Des rheinländischen Hausfreundes Danksagung an Herrn Pfarrer Jäck in Triberg

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Autor: Johann Peter Hebel
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Titel: Des rheinländischen Hausfreundes Danksagung an Herrn Pfarrer Jäck in Triberg
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aus: J. P. Hebels sämmtliche Werke: Band 2, S. 115–118
Herausgeber:
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1834
Verlag: Chr. Fr. Müller’sche Hofbuchhandlung
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[115]
Des rheinländischen Hausfreundes Danksagung an Herrn Pfarrer Jäck in Triberg.[1]

Zeig wie, Her Peter! Wenn der ’s Gläsli schmeckt,
voll Chirsiwasser, und der Chuechi dri,
und ’s Lied vo Triberg vom Her Pfarer Jäck
weisch nit, was schön ist? Git men eim nit d’ Hand,

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zieht ’s Chäpli ab, und seit: Vergelts sich Gott!

Du nit? Und trinksch, aß wenn di eigene Baum
die Chirsi treit hätt? Und de hesch doch kein.

     ’s isch wohr, Her Jäck, i ha kei eigene Baum,
i ha kei Huus, i ha kei Schof im Stal,

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kei Pflueg im Feld, kei Immestand im Hof,

kei Chatz, kei Hüenli, mengmol au kei Geld.
’s macht nüt. ’s isch doch im ganze Dorf kei Buur
so rich, aß ich. Der wüsset wie me’s macht.
Me meint, me heigs. So meini au, i heigs

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im süeße Wahn, und wo ne Bäumli blüeiht,

’s isch mi, und wone Feld voll Aehri schwankt,
’s isch au mi; wone Säuli Eichle frißt,
es frißt sie us mi’m Wald.

     So bini rich. Doch richer bini no

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im Heuet, in der Erndt, im frohe Herbst.

I sag: Iez chömmet Lüt, wer will und mag,

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und heuet, schnidet, hauet Trübli ab!
I ha mi Freud an Allem gha, mi Herz
an allen Düften, aller Schöni g’labt.

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Was übrig isch, isch euer. Tragets heim!


     Her Jäck, mir isch, der schüttlet eue Chopf,
und saget fürich selber: „Guete Fründ,
so lebt men im Schlaraffeland.“ He io,
so lebi im Schlaraffeland, ’s isch wohr,

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Treit nit meng Immli süeße Hunig heim

um Triberg? Hangt nit menge Chirsibaum
voll schwarzi Chinder? Mir do niede fliegt
der Chuechen und der Chirsiwasser-Chrueg
und drei für ein zuem Fenster i. Do trink!

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Und lueg do fliegt e Blatt, ’s isch schwarz uf wiiß.


     Her Jäck, viel Süeßi wohnt im Bluemechelch,
Viel Gwürz im brune Chirsichern, ’s isch wohr.
Doch was im frumme Menscheherz ersprießt,
und ufgoht, und in schöne Liedere blüeiht,

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wie euer Lied, goht übers Zuckerbrod

und Zimmetgeist. Das treit ke Immli heim,
das distellirt der Summer an keim Baum.

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Drum dank ich Gott für alles Liebs und Guts.
Drum dank ich Gott für dreifach G’schenk,

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und gebich Sunneschin un frohi Zit.

Der sehnt, i dank mit Chapeziner Dank,
mit Segen und Papier. – –


  1. Welcher ihm drei Krüge altes Kirschenwasser und Kuchen, mit einer herzlichen Epistel in allemannischer Sprache geschickt hatte.