Der brennende Mönch bei Rochsburg

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der brennende Mönch bei Rochsburg
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 335–336
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[335]
385) Der brennende Mönch bei Rochsburg.
S. Monatl. Unterr. a. d. Reiche d. Geister. Bd. I. S. 539.

Der Verfasser der Monatlichen Unterredungen aus dem Reiche der Geister ritt einst nach Rochsburg und zwar so, daß der an einer Anhöhe gelegene Flecken Bottelsdorf ihm links liegen blieb. Da erblickte er oben auf der Spitze des [336] besagten Berges ein großes Feuer und es schien ihm, als wäre dasselbe ein brennender Mensch. Obgleich ihm etwas sonderbar zu Muthe ward, ritt er doch getrost seine Straße fort, und als er nach Rochsburg kam, war seine erste Frage, was das auf dem Berge für ein Feuer sein möge, welches er beim Vorbeireiten erblickt habe. Vorerst erhielt er zur Antwort, es sei dieses allen Nachbarn und Einwohnern unter dem Namen des brennenden Mönches bekannt. Weil er nun aber von keinem Kloster in der ganzen Gegend wußte, so bat er um nähere Erklärung und erfuhr, es habe zu der Zeit des Papstthums in dieser Gegend ein Barfüßerkloster gestanden, aus welchem die Mönche öfters ins Feld zu spatziren pflegten. Nun hatte sich aber einst einer der Mönche in eine muntere Bauermagd, die er öfters in der Kirche gesehen hatte, auf eine mehr als geistliche Art verliebt. Da nun dieselbe eines Tages an diesem Orte mit Ausstreuung des Mistes auf dem Acker beschäftigt war, so glaubte der Mönch eine gute Gelegenheit gefunden zu haben, seine Flamme abkühlen zu können. Allein diese Bauernymphe wußte sich bei seinem Liebesantrag so übel zu schicken, daß sie jenem geistlichen Ritter mit ihrer Misthacke nicht nur mögstlichen Widerstand leistete, sondern ihn auch ohne Barmherzigkeit zu Boden legte, so daß er statt der verliebten Seufzer Blut, Galle und Leben ausschütten mußte. Sie ging darauf selbst zu dem Vorsteher des Klosters und entdeckte freimüthig, wie es ihr mit dem Mönch ergangen sei, die geistliche Brüderschaft aber war froh, daß sie nur in der Stille ihren geistlichen Mitbruder vom Felde wegbringen konnten, damit ihr Kloster nicht in übeln Ruf käme, man gab der Bauermagd ein Stück Geld, um ihr dadurch Stillschweigen aufzulegen, und der gute Bettelmönch ward insgeheim zur Erde bestattet. Von der Zeit an soll derselbe in besagter feuriger Gestalt sich sehen lassen.