Der unheilvolle Andreasabend

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Georg Theodor Grässe
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der unheilvolle Andreasabend
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 74–75
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[74]
682) Der unheilvolle Andreasabend.
S. Köhler a. a. O. S. 572.

In den siebenziger Jahren des vorigen Jahrhunderts trug sich in Schreiersgrün bei Treuen Folgendes zu. Sechs erwachsene Mädchen wollten am Andreasabend die Wäschstange schütteln[1] und mußten, um zu derselben zu gelangen, über eine Hecke steigen. Als sie schüttelten, hörten sie auf [75] einmal von einem geheimnißvollen Wesen die Worte: „Ein Scheffele Därmer!“ Sogleich rissen die sechs Mädchen aus und machten sich wieder über denselben Zaun aus dem Garten heraus. Aber das letzte Mädchen verfing sich in dem Geäst, stürzte nieder und verwundete sich dergestalt, daß ihr das Gedärme aus dem Leibe heraushing.


  1. Im Voigtlande schütteln die Mädchen am Andreasabend einen Erbzaun, d. h. einen Zaun, der sich an einem geerbten Grundstücke befindet, und sprechen dazu:

    „Erbzaun ich rüttle Dich,
    Feines Liebchen, ich bitte Dich,
    Du wolltest mir lassen ein Hündlein bein (bellen)
    Wo mein Herzallerliebster wird sein.“

    Dann horcht man auf Hundegebell, und in jene Gegend, woher dasselbe erschallt, dahin heirathet man (s. Köhler a. a. O. S. 382).