Die Heimath in der neuen Welt/Zweiter Band/Achtundzwanzigster Brief

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Siebenundzwanzigster Brief Die Heimath in der neuen Welt. Zweiter Band
von Fredrika Bremer
Neunundzwanzigster Brief
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Textdaten
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Autor: Fredrika Bremer
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Titel: Die Heimath in der neuen Welt, Zweiter Band
Untertitel: Achtundzwanzigster Brief
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Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1854
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Verlag: Franckh
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Erscheinungsort: Stuttgart
Übersetzer: Gottlob Fink
Originaltitel: Hemmen i den nya verlden. Andra delen.
Originalsubtitel: Tjugondeåttonde brefvet
Originalherkunft: Schweden
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung: Erinnerungen über Reisen in den USA und Cuba
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Achtundzwanzigster Brief.


Auf dem Missisippi den 25. Oktober 1850. 

Hinunter geht es jetzt auf dem großen Fluß, dem Vater der Flüsse, zwischen indianischen Lagern, Feuern und Booten. Die Indianer, die an den Ufern stehen oder auch herumspringen und schreien oder vielmehr bellen, die Grabplätze auf den Höhen, zwischen rebengeschmückten Inseln und indianischen Kähnen, die daneben herumrudern — alle diese fremden wunderlichen Scenen möchte ich festhalten können. Aber wir rauschen an ihnen vorbei nach dem Süden zu. Wir verlassen die poetische Wildniß, die Kindheitsgegend des Missisippi und fahren nach den Regionen der Civilisation. Das Wetter ist mild, Sonne und Schatten spielen zwischen den Bergen — ein poetisches, romantisches Leben!

Den. 25. Oktober.  

Sonnenhell, aber kalt. Die Indianer sind verschwunden. Wir sind an der Prairie du chien, an dem rothen indianischen Götzenstein, dem indianischen Grab unter herbstgelbem Baume vorbeigefahren. Die Höhen glänzen goldbraun und freundlich. Ruinen und Pyramiden ragen düster herrlich hervor aus den glänzenden Wäldern. Bei jeder Wendung des Flusses neue überraschende Aussichten. Ich betrachte sie, lese Emersons Versuche und lebe festlich. Wir nähern uns den beginnenden Städten am Iowas-Ufer, Gottenburg (vermuthlich einer Abkömmlingin unseres Gothenburg) und Dubuque.

Den 27. Oktober.  

Wiederum in Galena unter den Bleigruben auf ein Paar Tage. Es ist Sonntag und ich komme aus der Kirche, wo ich einen jungen presbyterianischen[WS 1] Geistlichen, Mr. Magoun, gehört habe. Er ist ein ächter Jünger des großen Westens! Keine engherzigen kirchlichen Ansichten. Nein, ein kirchliches Bewußtsein, so weit wie die Prairien des Westens, so groß wie das Himmelsgewölbe über ihnen, und Platz für alle frische Winde in der Luft.

Das Verhältniß des Culturlebens zur Religion war das Thema des jungen Priesters.

Die Wichtigkeit einer wahren Philosophie in der Relgionslehre zum besseren Verständniß und zu besserer Entwicklung derselben:

Die Wichtigkeit der Entwicklung des materiellen Lebens zur Förderung der Aufklärung des geistigen Lebens:

Gottes leitende Hand im Emporkommen desselben in der Gesellschaft — das Alles wurde mit Leben und Wärme auseinandergesetzt.

Hiob hatte gesagt: „Er spricht zum Blitz: fahre hin! und er fährt hin!“

Der elektrische Telegraph ist der Blitz von Gottes Finger, geleitet zum Dienste der Menschen.

Die Philosophie ist Gottes Finger in der Vernunft, sie erleuchtet das Dunkel in der Vernunft und in der Schrift.

Es ist jetzt die Zeit, wo eine metaphysische Distinktion eine Seele erlösen kann.

Endlich: die Vereinigung des höchsten Lebens des Kopfes und Herzens in allen Sphären des Lebens, in der tausendjährigen Kirche wirkend und sie verklärend. Dieß waren die Hauptmomente in der Predigt des jungen Geistlichen.

Ein warmes gehaltvolles Gebet in der Bitte: Zu uns komme Dein Reich! vollendete den Vortrag, einen der freisinnigsten, umfassendsten, frischesten und erfrischendsten, die ich je in irgend einem Lande von der Kanzel herab gehört habe.

Die Polemik gegen den Katholicismus war der einzige unwestliche Zug in derselben. Denn es steht dem großen Westen zu und es ist eine Eigenthümlichkeit desselben, daß er keine Form von dem göttlichen Leben ausschließt. Und was sind wohl alle christlichen kirchlichen Gesellschaften anders als verschiedene Bänke in derselben Kirche, verschiedene Familien in derselben Verwandtschaftsgrüppe?

Die alte Pilgerkirche scheint mir diejenige zu sein, die auf dem Boden der neuen Welt jetzt das meiste inwohnende Leben entwickelt, heranwächst, sich erweitert, um das ganze irdische Leben zu umfassen und es für Gottes Reich zu taufen.

Den 29. Oktober.  

Ich habe mich im American-Hotel recht angenehm eingerichtet und will um der wenigen Tage willen, die ich hier zu verweilen habe, die freundliche Einladung, die mir aus einem schönen Privathaus zugekommen ist, nicht annehmen. Ich habe hier ein artiges irländisches Mägdlein, Namens Margareth, und bekomme Alles so, wie ich es wünsche, darunter Kartoffel des Morgens, Mittags und Abends und zwar ebensogut wie die unsern in Arsta. Ich erlabe mich in diesen schönen Tagen an meiner Freiheit und an einsamen Wanderungen auf den pittoresken Höhen der Umgegend.

Gestern führte mich der freisinnige junge Geistliche, Mr. Magoun, nebst einer Freundin zu Wagen auf eine Anhöhe (Pilotenkopf heißt sie, glaube ich) am Missisippi, um von da aus den Sonnenuntergang zu betrachten. Als wir ankamen, kletterten wir zwischen Gebüschen, Dickicht und Steinen beschwerlich genug hinan, wurden jedoch, auf dem Gipfel angelangt, mit einer jener großen Meer-Aussichten belohnt, wie nur der große Westen sie darbietet. Und durch das unendliche wogende Feld ging der Missisippi gleich einer Silberader weit, weit hinaus in der unermeßlichen Ferne; und über Land und Fluß ruhte der Schleier des indianischen Sommers und der unaussprechlich milde Friede des indianischen Sommers. Die Sonne war so eben untergegangen, aber ein Rosenschein ruhte wie ein heitrer Segen über der großen fruchtbaren Gegend. Es war unbeschreiblich groß und lieblich.

Ich dachte daran, wie es mir im vorigen Jahr um diese Zeit in New-York zu Muthe war, wie es später in Boston dunkel vor meinen Augen wurde und wie ich mir damals die Frage stellte: Werde ich's wohl durchführen können? Und jetzt stand ich munter und frisch auf den Höhen am Missisippi, den großen Westen offen vor mir mit einer reichen Zukunft und der ganzen Welt im heitern Lichte. Ich dankte Gott.

Auf dem Rückweg nach Galena zerbrach unser Wagen. Der junge Priester sprang herab, zog Stricke und Messer heraus und begann zu arbeiten, indem er freundlich sagte:

„Sie müssen wissen, Miß B., daß die Wagenmacherei hier im Westen zu unserer Theologie gehört.“

Die Auswanderer nach dem Westen müssen bis auf einen gewissen Grad das Leben der ersten Pilgerväter in Bezug auf Mühen und Entsagungen durchmachen. Und sie bedürfen auch, wenn es ihnen gelingen soll, den Muth und die Beharrlichkeit der Pilger.

