Die Aachener Krönungsfahrt Friedrichs III. im Jahre 1442

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Autor: Wilhelm Brüning
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Titel: Die Aachener Krönungsfahrt Friedrichs III. im Jahre 1442
Untertitel:
aus: Mitteilungen des Vereins für Kunde der Aachener Vorzeit, Nr. 6/8, S. 81–105
Herausgeber: H. Schnook
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Erscheinungsdatum: 1898
Verlag: Kommissions-Verlag der Cremer’schen Buchhandlung
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Erscheinungsort: Aachen
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Quelle: Commons
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Der Aachener Stadtarchivar Wilhelm Brüning (1862–1936) stellte 1898 die Reise Kaiser Friedrichs III. zur Krönung in Aachen dar und druckte im Anhang mehrere Schriftstücke aus dem Stadtarchiv Frankfurt und eines aus dem Stadtarchiv Aachen ab.

Die maßgebliche Quellenedition zur Aachener Krönung legte aber 1921 Hermann Herre (1864–1921) vor: Deutsche Reichstagsakten Bd. 16: Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. 2. Abteilung 1441–1442, Stuttgart-Gotha 1928, S. 147–206 (die erste Hälfte, von Herre allein verantwortet, enthält ein eigenes Titeblatt: Gotha 1921, die von Herre ebenfalls bearbeitete zweite Hälfte gab Ludwig Quidde heraus). Herre kannte allerdings den Aufsatz von Brüning nicht. Die von Brüning als Nr. I wiedergegebene Frankfurter Aufzeichnung edierte Herre unter den Akten des Frankfurter Reichstags 1442 als Nr. 203 (S. 375–384 mit umfangreichen Sachanmerkungen, auf Commons).

Text[Bearbeiten]

[81]

Die Aachener Krönungsfahrt Friedrichs III. im Jahre 1442.

Von W. Brüning.

Die Bedeutung Aachens in der mittelalterlichen Geschichte liegt in seiner Eigenschaft als Krönungsstadt der deutschen Könige. Es blieb als solche lange der Sitz der angesehensten rheinisch-fränkischen Pfalzgrafen und besass grosse Rechte und Freiheiten. Seine Bürger waren im ganzen Reiche frei von Hand- und Kriegsdiensten, Gefängnis und allen Abgaben. „Aachener Luft machte jeden, selbst den Reichsgeächteten, frei.“

Der verfassungs- und rechtsgeschichtliche Wert der Königskrönungen wird nach allen Richtungen für Aachen festgestellt werden können, wenn seine sämtlichen Kaiserurkunden veröffentlicht sein werden. Vorläufig muss man sich auf die Schilderung des vorwiegend kulturgeschichtliches Interesse bietenden Herganges der Krönungen beschränken.

Die Aachener Ortsgeschichtsforschung hat auf diesem Gebiete bereits dankenswerte Arbeiten geliefert. O. Dresemamn[1] beschrieb die Krönung [82] Wenzels und die Karls V. A. von Reumont[2], dessen Darstellung durch E. Fromm[3] ergänzt wurde.

„Zur Krönung König Friedrichs III. in Aachen im Juni 1442“ veröffentlichte J. Hansen die „Festsetzungen des Erzbischofs Dietrich von Köln für die . . . Krönung . . .“ und den „Bericht des Augenzeugen Johann Burn von Mohausen über die Krönung und die sich an dieselbe knüpfenden Feierlichkeiten“[4].

Eine sehr wertvolle Vermehrung unserer Kenntnisse über die Krönung Friedrichs III. und vor allem über den Verlauf seiner Reise nach Aachen und von hier zurück nach Wien erhalten wir aus dem Itinerar eines Teilnehmers an der Fahrt, das Josef Seemüller herausgegeben hat[5].

Der Verfasser des Reisetagebuches sagt selbst nichts über seinen Namen und Stand und seine Eigenschaft, in der er die Reise nach Aachen mitmachte, noch deutet er darüber etwas an. Aber aus seinem Interesse für militärische Dinge, für ritterliche Kampfspiele, Fürsten- und Herrenversammlungen, staatliche Besitzverhältnisse, Empfangsfeierlichkeiten, Ehrungen, Belehnungen, schöne Frauen u. s. w. schliesst Seemüller im Gegensatz zu einer früheren Annahme, dass er kein Kleriker, sondern ein Laie gewesen ist, und zwar ein adliges Mitglied des Hofstaates Friedrichs III. Seemüller hält ihn für einen Steiermärker. Sein Bericht trägt keinen offiziellen Charakter, wenn er auch in manchen Angaben von der Rücksicht auf den König beeinflusst ist, aber nur insofern als er alles auf Friedrichs Person oder dessen Familie Bezügliche stärker hervorhebt. Der Verfasser beabsichtigte, eine Arbeit zu liefern, die dem König die Erlebnisse der Krönungsfahrt in angenehme Erinnerung bringen sollte. „Der Hauptreiz des Büchleins liegt in seiner Unmittelbarkeit: der Verfasser berichtet meist nur, was er selbst gesehen und erlebt hat, seltener nach Hörensagen. Sein Hauptwert liegt in den genauen Zeit und Ortangaben — durch die es für den Historiker vornehmlich brauchbar wird — ferner in einigen kunst- und kulturhistorischen Angaben.“

Man lernt aus dem Bericht ganz genau die Art und Weise des Reisens fürstlicher Personen im 15. Jahrhundert kennen. Friedrich III. legte den weiten Weg von Graz nach Aachen zumeist im Sattel zurück. Das Reisen im Wagen war bei ritterlichen Herren jener Zeit nicht beliebt und bei dem schlechten Zustande der Strassen in den meisten Gegenden, zumal bei andauerndem Regenwetter, selbst im Sommer überaus beschwerlich.

[83] „In dem namen des almechtigen gots rit wier aws zu Gretz des sambstags nach vnnser frawen zu liechmeß in das heillig reich, da man zalt nach Cristi gepurt vierzehenhundert vnd darnach in dem zwainunvierzigistn.“ Die Fahrt ging über Fronleiten, Bruck an der Mur, Aussee, Kremsmünster und Ischl. Am 27. Februar erreichte man Salzburg. Vier Meilen weit war der Bischof Friedrich von Salzburg seinem königlichen Herrn entgegengeritten, um ihn zu empfangen. Drei Tage verweilte der reisige Zug in der schönen Bischofsstadt, die mit ihrem Münster, deren grosse Orgel damals eine Seltenheit war, und ihrer wehrhaften Befestigung die Aufmerksamkeit des Berichterstatters fesselte. Am 9. Februar traf man in Innsbruck ein und hielt sich dort sechs Wochen lang, bis zum 14. April, auf. Bei Landsberg wurde der König von dem Herzog Albrecht von Baiern und dessen Gemahlin Anna von Braunschweig begrüsst; desgleichen von dem Herzog Ludwig von Baiern. „Dy riden gegen meines herrn gnaden aws vnnd empfingen in gar hochwirdigklichen vnd hetten ain groß frewd mit ainander vnntzt an den drittn tag." Am 20. April öffnete die Reichsstadt Augsburg den Reisigen ihre Thore und am 29. desselben Monats Nürnberg. Hier blieb man vier Wochen lang. Im Verlaufe der Fahrt schlossen sich fürstliche Persönlichkeiten, Grafen, Freiherren, Ritter und Knechte dem Zuge an. In Nürnberg stiessen zu ihm der Herzog von Sachsen, des Reiches oberster Marschall, und sein Bruder, der Herzog von Meissen. Den ersteren begleitete seine Gemahlin, eine Schwester des Königs. Als diesem die bevorstehende Ankunft der Gäste aus Sachsen gemeldet war, ritt er ihnen im Weichbilde der Stadt entgegen. Sobald die Herzogin ihren königlichen Bruder zu Gesicht bekam, sprang sie vom Pferde und ging ihm eine weite Wegstrecke zu Fuss entgegen. „Und geschach grosse frewd da von konig Fridrich vnnd seiner swester, der sy mit ainannder phlagen, wan sy in langer zeitt nit anainander gesehen hetten.“

In Nürnberg fand zu Ehren des hohen Herrn und seiner Gäste ein Turnier statt, ein scharfes Lanzenrennen unter dem Eisenhut und Schild. Bei ihm zeichnete sich besonders der streitbare Markgraf Albrecht (Achilles) von Brandenburg aus, „der ritterlich rannt mit her Jorgen Fuchssen“. Neben ihnen werden noch erwähnt die Ritter Graf Bernhard von Schaumburg, Hans von Starhenberg, Jorg von Volkensdorf, der fränkische Ritter Jorg von Waldenfels, bekannt als Parteigänger des Markgrafen Albrecht im Krieg mit Nürnberg, ein Hans von Balrat, wahrscheinlich ein Mitglied des berühmten fränkischen Geschlechts der Wallenrod, u. a.

Bezeichnend für den frommen Sinn der Zeit, in welcher der einige Glaube alle Akte des privaten und öffentlichen Lebens sittlich vertiefte und ihnen religiöse Weihe verlieh, ist der Brauch, dass dem König überall, wo ein solches vorhanden war, das „hailtum“, d. h. die Heiligtümer, der kostbarste Schmuck und heiligste Besitz jeder Stadt, bei seinem Einzuge entgegen getragen wurde. Die stehende Ausdrucksweise des Berichterstatters ist bei der Beschreibung dieses Aktes immer: „Auch ward meins [84] herrn gnad gar wirdigklich emphangen mit dem hailtum.“ Der erste Weg führte den König fast in jeder Stadt zum Gotteshause. Als er die St. Sebalduskirche in Nürnberg betrat, verbrannten die Priester ein Bündel Werg vor seinen Augen und warnten ihn mit den Worten des Psalmisten vor Hochmut und Überschätzung weltlicher Ehre, die so schnell vergänglich sei wie das Werg leicht verbrenne[6].

Am 22. Mai verliess der König mit seinem jetzt schon sehr stattlichen Gefolge Nürnberg und erreichte am 23. Würzburg im Frankenland. „Daz ist ein guttland“, schreibt der steirische Ritter, „aber wilder tuemherren hab ich auf diser reis nie gesehen, als ich auf dem tuem hab gesehen.“ Diese Bemerkung bezieht sich nach Seemüllers Ansicht auf die im Würzburger Kapitel herrschenden üblen Zustände, mit denen der König sich später noch beschäftigen sollte. Weiter gings am 24, Mai über Wertheim an der Tauber nach Aschaffenburg, einer Stadt des Bischofs von Mainz. In dessen mit Meisterstücken der Webekunst gezierten „Hause“ übernachtete der König mit seinen Dienern nach reichlicher Bewirtung. Sonntag den 27. Mai ritt man nach Frankfurt. In der Begleitung dreier Kurfürsten, des Herzogs von Sachsen und der Erzbischöfe von Trier und Mainz, zog der König in dessen Thore ein. Feierlich und würdig wurde er von den Frankfurtern empfangen und nach dem Münster geführt. Hier hatte man geharnischte Männer aufgestellt, damit der König nicht durch das Gedränge belästigt würde. Am Arme zweier Kurfürsten betrat er den Dom. Mit Gewalt hoben sie ihn im Chor auf den Altar. [?] Der Bischof von Mainz stand auf seiner rechten, der von Trier auf seiner linken Seite und der Bischof von Augsburg zwischen beiden. Auch der Herzog von Sachsen stand dabei. Die machtvollen Klänge des Te Deum laudamus und Veni sancte spiritus durchbrausten bei der kirchlichen Feier den Dom. Am Schluss derselben schenkte der König dem Messner nach alter Sitte das von ihm im Münster getragene Gewand, einen Rock von braunem Sammet[7]. [85]

Erst am 6. Juni verliess Friedrich die Stadt mit einem grossen Gefolge von Kurfürsten, Kardinälen, Bischöfen, Grafen, Freiherren, Rittern und Knechten auf Schiffen, von deren Masten des Reiches Banner und Oesterreichs Adler im Winde wehten[8]. Als der König am selben Tage in Mainz an Land stieg, empfing ihn der Herzog Ludwig, Pfalzgraf bei Rhein. Auf dem Wege zum Dom umgab ihn eine grosse Volksmenge. Er herbergte bei dem Bürgermeister in einem schönen Hause, „nach lust erpawt“. Er ass in einer schönen Stube, in der eine gläserne Kette hing, und bei dem Hause war ein Garten mit einem Brunnen und einem Lusthaus, das die Bewunderung des steirischen Ritters erregte. Der König besuchte das Frauenkloster zu Aldenmünster (vetus cella oder vetus monasterium), um dessen berühmte Heiligtümer zu verehren.

