sondern des vatters willen, der mich gesand hat, 31 So ich von myr selb zeuge, so ist meyn zeugnis nit war, 32 Eyn ander ists, der von myr zeuget, vnd ich weys, das seyn[2] zeugnis war ist, das er von myr zeuget.

33 Yhr schicktet zu Johannen, vnd er zeugete von der warheyt, 34 Jch aber neme nicht zeugnis von menschen, sondern solchs sage ich, auff das yhr selig werdet, 35 Er war eyn brennend vnd scheynend liecht, yhr aber wolltet eyn kleyn weyle frolich seyn von seynem liecht, 36 Jch aber habe eyn grosser zeugnis, denn Johanßes zeugnis, denn die werck, die myr der vater geben hat, das ich sie vollende, die selbigen werck, die ich thu, zeugen von myr, das mich der vater gesand habe, 37 vnd der vater der mich gesand hat, derselbige hatt von myr zeuget, Jhr habt nie widder seyne stym gehoret, noch seyne gestalt gesehen, 38 vnd seyn wort habt yhr nicht ynn euch wonend, denn yhr glewbet dem nicht, den er gesand hat.

39 Suchet ynn der schrifft, denn yhr meynet, yhr habt das leben drynnen, vnd sie ists, die von myr zeuget, 40 vnd yhr wolt nicht zu myr komen, [145] [346] das yhr das leben haben mochtet, 41 Jch neme nicht preys von den menschen, 42 Aber ich kenne euch, das yhr nicht Gottis liebe ynn euch habt, 43 Jch byn komen ynn meynes vatters namen, vnd yhr nemet mich nitt an, ßo eyn ander wirt ynn seynem eygen namen komen, den werdet yhr an nehmen, 44 wie kund yhr glewben, die yhr preys von eynander nemet, vnd den preys, der von Gott alleyne ist, sucht yhr nicht?

45 Yhr sollt nicht meynen, das ich euch fur dem vater verklagen werde Es ist eyner, der euch verklagt, der Moses, auff wilchen yhr hoffet, 46 Wenn yhr Mosi glewbtet, so glewbtet yhr auch myr, denn er hat von myr geschrieben, 47 so yhr aber seynen schrifften nicht glewbet, wie werdet yhr meynen worten glewben?

Das sechst Capitel.

Matth. 14.
Marci. 6.
Luce. 9.
Darnach fur Jhesus vber das meer an der stadt Tyberias ynn Gallilea, 2 vnd es zoch yhm viel volcks nach, darumb, das sie die zeychen sahen die er an den krancken thet, 3 Jhesus aber gieng hynauff, auff eynen berg, vnd satzt sich da selbs mit seynen iungern, 4 Es war aber nahe die ostern, das fest der Juden, 5 Da hub Jhesus seyne augen auff, vnd sihet, das viel volcks zu yhm kompt, vnd spricht zu Philippo, von wannen keuffen wyr brod, das dise essen? 6 das saget er aber yhn zuuersuchen, denn er wuste wol, was er thun wollte.

7 Philippus antwort yhm, zweyhundert pfennig werd brods, ist nit gnug, das eyn iglicher eyn wenig neme, 8 Spricht zu yhm eyner seyner iunger Andreas der bruder Simonis Petri, 9 Es ist eyn knabe hie, der hat funff gersten brod, vnd zween fissch, aber was ist das vnter ßo viele? 10 Jhesus aber sprach, schafft, das sich das volck lager, Es war aber viel gras an dem ortt, Da lagerten sich bey funff thausent man, 11 Jhesus aber nam die brod, dancket, vnnd gab sie den iungern, die iungern aber, denen die sich gelagert hatten, desselben gleychen auch von den fisschen, wie viel er wollt.

12 Da sie aber satt waren, spricht er zu seynen iungern, samlet die vbrigen brocken, das nichts vmbkome, 13 da samleten sie, vnd fulleten zwelf korbe mit brocken, von den funff gersten brod, die vbrig blieben, denen die gespeyset worden, 14 Da nu die menschen das zeychen sahen, das Jhesus thatt, sprachen sie, Das ist warlich der prophet, der ynn die wellt komen soll, 15 Da Jhesus [348] nu mercket, das sie komen wurden, vnd yhn hasschen das sie yhn zum konige machten, entweych er abermal auff den berg, er selb alleyne.

16 Am abent aber, giengen die iunger hynab an das meer, 17 vnd tratten ynn das schiff, vnnd kamen iensid des meerß gen Capernaum, vnnd es war schon finster worden, vnnd Jhesus war nicht zu yhn komen, 18 vnnd das meer erhub sich von eynem grossen windt, 19 da sie nu geruddert hatten bey funff vnd tzwentzig odder dreyssig feld wegs, sahen sie Jhesum auff dem meer da her gehen vnd nah bey das schiff komen, vnd sie furchten sich, 20 Er spricht aber zu yhn, Jch byns, furcht euch nit, 21 Da wollten sie yhn ynn das schiff nemen, vnd also bald war das schiff [146] am lande, da sie hyn furen.

22 Des andern tags, sahe das volck das ihensid des meers stund, das keyn ander schiff daselbs war, denn das eynige, daryn seyne iunger getretten waren, vnnd das Jhesus nicht mit seynen iungern ynn das schiff tretten war, sondern alleyn seyne iunger waren weg gefaren, 23 Es kamen aber ander schiff von Tiberias nahe zu der stett, da sie das brod gessen hatten vnnd dem hern gedanckt, 24 Da nu das volck sahe, das Jhesus nicht da war, noch seyne iunger, tratten sie auch ynn die schiff, vnd kamen gen Capernaum, vnd suchten Jhesum.

25 Vnnd da sie yhn funden ihensid des meers, sprachen sie zu yhm, Meyster, wenne bistu her komen? 26 Jhesus antwort yhn vnd sprach, warlich warlich, ich sage euch, yhr sucht mich nitt darumb das yhr zeychen gesehen habt, sondern, das yhr von dem brod gessen habt vnd seytt satt worden, 27 wircket speyß, nicht die da verdirbt, sondern die da bleybt ynn das ewige leben, wilche euch des menschen son geben wirt, denn den selbigen hatt Gott der vater(versigellt) Das ist, mit dem heyligen geyst begabt, das wer die speys isset (wie folgt) auch den geyst entfehet vnd leben soll. versigelt.

28 Da sprachen sie zu yhm, was sollen wyr thun, das wyr Gottis werck wircken? 29 Jhesus antwort vnd sprach zu yhn, das ist Gottis werck, das yhr an den glewbet, den er gesand hat, 30 da sprachen sie zu yhm, was thustu denn fur eyn zeychen, auff das wyr sehen vnd glewben dyr? was wirckistu? 31 vnser vetter haben hymel brod gessen ynn der wusten, wie geschrieben stehet,Psal. 77. Er gab yhn brod vom hymel zu essen, 32 Da sprach Jhesus zu yhn, warlich warlich, ich sage euch, Moses hat euch nicht brod vom hymel geben, sondern meyn vatter gibt euch das rechte brod vom hymel, 33 denn dis ist das brod Gotis, das vom hymel kompt, vnd gibt der wellt das leben.

34 Da sprachen sie zu yhm, Herre, gib vns allwege solch brod, 35 Jhesus aber sprach zu yhn, ich bynn das brod des lebens, wer zu myr kompt, den [350] wirt nicht hungern, vnd wer an mich glewbet, den wirtt nymer mehr dursten, 36 Aber ich habs euch gesagt, das yhr mich gesehen habt vnd glewbet doch nicht, 37 Alles was myr meyn vater gibt, das kompt zu myr, vnnd wer[3] zu myr kompt, den werd ich nicht hynaus stossen, 38 denn ich bynn vom hymel komen, nicht das ich meynen willen thu, sondern des, der mich gesand hat, 39 Das ist aber der wille des vatters der mich gesand hatt, das ich nichts verliere von allem das er myr geben hatt, ßondern das ichs auff erwecke am iungsten tag, 40 Das ist aber der wille des, der mich gesand hatt, das, wer den son sihet vnd glewbet an yhn, habe das ewige leben, vnnd ich werd yhn aufferwecken am iungsten tage.

41 Da murreten die Juden, daruber, das er sagete, Jch byn das brod das vom hymel komen ist, 42 vnnd sprachen, ist diser nicht Jhesus Josephs son, des vater vnd mutter wyr kennen? wie spricht er denn, ich bynn vom hymel komen? 43 Jhesus antwort vnd sprach zu yhn, murret nicht vnternander, 44 Es kan niemandt zu myr komen, es sey denn, [147] das yhn zihe der vatter der mich gesand hat, vnnd ich werde yhn auff erwecken am iungsten tage, 45 Es ist geschrieben ynn den propheten,Jsaia. 54. sie werden alle von Gott geleret, wer es nu horet von meynem vatter vnd lernets, der kompt zu myr, 46 Nicht das ymant den vater habe gesehen, on der vom vater ist, der hat den vater gesehen.

47 Warlich warlich ich sage euch, wer an mich glewbet, der hatt das ewige leben, 48 Jch byn das brod des lebens, Exodi. 16.49 Ewre veter haben hymel brod gessen ynn der wusten, vnd sind gestorben, 50 Dis ist das brod, das vom hymel kompt, auff das, wer dauon isset, nit sterbe, 51 Jch byn das lebendige brod, vom hymel komen, wer von disem brod essen wirt, der wirt leben ynn ewickeyt, vnnd das brod, das ich geben werde, ist meyn fleysch, wilchs ich geben werde fur das leben der wellt.

52 Da zanckten die Juden vnternander vnnd sprachen, wie kan diser vns seyn fleysch zu essen geben? 53 Jhesus sprach zu yhn, warlich warlich sage ich euch, werdet yhr nit essen vom fleysch des menschen sons, vnd trincken von seynem blutt, so habt yhr keyn leben ynn euch,Dis Capitel, redet nit vom sacrament des brods vnnd weyns, sondern vom geystlichen essen, das ist, glewben das Christus Gott vndd mensch seyn blutt fur vnns gossen hatt. 54 Wer von meynem fleysch isset vnnd trincket von[4] meynem blutt, der hatt das ewige leben, vnd ich werde yhn am iungsten tage auff erwecken, 55 denn meyn fleysch ist die rechte speyße, vnnd meyn blutt ist der rechte tranck, 56 wer von meynem fleysch isset vnd trincket von meynem blut, der bleybet ynn myr, vnd ich ynn yhm, 57 wie mich gesand hat der lebendige vatter, vnd ich lebe vmb des vatters willen, Also der von myr isset, der selbe wirt auch leben vmb meynen willen, 58 Dis ist [352] das brod, das vom hymel komen ist, Nicht wie ewre veter haben hymel brod gessen, vnd sind gestorben, wer von disem brod isset, der wirt leben ynn ewigkeyt.

59 Solchs saget er ynn der schule, da er lerete zu Capernaum[5], 60 Viel nu seyner iunger, die das hortten, sprachen, das ist eyn harte rede, wer kan sie horen? 61 Da Jhesus aber bey sich selbs mercket, das seyne iunger daruber murreten, sprach er zu yhn, Ergert euch das? (wie) Ergert euch das ich itzt rede auff erden, was will denn werden wenn ich vom hymel regirn werde, vnnd die wort volfuren vnd dreyn greyffen werde?62 wie? wenn yhr denn sehen werdet des menschen son auff faren da hyn, da er vor war? 63 Der geyst ists, der do lebendig macht, das fleysch ist keyn nutz, Die wort die ich rede, die sind geyst vnd sind leben, 64 aber es sind etlich vnter euch, die glawben nicht, denn Jhesus wuste von anfang wol, wilche nicht glewbend waren, vnd wilcher yhn verrathen wurde, 65 vnd er sprach, darumb hab ich euch gesaget, Niemant kan zu myr komen, es sey yhm denn von meynem vatter geben.

66 Von dem an giengen seyner iunger viel hynder sich, vnd wandellten fort nit mehr mit yhm, 67 da sprach Jhesus zu den zwelffen, wolt yhr auch weg gehen? 68 Da antwort Simon Petrus, Herre, wo hyn sollen wyr gehen? du hast wort des ewigen lebens, 69 vnd wyr haben glewbt vnd erkandt, das du bist Christus der son des lebendigen Gottis, 70 Jhesus antwort yhn, Hab ich nicht zwelffe erwelet? vnnd ewer eyner ist eyn teuffel, 71 Er redet aber von dem Juda Simon Jscharioth der selb verrhiet yhn hernach, vnd war der zwelffen eyner. [148]

Das sibend Capitel.

Darnach zoch Jhesus vmb ynn Gallilea, denn er wolte nicht ynn Judea vmbtzihen, darumb, das yhm die Juden nach dem leben stelleten, 2 Leui. 24.Es war aber nah der Juden fest der Lauberhutten, 3 da sprachen seyne bruder zu yhm, mach dich auff von dannen, vnd gang ynn Judean, auff das auch deyne iunger sehen die werck, die du thust, 4 wer frey auff dem plan seyn will, der handellt nichts heymlich, wiltu solchs thun, so offinbar dich fur der wellt, 5 Denn auch seyne bruder glawbten nicht an yhn.

