Lied des Ziegenhirten

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Textdaten
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Autor: Friedrich Nietzsche
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Titel: Lied des Ziegenhirten
Untertitel:
aus: Idyllen aus Messina. In: Internationale Monatsschrift. Zeitschrift für allgemeine und nationale Kultur und deren Litteratur. Band I, 5. Heft (Mai), S. 271-272
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Ernst Schmeitzner
Drucker: G. Lamprecht
Erscheinungsort: Chemnitz
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
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Quelle: nietzschesource.org und commons
Kurzbeschreibung:
Andere Version: Lied eines theokritischen Ziegenhirten in Lieder des Prinzen Vogelfrei, 1887
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[271]

 Lied des Ziegenhirten.
(An meinen Nachbar Theokrit von Syrakusa.)

Da lieg ich, krank im Gedärm –
Mich fressen die Wanzen.
Und drüben noch Licht und Lärm:
Ich hör’s, sie tanzen.

5
Sie wollte um diese Stund’

Zu mir sich schleichen:
Ich warte wie ein Hund –
Es kommt kein Zeichen!

Das Kreuz, als sie’s versprach!

10
Wie konnte sie lügen?

Oder läuft sie Jedem nach,
Wie meine Ziegen?

Woher ihr seidner Rock? –
Ah, meine Stolze?

15
Es wohnt noch mancher Bock

An diesem Holze?

[272]

Wie kraus und giftig macht
Verliebtes Warten!
So wächst bei schwüler Nacht

20
Giftpilz im Garten.


Die Liebe zehrt an mir
Gleich sieben Uebeln –
Nichts mag ich essen schier,
Lebt wohl, ihr Zwiebeln!

25
Der Mond ging schon in’s Meer,

Müd sind alle Sterne,
Grau kommt der Tag daher –
Ich stürbe gerne.