Am 9. Juni verliess man Mainz und fuhr rheinabwärts. In der Eltviller Au stieg der König an Land und nahm im Grase sitzend ein Mahl ein. Von seinem Gefolge veranstalteten die Herzöge, Grafen und Freiherren während der Rast eine muntere Jagd auf Kaninchen, die es dort in grosser Menge gab. In dem dem Pfalzgrafen bei Rhein gehörigen Städtchen Bacharach wurde übernachtet. Am 10. Juni gelangte man nach Koblenz, einer Stadt des Kurfürsten von Trier. Die Stadt illuminierte [86] aus Anlass der Anwesenheit des Reichsoberhauptes, und in jedem Hause brannten etwa zwei bis drei Lichte. „Gegen Koblenz über liegt ein gutes Schloss der Irmelstein“ (Ehrenbreitstein). In der Au am Fusse des Schlossberges „ass der König mit seinen Kurfürsten, Bischöfen, Prälaten, Grafen, Herren, Rittern und Knechten ein grosses Mahl“, und wieder verschaffte man sich Kurzweil mit der Kaninchenjagd. Am 13. Juni traf man in Bonn ein und erreichte damit die erste Stadt im Gebiet des Kurfürsten von Köln. Der Berichterstatter unterlässt nicht zu bemerken, dass von Mainz nach Köln hin auf beiden Ufern des Rheins viele schöne Schlösser lagen. In Bonn stieg man wieder zu Pferde, bog, ohne Köln zu berühren, landeinwärts ab und gelangte nach Lechenich. Das dortige kurfürstliche Schloss hatte man mit „hübschen Tüchern“ geschmückt. In dem dasselbe umgebenden Wassergraben fischte der König mit dem Kurfürsten von Köln, und zwar mit so gutem Erfolge, dass „jedermann Fische genug hatte“. Dann übernachtete man. Am 14. Juni ritt man gen Düren. Unterwegs stiess der Herzog Gerhard von Jülich und Berg mit „manchem guten Hofmann“ zum Zuge.

Über Düren, wo man gleichfalls übernachtete, gelangte man schliesslich am 15. Juni nach Aachen[9]. [87] Von Düren bis Aachen umwogte den König eine so grosse Menge Volks, dass man sie nicht zählen konnte. Fünf Tage und fünf Nächte wurden die Strassen nicht leer von Reitern und Fussgängern. Auch die Schar der eigentlichen Begleiter des Königs, der Kurfürsten, Bischöfe, Äbte und anderen Prälaten, der Herzöge, Grafen, Freiherren, Ritter und Knechte, der Vertreter der Städte, hatte sich auf der letzten Wegstrecke noch immer vermehrt, so dass es ein überaus stattlicher und farbenprächtiger Zug gewesen sein muss, dem sich die Thore der alten Krönungsstadt am 15. Juni des Jahres 1442 öffneten[10]. Es vollzog sich in ihren Mauern wieder einmal ein Akt von grosser reichsgeschichtlicher und tiefer symbolischer Bedeutung[11], den Jedermann mit gespanntem Interesse verfolgte und gleichsam wie ein allgemeines Reichsfest feierte[12]. [88] Musste der König in Frankfurt dem Messner seinen Sammetrock überlassen, so machten bei seinem Einritt in Aachen die Stadtknechte ihr altes Recht geltend, indem sie ihm sein Ross abnahmen[13]. So fiel auf diesen Krönungsreisen für alle etwas ab[14]. [89] Die Vertreter der Stadt, geistliche und weltliche Herren empfingen den König am Thor (Kölnthor) „gar schön und königlich“. Sie trugen ihm die Heiligtümer entgegen und geleiteten ihn in „unserer Frauen Kirche“ vor den Altar[15]. Hier kniete er nieder. Da wurde herbeigebracht das Haubt des Kaisers Karl und in der Kirche brannten überall Lichter, die von den Ratsfreunden getragen wurden. Es ist eine schöne Kirche mit einem herrlichen Chor; in letzterem befinden sich sechs Säulen, von denen jede einen grossen Engel von Messing trägt. Auch ein Pult ist in dem Chor von vortrefflichem Guss[16]. In der nächsten Nacht entstand durch die Schuld der Diener des Herzogs Ludwig ein Auflauf. Man musste sich wundern, dass niemand dabei zu Schaden kam[17] Sonntag den 17. Juni fand der Krönungsakt vor dem Altar der Münsterkirche statt. Er begann zwischen sieben und acht Uhr vormittags. Die geistlichen Kurfürsten begaben sich vor den weltlichen in die Kirche. Als der König diese betrat, gingen ihm die Erzbischöfe von Mainz und Trier und hinter diesen der von Köln entgegen, um ihn zu empfangen. Während ein Psalm gesungen wurde, lag der König auf dem Antlitz vor dem Altar, angethan mit einem schwarzen Gewande. Während des Hochamts, das der Erzbischof von Köln celebrierte, legte man ihm das Kleid des Kaisers Karl [90] an. Nachdem der König niedergesetzt war[18], trat der Erzbischof von Mainz auf seine rechte Seite, der von Trier auf seine linke Seite. Die weltlichen Herren standen hinter einander auf der linken Seite. Letztere trugen alle lange Mäntel von rotem Sammet mit hermelingefütterten Chorkappen oder Gugelein[19] und auf dem Kopf scharlachene Hauben, die gleichfalls mit Hermelin gefüttert waren. Darauf traten neben den König der Herzog Ludwig, Pfalzgraf bei Rhein, mit dem Reichsapfel, der Herzog von Sachsen mit Kaiser Karls Schwert, mit dem der König nach der Messe manchen zum Ritter schlug, und der Markgraf von Brandenburg mit dem Szepter. „Es was alles wolbestelt.“ Als die Epistel zu Ende war, da hub der Erzbischof von Köln an zu krönen. Er übergab dem König das Reichsschwert. Danach sang man versus und versiculi, und die Kurfürsten schwuren dem König den Eid der Treue und dieser denselben Eid dem heiligen römischen Reich. Darauf begannen zwischen der Epistel und dem Evangelium die drei Erzbischöfe den König mit dem heiligen Öl zu salben. Das dauerte fast anderthalb Stunden. Dann setzte man ihm die Krone auf und überreichte ihm den Reichsapfel und das Szepter[20]. Nachdem[91] dies geschehen und der König gekrönt war, führten sie ihn auf den königlichen Stuhl des Hochmünsters, der mit einem golddurchwirkten Teppich bedeckt war. So lange als man ein Vaterunser betet, sass der König auf dem Stuhle. Damit war seine Krönung vollbracht[21] und er stieg unter seiner königlichen Krone gar würdevoll wieder hinab in die Kirche. Während des Evangeliums trug bei dem Opfergang der Pfalzgraf bei Rhein, Herzog Ludwig, vor dem König den Reichsapfel und der Herzog von Sachsen Kaiser Karls Schwert; der Markgraf von Brandenburg ging auch mit. Und da nun der König in seiner Majestät war und das Szepter in der Hand trug und die Erzbischöfe von Mainz und Trier auch in der Fülle ihrer Würden sich zeigten, nahm die Krönungsfeierlichkeit einen [92] königlichen Verlauf und das Hochamt wurde vollbracht. Darauf schlug der König manchen zum Ritter[22]. Sodann begab er sich in seiner königlichen Majestät mit den Kürfürsten zum Rathaus[23]. Hier wurde er zu Tisch geführt; desgleichen jeder Kurfürst. Viele Bischöfe und Prälaten, [93] Herzöge und Grafen, Freiherren, Ritter und Knechte nahmen an dem Mahle teil, auch viele Gäste aus England und Burgund, aus Savoyen, Frankreich und andern Königreichen. Und sie assen alle königliche Speise. Die Herolde trugen diese auf[24]. Trompeter, Pfeifer und sonstige Spielleute in grosser Zahl liessen während des Mahles ihre Weisen erklingen. Nach Beendigung desselben wollten die Diener des Erzbischofs von Köln die golddurchwirkten Tücher, mit denen die Tische gedeckt waren, die Becher und andere kostbare Tafelgeräte an sich nehmen. Man verwehrte es ihnen aber.

Das Rathaus nennt den Berichterstatter „allerhubsch“, wie er seines gleichen weder aus eigener Anschauung noch von Hörensagen kannte. Es ist von Steinwerk erbaut und vor ihm steht einer schöner Brunnen, gleichfalls von Steinwerk. Am Krönungstage liess der König einen ganzen Ochsen für die Volksmenge braten, dessen Hörner und Klauen vergoldet waren. In dem Ochsen befanden sich ein Kalb, ein Schwein und eine Henne. Aus einem Hause lief durch ein Rohr vom Frühmahl bis nach der Vesper Wein. Auch für Brotvorrat war gesorgt, so dass arm und reich gespeist werden konnte. Da frohlockte jedermann, ob edel oder unedel, und die ganze Gemeinde, dass Gott ihnen einen königlichen Herrn gegeben habe. Auch hat der König in Aachen ein Haus und eine Chorherrenpfründe für seinen dortigen Aufenthalt.

Montag den 18. und Dienstag, den 19. Juni verlieh der König in Gegenwart der Kurfürsten, dem Pfalzgrafen bei Rhein, dem Herzog von Sachsen, dem Markgrafen von Brandenburg und dem Herzog von Berg unter grossen Feierlichkeiten ihre Lehen. Der Pfalzgraf empfing seine Lehen mit drei Bannern, der Herzog von Sachsen mit dreizehn, der Markgraf von Brandenburg und der Herzog von Berg mit vier[25]. Am Mittwoch wurden dem König die Heiligtümer vorgezeigt. [94] Am 21. Juni[26] verliess der König nach fünftägigem Aufenthalt Aachen und ritt gen Jülich, wo er als Gast des Herzogs von Berg übernachtete. Am folgenden Tage traf er in der Freistadt Köln ein. Auch hier empfing man ihn mit den Heiligtümern. In einer Herberge thaten zwei der weisesten [95] und besten Männer Dienst und wachten über sein leibliches Wohlergehen. Sein Zimmer hatte man mit schönen Tüchern umhangen und umzogen. Die Herren vom Rat kamen mit guten Fischen und manchem Wagen mit Wein, rotem und weissem, und liessen die fettsten Ochsen antreiben, damit es nicht an saftigen Braten fehle. Täglich fanden sich zu dem Frühmahl in der Herberge mehr denn fünfzig Mann ein in stattlichen Gewändern; auch sie brachten Wein und Silber und Gold. Die Schenkung war köstlich. Am Samstag Morgen wurden dem König die heiligen drei Könige gezeigt[27]. In der Nacht[28] zum Sonntag begab er sich nach dem Frauenkloster St. Ursula. Darin liegt der Leib der heiligen Ursula und ihre Gesellschaft[29]. Dem König wurden die Heiligtümer des Klosters vorgezeigt. Sonntag den 24. Juni belehnte der König den Erzbischof von Köln[30], den Bischof von Lüttich und den Herzog von Mecklenburg. Am 27. Juni fand ein Turnier statt, von dem die Frauen Kölns, deren Schönheit der steirische Ritter rühmt, sagten, dass sie ein mannhafteres Stechen nie gesehen hätten. Donnerstag den 28. Juni[31] stieg der König mit seinen Begleitern, unter [96] denen diesmal auch „Doctores“ genannt werden, zu Schiff und fuhr nach Bonn. Hier überreichte ihm und seinem Gefolge der Kölner Erzbischof eine bedeutende Schenkung und sorgte aufs beste für seiner Gäste Wohlbefinden. In Bonn übernachtete man. Ebenso in Andernach, in Boppard und in Bingen. Am 2. Juli erreichte der König Mainz und verweilte zwei Tage in der Stadt. Von dort aus besuchte er Wiesbaden, wo er von dem Herzog Johann von Nassau feierlich empfangen wurde. Am 7. Juli traf er in Frankfurt ein, wo sich abermals viele Fürsten und Herren zur Abhaltung eines Reichstages um ihn versammelten. Sonntag den 15. Juli verlieh der König den Erzbischöfen von Mainz und Trier ihre Lehen; drei Tage darauf dem Markgrafen Jakob von Niederbaden und dem Grafen Wilhelm von Henneberg. Diesem Akt wohnten die Vertreter von dreiundfünfzig Hauptstädten[WS 1] bei[32]. Wieder fanden ritterliche Spiele statt. Es ging dabei scharf zu, denn man ritt ohne Panzer gegen einander; den einzigen Schutz boten Helm und Schild.