6 Da spricht Jhesus zu yhn, meyn zeytt ist noch nicht hie, ewer zeytt aber ist alweg, 7 Die wellt kan euch nicht hassen, mich aber hasset sie, denn ich zeuge von yhr, das yhr werck boße sind, 8 Gehet yhr hynauff auff das fest, ich will noch nit hynauff gehen auff das fest, denn meyn zeit ist noch nicht erfullet. 9 Da er aber das zu yhn gesagt, bleyb er ynn Gallilea. 10 Als aber [354] seyne bruder waren hynauff gangen, da gieng er auch hynauff zu dem fest, nit offinbarlich, sondern als heymlich, 11 Da suchten yhn die Juden am fest, vnd sprachen, wo ist der? 12 vnd es war eyn gros gemummel von yhm vnter dem volck, Etlich sprachen, Er ist frum, die andern aber sprachen, Neyn, sondern er verfuret das volck, 13 Niemant aber redet frey von yhm, vmb der furcht willen fur den Juden.

(Sabbath) Sabbath hallten, ist Moses gesetz, beschnytten ist der vetter gesetz, die sind ia widdernander, wenn ymand, auff den sabbath zu beschneytten ist, vnd eyns mus dem andern weychen, darumb[6] stehet des gesetzs erfullung, ia nit auff dem buchstaben sondern ym geyst.14 Aber mitten ym fest, gieng Jhesus hynauff ynn den tempel vnd leret, 15 vnd die Juden verwunderten sich vnnd sprachen, wie kan dißer die schrifft, so er sie doch nicht gelernet hat? 16 Jhesus antwort yhn vnd sprach, meyn lere ist nicht meyn, sondern des, der mich gesand hatt, 17 so ymant will des willen thun, der wirt ynnen werden, ob dise lere von Gott sey, odder ob ich von myr selb rede, 18 Wer von yhm selbs redet, der sucht sein eygen preyß, wer aber sucht den preyß des, der yhn gesand hatt, der ist warhafftig, vnd ist keyn vngerechtickeyt an yhm.

19 Hatt euch nit Moses das gesetz geben, vnd niemant vnter euch helt das gesetze? warumb sucht yhr mich zu todten? 20 das volck antwort vnd sprach, du hast den teuffel, wer sucht dich zu todten? 21 Jhesus antwort vnnd sprach, Eyn eyniges werck hab ich than vnd es wundert euch alle, 22 Moses hat euch darumb geben die beschneydung, das sie nicht von Mose kompt, sondern von den vetern, noch beschneydet yhr den menschen am Sabbath, 23 So eyn mensch die beschneytung an nympt am Sabbath, auff das nicht das gesetz Mosi brochen werde, zurnet yhr denn vber mich, das ich den gantzen menschen hab am sabbath gesund gemacht? 24 Richtet nicht nach dem ansehen, sondern richtet eyn recht gericht.

25 Da sprachen ettlich von Jerusalem, ist das nicht der, den sie suchten zu todten? 26 vnnd sihe zu, er redet frey, vnnd sie sagen yhm nichts, kennen yhn vnser vbirsten nu recht, das er der rechte Christus sey? 27 doch wyr wissen, von wannen diser ist, wenn aber Christus komen wirt, so wirt niemant wissen von wannen er ist.

[149] 28 Da schrey Jhesus ym tempel, leret vnd sprach, ia yhr kennet mich, vnd wisset von wannen ich byn, vnd von myr selbs byn ich nicht komen, sondern, der mich gesand hat, der ist der warhafftige, wilchen yhr nit kennet, 29 ich kenne yhn aber, denn ich byn von yhm, vnd er hat mich gesand, 30 Da suchten sie yhn zu greyffen, aber niemant legt die hand an yhn, denn seyne stund [356] war noch nicht komen, 31 Aber viel vom volck gleubten an yhn, vnnd sprachen, wenn Christus komen wirt, wirt er auch mehr zeychen thun, denn diser thutt?

32 Vnd es kam fur die phariseer, das das volck solchs von yhm mummelte, vnd sandten die phariseer vnd hohen priester knechte aus, das sie yhn griffen, 33 Da sprach Jhesus zu yhn, ich byn noch eyn kleyne zeyt bey euch, vnd denn gehe ich hyn zu dem, der mich gesand hat, 34 yhr werdet mich suchen, vnd nicht finden, vnd da ich byn, kund yhr nicht hyn komen, 35 Da sprachen die Juden vnternander, wo will diser hyn gehen das wyr yhn nit finden sollen? will er vnter die Kriechen gehen die hyn vnd her zerstrewt ligen, vnnd die Kriechen leren? 36 was ist das fur eyn rede, das er saget, yhr werdet mich suchen vnnd nicht finden? vnnd wo ich byn, da kund yhr nicht hyn komen.

37 Aber am letzten tage des festis, der am herlichsten war, tratt Jhesus auff, schrey vnd sprach, wen da durstet, der kome zu myr, vnnd trinck, 38 wer an mich glewbet, wie die schrifft saget,Jsai. 12.
Jsai.[7] 44.

Mich. 5.
von des leyb werden fliessen fluß des lebendigen wassers, 39 Das saget er aber von dem geyst, wilchen empfahen solten, die an yhn glauben, denn der heylige geyst war noch nicht da, denn Jhesus war noch nit verkleret, 40 Viel nu vom volck, die disse rede horeten, sprachen, diser ist eyn rechter prophet, 41 die andern sprachen, Er ist Christus. Ettlich aber sprachen, solt Christ von Gallilean komen? 42 spricht nicht die schrifft, von dem samen Dauid vnd von dem marckt Bethlehem, da Dauid war, solle Christus komen? 43 Also ward eyn zwytracht vnter dem volck vber yhm, 44 Es wollten aber ettlich yhn greyffen, aber niemant legt die hand an yhn

45 Die knechte komen zu den hohen priestern vnd phariseern, vnnd sie sprachen zu yhn, warumb habt yhr yhn nicht bracht? 46 die knechte antworten, Es hat nie keyn mensch alßo geredet, wie diser mensch, 47 da antworten die Phariseer, seytt yhr auch verfuret? 48 glewbt auch yrgent eyn vbirster odder phariseer an yhn? 49 sondern das volck, das nichts vom gesetz weys, ist vermaledeyt[8], 50 Spricht zu yhn Nicodemus, der bey der nacht zu yhm kam, wilcher eyner vnter yhn war, 51 Richtet vnser gesetz auch eyn menschen, ehe man verhoret vnd erkenne was er thut? 52 Sie antwortten vnd sprachen zu yhm, bistu auch eyn Gallileer? forsche vnd sihe, von Gallilea stehet keyn prophet auff, 53 vnnd eyn yglicher gieng also heym.

[358]

Das acht Capitel.

Jhesus aber gieng an den oleberg, 2 vnd frue morgens kam er widder ynn den tempel, vnd alles volck kam zu yhm, vnnd er [150] satzt sich vnd leret sie.

3 Aber die schrifftgelerten vnd phariseer brachten eyn weyb zu yhm, ym ehebruch begriffen, vnd stelleten sie offentlich dar, 4 vnd sprachen zu yhm, Meyster, dis weyb ist begriffen auff frisscher that ym ehebruch, 5 Moses aber hatt vns ym gesetz gepotten,Leuit. 20. solche zu steynigen, was sagistu? 6 das sprachen sie aber yhn zuuersuchen, auff das sie eyn sach zu yhm hetten, Aber Jhesus bucket sich nyder vnnd schreyb mit dem finger auff die erden, 7 Als sie nu anhielten yhn zu fragen, richtet er sich auff, vnd sprach zu yhn, Wer vnter euch on sund ist, der werffe den ersten steyn auff sie, 8 vnd bucket sich widder nyder vnd schreyb auff die erden, 9 Da sie aber das horeten, giengen sie hynaus, eyner nach dem andern, von den Eltisten an, vnnd liessen Jhesum alleyne, vnnd das weyb fur yhm stehen, 10 Jhesus aber richtet sich auff, vnd da er niemant sahe denn das weyb, sprach er zu yhr, weyb, wo sind sie deyne verkleger? hat dich niemant verdampt? 11 sie aber sprach, Herre, niemant, Jhesus aber sprach, ßo verdamne ich dich auch nicht, gang hyn, vnd sundige fort nicht mehr.

12 Da redet Jhesus aber mal zu yhn vnd sprach, Jch byn das liecht der wellt, wer myr nach folget, der wirt nit wandlen yn finsternis, sondern wirt das liecht des lebens haben, 13 Da sprachen die phariseer zu yhm, du zeugist von dyr selb, deyn zeugnis ist nicht war,14 Jhesus antwort vnnd sprach zu yhn, Szo ich von myr selbs zeugen wurde, so ist meyn zeugnis war, denn ich weys, von wannen ich komen bynn, vnd wo hyn ich gehe, yhr aber wisset nicht von wannen ich kome, vnnd wo hyn ich gehe, 15 yhr richtet nach dem fleysch, ich richte niemants, 16 so ich aber richte, so ist meyn gericht recht, denn ich byn nicht alleyn, sondern ich vnd der vater, der mich gesand hatt, 17 Auch stehet ynn ewrem gesetz geschrieben,Deuter. 7. das zweyer menschen zeugnis war sey. 18 ich byn, der von myr selbs zeuge, vnnd der vater der mich gesand hat zeuget auch von myr, 19 Da sprachen sie zu yhm, wo ist ist deyn vater? Jhesus antwort, yhr kennet widder mich, noch meynen vatter, wenn yhr mich kendtet, so kendtet yhr auch meynen vatter, 20 Diße wortt redet Jhesus an dem Gottis kasten, da er leret ym tempel, vnd niemant greyff yhn, denn seyne stund war noch nicht komen.

[360] 21 Da sprach aber mal Jhesus zu yhn, Jch gehe hyn weg, vnd yhr werdet mich suchen, vnd ynn ewrer sunde sterben, wo ich hyn gehe, da kund yhr nicht hyn komen, 22 Da sprachen die Juden, will er sich denn selbs todten, das er spricht, wo hyn ich gehe, da kund yhr nicht hyn komen? 23 Vnd er sprach zu yhn, yhr seytt von vnden her, ich byn von oben her ab, yhr seytt von diser wellt, ich byn nicht von diser wellt, 24 ßo hab ich euch gesagt, das yhr sterben werdet ynn ewren sunden, denn so yhr nicht glewbt, das ichs sey, so werdet yhr sterben ynn eweren sunden.

25 Da sprachen sie zu yhm, wer bistu denn? Vnnd Jhesus sprach zu yhn, eben(eben) Ich byn eben das wort das mit euch redet. das, das ich mit euch rede, 26 Jch habe viel von euch zu reden vnd zu richten, Aber der mich gesand hat, ist warhafftig, vnd was ich [151] von yhm gehoret habe, das rede ich fur der welt, 27 Sie vernamen aber nicht das er yhn von dem vater saget.

28 Da sprach Jhesus zu yhn[9], wenn yhr des menschen son erhohen werdet, denn werdet yhr erkennen, das ichs sey, vnd nichts von myr selber thu, sondern wie mich meyn vater geleret hat, so rede ich, 29 vnd der mich gesand hatt, ist mit myr. Der vater lest mich nicht alleyne, denn ich thu alltzeyt, was yhm gefellet, 30 Da er solchs redet, glewbten viel an yhn.

31 Da sprach nu Jhesus zu den Juden, die yhm glewbt hatten, So yhr bleyben werdet an meyner rede, so seyt yhr meyne rechte iunger, 32 vnd werdet die warheyt erkennen, vnd die warheyt wirt euch frey machen. 33 Da antwortten sie yhm, wyr sind Abrahams samen, sind nie keyn mal yemands knecht gewesen, wie sprichstu denn, yhr solt frey werden?

34 Jhesus antwort yhn vnnd sprach, warlich warlich, ich sage euch, Wer sunde thut, der ist der sunden knecht, 35 der knecht aber bleybt nicht ewiglich ym hauß, der son bleybt ewiglich. 36 Szo euch nu der son frey macht, so seyt yhr recht frey. 37 Jch weyß wol, das yhr Abrahams samen seyt, aber yhr sucht mich zu todten, Denn meyn rede fehet nichts vnter euch, 38 Jch rede, was ich von meynem vater gesehen habe, vnnd yhr thut, was yhr von ewrem vater gesehen habt.

39 Sie antworten vnnd sprachen zu yhm, Abraham ist vnßer vater, Spricht Jhesus zu yhn, Wenn yhr Abrahams kinder weret, so thet yhr Abrahams werck, 40 Nu aber sucht yhr mich zu todten, ein solchen menschen, der ich euch die warheit gesagt hab, die ich von Got gehoret habe, das hat Abraham nicht than, 41 yhr thut ewres vaters werck. Da sprachen sie, wyr sind nicht vnehlich geporn, wyr haben eynen vater, Gott. 42 Jhesus sprach zu yhn, were Gott ewer vatter, ßo liebetet yhr mich, denn ich byn auß gangen vnd kom von Got, Denn ich byn nicht von mir selber komen, sondern er hat mich gesand. [362] 43 Warumb kennet yhr denn meyne sprache nicht? Denn yhr kund iah meyne wort nicht horen.