Aber man geht jetzt schneller durch die Grade als früher. Die schönen amerikanischen Häuser mit Verandas, Bäumen und Gärten, die sich in den Höhen um den Fevefluß zu erheben beginnen, beweisen es. Das gute Haus, die Kirche, das Werk der christlichen Liebe thun dem Boden und Leben des Heidenthums, ich meine jetzt nicht der Indianer, sondern der weißen Bevölkerung, immer mehr Eintrag.

Heute werde ich an Bord des guten Dampfbootes Minnesota gehen, um den Missisippi hinab nach Saint-Louis zu fahren. Vielleicht halte ich mich unterwegs in der Stadt Rock-Island auf, um die schwedische (Eric Janson’sche) Niederlassung in Biskops Hill einige Meilen von der Stadt zu besuchen.

Zu den angenehmen Erinnerungen an meinen Aufenthalt in Galena gehört, daß ein Bankier Mr. H. mir so viel Wohlwollen, eine so brüderliche oder väterliche Güte und Umsorge gewidmet hat, daß ich an ihn und seine Stadt stets mit dankbarem Gemüth denken werde.

Die Zeitungen im Westen machen sich lustig über die wahrhaft verrückte Art, wie Jenny Lind in New-York empfangen wurde. In einem Zeitungsartikel las ich neulich: „Unser Correspondent ist so glücklich gewesen, Jenny Lind nießen zu hören. Das erste Nießen war ein mezzo tinto soprano u. s. w., u. s. w. (hier folgen eine Menge besessene musikalische Coloraturnamen); das zweite war ein (folgt jetzt ein dto. dto.); das dritte bekam er nicht zu hören, denn er fiel in Ohnmacht.“

Ich kann den guten Westländern voraussagen, daß sie sich in ihrem Entzücken eben so närrisch geberden werden, wie ihre Brüder im Osten, wenn Jenny Lind hieher kommt. Jetzt sprechen sie wie der Fuchs von den Vogelbeeren, jedoch mit besserem Humor.

Ein Bewohner von Saint-Paul kam, so lang ich dort war, aus New-York zurück und hatte einen dringenden Auftrag an den Gouverneur Ramsay. Aber sein erstes Wort war: „Gouverneur, ich habe Jenny Lind gehört!“

Jenny Lind, die neue Sklavenbill und die Protestationen gegen dieselbe in den nordöstlihen und westlichen Staaten sind nebst dem Geister-Geklopfe stehende Artikel in allen Journalen. Während man in den nördlichen Staaten Versammlungen hält und gegen diese neue Sklavenbill agitirt, welche die Auffangung entlaufener Sklaven in den freien Staaten gestattet, erheben verschiedene südliche Staaten, besonders der Palmettostaat und Missisippi, ein zorniges Geschrei über Beeinträchtigung des Südens und drohen mit ihrem Ausscheiden aus der Union. Und die Staaten bekomplimentiren einander in ihren Journalen just nicht auf’s Artigste. Ein Kentuckyer Blatt schreibt über Südcarolina:

„Warum marschirt sie nicht je eher je lieber aus der Union? Die Union wäre froh, ein solches Pack los zu werden.“

Den 2. November auf dem Missisippi.  

Wir liegen vor Rock-Island. Einige gefällige freundliche Herren aus der Stadt sind so eben an Bord gewesen und haben sich erboten, mich nach der schwedischen Niederlassung zu führen. Ich kann ihnen meinen herzlichen Dank für ihre wohlwollende Güte nicht versagen. Aber die Nächte sind kalt; ich bin nicht recht wohl und — was sollte ich dort machen? Wir — meine Landsleute dort und ich würden einander nicht verstehen, obgleich wir dieselbe Sprache sprechen. Aber ich war froh, von zwei Kaufleuten in Rock-Island Verschiedenes über den gegenwärtigen Zustand der schwedischen Colonie vernehmen zu können.

Seit ihr Bischof (so nannten sie Erik Janson) todt ist, scheinen sie sich besser zu befinden. Aber er hat sie durch unkluge Haushaltung in eine große Schuld (10—11,000 Dollars) gestürzt, und Einige von ihnen sind jetzt nach Californien gezogen, um Gold zu suchen und die Mittel zur Abzahlung zu gewinnen. Da die Schweden in Biskops Hill sich stets als redliche, gottesfürchtige und arbeitsame Leute erwiesen haben, so besitzen sie das Vertrauen der Einwohner der Stadt Rock-Island und erhalten die Waaren, die sie nicht gleich bezahlen können, auf Credit. Sie haben sich mehrere schöne Ziegelhäuser erbaut und betreiben die Landwirthschaft gut. Sie haben Flachs zu bauen und zu spinnen angefangen und sie können das Garn vortheilhaft verkaufen. Sie bleiben ihren Religionsgebräuchen, ihren Gebeten und ihrem Glauben auch an Erik Janson, der eine beinahe dämonische Gewalt über ihre Sinne gehabt zu haben scheint, getreu. Wenn sie krank waren und von Erik Jansons Mitteln oder Gebeten nicht gesund wurden, sagte er ihnen, daran sei Mangel an Glauben Schuld und sie seien verworfene Sünder. Viele starben in Folge klimatischer Krankheiten und mangelnder Pflege.

Der ehrenwerthe gefällige Herr, der die schwedische Kolonie besonders genau kannte, wollte sich nicht mit Bestimmtheit gegen Erik Janson aussprechen, aber er mißtraute ihm. Die Frau des Propheten dagegen rühmte er als ein ausgezeichnet braves und achtungswürdiges Weib. Auch sie starb an einem der Fieber, die in der Kolonie grassirten. Und vier Tage nach ihrem Tod erhob sich Erik Janson während eines Gottesdienstes in der Kirche und erklärte, der Geist habe ihn ermahnt, ein neues Weib zu nehmen. Da erhob sich eines der anwesenden Frauenzimmer und sagte, der Geist habe ihr erklärt, daß sie dieses Weib sein solle. Dieß geschah vier Tage nach dem Tode der ersten braven Frau. So etwas zeugt deutlich für den Geist, der Erik Janson leitete.

Sein Mörder, der Schwede Rooth sollte morgen vor die Jury kommen. Man glaubte, er würde freigesprochen werden, da die Veranlassung zu seiner That von der Art war, daß sie einen Mann wohl von Sinnen bringen konnte. Rooth hatte gegen Erik Jansons Willen ein Mädchen in der schwedischen Kolonie geheirathet. Von seinem Unwillen verfolgt beabsichtigten sie den Platz zu verlassen, und Rooth hatte sein Weib und sein Kind (einen kleinen Jungen) heimlich bei Nacht wegführen lassen. Eric Janson ließ sie auffangen und auf einem Boot den Missisippi hinabführen, man wußte nicht wohin, es hieß nach Sct. Louis. Kapitän Schneidau hatte Rooth am Morgen des Tags, wo er diese Nachricht erhielt, gesehen. Er war todesblaß und beinahe wahnsinnig. In dieser Gemüthsstimmung suchte er Erik Janson auf und traf ihn, als er gerade im Begriff stand, sich mitten unter seinen Getreuen nach der Kirche zu begeben. Er sagte zu ihm:

„Du hast mein Weib und mein Kind fortführen lassen und ich weiß nicht wohin. Sie sind vielleicht todt und ich bekomme sie nicht mehr zu sehen. Es liegt mir nichts mehr am Leben, aber Du sollst zuerst sterben.“

Und er zog eine Pistole hervor und schoß ihn vor die Brust. Erik Janson starb beinahe augenblicklich. Rooth versuchte nicht zu fliehen, sondern ließ sich willig von dem erbitterten Volk in Fesseln schlagen.