Erst am 18. August verliess der König Frankfurt, um gen Mainz zu fahren. Als er unterwegs auf dem Schiff speiste, wartete ihm der Erzbischof von Köln dabei auf. In Mainz übernachtete man, und dann gings wieder im Sattel über Oppenheim nach der Reichsstadt Worms, wo, wie der steirische Ritter bemerkt, des „hurnein Seyfrid“ Grab ist. Auch an die Sage vom Rosengarten, in dem so mancher Recke geblutet, erinnert er. Am 21. August traf der König in der Reichsstadt Speier ein. Auch hier wurde er mit den Heiligtümern empfangen und unter einem Baldachin in die St. Peterskirche geleitet, wo die Priester ihn „nach ihrer Gerechtigkeit“ mit Gewalt emporhoben und auf einen Thron setzten. Der Verfasser des Itinerars gedenkt des ersten deutschen Königs aus dem habsburgischen Geschlecht, Rudolf von Habsburg, der zwischen dem Altar und dem Chor des Doms zu Speier ruht, und seines Sohnes. Albrecht, der dem Mordstahl Johann Paricidas zum Opfer fiel und gleichfalls hier begraben liegt. Den Altar des Domes schmückt ein Bild Unserer Lieben Frau, an welches sich die Legende knüpft, dass es zu dem hl. Bernhard von Clairvaux gesprochen, als er als Pilger von Aachen[33] nach Speier gekommen und vor ihm kniete.

Von Speier begab sich der König nach dem Elsass. Er ritt über Weissenburg und Hagenau nach Strassburg, wo er am 24. August eintraf. Der Empfang war ausserordentlich feierlich; der erste Weg führte die glänzende Schar zum Dom. Mit Worten naiver, aber um so eindrucksvollerer Bewunderung preist der steirische Ritter, der doch auf seiner Fahrt die herrlichsten Gotteshäuser in deutschen Gauen gesehen, das Werk des Meisters Erwin von Steinbach, in dem die deutsche und französische Gothik zu einer ebenso harmonischen wie gebietenden Wirkung sich vereinigen[97] und dessen Verständnis drei Jahrhunderte später ein Ritter vom Geiste dem deutschen Volke erschliessen und vermitteln sollte, um auch seinerseits den hochragenden, eindrucksmächtigen Monumenten mittelalterlicher Glaubensinnigkeit und der Blüte ihrer Schaffensfreudigkeit den Tribut der Bewunderung und Verehrung zu entrichten.

Anhang

Nr. 1[34]

1142, Mai. Verzeichnis der bei der Anwesenheit König Friedrichs in Frankfurt vor seiner Reise nach Aachen zur Krönung zugegegen gewesenen Fürsten, Bischöfe, Botschafter, Grafen, Herren und Städteboten. Dazu Verzeichnis der Städteboten, die zum Könige, den Fürsten und Herren wegen des Papstes und des Baseler Konzils abgeordnet wurden, sowie ein solches von den Städteboten, die bei der Rückkunft des Königs von Aachen in Frankfurt versammelt waren. J. R. II, 42.

Die nachgeschreben fursten, bischoffe, botschefte, graven, herren und stede sin zu Franckfordt geweset zu der zyt als unser herre konig Frederich da was und geen Aiche zu siner kronunge zoch.

Zum ersten unser allergnedigster herre der konig mit etwie fast bischoffen, fursten und herren einsteils hernach benant, wale uff M perde, die man nit alle nemlich weiß.

Item unsers heiligen vatters babst Eugenij[35] treffentliche botschaft.
It. babst Felicis[36] treffentliche botschaft.
It. cardinalis Aralatensis[37].
It. cardinalis sancti Calixti.
It. caridnalis Barnorbitanus[38] und ander me des concilij botschefte.
It. der bischoff von Mentze[39].
„ „ „ von Colne[40].
„ „ „ von Triere[41].
„ zwene hertzogen von Sachsen[42].
„ hertzog Ludewig paltzgrave by Rine[43].
„ der margrave von Baden[44].
„ der Bischoff von Wirtzpurg[45].
„ „ „ „ Regenspurg[46].

[98]

It. der bischoff von Augspurg[47].
„ „ margrave „ Röteln[48].
„ „ bischoff „ Kemsehe[49].
„ „ „ „ Gorkeym[50].
„ eyn bischoff.
„ „ mechtiger prelate uß Engelant.
„ „ mechtiger apt.
„ „ mechtige treffenliche botschaft des jungen hertzogen von Saphae[51].
„ der apt von Fulde[52].
„ „ „ „ Seligenstat[53].
„ „ der hoemeister dutschordens in dutschen und welschen landen[54].
„ fast me gebiedere wale uff XI.
„ der domprobst zu Wirtzburg, des bischoffes von Triere bruder.
„ das capitel von Mentze.
„ hertzoge Ludewigs rat von Ingelstat[55].
„ faste epte, prelaten, doctores und botschefte, der namen man nit weiß.
„ hertzoge Henrichen von Beyern botschaft.
„ der hertzogen botschaft von Brunswig[56].
„ des bischofs von Saltzpurg botschaft[57].
„ der apt von Wissenburg[58].
„ der apt von Ochsenhusen[59].
„ der apt von Mulbronne[60].
„ der bischoff von Wormße[61].
„ „ „ „ Spire[62].
„ eyn hertzoge uß der Slesie van der Sagen, genant hertzoge Rudolf.
„ der bischoff von Costentze[63].
„ „ apt von Salmenswile[64].
„ des margraven rat von Brandenburg.
„ der apt von Brunne.
„ eyn Welsch bischoff.
„ der hertzoge von Berge[65].
„ des hertzogen rat von Burgundien[66].

[99]

It. zwene graven Wilhelm van Henenberg, gefurstent grave[67].
„ der bischoff von Utrecht[68].
„ die hertzogynne von Lutzelnburg[69].,
„ der bischoff von Regenspurg[70].

Graven und herren.

It. drij graven von Hanauwe[71].
„ eyn grave von Renecke[72].
„ grave Bernhart, grave zu Solms.
„ grave Heinrich von Swartzburg und grave Henrich, sin sone.
„ grave Johanns graven zu Wertheim.
„ grave Jorge graven zu Wertheim.
„ grave Wilhelm graven zu Wertheim.
„ grave Philipps von Katzenelnbogen.
„ grave Johann von Nassauwe[73].
„ grave Gomprecht von Nuwenare, hofferichter[74].
„ eyn grave von Schauwenburg[75].
„ „ „ von Lyningen[76].
„ „ „ von Lisenecke[77].
„ „ „ von Morse[78].
„ „ „ von Sarwerde[79].
„ herre von Riverschijt[80].
„ grave Henrich von Nassauwe, herre zu Vianden.
„ eyn herre von Saffenberg[81].
„ eyn herre von Renenberg[82] .
„ grave Hans von Bichelingen.
„ zwene graven von Glichen[83].
„ grave Eberhart von Kirchberg.
„ der grave von Wydde[84].
„ eyn herre von Wunnenberg[85].
„ die truchsesser von Walpurg[86].
„ eyn herre zu Eppenstein[87].

[100]

It. eyn herre zu Myntzenberg[88].
„ „ „ von Konigestein[89].
„ Jorge grave zu Henenberg.
„ her Caspar Slicke herre zur Wissenstad.
„ vier graven von Monteffort, Ulrich, Heinrich, Hug und Rudolf.
„ grave Henrich von Wyda[90], herre zu Hauwenstein.
„ zuene graven von Gerauwe[91].
„ eyn herre von Bickenbach[92].
„ eyn herre von Ileberg[93].
„ Conrad herre zu Winsperg[94].
„ her Henrich czu Bappenheim, des heiligen romischen richs erbmarschalk.
„ her Wilhelm von Rechberg.
„ der von Stauff mit zwen sonen.
„ ein grave von Orlemunde[95].
„ schenke Conrat, herre zu Erpach.
„ zwene graven von Wirtenberg[96].
„ grave Henrich von Furstenberg.
„ grave Rudolf von Saltcze[97].
„ eyn herre von Brandes[98].
„ grave Philipp von Renecke.
„ eyn herre von Gernantsecke[99].
„ eyn herre von Lutzelnstein.
„ eyn probst von Uterich.
„ schenke Otto von Erpach.
„ eyn herre von Nipurg[100].
„ eyn herre von Zellekyngen[101].
„ herre Cristoffel von Lichtenstein.
„ eyn herre von Steffel.
„ grave Ulrich von Otingen[102].
„ eyn grave von Hoenloch.
„ grave Sigmunt von Hoenberg.
„ grave Hans von Werdenburg.
„ eyn grave von Helffenstein[103].
„ der Ringrave.
„ grave Hesse von Lyningen.

[101]

It. eyn grave von Assenstein.
„ jungher Diether von Isenburg, herre zu Büdingen.
„ eyn grave von Metsche[104].
„ eyn herre zu Ronckel.
„ eyn herre von Zymmern.
„ zwene graven von Nassauwe, grave Philipps seligen sone.
„ drij graven von Luppe[105].
„ eyn herre von Westerburg.
„ der landgrave von Luchtenberg[106].
„ Rupert grave zu Firnburg.
„ Johann grave zu Ziegenhain.

Der hernach geschreben stede sin diese personen zum ratschlagen gemacht.

Meister Johann von Stommel von Colne.
Johann von Heynbach von Colne.
Ulrich Bocke von Strasspurg.
Der Ingelsteder von Regenspurg.
Der Hangenare von Augspurg.
Her Hanman Offenburg von Basel.
Ulrich Blaweter von Costencze.
Her Henrich von Bornberg von Berne.
Der statschriber von Zurche.
Karle Holtzschuwer von Nurenberg.
Conrat Byerer von Spire.
Der schriber von Hagenauwe.
Walther Ehinger von Ulme.
Ulrich Risch von Oberlingen[107].
Ulrich Neunyng von Heilpronne.
Walther von Swartzenberg.
Wijker Frosche von Franckfurth.

Diese frunde sind uß den steden gemacht zum konige, fursten und heren von des babstes und des concilij wegen zu Basel.

Meister Johan Stommel von Colne.
Der doctor von Lubicke[108].
Her Hanman Offenburg ritter von Basel.
Johann von Spiegelberg von Solotor[109].
Jorge Leo von Ulme.
Hans von Cappel von Costentze.
Glas Schalant von Straßpurg.
Bertolt Folkomer von Nurenberg.
Peter Ergauwe von Augspurg.

Die stede, die zu Franckfurth waren, als uns here konig Friderich von siner cronunge von Aiche quam. Kiliani [iul. 8] anno 1442[110].

Colne
Straßburg
Regenßburg
Aiche[111]
Augspurg
Nurenberg von iren und der von Wissenburg und Windßheim wegen.
Swinfurd.

[102]

Ulme von iren und von der andern stede wegen irer vereyngunge in Swaben.
Nurdelingen.
Dinckelsbohel.
Halle.
Oberlingen.
Lindauwe
Buchhorn.
Rotenburg.
Rotwijl.
Eßlingen.
Rutlingen.
Heilpronne.
Winphen.
Mencze.
Wormße.
Spier.
Franckenfurt.
Frideberg.
Weczlar.
Geilnhusen[112].
Zurche.
Constencze.
Rinfelden.
Schaffhusen.
Basel.
Berne.
Lucerne.
Soleterne.
Swijcze.
Wissenburg.
Hagenauwe von iren und der andern richstede wegen czu Elsaß.
Colmar „
Sliczstad[113]
Lubicke.
Lunenburg.
Molnhausen.
Northusen.


Nr. II.