44 Yhr seyt von dem vater dem teuffel, vnd nach ewris vaters lust wolt yhr thun, der selb ist eyn morder von anfang, vnd ist nicht bestanden ynn der warheyt, denn die warheyt ist nicht yn yhm. Wenn er die lugen redet, so redet er von seynem eygen, denn er ist eyn lugener vnd eyn vater der selbigen. 45 Jch aber, weyl ich die warheit sage, so glewbt yhr myr nicht.

46 Wilcher vnter euch kan mich eyner sunde zeyhen? so ich euch aber die warheyt sage, warumb glewbt yhr myr nicht? 47 Wer von Got ist, der horet Gottis wort, darumb horet yhr nicht, denn yhr seyt nicht von Gott.

48 Da antwortten die Juden vnd sprachen zu yhm, Sagen wyr nicht recht, das du eyn Samariter bist, vnd hast den teuffel? 49 Jhesus antwort, Jch habe keynen teuffel, sondern ich ehre meynen vatter, vnnd yhr habt myr vnehre than. 50 Jch suche nicht meynen preyß, Es ist aber [152] eyner, der yhn sucht vnd richtet.

(meyn wort) Das ist, vom wort des glawbens odder Euangelio gesagt.51 Warlich warlich sage ich euch, so ymant meyn wort wirt halten, der wirt den tod nit sehen ewiglich, 52 Da sprachen die Juden zu yhm, Nu erkennen wyr, das du den teuffel hast, Abraham ist gestorben vnd die propheten, vnd du sprichst, so yemand meyn wort hellt, der wirt den tod nicht schmecken ewiglich, 53 Bistu mehr denn vnser Vatter Abraham? wilcher gestorben ist, vnnd die propheten sind gestorben, was machstu aus dyr selbs?

54 Jhesus antwort, so ich mich selber preyse, so ist mein preys nichts, Es ist aber meyn vater, der mich preyßet, wilchen yhr sprecht, er sey ewr Gott, 55 vnd kennet yhn nicht, ich aber kenne yhn, vnd so ich wurde sagen, ich kenne seyn nicht, so wurde ich ein lugner, gleich wie yhr seyd, Aber ich kenne yhn, vnd hallte seyn wortt.

(Abraham sahe meynen tag) Alle heyligen von der wellt anfang, haben den selben glawben an Christo gehabt den wir haben vnd sind recht Christen.56 Abraham ewr vater ward fro, das er meynen tag sehen sollt, vnnd er sahe yhn vnd frewet sich, 57 Da sprachen die Juden zu yhm, du bist noch nicht funfftzig iar allt,vnd hast Abraham gesehen? 58 Jhesus sprach zu yhn, warlich warlich ich sage euch, ehe denn Abraham ward, byn ich, 59 Da huben sie steyn auff, das sie auff yhn worffen, Aber Jhesus verbarg sich, vnd gieng zum tempel hynaus.

Das neunde Capitel.

Unnd Jhesus gieng fur vber, vnd sahe eynen blinden von seyner gepurt an, 2 vnd seyne iunger fragten yhn vnnd sprachen, Meyster, wer hatt gesundigt? diser odder seyne elltern, das er ist blind geporn? 3 Jhesus antwort, Es hatt widder diser gesundigt, noch seyne elltern, sondern das die [364] werck Gottis offinbar wurden, an yhm, 4 Jch mus wircken die werck, des, der mich gesand hatt, so lange es tag ist, Es kompt die nacht, da niemants wircken kan, 5 die weyl ich byn ynn der wellt, byn ich das liecht der wellt.

6 Da er solchs gesagt, sputzet er auff die erden, vnd machet eyn kot aus dem speychel, vnd schmiret den kot auff des blinden augen, 7 vnd sprach zu yhm, gang hyn zu dem teych Siloha, das ist verdolmetscht, gesand, vnnd wassche dich, Da gieng er hyn vnd kam sehend, 8 Die nachbarn vnd die yhn zuuor gesehen hatten, das er eyn betteler war, sprachen, ist diser nicht, der do saß vnd bettellt? 9 die andern sprachen er ists, die andern aber, er ist yhm ehnlich, Er selbs aber sprach, ich byns, 10 Da sprachen sie zu yhm, wie sind deyn augen auffthan? 11 Er antwort vnd sprach, der mensch, der Jhesus heyst, machet eyn kott vnd schmiret meyn augen vnd sprach, gang hyn zu dem teych Siloha vnd wassche dich, Jch gieng hyn vnnd wussch mich, vnd ward sehend, 12 Da sprachen sie zu yhm, wo ist der selbige? Er sprach, ich weyß nit.

13 Da fureten sie yhn zu den phariseern, der weyland blind war, 14 Es war aber sabbath, da Jhesus den kott machet, vnd offnet seyne augen, 15 Da fragten sie yhn aber mal, auch die phariseer, wie er were sehend worden, Er aber sprach zu yhn, Eyn kott legt er myr auff die augen, vnd ich wussch mich, vnd byn nu sehend, 16 Da sprachen etlich der phariseer, der mensch ist nicht von Gott, die weyl er den sabbat nit [153] hellt, die andern aber sprachen, wie kan eyn sundiger mensch solche zeychen thun? vnnd es ward eyn zwytracht vnter yhn, 17 Sie sprachen widder zu dem blinden, was sagistu von yhm? hatt er deyn augen auff than? Er aber sprach, Es ist eyn prophet.

18 Die Juden glawbten nicht von yhm, das er blind geweßen vnd sehend worden were, bis das sie rieffen den Elltern, des, der sehend war worden, 19 vnd sprachen, ist das ewer son, wilchen yhr saget, er sey blind geporn? wie ist er denn nu sehend? 20 Seyne eltern antworten vnd sprachen, wyr wissen, das diser vnser son ist, vnd das er blind geporn ist, 21 wie er aber nu sehend ist, wissen wyr nicht, odder wer yhm hat seyn augen auffthan wissen wyr auch nicht, Er ist selber allt gnug, fraget yhn, last yhn selbs fur sich reden. 22 Solchs sagten seyne Eltern, denn sie furchten sich fur den Juden, denn die Juden hatten sich schon vereynet, so yemand yhn fur Christon bekennete, das der selbige ynn bann than wurde, 23 darumb sprachen seyne elltern, Er ist alt gnug, fraget yhn.

[366] 24 Da rieffen sie zum andern mal dem menschen, der blind gewesen war, vnd sprachen, gib Got den preyß, wir wissen das diser mensch eyn sunder ist, 25 Er antwort vnd sprach, ist er eyn sunder, das weyß ich nicht, Eynes weyß ich wol, das ich blind war, vnd byn nu sehend, 26 Da sprachen sie widder zu yhm, was thett er dyr? wie thet er deyne augen auff? 27 Er antwort yhn, ich habs euch ytzt gesagt, vnd yhr habts gehoret, was wolt yhrs abermal horen? wolt yhr auch seyne iunger werden? 28 Da fluchten sie yhm vnd sprachen, du bist seyn iunger, wyr aber sind Moses iunger. 29 Wyr wissen, das Gott mit Mosi geredt hat, disen aber wissen wyr nicht, von wannen er ist.

30 Der mensch antwort vnd sprach, das ist eyn wunderlich ding, das yhr nicht wisset von wannen er sey, vnd er hat meyne augen auffthan, 31 Wir wissen aber, das Got die sunder nicht horet, sondern so yemant gotfurchtig ist, vnd thut seynen willen, den horet er. 32 Von der welt an ists nicht erhoret, das yemant eynem gepornen blinden die augen auffthan habe, 33 were diser nicht von Got, er kundte nichts thun. 34 Sie antworten vnd sprachen zu yhm, du bist gantz ynn sunden geporn, vnd du lerist vns, vnd stiessen yhn hynaus.

35 Es kam fur Jhesum, das sie yhn außgestossen hatten, vnd da er yhn fand, sprach er zu yhm, glewbstu an den son Gottis? 36 Er antwort vnd sprach, Herr, wilcher ists, auff das ich an yhn glewbe? 37 Jhesus sprach zu yhm, du hast yhn gesehen, vnd der mit dyr redet, der ists. 38 Er aber sprach, Herr, ich glewbe, vnd bettet yhn an, 39 Vnd Jhesus sprach, Jch bynn zum gericht auff diße wellt komen, auff das die da nicht sehen, sehend werden, vnd die da sehen, blind werden, 40 Vnd solchs horeten ettlich der phariseer, die bey yhm waren, vnd sprachen zu yhm, sind wir denn auch blind? 41 Jhesus sprach zu yhn, weret yhr blind, so hettet yhr keyne sund, Nu yhr aber sprecht, wyr sind sehend, bleybt ewre sunde.

Das zehend Capitel.

Warlich warlich ich sage euch, wer nit zur thur hyneyn gehet ynn den schaffstall, sondern steyget anders wo hyneyn, der ist eyn dieb vnd eyn morder, 2 der aber zur thur hyneyn gehet der ist eyn hirtte der schaff, 3 dem [154] selben thut der thurhutter auff, vnd die schaff horen seyne stym, vnd er rufft seynen schaffen mit namen, vnd furet sie aus, 4 vnd wenn er seyn schaff hat außlassen, gehet fur yhn hynn, vnd die schaff folgen yhm nach, denn sie kennen seyne stym, 5 Eynem frembden aber folgen sie nit nach, sondern fliehen von yhm, denn sie kennen der fremden stym nit, [368] 6 Dißen spruch saget Jhesus zu yhn, sie vernamen aber nit, was es war das er zu yhn saget.

7 Da sprach Jhesus wider zu yhn, Warlich warlich, ich sage euch, Jch byn die thur zu den schaffen, 8 Alle die fur myr komen sind, die sind diebe vnd morder, Aber die schaff haben yhn nit zu horet, 9 Jch byn die thur, So ymand durch mich eyngehet, der wirt selig werden, vnd wirt eyn vnnd aus gehen vnd weyde finden, 10 Eyn dieb kompt nicht, denn das er stele, wurge vnd vmbringe, 11 Jch byn komen das sie das leben, vnd volle gnuge haben sollen.

12 Jch byn eyn guter hirte, Eyn guter hirtte lesset seyn leben fur die schaff, Eyn miedling aber der nit eyn hirt ist, des die schaff nicht eygen sind, sihet den wolff komen, vnd verlessit die schaff vnd fleuget, vnd der wollff erhasscht, vnd zurstrawet die schaff, 13 der miedling aber fleucht, denn er ist eyn miedling, vnd acht der schaff nit, 14 Jch bynn eyn guter hirt vnd erkenne die meynen, vnd byn bekand den meynen, 15 Wie mich meyn vater kennet, vnnd ich kenne den vater, vnnd ich lasse meyn leben fur meyne schaff, 16 Vnd ich habe noch andere schaff, die sind nit aus disem stall, vnnd die selbigen mus ich her furen, vnd sie werden meyne stym horen, vnd wirt eyn herdt vnd eyn hirtte werden.

17 Darumb liebet mich meyn vater, das ich meyn leben lasß, auff das ichs wider neme, 18 Niemant nympt es von myr, sondern ich selber laß es von myr selber, ich hab es macht zu lassen, vnd hab es macht widder zu nehmen, Solch gepott hab ich empfangen von meynem vater, 19 Da ward aber eyne zwytracht vnter den Juden, vbir dißen worten, 20 Ettliche sprachen, Er hatt den teuffel vnd ist vnsynnig, was hortt yhr yhm zu? 21 Die andern sprachen, das sind nit wort eynes besessenen, kan der teuffel auch der blinden augen auff thun?

22 Es ward aber kirchweyh zu Jerusalem vnd war wynter, 23 Vnd Jhesus wandellt ynn der halle Salomonis, 24 Da vmbringeten yhn die Juden vnd sprachen zu yhm, Wie lange helltistu vnser seelen auff? Bistu Christ, ßo sags vns frey eraus, 25 Jhesus antwort yhn, Jch hab es euch gesagt vnd yr glewbt nit, Die werck die ich thu ynn meynes vaters namen, die zeugen von myr, 26 Aber yhr glewbet nit, denn yhr seyt nit von meynen schaffen, als ich euch gesagt habe, 27 das meyne schaffe horen meyne stym, vnd ich kenne sie, vnd sie folgen myr, 28 vnd ich gebe yhn das ewige leben, vnd sie werden ewiglich nicht vmb komen, vnd niemant wyrt sie myr aus meyner hand [370] reyssen, 29 Der vater, der myr sie geben hat, ist grosser, denn alles, vnd niemant kan sie aus meynes vatters hand reyssen, 30 Jch vnd der vatter sind eyns.

31 Da huben die Juden abermal steyn auff, das sie yhn steynigten, 32 Jhesus antwort yhn, viel gutter werck hab ich euch ertzeygt von meynem vater, vmb wilchs willen vnter den selbigen steyniget yhr mich? 33 Die Juden antwortten yhm, vnnd sprachen, vmb des gutten wercks willen steynigen wyr dich nit, sondern vmb der Gottis lesterung willen, [155] vnd das du eyn mensch bist, vnd machst dich selbs eynen Gott, 34 Jhesus antwortet yhn, steht nit geschrieben ynn ewrem gesetz,Psal. 81. Jch habe gesagt, yhr seyt Gotter? 35 Szo es die Gotter nennet, zu welchen das wortt Gotis geschach, vnd die schrifft kan doch nicht brochen werden, 36 vnd yhr sprecht zu dem den der vater geheyliget vnd ynn die welt gesand hat, du lesterst Gott, darumb das ich sage, ich byn Gottis son, 37 Thu ich nit die werck meynes vatters,so glewbt myr nicht, 38 thue ich sie aber, so glewbet doch den wercken, wolt yhr nicht myr glewben, auff das yhr erkennet vnd glewbet, das der vater ynn myr ist, vnd ich ym vater.