Die kleine Kolonie, die 7—800 Köpfe stark ist, wird jetzt von ein paar Männern beherrscht, welche sie gewählt hat, und soll in demselben Glauben an ihre Freiheit von Sünde fortleben, dem sie zur Zeit ihres ersten Leiters huldigte. Im Ganzen genommen ist ihr Glaube nicht irrig. Der neue Mensch in uns sündigt nicht. Aber sie übersehen, daß der alte hier auf Erden niemals ganz aus des Menschen Brust ausgerottet werden kann, und daß wir deßhalb immer sündige Menschen bleiben, bis unsre Verwandlung eintritt. Der Hauptirrthum der Erik Jansisten liegt in ihrem blinden Glauben an den Sünder Erik Janson und an Sünder wie sie selbst sind.

Das Wetter ist naßkalt. Die Scenerie auf den Ufern gehört noch der Hochlands-Natur, nimmt jedoch an Höhen und Schönheit ab. Die Höhen brechen gleichsam auf und liegen zwischen Ebenen zerstreut, die sich gegen den Fluß hinabziehen. Weiße Städte und Kirchen glänzen da und dort an den Ufern. Wir sind hier an der Küste des Illinois, und Rock-Island liegt an der Mündung des Illinoisflusses in den Missisippi. Gegenüber auf der andern Seite ist der Iowastaat, und da glänzt weiß und schön das Städtchen Davenport, das seinen Namen von seinem Gründer und seinen Ruf durch den garstigen Mord erhalten hat, der eines Sonntags Morgens von vier jungen Männern, die ihn berauben wollten, an diesem alten Manne begangen worden ist. Es ist noch nicht lange her. Blutige Thaten sind an den Ufern des Missisippi geschehen und geschehen noch jetzt.

Den 3. November. 

Wir rollen den Missisippi hianab, aber langsam. Unser Dampfboot zieht zwei große schwere Barken oder Flachboote nach, die mit Blei aus Galena beladen und zu beiden Seiten des Schiffes befestigt sind. Man sagt, dieß seien Sicherheitsmittel, im Fall dem Schiff etwas widerfahren und die Passagiere in Gefahr gerathen sollten. Sie können sich dann auf den Barken retten. Aber die Fahrt wird dadurch verzögert und bei Nacht höre ich manchmal ein so widerliches Gedröhne, Getöse und Geknarre im Schiff, als ob es unter der schweren Arbeit ächzte, brüllte und im Begriffe stände zu unterliegen. Dieß kommt auch wahrscheinlich von der schweren Arbeit mit den Flachbooten her. Aber es lautet schlecht und so gefährlich, daß ich bei Nacht immer angekleidet daliege, um mich dem Publikum für den Fall einer Explosion auf Alles gefaßt zu zeigen. Solche Abenteuer sind alltäglich auf dem Missisippi und man hört auch oft von Unglücksfällen dieser Art bald auf den Seen, bald auf den Flüssen im Lande. Mehrere der Passagiere an Bord haben sogenannte life-preservers (Lebensretter), d. h. Kautschukgürtel, um schwimmen zu können. Ich habe nichts; ich habe hier auch keinen näheren Bekannten oder Freund, der mir in der Stunde der Gefahr die Hand reichen könnte; aber ich weiß nicht, wie es kommt — es fällt mir gar nicht ein, Angst zu haben. Ich halte mich bloß beständig zu einem start, d. h. zu einem Auffliegen bereit.

Der Schiffscapitän ist offenbar ein vorsichtiger General und Alles geht ruhig und gut von Statten. Der Tisch ist reichlich und gut besezt. Das Einzige, was ich hier vermisse, ist Milch zum Kaffee und Thee; an Rahm ist gar nicht zu denken und man bekommt ihn überhaupt hier selten. Das muß man auf den Flußschiffen im Süden und Westen entbehren lernen. Den Kaffee kann ich ohne Milch hinunterbringen, aber mit dem Thee fällt es mir schwer. Gestern Abend beklagte ich mich über Tisch ein wenig darüber. „Ei,“ sagte Oberst Baxter, ein freundlicher Herr, der mir gegenüber saß, „im mexikanischen Krieg bekamen wir oft mehrere Wochen lang keine Milch zu kosten.“ „Mag wohl sein,“ sagte ich, „aber Sie konnten sich da mit der Ehre trösten. Was kann man nicht entbehren, wenn man diese hat? Aber hier auf einem Dampfschiff ohne Milch und Ehre, das ist zu viel.“ Man lachte und heute früh bekamen wir sämmtlich Milch zum Frühstück. Die meisten Aufwärter sind Neger, die Wirthin ist eine unfreundliche und übellaunige Mulattin. Die Passagiere im obern Ende des Schiffes sind nicht zahlreich und keine angenehmen Leute. Die Abtheilung der Herren ist stark bevölkert. Drei Drittel von ihnen sehen ziemlich unfreundlich aus; Geschäftsleute vom Wirbel bis zur Zehe.

Ich bleibe viel in meinem freundlichen Stübchen oder spaziere ich auf der Piazza vor demselbigen und erfreue mich am Anblick des Flusses und der Ufer. Das Missisippiwasser hat noch seine helle, grüngelbe Farbe, beginnt aber sich zu trüben. Dreideckige Dampfschiffe, größere und kleinere mit zwei Schornsteinen, den Fluß hinauf schwerschnaubend vom Hochdruck, rollen an uns vorüber. Große Bretterflotten, auf denen das Volk baut und kocht, rudern mit riesigen Rudern hinab; bedeckte Barken, Fahrzeuge und Boote von allen Größen und Arten zeigen sich auf dem Fluß, er wird immer lebhafter und immer breiter, strömt aber fortwährend mit majestätischer Ruhe dahin.

Wir haben den Iowastaat zur Rechten, Illinois zur Linken. Die Aussichten sind groß und frei, breite Thäler öffnen sich, die Höhen nehmen ab, das Land neigt sich in weichen wogenden Wiesengründen gegen den Fluß hinab; im Hintergrund ist Wald. Es sieht schön und fruchtbar aus, ist aber nicht sehr angebaut. Wir befinden uns jetzt in der an allen Kornarten, besonders aber an dem goldgelben Mais reichen Kornregion des Missisippithales.

Dem Missisippi entlang liegt an beiden Seiten des Flusses von Minnesota her ein Perlband von Staaten bis an den mexikanischen Meerbusen. Es sind dieß östlich vom Fluß Wisconsin, Illinois, Kentucky, Tennesee, Missisippi und Louisiana, und westlich vom Fluß Iowa, Missouri, Arkansas und Louisiana, denn Louisiana umfaßt wie Minnesota beide Ufer des Missisippi, Minnesota bei seinem Ursprung in den Höhen, Louisiana bei seinem Auslauf ins Meer. Zwischen diesen zwei Staaten, Minnesota im Norden, Louisiana im Süden, durchläuft der Missisippi allerlei Regionen von verschiedenem Klima und allerlei Naturerzeugnissen. Minnesota ist der Norden desselben mit nordischen Tannenwäldern und nordischem Winter, mit Bären und Elennthieren, mit den wilden Rosen und Beeren des Nordens, mit dem Urwald und den Indianern. Wisconsin, Illinois, Kentucky und Tennesee im Osten, Iowa und Missouri, sowie ein Theil von Arkansas im Westen liegen in der gemäßigten Zone. Anbau und Civilisation herrschen hier vor. Diese Staaten bilden zugleich mit ihren Nachbarstaaten im Osten, Michigan, Indiana und Ohio, die große Fruchtkammer Amerikas und den mittleren Theil des Missisippithales. Jenseits desselben im Osten beginnen die Alleghanygebirge, die östlichen oder atlantischen Staaten. Jenseits der Missisippistaaten im Westen beginnen die indianische Wildniß Nebraska und die Felsgebirge. Mit Tennesee im Osten und Arkansas im Westen kommt die Baumwollenregion. Mit Louisiana kommt die Zuckerregion, der Süden und das Sommerleben.