1439, November 17. Aachen bittet Frankfurt um Nachricht von den Verhandlungen der Frankfurter Tages nach dem Tode des Königs. Orig. Pap.

Unsre vruntlige groisse ind was wir myt alre gunst vermogen. Eirsame, wyse besonder live vrunde. Want wir leyder vernomen haven, wie dat unse alregenedichste ind lieveste here, der romischen kunig, was gestorven ind gode bevolen is seliger gedacht, dat urre stat ind uns ind vort allen duytschen landen ind rychs steden eyne clegeliche ind sware sache is, ind die fursten ind heren ind yre rede ind frunde vast noch bynnen urre stat by eynander ligen ind vast rait ind bedryft, als wir vernomen, under eynander haven, als ir dan wail wissen moigt, so bidden wir urre liefden dienstlich ind begerlich ind op den geloube ind vruntschaff, den eyne gude stat der andere billich bewysen sal, ind wir uch ymmere altzyt gerne ind willentlich bewysen sulden, asverre uns dat fueglich ind moeglich were, uns in heymliger vruntschaff zoschriven by desen unsme boide, asverre uch dat zodoen steyt, eynche zydunge ind ussdracht van den fursten ind heren ind yren reden nu ytzundt by uch ligent, ind wes man sich daruff zo dem besten vermoden soile mogen, want is uns uch umb treflliger veetschaff wille unser stede ytzundt nyet gelegen is, unse vrunde darumb by uch zoschicken, als wir anders gerne gedaen hetten, ind wilt urre guden wille hirynne also an uns bewysen, als wir des eyn gantz betruwen haven ze urre liefden, die unse here got lanck livich ind gesont bewairen muesse. Datum mensis novembris die XVII. anno 1439.

Burgermeister, scheffen ind rait des kuniglichen stoils der stat Aiche.

Adr.: Den vursichtigen, eirsamen burgermeistern, scheffen ind raite der stat zo Franckfurdt, unsen besonderen guden vrunden.

Nr. III.

1440, Januar 8. Aachen bittet Frankfurt um Nachrichten von dem brvorstehenden Wahltage. Orig. Pap.

Unsre vruntlige groisse mit alre gunst ind wat wir liefs ind guitz vermogen. Eirsame, vursichtige, besonder gude frunde. Als nu kortlich nae dat wir verstanden haven, [103] die howirdigen ind hoigeboiren fursten, unse genedige, lieve heren, die kurfursten, off yre trefflige ambasiaeten ind frunde by uch komen ind vergaderen werden, umb zobetrachten ind sich zo bekallen van eyme zokumftigen roimschen kunhige ind andern sachen, der dan in deme heiligen ryche ind der gantzen cristenheit noit is, darvan ir eirsame lieue frunde dan wail ervaren ind verstaen werdt, wes man sich indem besten versien moge, so bidden wir uch fruntlich ind begerlich, uns ur vomemen iud zydunge der sachen, asverre uch dat zodoen steyt, in heimlicher vruntschaff over zoschriven, want wir dat zodanck ind heimlich van uch halden willen inde uren guden wille hirynne also an uns zobewysen, als wir uch des ind alles guetz mit besonderheit zogetruwen ind als eyne gude stat der anderre iii vueglichen Sachen billich zu lieve doen sal, ind wir uch zo lieve altzyt gerne doen sulden in gelychen off meirrer Sachen. Onse here got muesse ure liefden gesparen wailvarend ind gesent in frieden zo langen zyden. Datum mensis ianuarij, die octava anno 1440.

Burgermeister, scheffen ind rait des kuniglichen stoils der stat van Aiche.

Adr.: Den vursichtigen, eirsaraen ind wysen burgermeistern, scheffen ind raide der stat zo Franckfordt, unsen besonderen guden ind lieven frunden.

Nr. IV.

1440, Februar 6. Aachen dankt Frankfurt für die Nachricht von der erfolgten Wahl. Orig. Pap.

Unsen dienst ind fruntunge groisse myt alre gunst ind guden willen. Eirsame, wyse, besonder gude frunde Als ure vursichtige eirberheit uns nu guitlich geschreben hait, wie dat der alredurluchtigste furste ind here her Friederich, hertzouge zo Oesterych etc., seliger hertzouge Ernstis son, unse genedichste hoveste here, zo eyme römischen kuninge van unsen genedigen heren, den kuerfursten, eynhelleclich gekoiren ind verkundiget sy worden up unser lieven vrauwen dach purificacionis nerst ledee etc., so syn wir des sunderlingen vroelich ind wail zofrieden, dat sulch howirdich kuer so lovelich ind eyndrechtlich zogegangen is, hoffend ind wonschend, dat gotz ere, der heiligen cristenheit ind deme ryche daran grois nutze ind frome sy, ind wir dancken urre liefden duysenfalt urre verkundungen ind guden willen, den wir altzyt an uch bevynden i wes wir urre irberheit wiedromb in eynchen Sachen zo willen ind zo lieve vermuchten uns altzyt bereit wissen ure eirbere vursichticheit, die unsr here got altzy wailvarend ind gesont bewaren muesse. Datum sabato ante dominicam Este michi anno 1440.

Burgermeister, scheffen ind rait des kuniglichen stoils der stat Aiche.

Adr.: Den vursichtigen, eirsamen ind wysen burgermeistern ind raide der guder stat zo Franckfurdt, unßn besonderen lieven ind guden frunden.


Nr. V.

1442, April 13. Aachen bittet Frankfurt um Nachricht von der Reise des Königs. Orig. Pap.

Unse fruntunge groisse myt alre gunst ind wat wir altzyt liefs ind guets vermogen. Eirsame, vursichtige, besonder live frunde, Want uns vurkomen ist, dat unse alregnedichste ind lieveste here, der romische kunig etc., gestern avent zu Nurembergk komen soile syn, umb aldae hude dat heylgdom zo sien, ind sich dan vort by uch zo vuegen und alss vort her ave zu komen, als wir dan von Vlochmeyrer verstanden hain, darumb wir daran zwievelen ind uns zu uch vermeiden, dat ir wail eygentlich wissen sult, off syne kunigliche hoigrnaiden ytzundt zo Nurembergk off was die daerumbtrint syn, ind wes man sich [104] eygentlich versien moge van syner kuniglicher zokompst, herwert by uch ind zo desen landen zo komen, ind wie kortlich, daromb wir nu desen unsen boide zo verre liefden schicken, so bidden wir uch eirsame, lieve frunde fruntlich ind begerlicb, uns nu by desen selven unsen boide in guder heymlicheit over zoschriven, wes uch darvan vurkomen ind wissentlich is, in deme uch dat vuegt zo doen. Want ir uns da an ir lieve ind dencklichen doen soilt ind gelych wir uch des ummer zogetruwen ind gerne wieder zo live doen sulden, wes wir uch zo willen vermuchten. Onse here got wille uch altzyt bewaren. Datum mensis aprilis die XIII anno 1442.

Burgermeister, scheffen ind rait des kuniglichen stoils der stat Aiche.

Adr.: Den vursichtigen, eirsamen burgermeistern, scheffen ind raide der stat zo Fanekfordt, unsern besonderen lieven ind guden fruuden.

Nr. VI.

1442, Juni 17. Friedrich verkündet Frankfurt seine in Aachen erfolgte Krönung. Oriff. Pap.

Fridreich, von gotes gnaden romischer kunig, zu allen zelten merer des reichs, hertzog zu Osterreich und zu Steir etc.

Ersainen liebe getruwen. Als wir uns ytzund in disse des heiligen romischen reichs lande gefugt haben, sein wir am freitage nechstvergangen daher gein Ach komen, da wir durch schickunge des almechtigen gotes uff hute unser kuniglicher cronunge zeirheit und wirdikeit durch die erenwirdigen unser lieben neven und kurfursten, die geistlichen, in biewesen der hochgebornen unser lieben oheimen und swagers, auch kurfursten, der werntlicher aller, und vyl anderer fursten, geistlicher und werentlicher, etwevyl ander kunige, fursten und der merglichsten stete zu dem heiligen romischen reiche gehorende botschaft, ersamlichen emphangen und vollenbracht haben, wolten wir nit lassen, sundern euch die da als wir des dheinen zweifei haben, unser erhohung, ere und wirde allezeit gerne erfaren, solichs zu wissen tun durch dissen gein wirtigen unsern diner Hansen von Tirna, der danne euch gelegenheit und eigentschaft solicher zeirheit wol volliclicher erczellen wirdet. Geben zu Ach an nehsten suntag nach sant Viti tag anno domini etc. quadragesimoseeundo, unsers reichs im dritten jare.

Ad mandatum domini regis Heinricus Leuburg doctor.

Adr.: Den ersamen burgermeister, schephen und rate der stat zu Franckfort, unsern und des richs lieben getruen.

Registraturvermerk auf der Vorderseite: der konig sine cronunge dem rade verkündiget.

Nr. VII.

1442, Juni, 21. Bericht Walters von Schwarzenberg über die Rückkehr des Königs nach Frankfurt. Orig. Pap.

Minen willigen dinst zuvor. Eirsamen hern und guden frund. Alz mir uwer eirsame wyßheid haid tun schriben, uwer schrift han ich wole verstanden und lassen uch wissen, alz ich uch vor geschreben han mit uwerm baden, Henchin von Hanawe sc. Also verstee ich noch niet anders, dan daz unser gnediger here der konig werd widder zu uch kommen gen Franckford, wand alle sache, die noch vorhanden sust gewest, die ich vernommen han, dar merer teyle widder by uch gen Franckford bescheiden sint, und waiß noch niet anders in den sachen, dan alz ich uch fare geschreben han, wurd ich aber ichtis anders gewar, daz fore genommen wurd, ich wolle iß uwer weißheid zu stund [105] lassen wissen. Auch alz ir schrybet von lehen, die hern zu enphahen, versten ich noch niet anders, dan unser gnediger her von Mancze sin lehen werd enphahen by uch zu Franckford, wand ich bysonder dar nach gefragt han. Auch versten ich, daz der langrave von Hessen, der marggrave von Baden und myn her von Wirttemburg und andere auch ir lehen werden by uch enphahen. Doch so mocht sich der heren sache uber nacht wenden, und alz ir mir geschreben haid von der juden wegen, were niet neit gewest ir botschaft her abc zu schigkken, alz ich yn daz mit dem vargenenten baden auch geschreben han, doch alz ir mir geschreben hoid uch zu liebe dem rade wil ich gern daz beste tün. Alz ir rorit in uwern Schriften, von der herzogen wegen von Burgonie, dar an ist nicht yß, hand sich anders wilde leyffe erlaufen zu Ache, die ich uch niet alle geschreben kan, alz ich uch abgotwil her noch wole sagen wil. Yß sint auch von velen erbern stetten driftige batschaft hie zu Kolne, by den muß ich etliche sache wortten, alz wir dan hie heym gescheyden sin. Ich hoffe allis gutte, da mit eyn gute nacht. Geben zu Colne uff sant Albans tag anno 1442.

Walther von Schwarezenberg der alde.

Adr.: Den ersamen, fursichtigen und wysen, den burgermeistern, scheffen und raid zu Franckford, mynen lieben heren und bysonder guden frunden.

Registraturvermerk auf der Vorderseite: Walther von Colne.

Nr. VIII.

1442, Juli 8. Bericht der Aachener Deputierten über ihren Aufenthalt in Frankfurt an Bürgermeister und Rat ihrer Stadt. Orig. Pap.[114]

Eirbere, vursichtige, Iieve vrunde; Wir erbieden onsen willigen oitmoedigen dienst so uch mit alle deme, des wir vermogen. Ind begeren urre liefden zowissen, dat wir gesteren des satterstaigs zavent zo Franckefurdt quäemen, dar onse genedige here der kunig ouch yrst komen was, vandor zyt, dat he van heyme was gescheiden. Ind hait zo Wesebaden gelegen ind gebait ind gerast. Ind zo Franckefurdt en synt noch egeyne fursten noch heren, dan myn here van Triere ind myn here van Mentze is byderhant zo Hoesteyn. Ind myn here van Coelne is noch dar neden, den sayt man, dat nyest daigs her up werde komen. Doch so is ons zo Franckefurdt laissen verstaen, dat vander geistlicheiten wail drywerff me volcks hie sy, dant vurwas. Mer wir enkonnen uch ytzund egeyne Sachen geschriven, die hie gehandelt mogen werden, doch soilen wir onse sachen vur uns nemen ind die ernstlich vervolgen, dat beste dar in zodoen na alle onser maicht. Ind wir en vernemen noch egeyne zydunge van enss genedigen vrunden van Borgonien darumb off ir yet verneympt, dat wilt ons over schriven mit den yrsten dat ir kundt, dat selfft werden wir uch onch schriven, off wir yet sunderlings vernemen. Got beware uch altzyt. Gegeven des sondaigs op Kyliani under segel myn Bucks, anno etc. [14]42.,

Lambrecht Buck burgermeister, Goitschalck von Hokirchen scheffen ind Johannes Hartman etc.