39 Sie suchten aber mal yhn zu greyffen, aber er entgieng yhn aus yhren henden, 40 vnd zoch hyn wydder iensid des Jordans, an den ortt, da Johannes vorhyn tauffet hatt, vnd bleyb alda, 41 vnd viel kamen zu yhm vnd sprachen, Johannes thatt keyn zeychen, aber alles was Johannes von dißem gesagt hat, das ist war, 42 vnd glewbten alda viel an yhn.

Das eylfft Capitel.

Es lag aber eyner kranck, mit namen Lazarus von Bethanian ynn dem flecken Maria vnd yhrer schwestern Martha, 2 Maria aber war, die, den herrn gesalbet hatte mit salben vnd seyne fusß getrocket mit yhrem har, der selbigen bruder Lazarus lag kranck, 3 da sandten seyne schwestern zu yhm vnd liessen yhm sagen, Herre, sihe, den du lieb hast, der ligt kranck, 4 Da Jhesus das horet, sprach er, die krancheyt ist nicht zum tod, sondern zum preyß Gottis, das der son Gottis da durch preyset werde, 5 Jhesus aber hatte Martham lieb vnnd yhre schwester vnd Lazaron, 6 Als er nu horet, das er kranck war, bleyb er zween tage an dem ortt da er war.

7 Darnach spricht er zu seynen iungern, last vns widder ynn Judean zihen, 8 Seyne iunger sprachen zu yhm, meyster, Jhenes mal wollten die Juden [372] dich steynigen, vnnd du willt widder dahyn? 9 Jhesus antwort, sind nicht des tages zwelff stund? Wer des tages wandelt, der stost sich nit, denn er sihet das liecht diser wellt, 10 Wer aber des nachts wandellt, der stost sich, denn es ist keyn liecht ynn yhm, 11 Solchs sagt er, vnd darnach spricht er zu yhn, Lasaros vnser freund ist entschlaffen, aber ich gehe hyn, das ich yhn auffwecke, 12 Da sprachen seyne iunger, Herre ist er entschlaffen, so wirts besser mit yhm, 13 Jhesus aber saget von seynem todt, sie meyneten aber, er redet vom leyplichen schlaff, 14 Da sagts yhn Jhesus frey er aus, Lazarus ist gestorben, 15 vnd ich byn fro, vmb ewren willen, das ich nicht da gewesen bynn, das yhr glewbet, Aber last vns zu yhm zihen, 16 Da sprach Thomas, der genennet ist, Zwilling, zu den iungern, last vns mit zihen, das wyr mit yhm sterben.

17 Da kam Jhesus, vnd fand yhn, das er schon vier tage ym grabe gelegen war, 18 Bethania aber war nah bey Jerusalem, bey funfftzehen feld wegs, 19 vnnd viel Juden waren zu Marthan vnd Marian komen, sie zu trosten vbir yhrem bruder, 20 Als Martha nu horet, das Jhesus kompt, gehet sie yhm entgegen, Maria aber bleyb da heym sitzen.

21 Da sprach Martha zu Jhesus, Herre, weristu hie gewesen, meyn bruder were nicht gestorben, 22 Aber ich weys auch noch, das, was du bittest von Gott, das wirt dyr Gott geben, 23 Jhesus spricht zu yhr, [156] deyn bruder soll aufferstehen, 24 Martha spricht zu yhm, ich weys wol, das er aufferstehen wirt, ynn der aufferstehung am Jungsten tage, 25 Jhesus sprach zu yhr, Jch bynn die aufferstehung vnd das leben, wer an mich glewbt, der wirt leben, ob er gleich sturbe, 26 vnd wer do lebt vnd glewbt an mich, der wirt nit sterben ewiglich, Glewbistu das? 27 sie spricht zu yhm, herre, iah, ich hab glewbt, das du bist Christus der son Gottis, der ynn die wellt komen soll.

28 Vnd da sie das gesagt hatte, gieng sie hyn, vnd rieff yhrer schwester Maria heymlich, vnd sprach, der meyster ist da vnd rufft dir. 29 Die selbige, als sie das horet, stund sie eylend auff vnnd kam zu yhm, 30 denn Jhesus war noch nit ynn den flecken komen, sondernn war noch an dem ortt, da yhm Martha war entgegen komen, 31 Die Juden, die bey yhr ym hauße waren vnd trosten sie, da sie sahen, Mariam, das sie eylend auffstund vnd hynaus gieng, folgeten sie yhr nach, vnd sprachen, sie gehet hyn zum grabe, das sie daselbs weyne.

32 Als nu Maria kam, da Jhesus war, vnd sahe yhn, fiel sie zu seynen fussen vnnd sprach zu yhm, Herre, weristu hie gewesen, meyn bruder were nit gestorben. 33 Als Jhesus sie sahe weynen vnd die Juden auch weynen die [374] mit yhr kamen, ergrymmet er ym geyst, vnd schuttert sich, 34 vnd sprach, wo habt yhr yhn hyn gelegt? sie sprachen[10], Herre kom vnd sih es, 35 vnd Jhesu giengen die augen vber, 36 Da sprachen die Juden, Sihe wie hatt er yhn so lieb gehabt, 37 Etlich aber vnter yhn sprachen, hatt er dem blinden die augen auff than, kund er denn nitt verschaffen, das auch diser nit sturbe, 38 Jhesus aber ergrymmet abermal ynn yhm selbs, vnd kam zum grabe, Es war aber eyn klufft, vnd eyn steyn drauff gelegt.

39 Jhesus sprach, hebt den steyn ab, spricht zu yhm Martha die schwester des verstorbenen, Herre, er stinckt schon, denn er ist viertagig, 40 Jesus spricht zu yhr, hab ich dyr nit gesagt, so du glawben wurdest, du soltist die herlickeyt Gottis sehen, 41 Da huben sie den steyn ab, da der verstorbene lag, Jhesus aber hub seyne augen empor, vnd sprach, vatter ich dancke dyr, das du mich horet hast, 42 doch ich weys, das du mich alltzeyt horist, sondern vmb des volcks willen, das vmbher steht, hab ichs gesagt, das sie glewben, du habest mich gesand.

43 Da er das gesagt hatte, schrey er lautt, Lazare kum eraus, 44 vnnd der verstorbene kam er aus, gepunden mit grabtuchern an fussen vnd henden, vnnd seyn gesicht verhullet mit eynem schweys tuch, Jhesus spricht zu yhn, loset yhn auff, vnd lasset yhn gehen, 45 Viel nu der Juden, die zu Maria komen waren, vnd sahen, was Jhesus thett, glewbten an yhn, 46 Etlich aber von yhn, giengen hyn zu den phariseern, vnd sagten yhn was Jhesus than hatte.

47 Da versamleten die hohen priester vnd die phariseer eynen rad, vnd sprachen, Was thun wyr? diser mensche thutt viel zeychen, 48 lassen wyr yhn also, so werden sie alle an yhn glewben, so komen die Romer, vnd nemen vns land vnd leut. 49 Eyner aber, vnter yhn, Caiphas, der des selbigen iars hoher priester war, sprach zu yhn, yhr wisset nichts, 50 bedenckt auch nichts, Es ist vnns besser, eyn mensche sterbe fur das volck, denn das das gantze volck verderbe, 51 Solchs aber redet er nicht, von sich selbs, sondernn, die weyl er desselbigen iars hoher priester war, weyssagt er, Denn Jhesus sollte sterben fur das volck, 52 vnd nicht fur [157] das volck alleyne, sondern, das er die kinder Gottis, die zur strawet waren, zu samen brechte, 53 Von dem tage an, radschlugen sie wie sie yhn todten.

54 Jhesus aber wandelte nit mehr frey vnter den Juden, sondern gieng von dannen, ynn eyne gegent, nah bey der wusten, ynn eyne stad, genand, Ephrem, vnnd hatte seyn wesen da selbs mit seynen iungern, 55 Es war aber nahe die ostern der Juden, vnd es giengen viel hynauff gen Jerusalem aus der gegent fur den ostern, das sie sich reynigten, 56 da stunden sie vnd fragten nach Jhesu, vnnd redten miteynander ym tempel, was dunckt euch, das er [376] nicht kompt auff das fest? 57 Es hatten aber die hohen priester vnd phariseer lassen eyn gepot aus gehen, so yemant wuste, wo er were, das ers antzeyget, das sie yhn griffen.

Das zwelfft Capitel.

Matth. 26.
Marci. 14.
Sechs tage fur den ostern, kam Jhesus gen Bethanian, da Lazaros war der verstorbene, wilchen Jhesus aufferwecket hatte von den todten, 2 daselbs machten sie yhm eyn abent mal, vnnd Martha dienete, Lazarus aber war eyner, die mit yhm zu tissch sassen, 3 Da nam Maria eyn pfund salben, von vngefelsschter kostlicher Narden, vnd salbet seyne fusse, vnnd trocket mit yhren haren seyne fusse, Das haus aber ward voll vom geruch der salben, 4 Da sprach seyner iunger eyner, Judas Simonis son Jschariothes, der yhn hernach verrieth, 5 Warumb ist dise salbe nit verkaufft vmb dreyhundert pfennige, vnd den armen geben? 6 Das saget er aber, nicht das er nach den armen fraget, sondern er war eyn dieb, vnd hatte den beuttell, vnd trug was geben wart, 7 Da sprach Jhesus, las sie mit friden, solchs hatt sie behallten zum tage meyner begrebnis, 8 denn, armen habt yhr alletzeyt bey euch, mich aber habt yhr nicht alletzeyt.

9 Da erfur viel volcks der Juden, das er da selbs war, vnd kamen, nit vmb Jhesus willen allein, sondern auch das sie Lazarum sehen, wilchen er von todten erweckt hatte, 10 Aber die hohen priester trachten darnach das sie auch Lazarum todten, 11 denn vmb seinen willen giengen viel Juden hyn vnd glewbten an Jhesum.

12 Des andern tags viel volck, das auffs fest komen war, horet, das Jhesus kompt gen Jerusalem, 13 vnnd namen palmen zweyge, vnnd giengen hynaus yhm entgegen, vnd schryen, Hosianna, gebenedeyet[11] ist, der da kompt ynn dem namen des hern, eyn konig von Jsrael, 14 Jhesus aber vbirkam eyn eselin, vnd reyt drauff, wie denn geschrieben stehet, 15 Furcht dich nicht, du tochter Zion, sihe, deyn konig kompt reytten auff eynem esells fullen, 16 Solchs aber verstunden seyne iunger zuuor nicht,Matth. 21.
Marci. 11.
Luce. 19.
Psal. 117.
Zachar. 9.
sondern da Jhesus vorkleret wart, da dachten sie dran, das solchs war von yhm geschrieben, vnd solchs yhm than hatten.

17 Das volck das mit yhm war, da er Lazarum aus dem grabe rieff, vnnd von den todten aufferweckt, rumbte die thatt, 18 darumb begegnet[12] yhm [378] auch das volck, das sie horeten, er hette solchs zeychen than, 19 Die phariseer aber sprachen vnternander, yhr sehet, das wyr nichts außrichten, alle wellt laufft yhm nach. [158] 20 Es waren aber ettlich kriechen, vnter denen die hynauff komen waren, das sie anbetten auff das fest, 21 die tratten zu Philippo der von Bethsaida aus Gallilean war, baten yhn vnd sprachen, Herre, wyr wolten Jhesum gerne sehen, 22 Philippus kompt vnd sagts Andrean, vnd Philippus vnnd Andreas sagens weytter Jhesu, 23 Jhesus aber antwort yhn, vnd sprach, Die zeytt ist komen, das des menschen son verkleret werde.

24 Warlich warlich sage ich euch, Es sey denn, das das weytzen korn ynn die erden falle, vnnd ersterbe, ßo bleybts alleyne,Matth. 16.
Marci. 8.
Luce. 9.
wo es aber erstirbt, so bringts viel frucht, 25 Wer seyn leben lieb hat, der wirts verlieren, vnd wer seyne leben auff dißer wellt hasset, der wirts erhallten zum ewigen leben, 26 Wer myr dienen wyll, der folge myr nach, vnd wo ich byn, da soll meyn diener auch seyn, vnd wer myr dienen wirt, den wirt meyn vater ehren.

27 Jtzt ist meyne seele erschrocken, vnd was soll ich sagen? vater hilff myr aus diser stunde, doch darumb byn ich ynn diße stunde komen, 28 Vater preyse deynen namen. Da kam eyn stym von hymel, Jch habe yhn preyset vnd will yhn abermal preyßen. 29 Da sprach das volck, das da bey stund vnd zuhoret, Es donnerte, Die andern sprachen, Es redte eyn engel mit yhm, 30 Jhesus antwort vnnd sprach, dise stym ist nicht vmb meynen willen geschehen, sondern vmb ewren willen.