Illinois und Iowa sind noch freie Staaten; südlich von ihnen kommen die Sklavenstaaten. In Illinois und Iowa gibt es noch schwedische und norwegische Niederlassungen. Weiter südlich sind sie nicht gegangen. Die mittleren Missisippistaaten füllen sich immer mehr mit Deutschen und Irländern, weiter unten auch mit Franzosen und Spaniern. Alle jedoch werden von den Gesetzen und Sitten des anglonormanischen Stammes beherrscht. Mit den Juden verhält es sich ebenso. Sie finden sich in Amerika, besonders im Westen, in Menge vor; aber sie haben gleiche bürgerliche Rechte mit den Einwohnern des Landes und unterscheiden sich in ihrem Aussehen weniger von der europäischen Bevölkerung als in Europa. Ja ich bin kaum ein einziges Mal auf den Gedanken gekommen: das ist ein Jude. So wenig unterscheiden sie sich von den dunkelfarbigen Amerikanern.

Wir sehen jetzt Nauvoo, den ehemaligen Hauptsitz der Mormonen, und auf einer Höhe zeigt sich eine stattliche Ruine ihres ehemaligen prächtigen Tempels. Einer meiner Freunde, der vor einigen Jahren auf dem Missisippi reiste, landete bei Nauvoo wenige Tage, nachdem der Prophet der Mormonen Joe Smith von der Bevölkerung von Illinois getödtet worden war. Er sah da die Bewohner der Stadt und Umgegend, eine Bevölkerung von etwa 20,000 Personen, unter Absingung von Psalmen aus ihren Wohnsitzen ziehen, sah sie westwärts in die Wildniß wandern, um jenseits derselben das gelobte Land zu suchen, das ihr Prophet ihnen verheißen hatte. Nach einer Wanderung von 3000 englischen Meilen durch die Wüste, unter mannigfachen Gefahren und Mühe und Elend gelangten sie an den großen Salzsee und seine fruchtbaren Ufer. Hier haben sie binnen wenigen Jahren zugenommen und sich vermehrt, so daß sie auf gutem Wege sind, ein mächtiger Staat zu werden. Der Glaube kann noch heutzutage Berge versetzen, ja er kann noch mehr; er kann große Städte besetzen. Nauvoo ist jetzt von dem französischen Socialisten Cabet angekauft, der hier seinen Egalitarierstaat gegründet.

In dem großen Westen an den Ufern des großen Flusses gibt es Scenen und Menschenkinder von allerlei Art. Da sind Indianer, da sind Squatter, da sind Skandinavier mit sanften Sitten und heitern Gesängen; da sind Mormonen, die im Namen Christi und seines Propheten das Herannahen eines tausendjährigen Reiches auf Erden verkünden und in der Wildniß einen blühenden Staat errichten, der ein neues Paradies verheißt; da sind verzweifelte Abenteurer ohne einen andern Glauben als an den Mammon, ohne ein anderes Gesetz als das Faustrecht; Menschen, die gewissenlos spielen, rauben und morden; und ihre Anzahl wird am Missisippi entlang immer größer, je weiter man gegen Süden kommt. Da sind Riesen, die weder schlecht noch gut sind, aber blos durch ihre Körper- und Willenskräfte, sowie durch ihre Unternehmungslust große Dinge verrichten. Da sind Freiheitsverehrer und Communisten; da sind Sklavenbesitzer und Negersklaven. Da sind Gesellschaften, die gleich der Biene und dem Biber aus Instinkt und aus Naturnothwendigkeit bauen. Da sind auch hellsehende, leitende, kräftige und fromme Männer, die wissen, was sie wollen, und die Arbeit der Civilisation in ihre starke Hand nehmen. Da sind große Städte, welche den höchsten Luxus und die höchsten Sünden der Civilisation entwickeln, dem Mammon Altäre erbauen und die ganze Welt in den Dienst desselben bringen wollen. Da sind auch kleine Gesellschaften, welche das Land mit der Macht des Friedensprincips und im Namen des Friedensfürsten einnehmen. Maria Child erzählt von einer solchen in Indiana oder Illinois. Es ist eine kurze Geschichte und so schön, daß ich sie Dir mit ihren eigenen lebenswarmen Worten mittheilen muß.[1][WS 2]

„Die höchsten Geschenke, die meine Seele während ihrer Pilgerfahrt auf Erden empfangen hat, sind oft von Menschen gegeben worden, die sowohl an Geld als an Kenntnissen arm waren. Unter ihnen erinnere ich mich besonders eines ungelehrten, hart arbeitenden Handwerkers. Er erzählte mir, daß er einer von dreißig oder vierzig Neuengländern sei, die vor zwölf Jahren ausgewandert, um sich in den Wildnissen des Westens niederzulassen. Sie waren meistens Nachbarn und die Gleichheit ihrer Ansichten über verschiedene Gegenstände hatte sie zu einem solchen Bunde veranlaßt. Seit einigen Jahren waren sie gewohnt gewesen, von Zeit zu Zeit im Hause des einen oder andern zusammenzutreffen und in aller Herzenseinfalt ihre Pflichten gegen Gott und den Nächsten zu besprechen. Das Evangelium war ihre Bibliothek, das innere Licht ihr Priesterthum. Es gab da keine Antisklaverei-Gesellschaften, aber bei der Unterweisung, die sie empfangen hatten, und bei der Lust zu lernen, welche sie beseelte, bedurften sie keiner solchen Vermittlung, um einzusehen, daß es sündhaft sei, Menschen als Sklaven zu behandeln. Die Bemühungen der Friedensgesellschaften waren noch nicht anders als in gebrochenen Echos zu diesem von der Welt abgeschiedenen Häuflein gelangt, und Nichtwiderstands-Gesellschaften fanden sich noch nicht vor. Aber mit dem Buch des Friedensfürsten und ihren für seinen Einfluß offenen Herzen, was bedurften sie da mehr?