Adr: Den vursichtigen, eirberen, onsen besondern lieven heren ind vrunden, burgermeistern, scheffen ind raide des kuniglichen stoils der stat Aicha.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Mitteilungen des Vereins für Kunde der Aachener Vorzeit [Mitteilungen] Bd. I, S. 52 ff. – Vgl. auch Dresemann, Zur Geschichte der Reichsstadt Aachen im XIV. Jahrhundert, mit Bezug auf Kaiser und Reich SS. 8 und 43.
  2. (82/1) Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins [ZAG] Bd. VI, S. 271 ff. u. Bd. VII, S. 284 ff.
  3. ZAG Bd. XVII, S. 211 ff. — In den Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein [AHVN] veröffentlichte J. Baader den Bericht des Ritters Ludwig von Eyb über des Römischen Königs Maximilian Krönung zu Aachen im Jahre 1486 (Bd. XV, S. 1 f.).
  4. ZAG Bd. IX, S. 211 ff.
  5. Mitteilungen des Instituts für österr. Geschichtsforschung Bd. XVII, S. 584 ff. aus Cod. mus. brit. 16592 (v. Liebenau hatte 1884 nach der Berner Hs. A. 45 ein Bruchstück des Berichts ediert.)
  6. Vgl. Deutsche Städte-Chroniken Bd. III, S. 363 f.: und als nu die colecten auß waß, nam derselb pfarrer (zu sant Sebolt) flaß und werck und zünde das an, ließ eß prynnen und sprach mit lauter stymme: „allerdurchleuchtigister kunigk! also zergeet die eer der werlt.“ Weil im christlich-germanischen Mittelalter die Religion den richtigen Maasstab für alle Werte lieferte, war ihm eine byzantinische Überschätzung der Majestät fremd. Ohne die Stützpunkte fester religiöser Überzeugungen kann weder bei Individuen noch bei Völkern eine wahrhafte und vor allem freie Wertschätzung der Autorität bestehen. Erst nachdem die Neuzeit die religiöse Grundlage der deutschen Volksseele erschüttert und verödet und an die Stelle der Ehrfurcht gegen Gott und göttliche Ordnung im Staatsleben die Menschenfurcht und den Egoismus gesetzt hatte, kam die blinde abgöttische Verehrung der Majestät empor, die im Absolutismus ihren Ausdruck und in der Revolution zum Teil ihr Ende fand.
  7. Die Feierlichkeiten während des elftägigen Aufenthalts in Frankfurt, besonders anlässlich des Frohnleichnamszuges am 31. Mai, schildert der Berichterstatter nicht. Weil sie für den Charakter der Krönnngsfahrt bezeichnend sind, gehen wir auf sie hier etwas näher ein, und zwar an der Hand von Aufzeichnungen aus dem Frankfurter Stadtarchiv, die uns im Original vorgelegen haben. (Vgl. J. Janssen, Frankfurts Eeichskorrespondenz Bd. II, S. 45.) Die Feier des Frohnleichnamsfestes war aus Anlass der Anwesenheit des Königs von solcher Schönheit und Herrlichkeit, „des gliche zu Frankenfurt nye gehord oder gesehen als uff dasmale in mentschen gedechtnis was“. Das hl. Sakrament trug der Erzbischof von Köln, angethan mit kostbaren Ornamenten, die der Erzbischof von Mainz ihm zur Verfügung gestellt hatte. Seine unmittelbare Umgebung bildeten während der Prozession die Grafen Hans von Wertheim und Reinhard von Hanau, seine Weinbischöfe und zwei Prälaten. Der Kämmerer von Mainz, ein Kanonikus, trug vor ihm das Kreuz, sein Vikar, Johann de Lesura, den Bischofsstab. Vier Grafen trugen den Baldachin. Hinter der anderen Geistlichkeit gingen zunächst vor dem Sakrament die Sänger des Königs, „die gar hoffelichen gesang sangen“. Hinter den Heiligtümern, die der König hatte nach Frankfurt bringen lassen und die von den Sängern getragen wurden, folgte dieser selbst, in einer Kleidung und einem Schmucke, deren Wert man auf 25 000 Gulden schätzte. Vor ihm schritten der Herzog von Sachsen mit dem Schwerte, zu beiden Seiten die Erzbischöfe von Köln und Trier und hinter ihm die Bischöfe von Regensburg, Augsburg, Chiemsee, von Gurk und viele andere Bischöfe, Prälaten, Äbte und sonstige Scharen Der Zug glänzte im Farbenspiel seidener Gewänder und kostbaren Schmuckes. Zehn Mitglieder des Rats von Frankfurt, umgaben mit ihren Richtern, Dienern und Spähern, die Stangen trugen, das Allerheiligste und den König, um fn Andrange des Volke, zu wehren. Es verlief aber alles „so erberclich und ordenlich, das iß groß zu loben und czu prisen was“. Auch die geistlichen Orden beteiligten sich mit ihren Heiligtümern gegen ihre sonstige Gewohnheit an der Prozession, desgleichen die Zünfte.
  8. Die Schiffe stellten die Erzbischöfe von Main« und Trier. Eine Aufzeichnung im Frankfurter Stadtarchiv: „Königliche abreiß zur erönung“ schildert sie als gross und herrlich. Der König benutzte das geräumige Marktschiff, das wohl Eigentum der Stadt war. Auch sogenannte Küchenschiffe gehörten zur Flotille, die aus etwa einem Dutzend Fahrzeugen bestand. Unter den fröhlichen Weisen der Spielleute, die sich an Bord befanden, stiess man vom Lande. Die Pferde wurden auf dem Landwege über Limburg nach Bonn geschafft. (Vgl. J. Janssen a. a. 0. Bd. II, S. 48.)
  9. Die Fahrt hatte somit 4 Monate und 12 Tage in Anspruch genommen. Die Entfernungen zwischen den Haltepunkten sind im Itinerar regelmässig in Meilen angegeben. Die von Seemüller mit anderen Itineraren angestellte Vergleichung ergiebt für den Begriff Meile das Maas von zwei Gehstunden. Es entspricht unserer Meile = 7,5 km. Die zu Pferde zurückgelegte Strecke betrug täglich im Durchschnitt 15 bis etwa 40 km. Man mutete sich und den Pferden also nicht gerade zu viel zu, aber es müssen dabei die damaligen Wegeverhältnisse in Betracht gezogen werden. Nachdem die schönen dauerhaften Strassen der Römer gänzlich in Verfall geraten waren, schleppte man sich das ganze Mittelalter hindurch mühselig auf schlechten, teilweise ungebahnten Wegen fort. Friedrich Ludwig hat „die Reise- und Marschgeschwindigkeit im 12. und 13. Jahrhundert“ zum Gegenstande einer Untersuchung gemacht. Seine Ermittelungen sind auch für das 14. und 15. Jahrhundert massgebend, da der sich gleich bleibende Zustand der Strassen, dem in der neueren Zeit erst Napoleon durch Anlage eines musterhaften Strassennetzes in Mitteleuropa ein Ende machte, keine nennenswerten Unterschiede in der Schnelligkeit zuliess. Aus Ludwigs Zusammenstellungen.ergeben sich 20 bis 30 km als durchschnittliche Marschgeschwindigkeit für den Tag, die allerdings in einzelnen Fällen bedeutend höher war. So weist z.B. das Reisebuch Friedrichs Barbarossas für Reisen in Deutschland 90 km in 1½–2 Tagen als höchste Leistung, 17 km als Mindestdurchschnitt für eine halbjährige, ununterbrochene Reise auf; für die Alpenübergänge nach Italien sind 20.28 km, in umgekehrter Richtung 33 km nachgewiesen; bei den zahlreichen Märschen in Italien wurden durchschnittlich 25–30 km zurückgelegt. Nicht wesentlich verschieden hiervon waren die aus den Reisebüchern der französischen Könige und der Päpste festgestellten Ergebnisse. Die Marschleistungen der Kreuzfahrer sind meist erheblich niedriger, weil den Führern das Land unbekannt und die Wege noch schlechter waren, als in der Heimat.. Zu schiff legte König Friedrich bei seiner Fahrt auf Main und Rhein täglich 35–50 km zurück, je nach dem das Reiseziel gesteckt war. Für die Wasserfahrten hat Friedrich Ludwig einen Durchschnitt nicht ermitteln können, da sie vorwiegend aus Küstenfahrten bestnanden und jede Angabe darüber fehlt, in welchem Umfange man der Küste folgte oder die Einbuchtungen durch eine gerade Linie abschnitt; sodann übten hier die Witterungsverhältnisse, Windrichtung, Seegang u. s. w. einen für uns nicht mehr nachweisbaren Einfluss auf die Fahrgeschwindigkeit aus. So legte Kaiser Friedrich II. an den Küsten Italiens durchschnittlieh nur 35—43 km zurück, während auf seinem Kreuzzuge der mittlere Durchschnitt 79 Kilometer beträgt. Bei Papst Alexander III. beträgt der Durchschnitt für längere Strecken 40–50 km. Das Reisebuch des Abtes Nikolaus von Tingayrar, der 1151—1154 eine Wallfahrt von Island nach dem heiligen Lande unternahm, ergiebt 145–150 km täglich für die Fahrt auf hoher See, 190 km für die Fahrt um Island und von Island nach Norwegen. Grössere Stetigkeit zeigen die Flussfahrten. Papst Innocenz IV. brauchte im November 1244 für eine Strecke von 100 km rhoneaufwärts bis Lyon drei Tage und der Abt Bernhard von Clairvaux im Dezember 1146 für Zurücklegung der Fahrt von Strassburg bis Speier (103 km) die nämliche Zeit. Mit ungewöhnlicher Schnelligkeit reiste Friedrich Barbarossa, als er sich nach seiner Wahl von Frankfurt nach Aachen zur Krönung begab. Am 6. März 1152 von Frankfurt aufbrechend, reiste er zu Schiff main-rheinabwärts bis Sinzig (135 km) und ritt von da nach Aachen (90 km), wo er am 8. ankam; er kann also kaum mehr als 1½ Tage für die Flussfahrt von Frankfurt nach Sinzig gebraucht haben. – Eine hervorragende Reiterleistung, die den heutigen Distanzritten gleichwertig ist, finden wir m einem Briefe in aus dem Ende des 17. Jahrhunderts verzeichnet. Joannes Beckum schreibt von Frankfurt aus am 28, Juni 1678 an „Leonard Dautzenberg, capitaine d'infanterie du regiment de la ville d’Aix-la-Chapelle à Cologne, in der Brewergaffel“, dass er „die Reise von Cöllen bis Mayntz reitend in 2 tag hab verrichten müssen“. Der Ritt hatte ihn alledings derartig angegriffen, dass man ihn vom Pferd heben musste, weil ihm „händt und fues ubeimaßig geschwollen“. (Kriegsakten im Aachener Stadtarchiv.)
  10. Vgl. das unter Nr. I im Anhang abgedruckte Verzeichnis der bei der Anwesenheit Friedrichs in Frankfurt vor seiner Reise nach Aachen zur Krönung zugegen gewesenen Fürsten, Bischöfe, Botschafter, Grafen, Herren und Städtebote etc., das eine Vorstellung von der Menge der Notabilitäten giebt, die der König um sich versammelte. Es ist nicht nur für die Frankfurter, sondern auch für die Aachener Ortsgeschichte von Wert,da die Mehrzahl dieser Standespersonen an dem Krönungsakt teilnahm. Wir geben es mit einigen Abweichungen von dem Abdruck bei J. Janssen (a.a.O. Bd. II, S. 42) wieder und mit Feststellung der Namen, soweit sich diese ermöglichen liess.
  11. Über „den wichtigsten staatsrechtlichen Akt“ vgl. Köpke-Dümmler, Kaiser Otto der Grosse S. 27.
