Der Nix bei Grimma und am Schlosse Döben

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Nix bei Grimma und am Schlosse Döben
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 279
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[279]
315) Der Nix bei Grimma und am Schlosse Döben.
Mündlich.

Wenn man die von der Stadt Grimma nach dem Kloster Nimptschen führende Straße geht, sieht man jenseits der Mulde einen großen hervorspringenden Felsen, der Trompeterfelsen genannt, weil im 30jährigen Kriege einmal ein von den Feinden verfolgter Trompeter hier mit seinem Rosse glücklich in die vorbeifließende Mulde sprang und sie durchschwamm. Dieselbe ist hier unergründlich tief, und sieht man angeblich den Muldennix in weißen Hosen mit seinen Töchtern im Sommer unter diesem Felsen sitzen und die Schwimmer anlocken. Auch verlangt derselbe jährlich hier sein Opfer von einem Menschenleben. Unter einer andern Gestalt zeigt er sich unterhalb der Stadt Grimma beim Schlosse Döben. Dieses alte Schloß liegt auf einem hohen, schroff von der Mulde aufsteigenden Felsen, an dessen Fuße ein schmaler Fußpfad, kaum für eine Person breit genug, nach der 1/4 Stunde entfernten, romantisch gelegenen Golzermühle führt. Vor einigen zwanzig Jahren hörte man von den Bewohnern der dortigen Umgegend oft, der Muldennix zeige sich unter der Gestalt einer Bäuerin in altfränkischer Tracht, in schwarzer Schooßjacke und rothem Frießrocke, den Kopf mit einer schwarzen Haube, die mit breiten weißen gepreßten Streifen besetzt sei, bedeckt. Diese sitze an heißen Sommertagen gegen Abend auf dem erwähnten Felsenpfade mit nach dem Wasser herabhängenden Beinen da, wenn aber Jemand sich nähere, überschlage sie sich und springe in den Fluß, der an dieser Stelle, ziemlich unter dem Schlosse, unergründlich tief ist und angeblich ein versunkenes Schloß in seinem Grunde birgt.