Das Wahrzeichen von Buchheim

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Das Wahrzeichen von Buchheim
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. Anhang: Die Sagen des Herzogthums Sachsen-Altenburg, S. 338–339
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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24) Das Wahrzeichen von Buchheim.
S. Back, Eisenb. Chr. Bd. II. S. 213. Kirchengalerie. Eph. Eisenb. S. 58.

Das Dorf Buchheim (oder Buchen), welches ein und eine Viertelstunde nördlich von Eisenberg in einem angenehmen Thale liegt, welches unterhalb des Dorfes in nicht unbedeutendem Abfalle bei Tröbnitz, einem Preußischen Dorfe im Elsterthale endigt, hat zwei sonderbare Wahrzeichen. Das eine ist eine Brezel auf einem Paßglase oder Kruge in Stein gehauen, welches in der Mauer der Kirche auf der Ostseite zu sehen ist. Das andere war der sogenannte Tanzboden auf der Kirchhofsmauer, womit es folgende Bewandniß hatte. Es stand nämlich hier früher das Seitengebäude eines daran stoßenden Gutes, welches damals einem gewissen Adam Töpfer gehörte, zum Theil auf der Kirchhofsmauer und hier wurde zur Jahrmarktszeit getanzt. Zu diesem Jahrmarkte hatten aber die zur Capelle des h. Laurentius stattfindenden Wallfahrten [339] Anlaß gegeben, denn derselbe ward am 25. August, dem Tage dieses Heiligen, dem übrigens jetzt noch jährlich eine Gedächtnißpredigt gehalten wird, abgehalten. Da er aber in die Erndtezeit fiel, so verlegte man ihn später auf den Montag nach Trinitatis, jetzt ist er freilich ohne Bedeutung. Der Altar in der auf der Stelle jener Capelle erbauten Kirche ist jedenfalls noch aus jener Zeit; über demselben befindet sich ein vergoldetes Bild in drei Abtheilungen mit verschiedenen aus Holz geschnitzten Figuren. Sonst ist sein Brustbild von Holz, das auf der Brust eine nicht unbedeutende Vertiefung hat, worin früher wahrscheinlich ein Juwel saß, auch noch der Kanzel gegenüber in einer Oeffnung der Mauer zu sehen. Ueberhaupt scheint man hier nicht sehr ernstlich der Reformation angehangen zu haben, denn im Visitationsbericht von 1569 wird noch geklagt, daß hier eine alte Zauberin ganz offen Krystallguckerei treibe und den Leuten Arzneien verabreiche.