„Reich an geistiger Cultur brach die kleine Schaar auf um sich nach dem fernen Westen zu begeben. Ihre inneren Wohnungen waren blühende Gärten. Ihre äußeren gründeten sie in der Wildniß. Sie waren arbeitsam und mäßig und Alles gedieh unter ihren Händen. Aber bald kamen Wölfe in ihre Höfe in Gestalt von grundsatzlosen Abentheurern, die nur an Gewalt und List glaubten und diesem Glauben gemäß handelten. Die kleine Kolonie von praktischen Christen setzte ihren Gewaltthätigkeiten nur sanfte Vorstellungen entgegen und vergalt ihnen mit beständigem Wohlwollen. Sie gingen noch weiter, sie sagten offen: „Ihr mögt uns so viel Böses thun als Ihr wollt; wir werden Euch dagegen nichts Anderes als Gutes thun. Gesetzeskundige Männer kamen in ihre Nähe und erboten sich ihre Streitigkeiten zu schlichten. Sie antworteten: „Wir bedürfen Euer nicht. Als Nachbarn seid Ihr uns herzlich willkommen; aber für uns hat Euer Gewerbe aufgehört zu existiren.“ — „Was wollt Ihr thun, wenn die Schurken Eure Scheunen verbrennen und Eure Erndten stehlen?“ — „Wir werden Böses mit Gutem vergelten. Wir glauben, daß dieß die höchste Wahrheit und darum der beste Ausweg ist.“ Als die Schurken dieß hörten, schien es ihnen ein ausnehmend guter Spaß zu sein und sie sagten und thaten manche übermüthige Dinge zu ihrer Belustigung. Bei Nacht wurden die Zäune weggerissen und die Kühe in die Kornfelder gelassen. Die Christen machten den Schaden wieder gut wie sie konnten, stellten die Kühe in die Ställe und führten sie gegen Abend nach Haus, indem sie sanftmüthig sagten: „Nachbar, Deine Kühe sind auf meinem Acker gewesen. Ich habe sie den Tag über gut gefüttert, wollte sie aber nicht über Nacht behalten, weil Deine Kinder die Milch vermissen könnten.“

„Wenn dieß ein Scherz war, so hatten doch diejenigen, die ihn ersonnen, nicht das Herz darüber zu lachen. Allmählig kam eine sichtliche Veränderung über diese leidige Nachbarn. Sie hörten auf den Pferden die Schwänze abzuschneiden und den Hühnern die Beine abzuschlagen. „Wirf diesen Stein nicht, Bill,“ sagte ein Junge zu dem andern; „als ich in der vorigen Woche ihnen eine Henne todt schlug, schickten sie dieselbe der Mutter, weil sie dachten, eine Hühnersuppe würde der armen Marie wohl thun. Ich meine, Du solltest Dich schämen, Steine nach ihren Hühnern zu werfen.“ So wurde das Böse durch das Gute besiegt, bis sich Niemand mehr in der Nachbarschaft vorfand, der sie absichtlich beleidigt hätte.

„Jahre vergiengen und sie hatten Glück in weltlichem Erwerb, mehr als alle ihre Nachbarn und gleichwohl geliebt von allen. Von ihnen bekam der Gerichtsdiener und der Advokat nichts zu verdienen. Der Executor stammelte und entschuldigte sich, wenn er kam und ihr mit harter Arbeit erworbenes Eigenthum als Bezahlung für die Kriegssteuer nahm. Sie antworteten sanft: „Das ist ein schlechtes Gewerbe, mein Freund. Betrachte es im Lichte des Gewissens und sieh, ob es nicht so ist.“ Aber während sie solche Ausgaben ungern bezahlten, spendeten sie mit übervollen Händen für nützliche und wohlthätige Zwecke.

„Nach Verfluß von 10 Jahren wurden die Staatsländereien, auf welchen sie ihre Farms erbaut hatten, öffentlich dem Verkauf ausgesetzt. Dem Brauche gemäß haben diejenigen, welche das Land bebaut und kultivirt haben, das Recht zuerst darauf zu bieten und es für den Regierungspreis zu erhalten, d. h. für 5/4 Dollars den Morgen. Aber das Spekulationsfieber auf Land wurde um diese Zeit hoch gesteigert. Abentheurer aus allen Theilen des Landes schaarten sich zur Auktion zusammen und Kapitalisten in Baltimore, Philadelphia, New-York und Boston schickten Agenten, um die westlichen Ländereien aufzukaufen. Niemand glaubte, daß man auf Brauch oder Billigkeit Rücksicht nehmen würde.

„Der Verkauf am ersten Tage bewies, daß die Spekulation sich bis zu den Grenzen des Wahnsinns verstieg. Man kaufte den Morgen Lands begierig für 17, 25 und 30 Dollars. Die christliche Kolonie hatte wenig Hoffnung, ihre Höfe behalten zu dürfen. Als die ersten Ansiedler hatten sie den besten Boden gewählt und ihr beharrlicher Fleiß hatte ihn bis zur höchsten Culturstufe gebracht. Sein Marktpreis war weit höher, als der schon übermäßig hohe Preis, der für die verkauften Morgen bezahlt wurde. Bei diesen Aussichten hatten sie sich bereits darauf gefaßt gehalten von Neuem in die Wildniß zu wandern und ihr Leben von vorn zu beginnen. Aber am Morgen, wo ihre Ländereien zum Verkauf ausgeboten wurden, bemerkten sie mit dankbarer Ueberraschung, daß ihre Nachbarn überall bei den Liebhabern umhergiengen und ihnen dringende Vorstellungen machten: „Bietet nicht auf diese Ländereien, diese Menschen haben 10 Jahre lang hart darauf gearbeitet. Während dieser Zeit haben sie weder Menschen noch Vieh etwas zu Leide gethan. Sie sind stets bereit gewesen Böses mit Gutem zu vergelten. Sie sind ein Segen für die ganze Nachbarschaft; es wäre Sünde und Schande auf ihre Felder zu bieten. Ueberlaßt sie ihnen zum Regierungspreis.“

„Die Stunde des Verkaufs kam. Die Bebauer des Landes boten 5/4 Dollars und beabsichtigten nöthigenfalls höher zu steigern. Aber in diesem ganzen Haufen selbstsüchtiger wilder Spekulanten fand sich nicht ein Einziger, der sie überbot. Ohne eine einzige Stimme des Widerspruchs wurden die guten Ländereien ihnen überlassen.

„Ich lauschte mit Entzücken dem Wüstenbebauer, während er seine Philosophie allgemeiner Menschenliebe entwickelte.

„Was würdet Ihr thun,“ sagte ich, „wenn ein fauler diebischer Landstreicher unter Euch käme, wenn er dazubleiben verlangte und gleichwohl nicht arbeiten wollte?“ — „Wir würden ihm Nahrung geben, wenn er hungrig wäre, ein Obdach, wenn er fröre, und würden ihn stets als einen Bruder behandeln.“ — „Würde eine solche Handlungsweise nicht mehrere solche Bursche verlocken, zu Euch zu kommen? Wie könntet Ihr es vermeiden, von ihnen überlaufen zu werden?“ — „Solche Leute würden sich entweder verändern, oder nicht bei uns bleiben. Wir würden niemals ein unfreundliches Wort zu ihnen sagen, würden ihnen niemals das Nöthige verweigern, aber wir würden sie mit tiefer Wehmuth betrachten, so wie wir einen verbrecherischen aber geliebten Bruder ansehen würden. Dieß ist für eine Menschenseele härter zu ertragen, als Peitschenhiebe und Gefängniß. Sie würden es nicht aushalten. Es würde sie entweder erweichen oder forttreiben. In neun Fällen von zehn glaube ich, daß es sie erweichen würde.“

Maria Child fügt hinzu:

„Die weiseste Staatsökonomie ist in den Lehren Christi enthalten.“

Und mir kommen die Worte in den Sinn:

„Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden die Erde besitzen.“

Und betrachte ich, was in dieser Zeit das besiegende, das überwältigende Element von den Missisippistaaten an bis nach Kalifornien ist, so ist es mir klar, daß es die Macht und Gewalt der Friedfertigen ist.

Auf dem Missisippi in der Nähe der Stromschnellen, den 3. November. 