  12. Die Regierung der Reichsstadt Aachen hatte sich bei Zeiten über den Thronwechsel und die aus ihm sich ergebenden Vorgänge unterrichtet, und zwar durch Korrespondenz mit Frankfurt. Am 27. Oktober 1439 war König Albrecht II. gestorben und am 17. November desselben Jahres bat Aachen Frankfurt um Nachricht von den Verhandlungen des Frankfurter Tages, der noch zu Lebzeiten Albrechts zusammeberufen worden war. (Vgl. Anhang Nr. II.) Am 25. November antwortete Frankfurt, dass die Gesandten des Königs und der Fürsten auf die Kunde vom Tode des Königs Frankfurt verlassen hätten, und dass der Erzbisehof von Mainz vorhabe, einen Wahltag auf den 25. Januar 1440 zu berufen. Am 8. Januar dieses Jahres ersuchte Aachen Frankfurt um Nachrichten von dem bevorstehenden Wahltage. (Vgl Anhang Nr. III.) Am 2. Februar meldete Frankfurt an Strassburg, Ulm, Aachen und Nürnberg die an diesem Tage vollzogene Wahl Friedrichs von Österreich zum Römischen König. Am 6. Februar sprach Aachen seinen Dank für die erhaltene Nachricht von der erfolgten Wahl aus. (Vgl. Anhang Nr. IV.) und am 13. April 1442 erbat sich Aachen von Frankfurt Mittheilung über die Reise des Königs. (Vgl. Anhang Nr. V.)
  13. Für diese Sitte führt Seemüller noch die Angabe eines andern Begleiters des Königs, Georg Scharadocher, an: „Item kunig Fridrich het ain valbs ros. Darauf ward er Romischer kunig. In welich reychsteten er rayt und so er für dy herborg kam, so was der statknecht und schergen gerechtigkait, das sy das ros namen." (Oefele, SS. rer. Boic. I, 317 a.) Nach diesen Zeugnissen zweier Augenzeugen ist die Angabe in den Deutschen Städte-Chroniken Bd. XII, S. 365, Anm. 4 wohl irrtümlich: „Wenn der König in Aachen einritt, so gehörte das Pferd dem Cölner Erbmarschall.“ Nach anderen Bestimmungen „reiten Bürgermeister und Rat dem einziehenden König innerhalb der Bannmeile, die Canonici gehen ihm bis ans Thor entgegen, mit St. Carls heuft“. Nach ihr „erhält der Stadtpförtner des Königs Ross, dieser besteigt ein neues, das an der Pforte des Münsters dem Vogt von Aachen verfällt“. (Loersch, Aachener Chronik aus einer Handschrift der königlichen Bibliothek in Berlin. AHVN Bd. XVII, S. 1 ff.) — Über das Recht des Erbmarschalls des Erzstiftes Köln, das Pferd in Empfang zu nehmen, das der Kaiser ritt, wenn er in Aachen gekrönt wurde, vgl. Giersberg. Das Erbmarschallamt im ehemaligen Erzstifte Köln (AHVN Bd. XXVI, S. 319 f.)
  14. Der Verfasser des Itinerars giebt an dessen Schluss (a. a. 0. S. 659 ff.) die Namen der Fürsten, Prälaten, Grafen, Freiherren, Ritter und Knechte an, die als Hofgesinde und Diener des Königs in Aachen einzogen. Es waren im Ganzen 184 Personen. Dazu kamen viele der im Frankfurter Verzeichnis Genannten. Aus dem Bericht des Johann Burn von Mohausen (ZAG Bd. IX, S. 213 f.) erhalten wir weitere Angaben über die Aachen für einige Tage füllenden Scharen. Den Herzog Friedrich II. von Sachsen begleiteten 32 Ritter, 80 Schützen, 40 Fusssoldaten, 40 Bannerträger und anderes Volk. Das Gefolge Ludwigs IV., Pfalzgrafen bei Rhein, bestand ausser anderen Persönlichkeiten aus 700 Reitern, das des Herzogs Gerhard von Jülich und Berg aus 400, das des Erzbischofs von Köln, Dietrich II. von Moers, aus 600 Reitern. Den Bischof von Lüttich, Johann VIII. von Heinsberg, der in der Frühe des 15. Juni in Aachen eingetroffen war, begleiteten 600 Reiter, den Markgrafen Friedrich II. von Brandenburg, der erst am 16. Juni eintraf, 400 Reiter. Auch die vier Bettelorden, alle Schüler und Chorherren und die gesamte Priesterschaft Aachens befanden sich in dem Zuge. Diesen eröffnete das Gefolge des Herzogs von Sachsen, dann kam der Pfalzgraf mit seinen Mannen, hinter diesen der Herzog von Berg, ferner die Schar der Ordensbrüder, der Schüler, Chorherren und Kleriker aus Aachen mit dem Haupte Kaiser Karls und dann der König, angethan mit unverdecktem Panzer, einem goldenen Gürtel mit goldenem „Messer“, mit goldenem Halsband, das Haupt bedeckt mit einem weissen Schaubhut. Vor ihm ritt der Kurfürst von Sachsen in vollem Harnisch, das entblösste Schwert in der Faust. Neben dem König ritten die Erzbischöfe von Mainz, Dietrich I. von Erbach, von Köln und von Trier, Jakob I. von Sirk, und hinter dem König viele andere Bischöfe und Herren, „wol mit tawsend pfärden“. — Vgl. die Angaben über den glanzvollen Einzug Karls V. bei Robert Roesler, Die Kaiserwahl Karls V., S. 229 f. Roesler verwechselt die Büste Karls des Grossen mit der Riesenfigur. (R. Pick, Aachener Sitten und Bräuche in älterer Zeit in Rhein. Geschichtsbl., 2. Jahrg., S. 309 Das Umtragen der Riesenfigur Karls des Grossen.)
  15. Diese kirchlichen Empfangsfeierlichkeiten deutet das von Hansen herausgegebene Kölner Ceremoniell an (ZAG Bd. IX, S. 212). Die darauf bezügliche Stelle lautet in der Übersetzung: „Sobald der römische König die Thore der Stadt Aachen erreicht hat, zieht der Herzog von Sachsen oder der Ritter, welcher das Schwert vorträgt, dieses aus der Scheide und schreitet vor ihm her bis an den Thüren der Kirche. Dort wird der König vom Klerus empfangen und in das Chor geführt. Beim Eintritt in die Kirche stösst der Träger des Schwertes dieses in die Scheide. Aus der Kirche begiebt sich der König in seine Herberge.“ Als Herberge diente den Königen bis zum Ende dos 13. Jahrhunderts die ihnen gehörige Pfalz. Diese verfiel in der genannten Zeit und wurde unbenutzbar. Albrecht I. wohnte bereits in der Propstei; dasselbe dürfen wir wohl auch von den meisten nach ihm in Aachen gekrönten Königen annehmen; von Siegmund und Karl V. steht es fest. Die Propstei nahm die Stelle der heutigen Kanonikatshäuser auf dem Klosterplatz (Jakobstrasse) ein. (Siehe R. Pick, Aus Aachens Vergangenheit S. 370.) In dem auf der Stätte der verfallenen Pfalz (aula) etwa in den Jahren 1334 bis 1350 erbauten Rathause hatten die Könige ein Zimmer, das sie vor dem Festmahl zum Umkleiden benutzten (Pick a. a. O. S. 295).
  16. Vgl. Ouix, Münsterkirche S. 17 ff.
  17. Vgl. Eberhard Windock, Historia imp. Sigismundi (bei Mencken, SS. rerum Germanicarum Bd. I, Sp. 1285f.) Auf seinem Bericht beruht die Darstellung bei Haagen, Geschichte Achens Bd. II, S. 48 ff. Ferner finden wir Angaben über den Aufruhr in dem Bericht des Vertreters der Stadt Frankfurt, Walter von Schwarzenberg, über die Anwesenheit des (zu krönenden) Königs in Aachen und über dessen Rückkehr nach Frankfurt. (Vgl. J. Janssen a. a. O. Bd. II, S. 47)
  18. Auf einen im Chor des Münsters errichteten Königssitz.
  19. Die Kogel, ein im Hochdeutschen veraltetes, aber noch in einigen oberdeutschen Gegenden übliches Wort, das eine Art Kopfputz, besonders des weiblichen Geschlechts, bezeichnet; er hatte eine kugelförmige Gestalt und wird deshalb von ältern Schriftstellern Gugel oder Kugel genannt, besonders wenn es sich um die Kappen, wie sie z. B. die Mönche, die Bergleute u. a. an. ihren Kleidern trugen, handelte. (Vgl. Johann Christoph Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart. Leipzig 1796.)
  20. Die Schicksale der deutschen Reichskleinodien sind wechselreich und teilweise noch dunkel. Nach allgemeiner Annahme kann man unter den Karolingern an eigene vererbliche Reichsinsignien kaum denken. Erst unter den Sachsenkaisern, besonders unter Otto dem Grossen, tritt eine zuverlässige Kunde von solchen auf. Bis zu den Tagen der Hohenstaufen bewahrte joder der gekrönten Besitzer die Insignien an eignem Orte auf; so werden genannt unter den sächsischen Kaisern: Merla oder Tilleda und Kyffhausen; das Reichsschloss zu Nürnberg, die kaiserliehe Pfalz Hagenau im Elsass, Unter den Hohenstaufen das feste Reichsschloss Trifels, welches die Auszeichnung bis zum Interregnum genoss. Friedrich II. verlor bei dem Überfall zu Vittoria einen Teil der Krönungsinsignien an die Bewohner von Parma; ein anderer Teil ging durch Brand während der Anwesenheit Wilhelms von Holland in Aachen zn Grunde. Erstere ersetzte Friedrich II. aus Sicilien, woher die sarazenischen Ornamente und Inschriften auf den deutschen Rcichskleinodien sich erklären, letztere liess Richard von Cornwallis für seine Krönung aus England kommen (vgl. AHVN Bd. XXXV, S. 77 f.) Rudolf von Habsburg brachte sie auf sein festes Schloss Kyburg in Sicherheit; Albrecht I. liess sie dort. Dann hatten sie vielerlei Aufenthaltsorte: unter Ludwig dem Baiern in München, unter Karl IV. auf dem Hradschin zu Prag, unter Wenzel auf Schloss Karlstein in Böhmen, unter Siegmund gar in Ungarn. Das erregte jedoch den Unwillen der deutschen Fürsten und auf ihr Andringen wurden sie 1424 von zwei Nürnberger Ratsherren nach Nürnberg gebracht. Hier ruhten sie unangefochten, obschon oft Gegenstand des Streites zwischen Nürnberg und Aachen (vgl. AHVN H. XVIII, S. 73 f.), bis zum Jahre 1796, wo sie von den Franzosen unter Jourdan, der Befehl hatte, sich ihrer um jeden Preis zu bemächtigen, so eben gerettet und nach Prag geschafft wurden. Dann ruhten sie lange zu Regensburg und 1818 fanden sie ein Unterkommen in der Hofburg zu Wien. Im Jahre 1848 verlangte eine Deputation der revolutionären Aula ihre Herausgabe, um sie der Nationalversammlung zu Frankfurt zu überbringen. Dies Verlangen wurde zurückgewiesen. Jetzt beruhen sie in der k. k. Schatzkammer. Die Zahl der Insignien wird verschieden angegeben. Mit den drei (ein mit Gold beschlagener und mit Steinen besetzter Säbel ohne Gehänge, ein kostbares Kapsel mit den Reliquien des hl. Stephanus und ein Evangelienbuch), die sich bis zum Jahre 1794 in Aachen befanden, sind es ihrer siebzehn Stück. Die drei wurden von dem Krönungsstift im Jahre 1794 zuerst nach Belgien, dann nach Paderborn und 1798 nach Wien geschafft, wo sie noch heute beruhen. (Vgl. L. Stacke, Deutsche Geschichte, 4. Aufl., nach S. 312; R. Wilmanns, Die Schicksale der Reichskleinodien und des Kirchenschatzes des Aachener Krönungsstiftes während der französischen Revolution in Zeitschrift für preussische Geschichte und Landeskunde Jahrg. 9 (1872), S. 178 ff.; Hansen in ZAG Bd. XI, S. 160 ff.) – Den Krönungsinsignien wohnte zur Zeit des mittelalterlichen Kaisertumes eine tiefe symbolische Bedeutung inne. An sie war die königliche Machtfülle und Majestät geknüpft. Nur dadurch, dass dem gekürten Mann das Schwert um den Leib gegürtet, die Krone auf das Haupt gesetzt, Speer und Szepter in die Hand gegeben wurden, ward sein deutsches Königtum geschaffen. Ohne die Ceremonie, zu der vor allem auch das Besteigen der sedes regia gehörte, war er nicht König und vermochte nicht eines seiner Königsrechte auszuüben. Als Hüterin dieser Beichkleinodien war Aachen die bevorzugteste Stadt im Reich und wem sie, wie Otto IV. und Ruprecht von der Pfalz, den Zutritt zu ihnen verwehrte, der war nur dem Namen nach ein, deutscher König. Es verlor an Ansehen, als – seit 1531 – sein ehrwürdiger königlicher Stuhl verwaist blieb und die Krönungen – seit 1562 – in Frankfurt stattfanden.