31 Jtzt gehet das gericht vbir die wellt, Nu wirt der furst diser wellt außgestossen werden, 32 vnd ich, wenn ich erhohet werde von der erden, so will ich sie alle zu mir zyhen, 33 Das saget er aber, zu deutten, wilchs todts er sterben wurde, 34 Da antwort yhm das volck, wyr haben gehort ym gesetz, das Christus ewiglich bleybe, vnnd wie sagistu[13] denn, Des menschen son mus erhohet werden?1. paralip. 17. wer ist diser menschen son? 35 da sprach Jhesus zu yhn, Es ist das liecht noch eyn kleyne zeytt bey euch, wandellt die weyl yhr das liecht habt, das euch die finsternis nit vber fallen, wer ym finsternis wandelt, der weys nicht wo er hyn gehet, 36 glewbt an das liecht die weyl yhrs habt, auff das yhr des liechts kinder seyt.

37 Solchs redet Jhesus, vnnd gieng weg, vnd verbarg sich fur yhn, Vnd ob er wol solche zeychen fur yhn thet, glewbten sie doch nicht an yhn, 38 auff das erfullet wurde der spruch des propheten Jsaia den er saget, Herre, wer glewbt vnserm predigen? vnnd wem ist der arm des herrn offinbart?Jsa. 53.
Jsa. 6.
39 darumb kundten sie nicht glewben, denn Jsaias saget abermal, 40 Er hat yhr augen [380] verblendet, vnnd yhr hertz verstockt, das sie mit den augen nit sehen, noch mit dem hertzen vernemen, vnd sich bekeren, vnd ich sie selig mechte, 41 Solchs saget Jsaias da er seyne herlickeyt sahe, vnd redte von yhm, 42 Doch der vbirsten glewbten viel an yhn, aber vmb der phariseer willen bekandten sies nicht, das sie nit yn den bann than wurden, 43 denn sie hatten lieber den preys bey den menschen, denn bey Gott.

44 Jhesus aber schrey vnnd sprach, wer an mich glewbt, der glewbt nicht an mich, sondern an denen, der mich gesand hatt, 45 vnd wer mich [159] sihet, der sihet denen, der mich gesand hat, 46 Jch byn komen ynn die wellt eyn liecht, auff das, wer an mich glewbt, nit ym finsternis bleybe, 47 vnnd wer meyne wort horet, vnd glewbt nicht, den werd ich nicht richten, Denn ich byn nicht komen, das ich die wellt richte, sondernn das ich die wellt selig mache, 48 wer mich veracht, vnnd nympt meyne wort nit auff, der hatt schon der yhn richtet, das wort, wilchs ich geredt habe, das wirtt yhn richten am iungsten tage, 49 denn ich habe nit von[14] myr selber geredt, sondern der vatter der mich gesand hatt, der hat myr eyn gepott geben, was ich thun vnd reden soll, 50 vnd ich weys, das seyn gepott ist das ewige leben, darumb was ich rede, das rede ich also, wie myr der vatter gesagt hat.

Das dreytzehend Capitel.

Fvr dem fest aber der ostern, da Jhesus erkennet, das[15] seyne zeyt komen war, das er aus diser wellt zoge zum vatter, wie er hatte geliebet die seynen, die ynn der wellt waren, so liebet er sie ans ende, 2 vnd nach dem abent essen, da schon der teuffel hatte dem Juda Simonis Jschariothis yns hertz geben, das er yhn verrhiete, 3 wuste Jhesus, das ym der vater hatte alles yn seyne hende geben, vnd das er von Gott komen war, vnd zu Gott gieng, 4 stund er vom abent mal auff, leget seyne kleyder ab, vnd nam eyn schurtz vnd vmbgurtet sich, 5 darnach gos er wasser ynn eyn becken, hub an den iungern die fusße zu wasschen, vnd trocket sie mit dem schurtz, damit er vmbgurtet war.

6 Da kam er zu Simon Petron, vnd derselb sprach zu yhm, Herr, solltistu myr meyne fusß wasschen? 7 Jhesus antwort vnnd sprach zu yhm, was ich thu, das weystu itzt nitt, du wirsts aber hernach erfaren, 8 da sprach Petrus zu yhm, nymmer mehr solltu myr die fusß wasschen, Jhesus antwort yhm, werd ich dich nit wasschen, so hastu keyn teyl mit myr, 9 Spricht zu ym Simon Petrus, Herr, nit die fuß alleyn, sondern auch die hende vnnd das hewbt, [382] 10 Spricht Jhesus zu yhm, wer gewasschen ist, der darff nicht, denn die fusß wasschen lassen, sondern er ist gantz reyn, vnd yhr seyt reyn, aber nicht alle, 11 denn er wuste seynen verrether wol, darumb sprach er, yhr seyt nit alle reyn.

12 Da er nu yhr fusß gewasschen hatte, vnd seyne kleyder genommen, satzt er sich wider nyder, vnd sprach aber mall zu yhn, wisset yhr, was ich euch than habe? 13 yhr heysset mich Meyster vnd herr, vnnd saget recht daran, denn ich byns auch, 14 so nu ich, ewer meyster vnd herre, euch die fusß gewasschen habe, sollet yhr auch euch vnternander die fusß wasschen, 15 Eyn beyspiel hab ich euch geben, das yhr thut, wie ich euch than habe, 16 warlich warlich sage ich euch, der knecht ist nicht grosser denn seyn herr, noch der Apostel grosser, denn der yhn gesand hat.

17 So yhr solchs wisset, selig seytt yhr, so yhrs thut, 18 Nicht sage ich von euch allen, ich weis, wilche ich erwelet habe, sondern das die schrifft erfullet werde, Psal. 40.Der meyn brod isset, der tritt mich mit fussen, [160] 19 itzt, sage ichs euch, ehe denn es geschicht, auff das,Matth. 10.
Luce. 10.
wenn es geschehen ist, das yhr gleubt, das ichs bynn, 20 warlich warlich ich sage euch, wer auff nympt, so ich yemand senden werde, der nympt mich auff, wer aber mich auff nympt, der nympt den auff, der mich gesand hat.

Matth. 26.
Marci. 14.
Luce. 22.
21 Da solchs Jhesus gesagt hatte, erschuttert er sich ym geyst, vnnd zeugete vnnd sprach, warlich warlich sage ich euch, eyner vnter euch wirt mich verrhaten, 22 Da sahen sich die iunger vnternander an, vnd wart yhn bange, von wilchem er redet. 23 Es war aber eyner vnter seynen iungern, der zu tissch saß auff dem schoß Jhesu, welchen Jhesus lieb hatte, 24 dem wincket Simon Petrus, das er forschen solt, wer es were, von dem er saget, 25 denn der selbige lag auff der brust Jhesu, vnd sprach zu yhm, Herr, wer ists? 26 Jhesus antwort, der ists, dem ich den byssen eyn tauche vnd gebe, vnd er taucht den byssen eyn, vnd gab yhn Juda Simonis Jscharioth, 27 vnd nach dem bissen, fur der teuffel ynn yhn

Da sprach Jhesus zu yhm, was du thust, das thue auffs schirst, 28 das selbige aber wuste niemant vbir dem tissch, wo zu ers yhm sagete, 29 Ettlich meyneten, die weyl Judas den beuttel hatte, Jhesus sprech zu yhm, keuff, was vns nodt ist auffs fest, odder das er den armen etwas gebe, 30 Da er den bissen genommen hatte, gieng er so bald hyn aus, vnd es war nacht, 31 Da er aber hynaus gangen war, spricht Jhesus, Nu ist des menschen son verkleret, [384] vnnd Gott ist verkleret ynn yhm, 32 Jst Gott verkleret ynn yhm, so wirt yhn Gott auch verkleren ynn yhm selbs, vnd wirt yhn bald verkleren.

(Gepott) Das Euangelion ist eygentlich eyn predigt von der gnad Gottis, die on werck rechtfertigt, darnach zeygt es auch an, was solche rechtfertigen thun sollen, nemlich lieben, wie Paulus auch thutt ynn seynen Epistolen, das sie den glawben beweysen, Darumb ists eyn new gepott, vnd newen menschen geben, die on werck rechtfertig sind.
(nicht) Die wonung sind von ewickeyt bereytt, vnd es darffs nicht das er sie bereytte, vnnd gehet doch hyn sie zu bereytten, das ist, er wyrt eyn herr vber alles da mit er vns bereytte zu solchen wonungen, Denn so lange wyr nicht bereytt sind, sind die wonung vns noch nicht bereytt, ob sie wol an yhn selbs bereytt sind.
33 Lieben kindlin, ich byn noch eyn kleyne weyl bey euch, yhr werdet mich suchen, vnd wie ich zu den Juden saget, wo ich hyn gehe, da kund yhr nicht hyn komen, 34 vnd sage euch nu, eyn new gepott gebe ich euch, das yhr euch vnternander liebet, wie ich euch geliebet habe, 35 Da bey wyrt yderman erkennen, das yhr meyn iunger seyt, so yhr liebe vnternander[16] habt, 36 Spricht Simon Petrus zu yhm, Herr wo gehistu hyn? Jhesus antwort yhm, do ich hyn gehe, kanstu myr dis mal nitt folgen, aber du wirst myr her nach mals folgen, 37 Petrus spricht zu yhm, Herr warumb kan ich dyr dis mal nicht folgen? ich wyll meyn leben bey dyr lassen, 38 Jhesus antwort yhm, solltistu deyn leben bey myr lassen? warlich warlich, ich sage dyr, der han wirt nicht krehen, bis du mich drey mal habist verleugnet.

Das viertzehend Capitel.

Unnd er sprach zu seynen iungern, Ewr hertz erschrecke nitt, glewbt yhr an Gott, so glewbt auch an mich, 2 ynn meynes vatters hause sind viel wonungen, wo aber das nicht were, so wollt ich sagen, das ich hyn gehe euch die stett zu bereytten, 3 vnd ob ich hyn gehe euch die stett zu bereytten, will ich doch widder komen, vnnd euch zu myr nemen, auff das yhr seytt, wo ich byn, 4 vnd wo ich hyn gehe, das wisset yhr, vnd den weg wisset yhr auch.

[161] 5 Spricht zu yhm Thomas, Herr, wir wyssen nit, wo du hyn gehest, vnnd wie kunden wir den weg wyssen? 6 Jhesus spricht zu yhm, ich byn der weg, vnd die warheyt, vnnd das leben, Niemant kompt zum vater, denn durch mich, 7 wenn yhr mich kennetet, so kennetet yhr auch meynen vatter, vnd von nu an kennet yhr yhn, vnd habt yhn gesehen.

8 Spricht zu yhm Philippus, Herr, zeyg vns den vater, ßo gnuget vns, 9 Jhesus spricht zu yhm, so lange byn ich bey euch, vnnd du hast mich nicht erkandt? Philippe, wer mich gesehen hatt, der hat den vater gesehen, vnd wie sprichstu denn, zeyge vns den vater? 10 glewbstu nicht, das ich ym vater, vnd der vater ynn myr ist? Die wort die ich zu euch rede, die rede ich nicht von [386] myr selbs, der vater aber der ynn myr wonet, der selb thut die werck, 11 Glewbt myr, das ich ym vater vnd der vater ynn myr ist, wo nicht, so glewbt myr doch vmb der werck willen.

12 Warlich warlich, ich sage euch, wer an mich glewbt, der wirt die werck auch thun die ich thue, vnd wirt grossere denn dise thun, denn ich gehe zum vater, 13 Vnd so yhr etwas werdet den vatter ynn meynem namen bitten, das will ich thun, auff das der vatter gepreyset werde ynn dem son, 14 So yhr etwas bittet ynn meynem namen das will ich thun.

15 Liebet yhr mich, so haltet meyne gepott, 16 vnnd ich will den vatter bitten, vnnd er soll euch eynen andern troster geben, das er bey euch bleybe ewiglich, 17 den geyst der warheit, wilchen die wellt nit kan empfahen, denn sie sihet yhn nicht, vnd kennet yhn nicht, yhr aber kennet yhn, denn er bleybt bey euch, vnd wyrt ynn euch seyn, 18 Jch wil euch nicht waysen lassen, ich kome zu euch.

19 Es ist noch vmb eyn kleynes, so wirt mich die welt nicht mehr sehen, yhr aber solt mich sehen, denn ich lebe, vnd yhr solt auch leben. 20 An dem selbigen tage, werdet yhr erkennen, das ich ym vater bynn, vnd yhr ynn myr, vnd ich ynn euch.

21 Wer meyn gepot hatt, vnnd helt sie, der ists, der mich liebet, wer mich aber liebet, der wirt von meynem vater geliebt werden, vnd ich werd yhn lieben, vnd mich yhm offinbaren. 22 Spricht zu yhm Judas, nicht der Jschariothes, Herre, was ists denn das du vns wilt dich offinbaren vnd nicht der welt? 23 Jhesus antwort vnd sprach zu yhm, wer mich liebet, der wirt meyn wort halten, vnd meyn vater wirt yhn lieben, vnd wyr werden zu yhm komen, vnnd wonung bey yhm machen. 24 Wer aber mich nicht liebet, der helt meyn wort nicht, Vnd das wort, das yhr horet, ist nicht meyn, sondern des vaters der mich gesand hat.

