Der schlesische Zecher

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Textdaten
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Autor: August Kopisch
Illustrator: Joseph Resch
Titel: Der schlesische Zecher
Untertitel:
aus: Fliegende Blätter, Band 1, Nr. 7, S. 53
Herausgeber: Kaspar Braun, Friedrich Schneider
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1845
Verlag: Braun & Schneider
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Erscheinungsort: München
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Quelle: MDZ München, Commons
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Der schlesische Zecher.


Auf Schlesiens Bergen, da wächst ein Wein,
Der braucht nicht Sonne nicht Mondenschein.
Ist's Jahr auch schlecht, ist's Jahr auch gut,
Da trinkt man fröhlich der Trauben Blut.

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Da lag ich einmal am vollen Faß,

„Ein Anderer soll mir trinken das;“
So rief ich,
„Und soll's der Teufel sein,
Ich trinke ihn nieder

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Mit solch'nem Wein.“

Und eh noch das letzte Wort verhallt,
Des Satans Tritt durch den Keller schallt,
„He Freund!, gewinn' ich, so bist du mein,“
Ich gehe, so sprach ich, ich gehe die Wette ein.

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Da wurde manch Krüglein leer gemacht;

Wir saßen und tranken die halbe Nacht,
Da lallte der Teufel: „He Kamerad,
Beim Fegfeuer jetzt – jetzt hab' ich's satt.
Ich trank vor hundert Jahren zu Prag

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Mit den Studenten Nacht und Tag;

Doch mehr zu trinken solch sauren Wein,
Müßt' ich ein geborner Schlesier sein.“


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