Die Bäuerin in Frohnau

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Georg Theodor Grässe
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Bäuerin in Frohnau
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 447
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[447]
515) Die Bäuerin in Frohnau.
Dietrich a. a. O. Bd. I. S. 250 sq. u. daraus Ziehnert Bd. III. S. 199 sq.

In den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts, als das Berggebäude Himmlisches Heer bei Kunnersdorf noch 1400 Gldgr. vierteljährlich Ausbeute für den Kux gab, baute auch eine Bäuerin in Frohnau als Gewerkin an jenem Gebäude mit und ward dadurch in kurzer Zeit sehr reich, wußte aber nicht im Glücke mäßig zu sein und trieb allerlei Unfug der Verschwendung. So badete sie sich z. B. täglich in dem theuersten Weine, den sie aufzutreiben wußte, und um nun denselben nicht umkommen zu lassen, gab sie ihn mit Semmelbrocken vermischt den Armen als Kaltschale zu trinken. Diese wußten nicht, was die Bäuerin erst mit dem Weine gemacht hatte, aßen mit vieler Lust und dankten der reichen Geberin viel tausend Mal für die köstliche Erquickung. Aber als sie die Badegeschichte erfuhren, da eckelte es sie, sie warfen der übermüthigen Bäuerin die Fenster ein und sangen Spottlieder auf sie, so daß sie sich nicht mehr öffentlich sehen lassen durfte. Uebrigens muß sie noch andere recht unziemliche Dinge verübt haben, denn der Clerus war darüber so erzürnt, daß er Gott öffentlich bat, den Bergsegen zu vermindern. Ein Andenken an diese Bäuerin ist das Berggebäude: „die Bäuerin am Schottenberge,“ welches sie aufgenommen haben soll.