Das Silbergeschenk (Grässe)

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Das Silbergeschenk
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 294
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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886) Das Silbergeschenk.

Im Jahre 1600 am Tage St. Peter und Paul ward ein armes Mädchen aus Brauna von ihren Aeltern ausgeschickt, um Holz zur Feuerung zusammenzulesen. Es war eine grimmige Kälte, und das Mädchen sputete sich gewaltig, wieder nach Hause zu kommen. Mit einer schweren Last beladen trat sie den Heimweg an, allein es erhob sich auf einmal so ein gewaltiges Schneegestöber, daß sie keinen Schritt vor sich sehen konnte. Dadurch kam sie aber von ihrem Wege ab, allein als sie von dem rechts auf dem Wege von Camenz nach Schwosdorf liegenden Berge ein Licht schimmern sah, ging sie darauf los, und hier trat ihr ein kleines Männchen in den Weg, welches sie fragte, was sie da trage und wo sie hin wolle. Auf ihre Klagen wegen ihrer Armuth antwortete er damit, daß er ihr befahl, ihm zu folgen, vorher aber ihren Korb leer zu machen. Sie kletterte ihm nun den Berg hinauf nach, und als sie oben angekommen war, sah sie wie aus einer Oeffnung des darauf liegenden gegen 5 Ellen hohen Steinklumpen bei einem hellen Feuer eine Menge Silbermünzen heraussprangen. Hier schüttete ihr das Männchen selbst ihren Korb aus, und befahl ihr, denselben mit dem Silber anzufüllen, und als sie sich anfangs weigerte, weil sie das Männchen für einen bösen Geist hielt, füllte es selbst ihren Korb mit den Silberstücken, half ihr denselben auf den Rücken, und brachte sie bis an das Haus ihrer Aeltern. Als sie nun im Dorfe von ihrem gehabten Glücksfalle erzählte, da zogen die Bauern in Masse hinaus, um ebenfalls nachzugraben, allein keiner fand etwas, und so hörte das Wallfahren der Habsüchtigen dahin bald wieder auf.