Die kleine Hexe (Nietzsche)

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Autor: Friedrich Nietzsche
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Titel: Die kleine Hexe
Untertitel:
aus: Idyllen aus Messina. In: Internationale Monatsschrift. Zeitschrift für allgemeine und nationale Kultur und deren Litteratur. Band I, 5. Heft (Mai), S. 272-273
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Ernst Schmeitzner
Drucker: G. Lamprecht
Erscheinungsort: Chemnitz
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
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Quelle: nietzschesource.org und commons
Kurzbeschreibung:
Andere Version: Die fromme Beppa in Lieder des Prinzen Vogelfrei, 1887
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[272]

 Die kleine Hexe.

So lang noch hübsch mein Leibchen,
Lohnt sichs schon, fromm zu sein.
Man weiss, Gott liebt die Weibchen,
Die hübschen obendrein.

5
Er wird’s dem art’gen Mönchlein

Gewisslich gern verzeihn,
Dass er, gleich manchem Mönchlein,
So gern will bei mir sein.

Kein grauer Kirchenvater!

10
Nein, jung noch und oft roth,

Oft gleich dem grausten Kater
Voll Eifersucht und Noth!
Ich liebe nicht die Greise,
Er liebt die Alten nicht:

15
Wie wunderlich und weise

Hat Gott dies eingericht!

Die Kirche weiss zu leben,
Sie prüft Herz und Gesicht.
Stäts will sie mir vergeben: –

20
Ja wer vergiebt mir nicht!
[273]

Man lispelt mit dem Mündchen,
Man knixt und geht hinaus
Und mit dem neuen Sündchen
Löscht man das alte aus.

25
Gelobt sei Gott auf Erden,

Der hübsche Mädchen liebt
Und derlei Herzbeschwerden
Sich selber gern vergiebt!
So lang noch hübsch mein Leibchen,

30
Lohnt sich’s schon, fromm zu sein:

Als altes Wackelweibchen
Mag mich der Teufel frein!