De spökenden Buren

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Textdaten
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Autor: Ernst Moritz Arndt
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Titel: De spökenden Buren
Untertitel:
aus: Mährchen und Jugenderinnerungen. Zweiter Theil. S. 69–71
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1843
Verlag: G. Reimer
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons
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De spökenden Buren.

De Herr weet woll, wat hier im Lande för een dull Wesen is mit den armen Lüden un wo hart un unchristlich de Eddellüde de Buren afdriwen un sleifen un ut ehren Dörpern grote prächtige Häw maken; so dat nüms toletzt weet, wo he bliwen schall un oft slimmer dåran is as eene wilde Duwe edder een Vagel, de Sommer un Winter frei dör Busch un Wold flegen kann un doch de Eek un Bök edder een Loch hett, wo he sin Nest buwen mag. As ditt dulle Wesen nu hier to Lande anfung vör een söstig säwentig Jåhr, då wahnden in Langenhanshagen, wo nu de Königlichen Pachthäwe sünt, idel freie Buren, de man een fast Grundgeld an de Kron betalden. Se hedden sick dår henbuwt vör langer tid, noch vör dem groten Köning Karolus, as’t knapp was mit Minschen im Lande un gegen de Wülw un annere Undeerde Jagden anstellt wurden. Un se hedden Brewe un Sigel dårup, datt, so lang se dat Grundgeld richtig betalden, nüms se ut ehren Stellen rücken dürfte. As nu de slichte Tid kam, wo de arme Bur unnergahn un Gewalt för Recht gelden schull, un as in veelen groten Dörpern alle Buren smeten wurden un de Eddellüde un Amtshauptlüde

[70] lüstern weren prächtige Hawe därut to maken, då entstund hier ook een Process tüschen Kron un Amtshauptmann un tüschen de freien Buren, de sick nich wullen godwillig affdriwen noch as de blöden Hunde van ehrem Egendom jagen laten. De Buren hier hedden dertid eenen düchtigen Schulten, de het Gröning, de let dat so licht nich slippen. De Sak tog sick woll een fiw sös Jåhr so hen, un toletzt schullen de Buren un de Amtshauptmann nah Wismar reisen un då vör’m Köning sülwst erschienen un spreken. Un Schult Gröning reiste ut mit eenem annern Buren, de Hinrich Lang het, un se hedden ehre Brewe un Papiere mitnahmen. Dat verging eene rume Tid, so hürden de Langenhanshäger, ehre Lüde weren in Wismar nich west; un to Hus kemen se ook nich wedder. Un se weren ook alle Papiere un Landbrewe verlåren. Un bald ging’t ook hier an de Junkerwirthschaft, alle Burstellen wurden dalleggt un grote Häwe dårut makt. Mank de Burslüde äwerst munkelde et, de Schult un sin Kamrat were doodslagen up der Reis; denn de doode Hund bellt un bitt nich. Ditt geschach, as min selig Vader een junger Gesell was, de mi oft dåvan vörtellt hett. Dat markten sick de Lüd äwerst as wat Afsünnerlichs, datt et sit der Tid nich richtig was an der Sandkule, wenn man den Weg kümmt, de ut Langenhanshagen nah Holthoff geiht un nah de Löbnitzer Mähl un Redebass. Då hett et för mennigen spökt un dat Volk seggt, keen Rüter kann då des Nachts vörbi riden, datt dat Perd sick nich strüwt un steilt un mit em utriten will, un menniger is då im

[71] Sand ümwöltert worden. So weren veele Jåhre vörgahn un de vörschollenen Buren lange vörgeten, då gröben se mal bi’m Wegbetern recht deep in de Kule herin un gröben de Knaken van twee Liken ut. Un de olden Lüde, de wieder denken künnen, spreken unner sick, dat weren woll Schult Gröning un de anner Bur, de se nah Wismar affardigt hedden; de Böswichter un Burenverdelger hedden de dood slagen, en de Papiere afnahmen un se in den Sand vörscharrt. Ob dat nu wåhr is, weet ick nich, dat äwerst weet ick, datt et nich mehr spökt, sit de Knaken up dem Karkhoff begraben sünt un in hilliger Erd liggen.