Solchs hab ich zu euch geredt, weyl ich bey euch gewesen bynn, 26 Aber der troster, der heylige geyst, wilchen meyn vater senden wirt ynn meynem namen, der selbige wirts euch alles leren, vnd euch erynnern alles des, das ich euch gesagt habe.

27 Den fride laß ich euch, meynen fride gebe ich euch, Nicht gebe ich euch, wie die welt gibt. Ewr hertz erschrecke nicht vnnd furcht sich [162] nicht, 28 yhr habt gehoret, das ich euch gesagt habe, Jch gehe hyn vnd kome widder zu euch, hettet yhr mich lieb, so wurdet yhr euch frewen, das ich gesagt habe, ich gehe [388] zum vatter, denn der vatter ist grosser denn ich, 29 vnd nu hab ichs euch gesagt, ehe denn es geschicht, auff das wenn es nu geschehen wyrt, das yhr glewbet.

30 Jch werde fort mehr nicht viel mit euch reden, denn es kompt der furst diser wellt, vnd hatt an myr nichts, 31 Aber auff das die wellt erkenne, das ich den vater liebe, vnnd das ich also thu wie myr der vatter gepotten hatt, stehet auff, vnd last vns von hynnen gehen.

Das funfftzehend Capitel.

Jch byn eyn rechter weynstock, vnd meyn vatter eyn weyngertner, 2 Ein iglichen reben an mir, der nicht frucht bringt, wirt er abschneytten, vnd eyn iglichen der da frucht bringt, wirt er reynigen, das er mehr frucht bringe, 3 Yhr seyt itzt reyn vmb des worts willen das ich zu euch geredt habe, 4 Bleybt ynn mir, vnd ich ynn euch, Gleych wie der rebe kan nit frucht bringen von yhm selber, er bleyb denn am weynstock, also auch yhr nicht, yhr bleybt denn ynn myr.

5 Jch bynn der weynstock, yhr seyt die reben, Wer ynn myr bleybt, vnd ich ynn yhm, der bringt viel frucht, denn on mich kund yhr nichts thun, 6 wer nicht ynn myr bleybt, der wirt weg geworffen, wie eyn rebe, vnd verdorret, vnd man samlet sie, vnd wirfft sie yns fewr vnd verbrennet sie, 7 So yhr ynn mir bleybt, vnd meyne wort ynn euch bleyben, werdet yhr bitten was yhr wollt, vnd es wirt euch widderfaren, 8 Darynnen wirt meyn vatter preyset, das yhr viel frucht bringet, vnd werdet meyne iunger.

9 Gleych wie mich meyn vatter geliebet hat, also hab ich euch auch geliebt, bleybt ynn meyner liebe, 10 So yhr meyn gepot haltet, so bleybt yhr ynn meyner liebe, gleich wie ich meynes vaters gepot gehalten habe, vnnd bleybe ynn seyner liebe, 11 Solchs hab ich zu euch geredet, auff das meyn freud ynn euch bleybe, vnd ewr freud volkomen werde. 12 Das ist meyn gepot, das yhr euch vnternander liebet, gleych wie ich euch geliebt habe, 13 Niemant hatt grosser liebe, denn die, das er seyn leben lesset fur seyne freunde, 14 yhr seyt meyne freund, so yhr thut, was ich euch gepiete, 15 Jch sage hynfurt nit das yhr knechte seyt, denn eyn knecht weys nicht was seyn herre thut. Euch aber hab ich gesagt, das yhr freunde seytt, Denn alles was ich hab von meynem vater gehoret, hab ich euch kund than.

[390] 16 Yhr habt mich nit erwelet, sondern ich hab euch erwelet, vnnd gesetzt, das yhr hyngehet vnd fruchte bringt, vnnd ewre frucht bleybe, auff das, so yhr den vater bitet ynn meynem namen, das ers euch gebe.

17 Das gepiete ich euch, das yhr euch vnternander liebet, 18 So euch die wellt hasset, so wisset, das sie mich vor euch gehasset hat, 19 weret yhr von der welt, so hette die wellt das yhre lieb, die weyl aber yhr nicht seyt von der welt, sondern ich habe euch von der wellt erwelet, darumb [163] hasset euch die wellt, Matth. 10.
Luce. 6.
20 Gedenckt an meyn wort, da ich euch gesagt habe, der knecht ist nicht grosser denn seyn herr, haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen, haben sie meyn wort gehalten, so werden sie ewris auch halten.

21 Aber das alles werden sie euch thun vmb meynes namens willen, denn sie kennen den nicht, der mich gesand hat, 22 Wenn ich nicht komen were, vnd hets yhn gesagt,(keyne sunde) Das ist gesagt auff die weyße, wie Ezech. 18. sagt, das eyn yglicher vmb seyner eygen sund willen sterben wirt. Denn durch Christum ist die erbsund auffgehaben, vnd verdampt nach Christus zukunfft niemandt mehr, denn wer sie nicht lassen, das ist, wer nicht glewben wil. so hetten sie keyne sunde, Nu aber konnen sie nichts furwenden yhr sund zu entschuldigen, 23 Wer mich hasset, der hasset auch meynen vatter, 24 Hette ich nicht die werck than vnter yhn, die keyn ander than hat, so hetten sie keyn sunde, Nu aber haben sie es gesehen vnd doch beyde mich vnd meynen vatter gehasset, 25 Doch das erfullet werd der spruch ynn yhrem gesetz geschriben,Psal. 34. Sie haben mich on vrsach gehasset, 26 Wenn aber der troster komen wirt, wilchen ich euch senden werd vom vater, der geyst der warheyt, der vom vater aus gehet, der wirt zeugen von myr, 27 vnd yhr werdet auch zeugen, denn yhr seytt von anfang bey myr gewesen.

Das sechtzehend Capitel.

Matth. 20.
Matth. 24.
Marci. 13.
Luce. 21.
Solchs hab ich zu euch gered, das yhr euch nicht ergert, 2 Sie werden euch ynn den ban thun, Es kompt die zeyt, das wer euch todtet, wirtt meynen, er thu Gott eynen dienst dran, 3 vnd solchs werden sie euch darumb thun, das sie wider meynen vatter noch mich erkand haben, 4 Aber solchs hab ich zu euch geredt, auff das, wenn die zeytt komen wirt, das yhr dran gedenckt, das ichs euch gesagt habe, Solchs aber habe ich euch von anfang nit gesagt, denn ich war bey euch.

5 Nu aber gehe ich hyn zu dem der mich gesand hat, vnd niemant vnter euch fraget mich, wo gehistu hyn? 6 Sondern die weyl ich solchs zu euch geredt habe, ist ewer hertz trawrens voll worden, 7 Aber ich sage euch die warheyt, Es ist euch besser, das ich hyn gehe, Denn so ich nicht hyn gehe, so kompt [392] der troster nit zu euch, so ich aber gehe, will ich yhn zu euch senden, 8 vnd wenn der selbige kompt, der wirt die welt straffen,(vmb die sund) welt, natur, vernunfft ect. weyß nicht, das vnglawb, sund, vnnd glawb, gerechtickeyt, vnd Gottis gericht gestrenge sey, sondern mit wercken wollen sie frum werden, vnd sunde vertreyben. Darumb straft der heylig geist ym Euangelio, es sey alles sund, was nicht glawbe ist, vnd musse durch Gottis gericht verdampt werden. vmb die sund, vnd vmb die gerechtigkeyt, vnd vmb das gerichte. 9 Vmb die sund, das sie nicht glewben an mich, 10 Vmb die gerechtickeit aber, das ich zum vater gehe, vnd yhr mich fort nit sehet, 11 Vmb das gericht, das der furst diser wellt gerichtet ist.

12 Jch hab euch noch viel zu sagen, aber yhr kundts itzt nicht tragen, 13 wenn aber ihener, der geyst der warheyt komen wirt, der wirt euch ynn alle warheyt leytten, denn er wirt nit von yhm selber reden, sondern was er horen wirt, das wirt er reden, vnd was zukunfftig ist, wirt er euch verkundigen, 14 der selb wirt mich preysen, denn von dem meynen wirt ers nehmen, vnd euch verkundigen, 15 Alles was der vater hat das ist meyn, darumb hab ich gesagt, er wirts von dem meynen nehmen, vnd euch verkundigen.

16 Vbir eyn kleynes, so werdet yhr mich nit sehen, vnnd aber vbir eyn kleynis, so werdet yhr mich sehen, denn ich gehe zum vater, 17 Da sprachen ettlich vnter seynen iungern vnternander, was ist dis, das er saget [164] zu vns, vbir eyn kleynes, so werdet yhr mich nicht sehen, vnd aber vbir eyn kleynes, so werdet yhr mich sehen, vnd das ich zum vater gehe? 18 Da sprachen sie, was ist dis, das er sagt, vbir eyn kleynis? wyr wissen nit was er redet, 19 Da merckt Jhesus, das sie yhn fragen wollten, vnd sprach zu yhn, dauon fraget yhr vnternander, das ich gesagt hab, vbir eyn kleyns, so werdet yhr mich nit sehen, vnd aber vbir eyn kleynes, werdet yhr mich sehen, 20 Warlich warlich, ich sage euch, yhr werdet weynen vnnd heulen, aber die welt wirt sich frewen, yhr aber werdet trawrig seyn, doch ewr traurickeyt soll zur freud werden.

21 Eyn weyb, wenn sie gepirt, hatt sie traurickeyt, denn yhre stund ist komen, wenn sie aber das kind geporn hat, denckt sie nit mehr an die angst, vmb der freude willen, das der mensch zur wellt geporn ist, 22 vnd yhr habt auch nu traurickeyt, aber ich will euch widder sehen, vnd ewr hertz soll sich frewen, vnnd ewere frewde soll niemant von euch nehmen, 23 vnnd an dem selben tage, werdet yhr mich nichts fragen, warlich warlich ich sage euch, so yhr den vater etwas bitten werdet ynn meynem namen, so wirt ers euch geben, 24 Biß her habt yhr nichts gepeten ynn meynem namen, Bittet, ßo werdet yhr nehmen, das ewr freud vollkomen sey.

25 Solchs hab ich zu euch durch sprichwort geredt, Es kompt aber die zeytt, das ich nicht mehr durch sprich wort mit euch reden werde, sondern euch frey eraus verkundigen von meynem vater, 26 An dem selben tage werdet yhr bitten ynn meynem namen, Vnnd ich sage euch nicht, das ich den vater fur euch [394] bitten will, 27 denn er selb der vater hatt euch lieb, darumb das yhr mich geliebet habet, vnd geglewbt, das ich von Gott aus gangen byn, 28 Jch byn von Gott aus gangen, vnd komen ynn die wellt, Widderumb verlas ich die wellt, vnd gehe zum vater.

29 Sprechen zu yhm seyne iunger, sihe, nu redistu frey er aus vnd sagest keyn sprichwort, 30 Nu wyssen wyr, das du alle ding weyssist, vnd bedarffist nit, das dich(yemand frage) Das ist, man darff dich nicht fragen das du dauon etwas lerist. yemand frage, darumb glewben wyr, das du von Gott aus gangen bist, 31 Jhesus antwort yhn, itzt glewbt yhr, 32 sehet, es kompt die stund, vnd ist schon komen, das yhr zu strawet werdet eyn iglicher ynn das seyne, vnd mich alleyne lasset, vnd ich byn nit alleyne, denn der vater ist bey myr.

33 Solchs hab ich mit euch geredt, Das yhr ynn myr fride habet, ynn der wellt habet yhr angst, aber seyd getrost, ich habe die welt vbir wunden.

Das Siebentzehend Capitel.

Solchs redet Jhesus, vnd hub seyne augen auff gen hymel, vnnd sprach, vater, die stund ist hie, das du deynen son verklerest, auff das dich deyn son auch verklere, 2 gleych wie du yhm hast macht geben vber alles fleysch, auff das er das ewige leben gebe allen die du yhm geben hast, 3 Das ist aber das ewige [165] leben, das sie dich, das du alleyn warer Gott bist, vnnd den du gesand hast, Jhesu Christ, erkennen. 4 Jch habe dich verkleret auff erden, vnd vollendet das werck, das du myr geben hast, das ich thun sollt, 5 vnd nu verklere mich du vater, bey dyr selbs, mit der klarheyt, die ich fur dyr hatte, ehe die wellt war, 6 Jch habe deynen namen offenbart den menschen, die du myr von der welt geben hast, sie waren deyn, vnd du hast sie myr geben, vnnd sie haben deyn wort behallten, 7 Nu wyssen sie, das, alles was du myr geben hast, sey von dyr, 8 denn die wort, die du myr geben hast, hab ich yhn geben, vnd sie habens angenommen vnnd erkand warhafftig, das ich von dyr außgangen byn, vnd haben glewbt, das du mich gesand hast.

9 Jch bitte fur sie, vnnd bitte nicht fur die wellt, ßondern fur die du myr geben hast, denn sie sind deyn, 10 vnd alles was meyn ist das ist deyn, vnd was deyn ist das ist meyn, vnd ich byn ynn yhn verkleret, 11 vnd ich byn nicht mehr ynn der wellt, vnd sie sind ynn der wellt, vnnd ich kome zu dyr, Heyliger vatter, erhallt sie ynn deynem namen, die du myr geben hast, das sie eynes seyn, gleych wie wyr, 12 Die weyl ich bey yhn war ynn der wellt, erhielt ich sie ynn deynem namen, Die du myr geben hast, die hab ich [396] bewaret, vnd ist keyner von yhn verloren, denn nur das verlorne kindt, das die schrifft erfullet werde.

