Der versunkene Meierhof

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Textdaten
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Autor: Raimund Friedrich Kaindl
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Titel: Der versunkene Meierhof
Untertitel:
aus: Sagen und Märchen aus Ostgalizien und der Bukowina I, in: Zeitschrift für Volkskunde, 1. Jahrgang, S. 80
Herausgeber: Edmund Veckenstedt
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Alfred Dörffel
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Google-USA*, Commons
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6. Der versunkene Meierhof.
(Slovakisch.)

Zwischen Solonetz und dem nächsten Orte lag früher ein Meierhof von stattlichem Aussehen, denn der Besitzer war reich und die Knechte hatten tüchtig bei ihm zu arbeiten. Sonst aber war der Mann roh und gefühllos, und wie der Herr, so waren die Knechte.

Nun geschah es einmal an einem Ostersonntag, dass der Priester aus Solonetz mit seinem Küster zu einem Kranken in die Nachbarschaft geholt wurden. Sie trugen das Allerheiligste mit sich. Nun war ihnen aber der Durst angekommen. Deshalb gingen sie auf den Meierhof, um von dem Meier einen Trunk Wasser zu erbitten. Sobald die rohen Knechte das Begehren der Bittenden gehört hatten, zogen sie den Priester und Küster zu dem nächsten Viehtrog und zwangen dieselben, daraus zu trinken. Der Meier selbst liess nicht nur das alles ruhig geschehen, sondern befahl auch noch, dass die Hunde auf die heiligen Männer gehetzt würden. Mit Mühe kamen der Priester und der Küster lebendig wieder von dem Meierhof, aber es war ihnen doch gelungen, das Allerheiligste zu retten, obgleich sie an vielen Wunden heftig bluteten.

Bald aber sollte die rohen Menschen auf dem Meierhof ihr Schicksal ereilen. Der Himmel schwärzte sich nämlich, ein furchtbares Gewitter stieg auf, die Donner rollten, ein Blitz schlug in den Meierhof ein, und als dieser kaum niedergebrannt war, da ergoss sich der Regen in Strömen auf die Stätte hernieder und es entstand ein tiefer Teich an der Stelle, wo einst das Gehöft gestanden hatte.

In diesem Teiche schwimmen die bösen Menschen aus dem Meierhof als Fische herum, die Hunde aber als Kröten.