  21. Bezüglich des Krönungsrituals vgl. St. Beissel S.J., Der Aachener Krönungsstuhl (ZAG Bd. IX, S. 14 ff.). Diese vortreffliche Abhandlung enthält vier Teile: I. Der Thron bei der Krönung der deutschen Könige. – II. Die Stadt Aachen als Königsstuhl. – III. Sinn und Wert der Erhebung der Könige auf den Thron von Aachen. – IV. Der heute auf dem Hochmünster befindliche Marmorstuhl. – So erschöpfend diese Abhandlung auch ist, so lässt sie doch die Frage offen, ob „die beiden, durch Schönheit und Reliquieninhalt ausgezeichneten Säulen“, die in Beziehung zu dem zu dem Königsstuhl standen, „an jene freistehenden Erzsäulen erinnern sollten, welche Salomon am Thore seines Tempels aufstellte“ oder „ob sie Bogen und Gebälk tragen, wodurch die Empore über der Vorhalle abgeschlossen wurde“ (a. a. O. S. 41). Die von Herrn Privatdozent Buchkremer in einer Sitzung des Aachener Geschichtsvereins (12. April 1899) ausgesprochene Ansicht, dass die beiden Säulen die vor dem Königsstuhl stehenden zwei Säulen des Oktogons gewesen seien, scheint uns aus den Nachrichten des Geschichtsschreiber nicht gefolgert werden zu können. Widukinds von Corveys Angabe (Mon. Germ. SS. III, p. 438) über den Königsstuhl in seinen „Sächsischen Geschichten aus Anlöass der Krönung Ottos I. im Jahre 986 lautet in der Übersetzung; „Da nun die Weihe, wie sich gebühret, ständig vollendet war, ward er (Otto) von oben denselben Bischöfen zum Thron geführt zu welchem man auf einer Wendeltreppe hinanstieg. Er (der Thron) war zwischen zwei marmornen Säulen von herrlicher Schönheit errichtet, von wo aus der König alle sehen und wo er selbst von allen gesehen werden konnte.“ Petrus à Beeck (Aquisgranum S. 159) sagt aus Anlass der Krönung Karls V. im Jahre 1520: „Der König steigt auf einigen Marmorstufen empor und wird von den Kurfürsten auf einen weiten Stuhl von demselben Marmor gesetzt, der vor dem Altar der heiligen Apostel Simon und Juda zwischen zwei Säulen auf erhöhtem Platze stand, wo er von allen gesehen worden und er selbst alle sehen konnte.“ Aus der Urkunde, durch die der Aachener Propst Wilhelm von Drachenfels im Jahre 1207 in der Marienkirche ein stets brennendes Wachslicht zu Ehren der Apostel Simon und Juda stiftet, scheint hervorzugehen,, dass die Säulen vor dem Königsstuhl standen, dass es also vielleicht zwei Säulen des Oktogons gewesen sein können (Lacomblet, Urkundenbuch Bd. II, S. 12). Aber die Präposition „ante“ bedarf in dieser Urkunde bezüglich ihrer Bedeutung genauer Prüfung. Im mittelalterlichen und auch im klassischen Latein heisst „ante“ nicht unbedingt „vor“, sondern beispielsweise auch „nach vorn“, während bei der Präposition „inter“ eine andere Bedeutung als „zwischen“ ausgeschlossen ist. Die beiden Säulen standen nach unserer Meinung frei zu beiden Seiten des Königsstuhls. Im Anschluss daran möchten wir auch zur Erörterung einer anderen zum Königsstuhl in Beziehung stehenden Frage etwas beitragen. Sie betrifft den Platz des Simon- und Judaaltars. Dieser wurde im Jahre 1225 von dem Kardinal-Legaten Konrad geweiht „in honore ss. apostolorum Symonis et Jude ac b. Karuli regis“ (Lacomblet a. a. O. Bd. II, S. 12, Anm. 4). Eine Ansicht geht dahin, dass der Altar vor dem Königsstuhl hinter dem Gitter des Hochmünsters auf der 70 cm breiten Auskragung gestanden habe. Dieser Platz scheint uns für einen Altar etwas schmal und auch ungewöhnlich zu sein. Ausserdem war das Messelesen an ihm erschwert, da dem Priester nur das Thürchen des Gitters, das nach dessen Öffnung den Altar rechts und links zum Teil deckte, Zutritt zum Altare liess. Wir glauben, dass dieser vor dem Gitter gestanden hat. In den Aufzeichnungen des Syndicus Pell zu einer Ausgabe des Noppius von 1632 heisst es: „Der Simonis- und Judaaltar stunde vor den Konigenstuhl über das Gegitter“ Diese Stelle ist etwas unklar. Ihr Verständnis erleichtert der Satz bei Quix, Historische Beschreibung der Münsterkirche S. 35: „Dieser Altar war unter der ehemaligen Orgel vor dem sogenannten Königs-Stuhl.“ Die Orgel konnte sich aber in keinem Falle über das Gitter hinaus erstrecken.
  22. Nach Erteilung des Ritterschlages „nahten sich zwei Vertreter des Aachener Kapitels und zeigten dem Gekrönten an, jeder deutsche König pflege gleich nach seiner Weihe zu ihrem Mitkanonikus aufgenommen zu werden und einen althergebrachten Eid zu leisten; auch er möge sich dem uralten Gebrauch fügen, den Eid leisten, dadurch die Kirche zu Aachen in seinen Schutz nehmen und sie bei ihren Gerechtsamen erhalten“ (St. Beissel a. a. O. S. 22), Die Sitte, dass der König ein Kanonikat in Aachen annahm, „dürfte — nach Beissel — wohl in der Gewohnheit Karls des Grossen, mit der Geistlichkeit seiner Pfalzkapelle das Chorgebet zu verrichten, seinen Ursprung finden.“ Wie alt sie ist, lässt sich nicht feststellen. Doch „bestand die Stelle der beiden Vikare, welche die Obliegenheiten des Königs beim Chordienst versahen und die Einkünfte seiner Präbendo bezogen, lange vor 1318“ (a. a. O. S. 23).
  23. Nach R. Pick, Aus Aachens Vergangenheit S, 295, begaben sich die Könige und ihr Gefolge auf der inneren Stiege des Rathauses, die übrigen Festteilnehmer aber auf der Treppe des Marktturmes, wenigstens zeitweise, zu den Festlichkeiten auf den Kaisersaal.
  24. Über die Tischordnung vgl. ZAG Bd. IX, S. 212 und Joh. Hub. Kessel, Das Rathaus zu Aachen S. 78 ff.; bezüglich des Auftragens der Speisen vgl. R. Pick a. a. O. S. 295 und 298 f.
  25. Dem heidnischen Germanenheer deuteten heilige, fahnenartig an Speerstangen, befestigte Zeichen die persönliche Anwesenheit des Kriegsgottes Ziu, des Mars Thingsus an. Auf diese symbolische Bedeutung der Fahnen bezog sich die Bezeichnung als bandva (Signum), woraus durch Vermittelung der romanischen Sprachen unser Banner abgeleitet ist. Im spät-mittelalterlichen Reichsheer zerfiel das Heer in die einzelnen Kontingent, deren Herren als Bannerherren ein eigenes von dem Beichsbanner verschiedenes Banner führten. Bei den Belehnungen weltlicher Fürsten war das Banner, die an der Speerstange befestigte Fahne, das Investitursymbol, das Wahrzeichen des königlichen Hoheitsrechtes, das übertragen wurde.Die weltlichen Fürstentümer wurden zu „Fahnenlehen“. (R. Schröder Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte SS. 81, 387 499) Die Erteilung der „Fahnenlehen“ bot eine Veranlassung der öffentlichen Darstellung königlicher Majestät und war bei jeder Krönung das grösste Fest. Wir schildern sie hier mit den Worten Gustav Freytags, die bei ihrer mustergültigenAnschaulichkeit eine nicht vertragen, „Auf dem Platz der Reichsstadt (in Aachen auf dem heutigen Markt) wurde ein gerüst errichtet, mit breiten Stufen, es musste unter freiem Himmel stehn und es musste umritten werden können. Darauf der Kaiserstuhl und die Sitze der Kurfürsten, alles mit schönen Teppichen und golddurchwirktem Stoff bedeckt, in der Nähe waren Ankleidezimmer für den Kaiser und die Kurfürsten. Zur bestimmten Stunde kam der Kaiser mit den Kurfürsten und grossem Gefolge angeritten, stieg bei seinem Ankleidezimmer ab (hier vor dem Rathaus) und legte den schweren goldenen Kaisermantel und die Krone an. Dann schritt er im Kaiserschmuck und der Krone mit grossem Zuge auf das Gerüst und setzte sich auf den Kaiserstuhl, weit sichtbar, sehr stattlich; zur rechten und zur linken Hand sassen die Kurfürsten, welche die Reichskleinodien im Zuge getragen hatten: Mainz das Evangelienbuch zum Schwur, Sachsen das Schwert, Brandenburg das Szepter, Rheinpfalz den Reichsapfel. Darauf ritt, bis dahin unsichtbar, der Rennhaufe des fürstlichen Vasallen heran, der das Lehn erhalten sollte. Es waren seine Vasallen und Reisigen, in seine Farben gekleidet, die Edelleute darunter in Sammt mit Federn, alle kleine Fähnlein in den Händen oder auf den Häuptern der Rosse; in der Mitte aber führte der Haufe die rote Rennfahne, die auch Reichsfahne oder Blutfahne genannt wurde. In gestrecktem Rosslauf umrannte die Schar das Gerüst mit dem Kaisersitz — die schnelle Gangart dabei war uralter Brauch der Deutschen, die auch beim Tournier so gegeneinander ritten, die Romanen nur im Trabe. — Nachdem der Kaiserstuhl zum ersten Mal „berannt“ war, ritten die Boten des Vasallen heran, Reichsfürsten von seiner Freundschaft, sie stiegen vor dem Gerüst ab, knieten auf den Stufen nieder, und knieend bat der Sprecher unter ihnen den Kaiser um die Erteilung der Lehne. Darauf stand Mainz auf, besprach sich mit dem Kaiser, dem laut zu reden gar nicht zugemutet wurde, und antwortete, dass der Kaiser bereit sei. Hatten die Boten wieder ihre Rosse bestiegen, so kam nach dem zweiten und dritten Rennen der Blutfahne der Reichsfürst selbst unter Trompeten- und Paukenschall mit seinem Gefolge und einem Reiterhaufen in allem Glanz, den er aufzubringen vermochte, angeritten, vor ihm alle Fahnen seiner Lehen, deren Bilder in den Wappenfeldern unserer alten Familien erhalten sind. Auch er ritt im Galopp an das Gerüst, stieg ab und kniete nieder. Dann legte Mainz das Evangelienbuch in den Schoss des Kaisers, der Kaiser fasste mit beiden Händen die oberen Ecken, der Lehnsfürst legte die Hand auf das Buch und schwor den Vasalleneid. Darauf ergriff der Kaiser das Schwert am Kreuzgriff und bot den Knopf dem Vasallen, dieser fasste daran und küsste den Knopf, war er aber ein geistlicher Fürst, so wurde ihm die Spitze des Szepters geboten. Darauf wurden die Fahnen gebracht, zuerst die Blutfahne, dann die Lehensfahnen, der Kaiser fasste mit der Hand an jede, und darunter ebenso der Vasall. Waren die Fahnen angefasst, so wurden sie von dem kaiserlichen Herold Germania unter das schauende Volk geworfen, die Leute rissen sich darum und trugen die Fetzen als Beute heim. Der Belehnte trat unter die Fürsten auf dem Gerüst. War allen Werbern ihr Lehen erteilt, dann kehrte der Kaiser im Zuge zu seinem Ankleidezimmer zurück, legte die Bürde des Kaiserschmucks ab, verabschiedete freundlich die Fürsten und ritt nach seiner Herberge. (Gustav Freytag, Gesammelte Werke Bd. XV, S. 526. — Über einen charakteristischen Vorgang bei der Belehnung im Jahre 1414 nach der Krönung König Siegmunds vergl. R. Piek a. a. O. S. 368).
