De Dôd van Lübeck

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Textdaten
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Autor: Ernst Deecke
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Titel: De Dôd van Lübeck
Untertitel:
aus: Lübische Geschichten und Sagen, S. 117–118
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: Carl Boldemann
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Erscheinungsort: Lübeck
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[117]
62. De Dôd van Lübeck.

Anno 1350 ist Ein Rath mit den Bürgern eins geworden, die Stadt Lübeck, weil so viele Menschen darin vorhanden, bis an das Ellerbrok vor dem Burgthor, wo nachher der Galgen stand, zu erweitern. Darüber waren die Bürger sehr erfreut, weil sie schon lange darum nachgesucht; und gingen das mal gesund und vergnügt nach Hause. Aber ehe 24 Stunden verflossen waren, kam der schwarze Tod, und rieb ihrer mehr denn hundert auf, darunter die meisten, so auf dem Rathhause gewesen waren. Und hat solches Sterben von Pfingsten bis auf Michaelis gewährt, und sturben in dem Jahr an die 90,000 zu Lübeck, und am Tage Laurentii von einer Vesper bis zur andern gar 2500. Und dieß Sterben ging durch alle Länder, und sind auch viele Personen [118] des Raths dahin gegangen, daß ihrer kaum 5 oder 6 verschont geblieben.

Das Alles ließ Ein Rath fein säuberlich und kunstreich in der Todtenkapelle zu S. Marien abmahlen, wo denn noch heutigen Tages der Tod ganz schwarz zu sehen; und ist ein gemein Sprüchwort an umliegenden Orten geblieben: „he süht ût as de Dôd van Lübeck.“

Aber zu Dassau unweit Travemünde sind alle Leute gar ausgestorben, daß Keiner den Andern begraben können; bis die Lübschen endlich ihren Schoband hinschickten und aufräumen ließen. Als man die Todten dort gesehen, hat man fernerhin zu Lübeck nur gesprochen: „he süht ût as de Dôd van Dassau.“

Bemerkungen

[391] (Noch mündlich; theilweise auch in den Chroniken.) S. 118 Schoband s. Nr. 63.