Das herrschaftliche Erbbegräbniß zu Riesa in Sachsen

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Titel: Das herrschaftliche Erbbegräbniß zu Riesa in Sachsen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 18, S. 256
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1858
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[256] Das herrschaftliche Erbbegräbnis zu Riesa in Sachsen. Der berühmte Bleikeller in Bremen und eine Gruft im Dorfe Wiewert bei Franecker haben die Eigenschaft, daß die daselbst beigesetzten Leichen nicht verwesen, sondern nur vertrocknen. Ein Gleiches erzählten wir neulich (in Nr. 12.) von der Gruft in dem ungarischen Dorfe Szent-Ivanyi. Die Kirche in Riesa, jenem von drei Eisenbahnen gekreuzten Städtchen, bietet im herrschaftlichen Erbbegräbnis, eine ähnliche Eigenthümlichkeit. Dasselbe enthält gegen 30 Leichen, und schützt menschliche Körper und Gerätschaften vor Fäulniß. Glieder von Leichnamen, welche schon 202 Jahre hier ruhen, lassen sich noch sehr gut bewegen. Ein junges Frauenzimmer, das 1634 beigesetzt ward, hat noch ziemlich Farbe, und zwei ältere Leichen sind noch ganz den von ihnen in der Kirche aufgehängten Bildnissen ähnlich. Fliegen und Spinnen, welche man in dem einen Sarge bemerkt, sind gleich dem menschlichen Körper nur vertrocknet. Eine im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts begrabene Leiche trägt einen Lorbeerkranz, dessen Blätter noch riechen. Eins derselben aber, das man heraus nahm und sorgfältig verwahrte, hatte nach einigen Tagen den Geruch verloren. Gleichwohl zeichnet sich dieses in seinen Wirkungen sonderbare Begräbniß weder durch Lage, Boden noch Bauart aus. Ueber dieser Gruft bemerkt man durch eine Oeffnung noch eine zweite mit ganz unversehrten, doch nie geöffneten Särgen, wogegen in einem dritten, nur fünfzig Ellen von jenem entfernten Begräbniß die Leichen verwesen.