Ueber die Benennung „Seehasen“

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Textdaten
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Autor: Joseph Eiselein
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Titel: Ueber die Benennung „Seehasen“
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 74
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Ueber die Benennung „Seehasen.“

Seehase ist ein uralter Name zur Bezeichnung der Anwohner des Bodensees. Schon in der „Notitia dignitatum imperii“, ed. Panciroll. Lugd. 1608. Fol. 26. b. kommen diese Leute mit einem laufenden Hasen in ihrem Schilde vor, und dieses Thier soll nicht sowohl ein Sinnbild der Furchtsamkeit, als vielmehr, nach dem Glauben des Alterthums, ein übler Angang (schlimmes Vorzeichen) für die Feinde seyn (wenn ein Hase vor demselben kurz vor dem Angriff über das Feld läuft). – Im 13. Jahrhundert nennt Gottfried von Straßburg in seinem „Tristan“ den trefflichen Sänger Hartmann von Owe, welcher Dienstmann des Abtes von Reichenau war, zugleich mit dessen Gesellen, doch im edeln Sinne, Hasen:

     „Wer guote Rede zu Guote
Unde ouch zu Rehte kan verstan, der muoß dem Ouwere lan
Sin Schapel und sin Lorzwi. Wer nu des Hasen Geselle si,
Und uf der Worthaide hohsprunge unde mitwaide.“ etc.

(Siehe Eiseleins „Sprichwörter u. Sinnreden des teutschen Volkes.“ S. 564 u. 65.)