13 Nu aber kome ich zu dyr, vnd rede solchs ynn der wellt, auff das sie ynn yhn haben meyne freud volkomen, 14 ich hab yhn geben deyn wortt, vnd die wellt hasset sie, denn sie sind nicht von der welt, 15 Jch bitte nit, das du sie von der wellt nehmist, sondern das du sie bewarist fur dem vbel, 16 sie sind nicht von der wellt, gleych wie auch ich nicht von der wellt byn, 17 Heylige sie ynn deyner warheyt, deyn wort ist die warheyt, 18 gleych wie du mich gesand hast ynn die wellt, so hab ich sie auch ynn die wellt gesand, 19 ich heylige mich selb fur sie, auff das auch sie geheyliget seyen ynn der warheytt

20 Jch bitte aber nicht fur sie alleyne, sondern auch fur die, ßo durch yhr wort an mich glewben werden, 21 auff das sie alle eynis seyen, gleych wie du vater ynn myr, vnd ich ynn dyr, das auch sie ynn vns eynis seyen, auff das die wellt glewbe, du habst mich gesand, 22 Vnd ich hab yhn geben die klarheyt, die du myr geben hast, das sie eynis seyen, gleych wie wyr eynis sind, 23 ich ynn yhnen, vnd du ynn myr, auff das sie volkomen seyen ynn eynis, vnd die welt erkenne, das du mich gesand hast, vnd habst sie geliebt, gleych wie du mich geliebt hast.

24 Vater, ich wil, das, wo ich byn, auch die seyen, die du myr geben hast, das sie die klarheyt sehen, die du myr geben hast, denn du hast mich geliebt ehe denn die wellt gegrundet wart, 25 gerechter vater, die wellt hat dich nicht erkand, ich aber habe dich erkandt, vnd diße haben erkand, das du mich gesand hast, 26 vnd ich habe yhn deynen namen kund than, vnnd will yhn kund thun, auff das die liebe, da mit du mich geliebt hast, sey ynn yhn, vnd ich ynn yhn. [166]

Das Achtzehend Capitel.

Da Jhesus solchs geredt hatte, gieng er hynaus mit seynen iungern vber den bach Kidron, da war eyn garte, dareyn gieng Jhesus vnd seyne iunger, 2 Judas aber der yhn verrieth wuste den ort auch, Denn Jhesus versamlet sich offt daselbs mit seynen iungern, 3 Da nu Judas zu sich hatte genomen die rotte,Matth. 26.
Marc. 14.
Luce. 22.
vnd der hohen priester vnd phariseer diener, kompt er dahyn, mit fackeln, lampen, vnd mit waffen, 4 Als nu Jhesus wuste, alles was yhm begegen sollt, gieng er hynaus vnd sprach zu yhn, wen sucht yhr? 5 sie antworten yhm, Jhesum von Nazareth, Jhesus spricht, ich byns.

[398] Judas aber der yhn verrhiet, stund auch bey yhn, 6 als nu Jhesus zu yhn sprach, ich byns, wichen sie zu rucke vnnd fielen zu poden, 7 Da fragt er sie aber mal, wen sucht yhr? sie aber sprachen, Jhesum von Nazareth, 8 Jhesus antwort, Jch hab euch gesagt, das ichs sey, sucht yhr denn mich, so last dise gehen, Johan. 17.9 auff das, das wort erfullet wurde, wilchs er saget, ich hab der keynen verloren, die du myr geben hast.

10 Da hatte Simon Petrus eyn schwerd, vnd zochs aus, vnd schlug nach des hohen priesters knecht, vnd hyeb yhm seyn recht ore ab, vnnd der knecht hies Malchos, 11 da sprach Jhesus zu Petro, steck deyn schwerd ynn die scheyde, soll ich den kilch nicht trincken, den myr meyn vater geben hatt? 12 Die rotte aber vnd der vbirhewptman vnd die diener der Juden namen Jhesum an vnd bunden yhn, 13 vnd fureten yhn auffs erst zu Hannas, der war Caiphas schweher, wilcher des iars hoher priester war, Johan. 11.14 Es war aber Caiphas, der den Juden ried, Es were gutt das eyn mensch wurde vmbracht, fur das volck.

15 Simon Petrus aber folgete Jhesu nach, vnd eyn ander iunger, der selbe iunger war dem hohen priester bekand, vnd gieng mit Jhesu hyneyn, ynn des hohen priesters pallatz, Matth. 26.
Marci. 14.
Luce. 22.
16 Petrus aber stund draussen fur der thur, da gieng der ander iunger, der dem hohen priester bekand war hynaus, vnd redet mit der thurhuteryn, vnd furet Petron hyneyn, 17 Da sprach die thurhuterin zu Petro, Bistu nicht auch dises menschen iunger eyner? Er sprach, ich byns nicht, 18 Es stunden aber die knecht vnd diener, vnd hatten eyn kolfewr gemacht, denn es war kallt, vnd wermeten sich, Petrus aber stund bey yhn, vnd wermet sich.

19 Aber der hohe priester fraget Jhesum vmb seyne iunger vnnd vmb seyne lere, 20 Jhesus antwort, Jch habe frey offentlich geredt fur der wellt, ich habe alltzeyt geleret ynn der schule vnd ynn dem tempel, da alle Juden zu samen komen, vnd hab nichts ym winckel geredt, 21 was fragistu mich darumb? frage die drumb, die gehoret haben, was ich zu yhn geredt habe, sihe, die selben wissen, was ich gesagt habe, 22 Als er aber solchs redet, schlug der diener eyner Jhesum yns angesicht vnnd sprach, solltu dem hohen priester so antwortten? 23 Jhesus antworttet, hab ich vbel geredt, so beweysß es, hab ich aber recht geredt, was schlegstu mich? 24 vnnd Hannas sand yhn gepunden zu dem [167] hohen priester Caiphas.

[400] 25 Simon Petrus aber stund vnd wermet sich, da sprachen sie zu yhm, Bistu nicht seyner iunger eyner? Er verleugnet vnd sprach, ich byns nit, 26 Spricht des hohen priesters knechte eyner, eyn gefreundter des, dem Petrus das ore abgehawen hatte, sahe ich dich nicht ym garten bey yhm? 27 da verleugnet Petrus abermal, vnd also bald krehet der han.

Matth. 27.
Marci. 15.
Luce. 23.
28 Da fureten sie Jhesum von Caipha fur das richthaus, vnnd es war frue, vnd sie giengen nicht ynn das richthaus, auff das sie nicht vnreyn wurden, sondern das osterlamb essen mochten. 29 Da gieng Pilatus zu yhn eraus, vnd sprach, was bringt yhr fur eyn klage widder disen menschen? 30 Sie antwortten vnd sprachen, were diser nicht eyn vbeltheter, wyr hetten dyr yhn nicht vberantwort, 31 Da sprach Pilatus zu yhn, so nemet yhr yhn hyn, vnd richtet yhn nach ewrem gesetz, Da sprachen die Juden zu yhm, wyr thuren niemant todten, Matth. 20.
Marci. 10.
Luce. 18.
32 auff das erfullet wurde das wort Jhesu, wilchs er saget, da er deutet, wilchs tods er sterben wurde.

33 Da gieng Pilatus widder hyneyn yns richthaus, vnd rieff Jhesu, vnd sprach zu yhm, Bistu der Juden konig? 34 Jhesus antworttet, redestu das von dyr selbst? odder habens dyr andere von myr gesagt? 35 Pilatus antwort, Bynn ich eyn Jude? deyn volck vnd die hohen priester haben dich myr vbirantwort, was hastu than? 36 Jhesus antwort, Meyn reych ist nicht von diser welt, Were mein reych von diser welt, meyne diener wurden drob kempffen, das ich den Juden nicht vbirantworttet wurde, Aber nu ist meyn reych nicht von dannen, 37 Da sprach Pilatus zu yhm, so bistu dennoch eyn konig? Jhesus antwortet, du sagists, ich bynn yhe eyn konig, ich byn datzu geporn vnd auff die wellt komen, das ich die warheyt zeugen soll, wer aus der warheyt ist, der horet meyne stym, 38 spricht Pilatus zu yhm, was ist warheyt?

Vnd da er das gesaget, gieng er widder hynaus zu den Juden, vnd spricht zu yhn, ich finde keyne schuld an yhm, 39 yhr habt aber eyn gewonheyt, das ich euch eynen auff ostern los gebe, wollt yhr nu, das ich euch der Juden konig los gebe? 40 Da schryen sie wider alle sampt, vnd sprachen, nit disen, sondern Barrabam, Barrabas aber war eyn morder.

Das Neuntzehend Capitel.

Matth. 27.
Marci. 15.
Da nam Pilatus Jhesum vnd geyssellt yhn, 2 vnnd die kriegs knecht flochten eyne krone von dornen, vnd setzeten sie auff seyn hewbt, vnd legten yhm eyn purpurkleyd an, 3 vnnd sprachen, sey gegrusset lieber konig der Juden, vnd schlugen yhn yns angesicht, 4 Da gieng Pilatus widder [402] eraus, vnnd sprach zu yhn Sehet, ich fur yhn eraus zu euch, das yhr erkennet das ich keyne schuld an yhm finde, 5 Also gieng Jhesus eraus, vnd trug eyn dorne krone vnd [168] purpurkleyd, vnd spricht zu yhn, Sehet wilch ein mensch? 6 Da yhn die hohen priester vnd die diener sahen, schrien sie, vnd sprachen, creutzige, creutzige, Pilatus spricht zu yhn, Nempt yhr yhn hyn, vnd creutziget, denn ich finde keyn schuld an yhm, 7 die Juden antworten yhm, Wyr haben eyn gesetz, vnd nach dem gesetz soll er sterben, denn er hat sich selbs zu Gotis son gemacht.

8 Da Pilatus das wort horet, furcht er sich noch mehr, 9 vnnd gieng widder hyneyn ynn das richt haus, vnd spricht zu Jhesu, von wannen bistu? aber Jhesus gab yhm keyn antwort, 10 Da spricht Pilatus zu yhm, Redestu mit myr nicht? weystu nicht das ich macht habe dich zu creutzigen, vnnd macht habe dich los zu geben? 11 Jhesus antwortet, du hettist keyne macht vbir mich, wenn sie dyr nit were von oben erab geben, darumb, der mich dyr vbirantwort hatt, der hats grossere sunde, 12 Von dem an trachtet Pilatus wie er yhn los liese, Die Juden aber schryen vnnd sprachen, lessistu dißen los, ßo bistu des keysers freund nicht, denn wer sich zum konige macht der ist widder den keyser.

Matth. 27.
Marci. 5.
Luce. 23.
13 Da Pilatus das wort horet, furt er Jhesum eraus, vnnd satzt sich auff den richt stuel, an der stett die da heyst, pflaster, auff hebreisch aber Gabbatha, 14 Es war aber der ruste tag der ostern, vmb die sechsten stund, vnd spricht zu den Juden, Sehet, ewr konig, 15 Sie schryen aber, weg, weg, mit dem, creutzige yhn, spricht Pilatus zu yhn, sol ich ewren konig creutzigen, die hohen priester antworten, wyr haben keynen konig, denn den keyßer, 16 Da vbirantwort er yhn, das er creutziget wurd.

Sie namen aber Jhesum an, vnnd fureten yhn hyn, 17 vnnd er trug seyn creutz, vnd gieng hynaus zur stette, die da heyst, Scheddellstet, wilche heyst auff hebreisch, Golgatha, 18 alda creutzigeten sie yhn, vnd mit yhm zween andere auff beyde seyten, Jhesum aber mitten ynn, 19 Pilatus aber schreyb eyn vbirschrifft, vnnd setzte sie auff das creutz, vnnd war geschrieben, Jhesus von Nazareth der Juden konig, 20 Dise vberschrifft lasen viel Juden, denn die stett war nahe bey der stad, da Jhesus creutzigt ist, vnnd es war geschrieben, auff hebreisch, kriechisch vnnd latinisch sprache, 21 Da sprachen die hohen priester der Juden zu Pilato, schreybe nicht, der Juden konig, ßondern das er gesagt hab, ich byn der Juden konig, 22 Pilatus antwortet, was ich geschrieben habe, das hab ich geschrieben.

23 Die kriegs knecht, da sie Jhesum creutzigt hatten, namen sie seyne kleyder, vnd machten vier teyl, eynem iglichen kriegsknecht eyn teyll, datzu auch den [404] rock, Der rock aber war vngenehet von oben an gewirckt durch vnd durch, 24 da sprachen sie vnternander, last vns den nit zu teylen, sondern drumb loßen, wes er seyn soll, auff das erfullet wurde psal. 21.die schrifft, die da saget, Sie haben meyne kleyder vnter sich teylet, vnd haben vbir meyn rock das los worffen, Solchs thetten die kriegs knecht.

[169] 25 Es stund aber bey dem creutz Jhesu, seyne muter, vnd seyner mutter swester Maria Cleopas weyb vnd Maria Magdalene, 26 Da nu Jhesus seyne mutter sahe, vnnd den iunger da bey stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seyner mutter, Weyb, sihe, das ist deyn son, 27 darnach spricht er zu dem iunger, sihe, das ist deyne mutter, vnd von stund an nam sie der iunger zu sich.