Wir liegen seit mehreren Stunden still. Es sind da gefährliche scharfe Klippengründe im Fluß, und da das Wasser niedrig ist, so ist die Fahrt gefährlich. Man erwartet, daß der Wind sich vollkommen legen werde und daß man dann die Untiefen werde unterscheiden können. Es ist auch jetzt so ruhig, daß ich kaum begreife, daß es noch ruhiger werden kann. Der Missisippi glänzt wie ein Spiegel im Sonnenschein, blos da und dort gefurcht von der Strömung. Es herrscht jetzt vollkommene Sommerwärme und es macht mich ungeduldig, in der Wärme und dem starken Sonnenlicht still zu liegen. Daß der Missisippi hier nicht gereinigt wird, daß man es dulden känn, solche Untiefen und Aufenthalte in dem großen Fluß zu haben, auf welchem so viele tausend Schiffe gehen, das ist ein Zeichen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten noch ihre — Untiefen und Mängel hat. Man ist nicht einig darüber, ob die Bundesregierung oder der einzelne Staat die Arbeit ausführen soll, und so bleibt die Arbeit ungeschehen zum großen Nachtheil für die Flußfahrt.

Ich habe an Bord eine angenehme Bekanntschaft gemacht mit zwei Herrn von Connecticut (kräftigen, derben Yankees) und der jungen Tochter des Einen von ihnen, die ein allerliebstes Mädchen von zwanzig Jahren ist, eine frische Blume an Leib und Seele, just ein Prachtexemplar von Neuenglands Töchtern. Wir haben jetzt auch ein paar Riesinnen an Bord, die zu jener alten mythologischen Utgards-Bevölkerung gehören, und ich ergötzte mich ungemein an einem Conflikt zwischen dem wilden und civilisirten Geschlecht in den Personen einer dieser Frauen und einer schönen Blume von Neuengland. Erstere, eine Person von mittlerem Alter, saß in stahlgrauem Kleide mit ihrem grauen herben Gesicht ganz steif im Damensalon und rauchte ihre Meerschaumpfeife, als wir Nachmittags aus dem Speisesalon dahin kamen. Sie saß mitten im Zimmer, blies mit Macht den Rauch aus und schaute drein, als wollte sie der ganzen Welt Trotz bieten. Die Damen sahen zuerst sie, dann sahen sie einander an, schwiegen aber und ließen es sich eine Weile gefallen; allein der Raucher wurde unerträglich und man flüsterte, daß etwas gethan werden müsse, um dem unerlaubten Rauchen ein Ende zu machen. Die junge Miß S. rief die Verwalterin. „Sie müssen diesem Frauenzimmer sagen, daß es hier innen nicht erlaubt ist zu rauchen.“

„Ich habe es ihr bereits gesagt, Missis, aber sie kümmert sich nichts darum; es hilft nichts, wenn man mit ihr spricht.“

Man wartete noch eine Weile, um zu sehen, ob die rauchende Dame die stillen, aber deutlichen Winke nicht beachten würde. Aber nein, sie blieb sitzen und erfüllte den ganzen Salon mit Rauch.

Die schöne junge Miß S. nahm jetzt ihren Muth zusammen, trat zu der Raucherin vor und sagte in ebenso höflichem als würdevollem Ton:

„Ich weiß nicht, ob Sie bemerkt haben, daß Ihre Cajüte eine Thüre hat, die auf die Piazza hinausgeht; und — es wäre für Sie selbst, wie auch für Alle da innen weit angenehmer, wenn Sie Ihre Pfeife dort rauchen wollten.“

„Nein, es gefällt mir am besten, sie hier im Salon zu rauchen.“

„Aber es ist verboten hier zu rauchen.“

„Es ist den Herrn verboten, nicht aber den Frauenzimmern.“

Es ist verboten hier zu rauchen, und es ist Ihnen so gut verboten, wie jeder andern Person. Und ich muß Sie im Namen sämmtlicher Frauenzimmer bitten, davon abzustehen.“

Dieß wurde mit solchem Ernst und zugleich mit solcher Anmuth ausgesprochen, daß die Riesin davon[WS 3] betroffen schien.

„Nun denn, warten Sie ein wenig,“ sägte sie brummend, und nachdem sie heftig noch einige Rauchwolken ausgestoßen hatte, um uns einen Denkzettel zu hinterlassen, erhob sie sich und ging auf ihr Zimmer. Die Macht der Bildung hatte über die Macht der Rohheit, die Götter hatten über die Riesen den Sieg errungen.

Jetzt werden wir weiter fahren, aber nicht zu Wasser, sondern zu Land. Unser schwerbeladenes Schiff kann nicht über die Untiefen kommen. Es muß hier abladen. Die Passagiere müssen zu Wagen 15—16 Meilen weit auf Iowas Ufer nach einem Städtchen fahren, wo sie ein neues Boot nehmen können und die Fahrt nicht mehr durch Untiefen gehindert ist. Meine neuen Freunde von Connecticut nehmen mich unter ihren Schutz.

Saint-Louis (Missouri) 8. November. 

Ich sitze jetzt in St. Louis auf dem westlichen Ufer des Missisippi, und ich überlege bei mir, ob ich zu einer Hochzeit fahren soll oder nicht, zu welcher ich eingeladen bin, um eine sehr schöne Braut und die Crême der Gesellschaft in der großen Missisippistadt, der Einwohnerzahl nach der zweiten nach New-Orleans, zu sehen. Der Bräutigam, den ich heute früh nebst der Mutter der Braut sah, ist ein steinreicher Floridanischer Plantagenbesitzer, ein vollendeter Gentleman, ein sehr artiger Mann; die Mutter der Braut ist eine etwas verblühte Schöne; artig aber etwas affektirt, 50 Jahre und darüber, mit bloßem Hals, bloßen Armen, geschminkten Wangen, vielem Parfüm, Fächern und tausenderlei Façons damit, französisch artig. Sie lud mich auf den Abend ein. Ein gefälliger und zuvorkommender Bekannter von Mr. Downing, der mir einen Brief an ihn mitgegeben hat, der Senator Allen, will mich nebst seiner Frau dahin führen. Aber … aber … ich habe den Schnupfen und fühle mich zu alt für solche Feste, bei denen ich überdieß halb zu Tod gefragt werde. Je näher also die Toilettenzeit heranrückt, um so klarer wird es mir, daß ich ruhig auf meinem Stübchen bleiben werde. Schöne Damen und schöne Toiletten sehe ich gerne, aber ich kann sie mir auch beschreiben lassen und ich habe in den östlichen Städten genug beau monde gesehen, um mir die in den westlichen vorstellen zu können.

Ich bin gegenwärtig in einem Hotel, werde aber wohl morgen oder übermorgen ins Haus des Senators Allen, ein Stück außerhalb der Stadt, ziehen.

Ich kam gestern mit meinen Freunden aus Connecticut hier an. Die Fahrt über die Iowa-Prärien in einem halbbedeckten Wagen war höchst angenehm. Das Wetter war warm wie an einem Sommertag, und die Sonne bestrahlte fruchtbar wogende Gefilde weit, weithin in die Ferne. ¾ von Iowas Boden sollen wogendes Prärienland sein. Das Land sah nicht cultivirt aus, aber schön und freundlich, ein unübersehbares Weideland. Die Natur um den Missisippi her ist eine Lichtnatur. Nachmittags kamen wir in das Städtchen Keokuk, das auf einer Anhöhe am Flusse liegt. Wir nahmen in einem guten Wirthshaus ein gutes Mahl ein. Statt der Suppe servirte man Thee, wie dieß in den Hotels im Westen gewöhnlich ist. Erst spät am Abend sollte das Schiff kommen, mit welchem wir unsre Reise fortsetzen konnten. Inzwischen begab ich mich allein auf eine Entdeckungsreise. Ich ließ die junge Missisippistadt, die eine hübsche Lage hat und in gutem Wachsthum begriffen zu sein scheint, hinter mir und schlug einen Fußweg am Ufer dem Missisippi entlang ein. Die Sonne war im Untergang und Wolken mit sanft hellrothen und purpurnen Farben bedeckten den westlichen Himmel. Die Luft war mild und still; die ganze Scene großartig, freundlich und ruhig, idyllisch in großem Styl.

