Der dreibeinige Hase (Adler)

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Textdaten
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Autor: Fr. Adler
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Titel: Der dreibeinige Hase
Untertitel:
aus: Sagen aus der Provinz Sachsen VI, in: Zeitschrift für Volkskunde, 1. Jahrgang, S. 347–348
Herausgeber: Edmund Veckenstedt
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Alfred Dörffel
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA*, Commons
Kurzbeschreibung:
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[347]
5. Der dreibeinige Hase.

Zu einem Dorfe bei Magdeburg gehört auch eine Wassermühle, welche etwa zehn Minuten davon entfernt liegt. Von diesem Dorfe führte früher ein Weg nach der Mühle hin, auf dessen einer Seite eine Wiese liegt, welche eine Hecke von dem Wege schied, auf der andern Seite des Weges befand sich Unland. Auf diesem Unlande haben viele Leute, wenn sie des Abends zur Mühle gingen, dicht neben dem Wege einen dreibeinigen [348] Hasen sitzen sehen. Da mit solchen Tieren kein Spassen ist, so gingen die Leute immer schweigend daran vorüber und thaten so, als ob sie den dreibeinigen Hasen nicht bemerkten. Auch die Magd eines Bauers hatte öfters des Abends den Gang nach der Mühle zu machen. Die Magd ärgerte sich nun aber über das Tier so sehr, dass sie eines Abends einen tüchtigen Knüppel mit sich nahm. Sobald sie den dreibeinigen Hasen sah, nahm sie den Knüppel und warf ihn mit aller Kraft nach dem Hasen. Im nächsten Augenblicke kam aber der Knüppel schon wieder angeflogen und die Magd erhielt einen furchtbaren Schlag in die Seite und auf den Arm. Da kehrte sie schnell um und lief weinend nach Hause.

Als sie dem Bauer, bei welchem die Magd diente, alles erzählt hatte, sagte ihr dieser: „Da siehst Du, was Du nun davon gehabt hast. Lass fortan den dreibeinigen Hasen in Ruhe und er wird Dir auch nichts thun.“ Das Mädchen merkte sich das und so ist ihr denn auch nichts mehr auf dem Gange zur Mühle geschehen.

Fr. Adler.