  26. Die Kanzlei Friedrichs entwickelte in Aachen eine eifrige Thätigkeit Am 17. Juni liess der König Frankfurt seine erfolgte Krönung melden (Anhang Nr. VI). Vom 16. bis 21. Juni urkundet er in Aachen. Er bestellte u. a. am 16. Juni den Erzbischof von Köln, den Bischof von Lüttich, den Herzog von Jülich, die Edlen von Hoynsperg und die Stadt Aachen zu Defensoren des Kapitels der L. Frauenkirche zu Aachen gegen die Verletzer der Anordnungen König Friedrichs II. und König Karls IV. zur Sicherung der geistlichen Freiheit. Die dabei ausgesprochene Pön gegen die Verletzer ist 100 Mark Gold. Am 17. Juni bestätigt er die Privilegien der Stadt Düren und die des Kapitels der L. Frauenkirche zu Aachen. (Insbesondere zwei Briefe K. Karls IV.: 1. Dat. Aquisgrani 1349. Ind. II. VIII. kal. Augusti; 2. Dat. Aquisgrani 1359. Ind. XII. HII. Nonas April.) und bestellt zu Defensoren derselben den Erzhisckof von Köln, den Bischof von Lüttich, die Herzöge von Jülich und Brabant. Pön 100 Mark Gold. Ferner bezeugt er durch Urkunde vom 17. Juni, dass er zum Kanonikus der L. Frauenkirche aufgenommen worden sei. Am 18. Juni verordnet er, dass künftig niemand zum Kanonikus der L. Frauenkirche zu Aachen aufgenommen werde, der nicht ehelicher Geburt, adelichen oder ritterlichen Standes (von beiden Eltern) wäre, oder dazu erhoben. Pön 100 Mark Gold. Am 20. Juni bekennt der König, dass der Stadtrath zu Aachen, dem aus derselben Stadt wegen eines „vngeuerlichen“ Totschlags verwiesenen Colyn Beyssel wieder sicher in die Stadt zu kommen erlaubt habe. Am 21. Juni erteilt er der Stadt Aachen einen Privilegienbrief. (Glimel, Regesta Friderici III, S. 72 ff.)
  27. Von Erzbischof Reinald von Dassel am 23. Juli 1164 nach Köln gebracht
  28. Was inbetreff der Beleuchtung und Strassenabspermng während des Aufenthalts Friedrichs III. im Jahre 1478 in Köln angeordnet wurde, können wir auch für das Jahr 1442 annehmen: »Item in der Stadt sehen wir geordnet, dass alle nacht an den husern luchten mit liechten ußgehenket und alle leden an den gassen zugetan sin.“ (AHVN II. 6, S. 223.) In Aachen liess der Rat während der Krönung Wenzels von Luxemburg (1376) von Knechten Laternen tragen, etwa um den fürstlichen Personen den Weg von der Trinkstube oder einem sonstigen Versammlungsorte zu helfen. Die Absperrung der Strassen durch Ketten war auch in Aachen üblich. (Vgl. Loersch, Aachener Chronik in AHVN Bd. XVII, S. 7 ff.) Ein Ring an der Fassade des Stadtarchivs erinnert noch an diese Schutzmassregel. Diejenigen Bewohner einer Strasse, die den Dienst an den Ketten versahen, waren von manchen Verpflichtungen, z. B. dem Wachtdienst, befreit.
  29. A. G. Stein, Die heilige Ursula und ihre Geselschaft. (AHVN Bd. XXVI, S. 116 ff.)
  30. Der Erzbischof führte drei Banner, als Kurfürst von Köln, Herzog von Westfalen und Administrator von Paderborn.
  31. Am 21. Juni berichtet Walter von Schwarzenberg, der Vertreter Frankfurts, während der ganzen Reise des Königs von Franckfurt nach Aachen und zurück, seinen Auftraggebern über die Rückkehr des Königs nach Frankfurt. Er deutet in seinem Schreiben Vorgänge in Aachen an, über die keine Quelle Aufschluss giebt. (Anhang Nr. VII.)
  32. Auch Aachen war dabei durch Deputierte vertreten. (Vgl. Anhang Nr. VIII.)
  33. Bernhard von Clairvaux predigte im Jahre 1147 den Kreuzzug in Aachen.
  34. Nr. Nr. I–VII im Frankfurter Stadtarchiv.
  35. Papst Eugen IV. (1481–1447).
  36. Das Baseler Konzil sprach im Sommer des Jahres 1439 die Absetzung Eugens IV. aus, drohte allen Geistlichen, die zu ihm als ihrem rechtmäßigen Oberhaupte hielten, mit Exkommunikation und Suspension und wählte am 5. November 1489 den Herzog Amadeus VIII. von Savoyen zum Papst, der den Namen Felix V. annahm.
  37. Arles, das Arelatum der Römer.
  38. Panormitanus (Panormus = Palermo)
  39. Theoderich von Erbach (1434—1459).
  40. Dietrich von Moers (1414–1463)
  41. Jakob von Sirk (1439–1456). Vgl. Lager, Jacob von Sirk, Erzbischof und Kurfürst von Trier. (Trierisches Archiv H. II. S. 1–40.)
  42. Friedrich II. und sein Bruder Wilhelm.
  43. In einem dem Verzeichnis angehefteten Entwurf steht hinter dem Pfalzgrafen: Item ist man noch wartende margrave Friederich von Brandenburg (Friedrich II. [der Eiserne] 1410–1470.)
  44. Jakob I. (1431–1453).
  45. Sigmund von Sachsen (1440–1443, amot, †1457)
  46. Friedrich II. von Parsberg (1437–1450)
  47. Petrus von Schauenburg (1424—1469).
  48. Wilhelm Markgraf zu Hochberg, Herr zu Roteln und Susenberg, des Königs Rat und Landvogt im Elsass.
  49. Chiemsee; Sylvester Pflieger (1438–1454).
  50. Joannes Schallermann (1436–1453).
  51. Falls unter Saphae Savoyen zu verstehen ist, handelt es sich um Herzog Ludwig (1434—1465).
  52. Hermann II. von Buchenau (1440—1449).
  53. Die Benediktinerabtei Seligenstadt, von Einhard, dem Biographen Karls des Grossen, im Jahr 825 gestiftet. Den im Jahre 1442 regierenden Abt haben wir nicht nachweisen können. Im Jahre 1424 war Kuno von Beldenheim Abt.
  54. Konrad von Erlichshausen (1441—1449).
  55. Ingolstadt.
  56. Otto III. aus dem Hause Mittel-Lüneburg. Es kann aber auch ein Vertreter des Hauses Calenberg (Wilhelm I.) oder des Hauses Wolfenbüttel (Heinrich II.) sein.
  57. Friedrich IV. von Emmerberg (1411—1452).
  58. Gefürstete Benediktinerabtei Weissenburg im Elsass. Abt derselben war 1442 Philipp von Erbach.
  59. Benediktinerabtei Oohsenhausen in Württemberg (Abt Michael Russel).
  60. Cistercienserkloster Maulbronn in Württemberg (Abt Johann von Geylenhausen).
  61. Friedrich von Domneck (1427—1445).
  62. Bernhard von Helmstädt (1438—1456.)
  63. Heinrich IV. von Höwen (1436–1462).
  64. Cistercienserkloster Salmansweiler in Württemberg (Abt Georg von 1441—1459).
  65. Herzog Gerhard von Jülich und Berg (1437–1475).
  66. Herzog Philipp der Gute (1419–1467).
  67. Henneberg.
  68. Rudolf von Diepholz (1433—1455).
  69. Johanna, geborene Herzogin von Bar.
  70. Schon unter Nr. 12 genannt
  71. Reinhard II., Reinhard III. (Haus Minzenberg) mit Philipp I. (Haus Babenhausen)
  72. Renske=Rineck, Rieneck, östlich von Aschaffenburg am Main. Das Haus Rieneck, das zum Geschlecht der Grafen von Hanau gehörte starb 1559 aus.
  73. Graf Johann (1426–1480)
  74. Neuenahr im Ahrthal (Gumbrecht II. † 1463)
  75. Graf Otto II. (1426–1464)
  76. Hesso, gefürsteter Landgraf († 1467)
  77. Lichteneck?
  78. Friedrich IV. von Mörs (1417–1448)
  79. Jakob I. (1431–1470). Über den Namen Sarwerden (1149), Sarwerde (1183), Salleverne (1404) und Saverne (vor 1471) vgl. Pieks Monatsschrift Jahrg. VI. S 173 ff.
  80. Johann I. von Reifferscheid (1418–1475)
  81. Saffenberg, Ruine an der untern Ahr.
  82. Renenberg [unbek., Diöc. Osnabrück], 1325, Freckenhorster Heberegister, Friedländer 90.
  83. Ernst und Ludwig
  84. Wied
  85. Wünnenberg in Westfalen, R.-B. Minden?
  86. Eberhard I. (Sonnenberg) und Jakob (Trauchburg)
  87. An dieses Geschlecht erinnern die Trümmer der Burg Eppstein, welche einst den Flecken gleichen Namens im Taunus überragte. Es hat häufig insonderheit im 18. Jahrhundert, in die Geschicke des deutschen Reiches eingegriffen. So wurden im 18. Jahrhundert nach einander vier Herren von Eppenstein (Siegfried II. und III., Werner und Gerhard) zu Erzbischöfen von Mainz erwählt und übten als solche grossen Einfluss auf die Kaiserwahl und die Führung der Reichsgeschäfte aus. Der hier genannte Eppstein ist entweder Gottfried IX. ans dem Hause Minzenberg oder Eberhard II. aus dem Hause Königstein. Der letzte Ritter dieses wichtigen Geschlechts, Eberhard IV., Graf von Königstein, starb im Jahre 1531 auf der Burg Eppstein.
  88. Minzenberg zwischen Giessen und Friedberg.
  89. Königstein im Taunus mit der Ruine eines alten Schlosses.
  90. Wied.
  91. Geraha = Gerau in Hessen?
  92. Biechumbach, Bikenbach = Bickenbach (hess. K. Bensheim).
  93. Ileburgh = Eilenburg (merseb. K. Delitzsch)?
  94. Weinsberg,
  95. Graf Wilhelm von Orlamünde.
  96. Ludwig I. (1419–1550) und Ulrich (1433–1480).
  97. Salza.
  98. Wolfhard von Brandis?
  99. Geroldseck südwestlich von Zabern?
  100. Nyperg [unbest., in der Schweiz], Burg, verbrannt 1436.
  101. Zellingen oder Zeltingen?
  102. Kraft V.
  103. Helfenstein, Burg bei Geislingen, nördlich von Ulm.
  104. Die Grafen und Herren von Metsch.
  105. Lippe
  106. Leopold (1398–1459).
  107. Überlingen
  108. Lübeck
  109. Solothurn
  110. Vgl. das Datum des Textes.
  111. Vgl. Anhang des Nr. VIII.
  112. Gelnhausen.
  113. Schlettstadt.
  114. Aachener Stadtarchiv. – Vgl. Verzeichnis der Städte in Nr. 1.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Haupstädten