Der Stapellauf des Panzerkreuzers „Fürst Bismarck“

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Stapellauf des Panzerkreuzers „Fürst Bismarck“
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 43, S. 724
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[724]
Die Gartenlaube (1897) b 724.jpg

Der Stapellauf des Panzerkreuzers „Fürst Bismarck“.
Nach einer Photographie von Hans Breuer in Hamburg.

Der Stapellauf des Panzerkreuzers „Fürst Bismarck“. Der 25. September war ein bedeutungsvoller Tag für unsere Kriegsmarine; denn an ihm ist in Kiel der erste deutsche Panzerkreuzer vom Stapel gelaufen. Das Schiff sollte allen modernen Anforderungen genügen und sein Bau nahm darum eine lange Zeit in Anspruch; zwei Jahre waren von der Kiellegung bis zum Stapellauf erforderlich. Die Panzerkreuzer, die Geschwindigkeit, Stärke und Selbständigkeit in sich vereinen, gelten als die besten Kampfschiffe für den überseeischen Dienst. Der neue deutsche Panzerkreuzer ist das längste Schiff unserer Marine. Er ist 120 m lang und 20,4 m breit, hat einen Tiefgang von 7,9 m und ein Deplacement von 10 650 t. Der Panzerschutz besteht in einem Gürtelpanzer aus gehärtetem Stahl, dessen Stärke an den Seiten des Schiffes 200 mm, vorn und achtern 100 mm beträgt. Mit demselben Panzermaterial sind die Geschütztürme, Kasematten usw. geschützt. Das Schiff ist mit 44 Geschützen ausgerüstet und seine Geschwindigkeit soll 19 Seemeilen in der Stunde betragen. Der Kaiser ordnete an, daß der neue Panzerkreuzer den Namen „Fürst Bismarck“ führen solle. Fürst Bismarck selbst konnte an dem Feste des Stapellaufes nicht teilnehmen, wohl aber erschienen zu demselben die Grafen Bismarck und Rantzau sowie die Gräfin Wilhelm Bismarck. Vor dem Stapel war eine reichgeschmückte Tribüne für die Ehrengäste erbaut worden; in der Mitte des überdachten Raumes stand unter Glas ein Modell des Panzerkreuzers „Ersatz Leipzig“, der nunmehr „Fürst Bismarck“ heißt. Hinter dem Schiffe befand sich die Taufkanzel, ein gerüstartiger Bau, zu dessen balkonartiger Spitze 40 Stufen emporführten. Punkt 12 Uhr erschienen die Ehrengäste. Nach kurzem Aufenthalt in dem Ehrenzelt bestieg die Gräfin Bismarck, geleitet vom Admiral Tirpitz, die Taufkanzel. Mit den Worten „Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers taufe ich dich ‚Fürst Bismarck’“ und durch das übliche Zerschellen einer Flasche Schaumwein vollzog die Gräfin den Taufakt. Wenige Minuten darauf wurde das Zeichen zum Ablauf gegeben; die letzten Stützen fielen und unter brausenden Hurrarufen der Anwesenden glitt der Panzerkoloß majestätisch in die Fluten.