Der zeichnende Telegraph

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Titel: Der zeichnende Telegraph
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 5, S. 92
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1877
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[92] Der zeichnende Telegraph, den man jetzt anwenden will, um Verbrecherportraits in alle Welt zu versenden, wurde während der letzten Weltausstellung benutzt, um die täglichen Wetterkarten des berühmten meteorologischen Instituts von Washington nach Philadelphia zu telegraphiren, woselbst man sie, wenige Stunden nach ihrer Vollendung in Washington, in einem schleunigst besorgten Umdrucke auf dem Ausstellungsplatze kaufen konnte. Das zur Herstellung des abzutelegraphirenden Originals von den Ingenieuren Sawyer und Smith erfundene Verfahren zeichnete sich durch originelle Einfachheit aus. Man entwarf die Zeichnung in Washington mit glycerinhaltiger und in Folge dessen klebrig bleibender Tinte auf Papier und bestreute die Zeichnung mit feingepulvertem Schellack. Wenn man nunmehr nach dem Abstäuben des überflüssigen Gummiharzes die heiße Metallwalze des Telegraphenapparates, über welche nachher der stromabsendende Telegraphenstift in engen Parallellinien hingleitet (vergleiche Gartenlaube 1877, S. 48) über diese Zeichnung hinrollte, so übertrugen sich ihre Striche und Umrisse als geschmolzener Schellack auf die Walze, und das Telegraphiren konnte vor sich gehen. Während so der zeichnende Telegraph sich endlich in die Praxis einführen will, überrascht uns plötzlich die Kunde, daß sein Erfinder Professor Alexander Bain zu Broomhill in Schottland nach langem Siechthum gestorben ist.