Auf dem Ufer dem Fluß entlang lagen in kurzem Abstand von einander zierliche kleine Blockhäuser mit den geschmackvollen, passenden und bequemen Proportionen, welche die Arbeit der Amerikaner auszeichnen. Sie waren alle einander gleich und schienen Wohnstätten von Arbeitern zu sein. Die meisten der Thüren standen offen, vermuthlich um die milde Abendluft einzulassen. Ich benützte die Gelegenheit hineinzugucken und kam auch bald mit einigen Hausfrauen ins Gespräch. Es waren, wie ich mir gedacht hatte, Handwerker, die in der Stadt arbeiteten und hier ihre ländlichen Wohnungen hatten. Man sah keinen Luxus in diesen kleinen Häusern, aber Alles war so sauber und geordnet, so zierlich und festtäglich ruhig, von der Hausfrau an bis zu jedem Möbel im Hause, daß der Anblick etwas Wohlthuendes hatte. Es war auch ein Sonntagabend und der Sabbathfriede ruhte in den Häusern wie über der Gegend.

Als ich nach meiner Herberge zurückkam, war die Dämmerung eingetreten. Inzwischen war es in dem Städtchen ruchbar geworden, daß irgend ein skandinavisches Thier im Wirthshaus zu sehen sei, und man machte ihm jetzt die Zumuthung, herabzukommen und sich zu zeigen.

Ich ging in den großen Saal hinab und traf da eine Menge Leute, meist Männer, deren Zahl zu einer wahren Versammlung anwuchs, so daß ich vielen recht wunderlichen Figuren die Hand zu drücken hatte. Aber solche Dinge sieht man oft hier im Westen. Die Männer arbeiten hart und sind gleichgültig in ihrer Toilette. Sie nehmen sich nicht die Zeit ihr viel Aufmerksamkeit zu widmen. Aber ihre ungeschmückte Außenseite ist kein wahrer Aushängeschild dessen, was in ihrem Innern wohnt. Das sah ich auch an diesem Abend. Mit einer kleinen Gesellschaft feinerer Leute (ich sage absichtlich nicht besserer, denn diese Benennungen bessere und schlechtere Leute sind immer uneigentlich und passen überall besser als hier), ich meine wohl gekleidete Herrn und Damen mit den besten Manieren — die Aristokratie von Keokuk — machte ich zu meinem aufrichtigen Vergnügen nähere Bekanntschaft. Ich bin selbst von Natur nicht rückhaltsam und darum gefällt mir das offene, rückhaltslose und dabei freundliche Wesen der Amerikaner. Man wird leicht bekannt und sieht bald, ob man für einander paßt oder nicht. Zwischen 10 und 11 Uhr gingen wir an Bord. Am folgenden Morgen waren wir im Missourifluß, der ungefähr 18 Meilen nördlich von St. Louis in den Missisippi hereinstürzt, mit einer solchen Heftigkeit und einer solchen Wassermasse, daß er den Charakter des Missisippi gänzlich verändert. Jetzt ist es vorbei mit seiner Ruhe und seiner hellen Farbe. Jetzt strömt er unruhig und trübe dahin, und Klötze, Bäume und alle Arten von Plunder, der schwimmen kann, wirbeln auf seinen Wogen, dahin gebracht von dem Missouri, der auf seiner stürzenden Fahrt von mehr als 3000 Meilen durch die Wildnisse des Westens alles mit sich reißt, was er auf seinem Wege findet. Der Missouri ist eine Art von Xanthippe, aber der Missisippi ist kein Sokrates, denn er läßt sich durch den Einfluß der bösartigen Gattin bedeutend stören.

Vor St. Louis ruderten Jungen in kleinen Booten und suchten Bretter und Baumäste aufzufischen, die auf dem Strom schwammen.

Der erste Anblick von St. Louis war recht sonderbar. Die Stadt sah aus, als wäre sie von der Flußseite her von einer Menge ungeheurer Mississippithiere, die kolossalen weißen Seebären glichen, blokirt. Es waren auch solche. Es waren weißangestrichene große dreideckige Dampfschiffe, die, vielleicht mehr als hundert an der Zahl, Seite an Seite, am Ufer lagen; Wimpel mit Namen von allen Erdtheilen flatterten im Winde über ihren zwei Kaminen, die mir wie ungeheure Naslöcher vorkommen. Denn jedes Dampfschiff auf dem Mississippi hat zwei solche Apparate, die gewaltig schnauben unter der Hochdruckarbeit. Als wir nach St. Louis kamen, war es volle Sommerwärme und mehrere Bäume auf den Straßen hatten noch grünes Laub. Ich sehe den Baum des Südens „Pride of India“ wieder, (mit Blumenbüscheln gleich den Syringen in der Blüthezeit und darnach Büscheln von rothen giftigen Beeren), so auch die schönen Akazien sammt dem Ailanthus und der Sykomore.

Den 7. November. 

Sobald ich nach St. Louis kam, mußte ich mich mit einer Migräne niederlegen. Mein allerliebstes Mädchen aus Neuengland verpflegte mich, wie eine jüngere Schwester hätte thun können. Als sie mit ihrem Vater mich verlassen mußte um weiter zu reisen, bekam ich auch hier eine irländische Magd, die mich während der kurzen Krankheit vortrefflich besorgte. Ich wurde bald wieder munter und erhob mich dann, um dem Brautpaar, das hier in dem Hotel wohnt, einen Besuch abzustatten. Es war Vormittags. Aber das Zimmer, wo die Braut sich befand, war düster und nur schwach vom Feuerschein beleuchtet. Die Braut war hoch gewachsen und fein gebildet, aber zu mager; im Uebrigen schön und von blühender Farbe. Sie war noch ganz jung und erschien mir wie eine seltene Treibhauspflanze, die noch nicht im Stande war die Winde der freien Luft zu ertragen. Die langen schmalen Finger spielten mit kostbaren Kleinigkeiten, die an einer goldenen Kette hingen, welche vom Hals bis zur Mitte des Leibes herabreichte. Ihre Kleidung war kostbar und geschmackvoll. Sie sah mehr wie ein Luxusartikel als wie eine junge künftige Hausfrau aus. Die schwache Beleuchtung, die Feuerwärme, die Parfüme, Alles um die junge Braut her schien mir Weichlichkeit zu verrathen. Der Bräutigam jedoch, war offenbar kein Weichling, sondern ein Mann und ein Gentleman. Er war sichtlich sehr verliebt in seine junge Braut, die er jetzt zuerst nach Cincinnati und sodann nach Florida und seinem ewigen Sommer führen wollte. Man traktirte mich mit Hochzeitkuchen und süßem Wein.