28 Darnach als Jhesus wuste, das schon alles vollnbracht war, das die schrifft erfullet wurde, spricht er, mich durstet, 29 Da stund eyn gefeß voll essigs, sie aber fulleten eynen schwam mit essig, vnnd legten yhn vmb eyn Jsopen, vnnd hielten es yhm dar zum mund, 30 da nu Jhesus den essig genommen hatte, sprach er, Es ist vollnbracht, vnd neyget das hewbt, vnd gab den geyst auff.

31 Die Juden aber, dieweyl es der rusttag war, das nicht die leychnam auff dem creutz blieben am sabbath (denn des selben sabbaths tag war gros) baten sie Pilatum, das yhr beyne brochen vnnd abgenommen wurden, 32 Da kamen die kriegs knecht, vnd brachen dem ersten die beyne, vnnd dem andern der mit yhm creutzigt war, 33 Als sie aber zu Jhesu kamen, da sie sahen, das er schon gestorben war, brochen sie yhm die beyne nicht, 34 sondern der kriechsknecht eyner, offnet seyne seyte mit eynem sper, vnd als bald gieng blut vnd wasser eraus

35 Vnd der dis gesehen hat, der hats betzeuget, vnnd seyn zeugnis ist war, vnnd der selbe weys das er war sagt, auff das auch yhr glewbet, 36 denn solchs ist geschehen, das die schrifft erfullet wurde,Exodi. 12.
Zachar. 12.
Jhr sollt yhm keyn beyn zu brechen, 37 vnd aber mal spricht eyn ander schrifft, Sie werden sehen ynn wilchen sie gestochen haben.

38 Darnach bat Pilaton Joseph von Arimathia, der eyn iunger Jhesu war doch heymlich, aus furcht fur den Juden, das er mocht abnemen den leychnam Jhesu, vnd Pilatus erleubet es, 39 Es kam aber auch Nicodemus, der etwa bey der nacht zu Jhesu komen war, vnd bracht myrrhen vnnd Aloen vnternander bey hundert pfunden, 40 Da namen sie den leychnam Jhesu vnnd bunden yhn mit leynen tuchern vnd mit den specereyen, wie die Juden pflegen [406] zu begraben, 41 Es war aber an der steet, da er creutzigt wart, eyn garte, vnnd ym garten eyn new grab, ynn wilchs niemant yhe gelegt war, 42 dasselbs hyn legeten sie Jhesum, vmb des rust tags willenn der Juden, die weyl das grab nahe war.

Das zwentzigst Capitel.

Matth. 28.
Marci. 16.
Luce. 24.
An der sabbather eynem kompt Maria Magdalena frue, da es noch finster war, zu dem grabe, vnd sihet das der steyn vom grabe hyn weg war, 2 da leufft sie vnd kompt zu Simon Petron vnd zu dem andern iungern wilchen Jhesus lieb hatte, vnd spricht zu yhn, sie haben den herrn weg nomen aus dem grabe, vnd wyr wissen nit [170] wo sie yhn hyn gelegt haben, 3 Da gieng Petrus vnd der ander iunger hynaus, vnd kamen zu dem grabe, 4 Es lieffen aber die zween zu gleych, vnnd der ander iunger lieff zuuor, schneller denn Petrus, vnnd kam am ersten zum grabe, 5 kucket hynneyn, vnnd sihet die leynen gelegt, er gieng aber nit hyneyn, 6 Da kompt Simon Petrus, yhm nach, vnd gieng hyneyn ynn das grab, vnd sihet die leynen gelegt, 7 vnd das schweys tuch, das Jhesu vmbs hewbt gepunden war, nicht bey die leynen gelegt, sondern, beseytts eyngewickellt an eynen sondern ortt, 8 da gieng auch der ander iunger hyneyn, der am ersten zum grabe kam vnd sahe,(glewbts) Das er were weg genomen, wie Magdalena zu yhn gesagt hatte. vnd glewbts, 9 denn sie wusten die schrifft noch nit, das er von den todten aufferstehen muste, 10 Da giengen die iunger wider zu samen

11 Maria aber stund fur dem grabe vnnd weynet draussen, als sie nu weynet, kucket sie ynn das grab, 12 vnd sihet zween Engel ynn weyssen kleydern sitzen, eynen zun hewbten, vnnd den andern zun fussen, da sie den leychnam Jhesu hyngelegt hatten, 13 vnd die selben sprachen zu yhr, Weyb, was weynistu? sie spricht zu yhn, sie haben meynen hern weg genommen, vnd ich weys nicht wo sie yhn hyn gelegt haben, 14 vnd als sie das saget, wand sie sich zu ruck, vnd sihet Jhesum stehen, vnnd weys nicht das es Jhesus ist, 15 Spricht Jhesus zu yhr, weyb, was weynistu? wen suchstu? Sie meynet, es sey der gartner vnd spricht zu yhm, Herr, hastu yhn hyntragen? so sage myr, wo hastu yhn hyn gelegt? ßo wil ich yhn holen, 16 spricht Jhesus zu yhr, Maria, da wand sie sich vmb vnd spricht zu yhm, Rabuni, das heyst, meyster, 17 spricht Jhesus zu yhr, Rure mich nit an,(nit auffgefaren) weyl sie noch nicht glewbt das er Got war, wolt er sich nicht lassen anruren, denn anruren bedeut glawben. Und S. Johannes sonderlich fur andern Euangelisten, auff die geystlichen deuttungen acht hat, so doch S. Matth. 28. schreibt, er hab sich lassenn die weyber anruren. denn ich byn noch nit auffgefaren zu meynem vater, gang aber hyn zu meynen brudern, vnnd sage yhn, Jch fare auff zu meynem vater vnnd zu ewrem vater, zu meynem Gott vnd zu ewrem Gott, 18 Maria Magdalena kompt vnd verkundigt den iungern, Jch hab den herren gesehen, vnd solchs hatt er zu myr gesagt.

[408] Luce. 24.19 Am abent aber des selben sabbathes, da die iunger versamlet vnd die thur verschlossen waren, aus furcht fur den iuden, kam Jhesus vnd trat mitten eyn, vnnd spricht zu yhn, Habt fride, 20 vnnd als er das saget, zeyget er yhn die hende vnd seyne seytte, Da wurden die iunger fro, das sie den herren sahen, 21 Da sprach Jhesus aber mal zu yhn, habt fride, gleych wie mich der vater gesand hatt, so sende ich euch, 22 Vnd da er das saget, blies er sie an, vnd spricht zu yhn, Nemet hyn den heyligen geyst, 23 wilchen yhr die sund erlasset, den sind sie erlassen, vnd wilchen yhr sie behalltet, den sind sie behallten.

24 Thomas aber der zwelffen eyner, der da heyst, zwilling, war nicht bey yhn, da Jhesus kam, 25 Da sagten die andern iungern zu yhm, wyr haben den herrn gesehen, Er aber sprach zu yhn, Es sey denn, das ich ynn seynen henden sehe, die mal der negel, vnd lege meyne finger ynn die mal der negel, vnd lege meyne hand ynn seyne seytten, will ichs nicht glewben.

26 Vnnd vber acht tage, waren abermal seyne iungern drynnen vnnd Thomas mit yhn, kompt Jhesus, da die thur verschlossen waren, vnnd tritt yns mittel, vnnd spricht, habt fride, 27 darnach spricht er zu [171] Thoma, reyche deynen finger her, vnd sihe meyne hende, vnd reyche deyne hand her, vnd lege sie ynn meyne seyten, vnd sey nicht vnglewbig, sondern glewbig, 28 Thomas antwortet vnd sprach zu yhm, meyn herre, vnd meyn Gott, 29 spricht Jhesus zu yhm, die weyll du mich gesehen hast Thoma, hastu geglewbt, Selig sind, die nicht sehen vnnd doch glewben.

30 Auch viel andere zeychen thet Jhesus fur seynen iungern die nicht geschrieben sind ynh disem buch, 31 diße aber sind geschrieben das yhr glewbet, Jhesus sey Christ, der son Gottis, vnd das yhr durch den glawben das leben habet ynn seynem namen.

Das eyn vnd zwentzigst Capitel.

Darnach offinbart Jhesus sich abermal an dem meer Tiberias, Er offinbart sich aber alßo, 2 Es war beyeynander[17] Simon Petrus vnd Thomas, der da heyst, zwilling, vnd Nathanael von Cana Gallilee, vnnd die sone Zebedei, vnnd andere zween seyner iunger, 3 spricht Simon Petrus, zu yhn, ich will hyn fischen gehen, sie sprechen zu yhm, so wollen wyr mit dyr gehen, sie giengen hynaus vnd tratten yns schiff also bald, vnd ynn der selben nacht fiengen sie nichts, 4 Da es aber itzt morgen war, stund Jhesus am vfer, [410] aber die iunger wusten nit, das es Jhesus war, 5 spricht Jhesus zu yhn, kinder, habt yhr nit eyn anbisß? sie antwortten yhm, neyn, 6 Er sprach aber zu yhn, werfft das netz zur rechten des schiffs, so werdet yhr finden, Da wurffen sie, vnd kundtens nit mehr zihen fur der menge der fissche, 7 Da spricht der iunger, wilchen Jhesus lieb hatte, zu Petro, Es ist der herre.

Da Simon Petrus horet, das der herre war, warff er seynen mantell von sich, denn er war nacket, vnnd sprang yns meer, 8 Die andern iungern aber kamen auff dem schiff, denn sie waren nicht fern vom land, sondern bey zweyhundert ellen, vnd zogen das netz mit den fisschen, 9 Als sie nu auß tratten auffs land, sahen sie kolen gelegt vnnd fissch drauff, vnd brod, 10 spricht Jhesus zu yhn, bringt her von den fisschen die yhr itzt gefangen habt, 11 Simon Petrus steyg hyneyn, vnnd zoch das netz auffs land, voll grosser fisch, hundert vnd drey vnd funftzig, vnnd wie woll yhr so viel waren, zureysß doch das netze nicht, 12 spricht Jhesus zu yhn, kompt vnd halt das mal, Niemant aber vnter den iungern thurste yhn fragen, wer bistu? denn sie wusten, das der herr war, 13 da kompt Jhesus vnd nympt das brod vnd gibts yhn, desselben gleychen, den fissch, 14 Das ist nu das dritte mal, das Jhesus offinbart ist seynen iungern nach dem er von den todten aufferstanden ist.

15 Da sie nu das mal gehalten hatten, spricht Jhesus zu Simon Petro, Simon Johanna hastu mich lieber, denn mich dise haben? Er spricht zu yhm, Ja Herre, du weyssist, das ich dich lieb habe, spricht er zu yhm, weyde meyne lemmer, 16 Spricht er aber zum andern mal zu yhm, Simon Johanna, hastu mich lieb? Er spricht zu yhm, ia herre [172] du weyssist das ich dich lieb habe, spricht er zu yhm, Huete meyner schaff, 17 Spricht er zum dritten mal zu yhm, Simon Johanna liebstu mich? Petrus wart traurig, das er zum dritten mal zu yhm sagt, hastu mich lieb, vnd sprach zu yhm, Herre du weyst alle ding, du weyssist das ich dich lieb habe, spricht Jhesus zu yhm, Weyde meyne schaff.

18 Warlich warlich ich sage dyr, da du iunger warist, gurttestu dich selbs, vnnd wandellst wo du hyn wolltist, wenn du aber allt wirst, wirstu deyne hende auß strecken, vnd eyn ander wirt dich gurtten vnd furen, wo du nicht hyn willt, 19 das sagt er aber zu deutten mit wilchem todt er Gott preysen wurde.

Da er aber das gesaget, spricht er zu yhm, folge myr nach, 20 Petrus aber wand sich vmb, vnnd sahe den iunger folgen, wilchen Jhesus lieb hatte, der auch auff seyner brust ym abent essen gelegen war, vnd gesagt hatte, Herr, wer ists, der dich verrhedt? 21 Do Petrus dißen sahe, spricht er zu [412] Jhesu, Herr was soll aber dißer? 22 Jhesus spricht zu yhm, So ich will, das er bleybe, bis ich kome, was geht es dich an? folge du myr nach, 23 Da gieng eyn rede aus vnter den brudern, diser iunger stirbt nicht, Vnd Jhesus sprach nicht zu yhm, Er stirbt nicht, sondern, Szo ich will, das er bleybe bis ich kome, was gehet es dich an? 24 Dis ist der iunger, der von disen dingen zeuget, vnnd hat dis geschrieben, vnd wyr wissen das seyn zeugnis war ist.

25 Es sind auch viell andere ding, die Jhesus than hatt, wilche, so sie sollten eyns nach dem andern geschrieben werden, acht ich, die welt wurd die bucher nicht begreiffen, die zu schreyben weren.

End des Euangelion S. Johannis.

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  11. Druckfehler im Original: gebeneyet. Hier nach WA.DB korrigiert.
  12. Druckfehler im Original: begenet. Hier nach WA.DB korrigiert.
  13. Druckfehler im Original: sagistu du. Hier nach WA.DB korrigiert.
  14. Druckfehler im Original: vom. Hier nach WA.DB korrigiert.
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