Der schwäbische Heiland

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Textdaten
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Autor: Joseph Eiselein
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Titel: Der schwäbische Heiland
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 73–74
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1846
Erscheinungsdatum: Vorlage:none
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Der schwäbische Heiland.

Als die Ueberlinger die Heldenthat ihres Landsmannes unter den sieben Schwaben vernommen, des Ragenohrs, der sich zuerst in den See gewagt hatte, beschlossen sie einmüthig eine fromme Stiftung zu machen und erbauten eine Feldkapelle am See, wo der Spieß der sieben Schwaben aufgehängt wurde zum ewigen Angedenken. Die Kapelle aber ward geweiht dem Erlöser und ein Bildschnitzer bekam den Auftrag, einen schönen Herrgott aus Holz zu verfertigen, sieben Fuß hoch. Das that er und schrieb auf das Gestelle mit goldenen Buchstaben: „Heiland der Welt.“ Aber die Ueberlinger wollten die Inschrift nicht gut heißen und behaupteten, daß, da der liebe Herrgott einst den sieben Schwaben aus ihren Aengsten und Nöthen geholfen hätte, so solle er auch der schwäbische Heiland genannt werden. Und so geschah es auch. Der Seehaas aber baute sich eine Hütte neben dem Kirchlein und wurde ein Klausner. Und es kamen viele Pilgrime dahin, welchen der Klausner die Abenteuer der sieben Schwaben erzählte, mit allen Umständen, weßhalb noch jetzt die Welt davon voll ist. Und der schwäbische [74] Heiland war zu derselben Zeit so weit und breit berühmt, als der große Herrgott in Schaffhausen. Im Schwedenkrieg ist leider die Kapelle zerstört worden und die Schweden haben das Siegeszeichen mit fortgenommen. (Auerbachers Volksbüchlein.) Es existiren aber noch Copien vom echten schwäbischen Heiland, getreu in Größe, Gestalt und Farbe, wie z. B. im alten Kirchlein zu Honstetten, 5 Stunden westlich von Ueberlingen.

(Vergl. Eiseleins „Sprichwörter und Sinnreden des teutschen Volkes.“ Donaueschingen, 1838. S. 558 und 59.)