Das nächtliche Geheimniss

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Textdaten
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Autor: Friedrich Nietzsche
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Titel: Das nächtliche Geheimniss
Untertitel:
aus: Idyllen aus Messina. In: Internationale Monatsschrift. Zeitschrift für allgemeine und nationale Kultur und deren Litteratur. Band I, 5. Heft (Mai), S. 273–274
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Ernst Schmeitzner
Drucker: G. Lamprecht
Erscheinungsort: Chemnitz
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Originalherkunft:
Quelle: nietzschesource.org und Commons
Kurzbeschreibung:
Andere Version: Der geheimnissvolle Nachen in Lieder des Prinzen Vogelfrei, 1887
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Das nächtliche Geheimniss.

Gestern Nachts, als Alles schlief,
Kaum der Wind mit ungewissen
Seufzern durch die Gassen lief,
Gab mir Ruhe nicht das Kissen,

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Noch der Mohn, noch, was sonst tief

Schlafen macht – ein gut Gewissen.

Endlich schlug ich mir den Schlaf
Aus dem Sinn und lief zum Strande.
Mondhell war’s und mild – ich traf

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Mann und Kahn auf warmem Sande,

Schläfrig beide, Hirt und Schaf: –
Schläfrig stiess der Kahn vom Lande.

Eine Stunde, leicht auch zwei,
Oder war’s ein Jahr? – da sanken

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Plötzlich mir Sinn und Gedanken

In ein ew’ges Einerlei,
Und ein Abgrund ohne Schranken
That sich auf: – da war’s vorbei! –

Morgen kam: auf schwarzen Tiefen

20
Steht ein Kahn und ruht und ruht – –
[274]

Was geschah? so riefs, so riefen
Hundert bald – was gab es? Blut? –
Nichts geschah! Wir schliefen, schliefen
Alle – ach, so gut! so gut!