Als ich aus dem parfümirten Zimmer mit seiner treibhausartigen Wärme und halben Beleuchtung trat, begegnete mir ein sommerblauer Himmel, sommermilde Luft und Sonne und Vogelgesang in den sausenden Bäumen. Das war entzückend. Ach, sagte ich zu mir, das ist ein anderes Leben, es ist doch nicht gut, nicht naturfrisch, dieses Leben, das manche Frauenzimmer hier zu Lande führen, dieses Leben im Halbdunkel, wo sie sich jahraus jahrein beim Kaminfeuer in bequemen Schaukelstühlen wiegen, dieses Leben beständiger Wärme und Unthätigkeit, wodurch sie sich von der frischen Luft, von dem stärkenden Leben abschließen. Und die physische Schwäche der Frauenzimmer hier zu Lande muß zum großen Theil der weichlichen Erziehung zugeschrieben werden. Es ist eine Art Haremsleben, jedoch mit dem Unterschied, daß sie, was bei den Frauen des Morgenlandes nicht der Fall ist, hier im Westen als Herrscherinnen und die Männer als ihre Unterthanen betrachtet werden. Das hat jedoch die Folge, daß es ihre Entwickelung hemmt und sie von ihren edelsten und höchsten Zwecken ablenkt. Die Harems des Westlandes sind nicht minder als die des Morgenlandes geeignet das Leben und Bewußtsein des Weibes herabzuziehen.

Nach dem Besuch bei der Braut fuhr ich aus, um verschiedene katholische Asyle und fromme Stiftungen zu besehen, die unter der Leitung von Nonnen stehen. Das war eine andere Seite der Entwicklung der Weiblichkeit, die ich hier zu schauen bekam. In zwei großen Asylen für arme vater- und mutterlose Kinder und in einer Anstalt zur Wiederaufrichtung gefallener Weiber (dem Asyl des guten Hirten) sowie in Spitälern für Kranke sah ich die Weiber, die sich Schwestern nennen, ein wahres und großes Leben führen, als Mütter schutzloser Kleinen und als Schwestern und Pflegerinnen gefallener und leidender Mitschwestern. Das war ein erfrischender und stärkender Anblick.

Ich muß es sagen: die Katholiken scheinen mir hier im Westen den Protestanten in der lebendigen Nachfolge Christi, in guten Werken voranzugehen.

Die katholische Kirche der neuen Welt hat ein neues Leben. Sie hat den alten Mantel der Unduldsamkeit und des Fanatismus abgeworfen; sie tritt reich an Barmherzigkeit auf.

Klöster entstehen auf der neuen Erde mit erneutem Geiste. Sie erstehen frei von sinnlosem Treiben, thätig in Liebeswerken.

Diese Klöster hier haben große helle Säle, keine düsteren Zellen, überhaupt nichts Düsteres oder Geheimnißvolles.

Alles ist darauf berechnet dem Licht und dem Leben freien Spielraum zu geben. Und wie schön waren nicht diese Klosterschwestern in ihrer edlen würdevollen Tracht, in dem stillen frischen Wesen, das ihre Wirksamkeit kennzeichnet! Sie erschienen mir schöner, frischer, glücklicher, als die meisten weltlichen Frauen, die ich hier gesehen habe. Ich muß auch sagen, daß ihre Nonnentracht, besonders die Kopfbedeckung, in all ihrer Einfachheit, überaus geschmackvoll und kleidsam war. Und ich erfreute mich daran. Ich weiß nicht, warum die Schönheit und die Frömmigkeit nicht neben einander sollten gedeihen können. Die schrecklichen Hüte oder Schirmhauben, wie die barmherzigen Schwestern in Savannah sie tragen, würden mich als Kranke aus ihrem Spital verscheuchen. Aber schon der Anblick dieser Schwestern hier mußte auf eine kranke Person entschieden gut wirken.

In einer der prophetischen Zukunftsvisionen, mit welchen unser Geijer seine irdische Laufbahn beschloß, sagte er einmal auf einem Besuche bei mir:

„Die Klöster müssen von Neuem aufkommen, nicht in der alten Form, sondern als freie Vereine von Männern oder Weibern zur Ausführung von Liebeswerken.“

Ich sehe sie hier kommen. Und sie müssen auch in der evangelischen Kirche kommen. Die Diakonissenanstalten in Europa sind ihre Anfänge.

Die überwiegende Anzahl von Frauen in allen Ländern der Erde deutet auf eine göttliche Absicht mit ihnen, die man mehr beachten sollte. Das Menschengeschlecht bedarf geistiger Mütter und Schwestern. Die Weiber empfangen in dem heiligen Schwesterverein zur Ausführung dieses Berufes eine Kraft, welche sie vereinzelt nur ausnahmsweise besitzen können. Als Christi Bräute und Dienerinnen empfangen sie ein höheres Leben, ein freieres Bewußtsein, eine größere Macht.

Ob dergleichen religiöse Vereine von Männern ebenso erforderlich und natürlich sind, wie die von Weibern, das lasse ich dahin gestellt sein; aber es kommt mir nicht so vor. Die Männer scheinen mir zu einer Thätigkeit andrer Art, wenn auch für ähnliche Zwecke berufen zu sein.




Gestern und vorgestern Abend machte ich meine einsamen Entdeckungsreisen in und außer der Stadt.

St. Louis liegt auf wogenförmigen Terrassen ziemlich hoch über dem Mississippi. Es sieht aus als ob es eine ungeheure Stadt werden wollte, und bereits hat man Vorstädte zu bauen angefangen, die weit von einander abliegen; aber bereits giebt es auch Wege, (sogar Eisenbahnen) von einem Platz an den andern. Diese Gebäude zu Vorstädten liegen gewöhnlich hoch und gewähren herrliche Aussichten über den Fluß und das Land. Dicke kohlschwarze Rauchsäulen wirbelten von mehreren Seiten her in die stille Luft empor, das Wachsthum des Fabriklebens bezeichnend. Es nahm sich hübsch aus gegen den goldenen Abendhimmel; aber die schwarzen Säulen lassen über die Stadt her einen Regen von Asche und Ruß fallen, der gar nicht hübsch ist. In der Stadt baut man große Waarenmagazine eins um das andre, ungeheure Kauf- und Handelshäuser. Die Lage der Stadt am Einfluß des Missouri in den Mississippi und ihr Handel auf dem ersteren Fluß mit dem ganzen großen Westen und auf dem Mississippi mit den nördlichen, südlichen und östlichen Staaten der Union giebt St. Louis sichere Aussicht auf ein beinahe grenzenloses Wachsthum. Die Wahrscheinlichkeit, daß von hier aus eine Eisenbahn bis an das stille Meer zu Stande kommt, ein Unternehmen, das hauptsächlich von vielen thätigen Männern des Westens betrieben wird, verleiht der Stadt noch höhere Bedeutung. Auch nimmt die Auswanderung hieher besonders von Deutschen mit jedem Jahre zu. Wie schnell diese zugeht, ersieht man daraus, daß St. Louis im Jahre 1845 eine Bevölkerung von 35000 Seelen und 1849 beinahe die doppelte Zahl hatte. Der Missouristaat hat jetzt ungefähr 2,000,000 Einwohner und doch ist er als Staat noch nicht über 30 Jahre alt.

Als ich in der Dämmerung durch die Straßen der Stadt wandelte, sah ich verschiedene Gestalten sowohl von Menschen als Thieren, die mich nicht erfreuten. Solche habe ich zu meinem großen Bedauern auch in New-York gesehen, just solche Menschen, deren Aussehen halb Wildheit, halb Elend verrieth, just solche arme abgehetzte Pferde! … Ich bemerkte eine Menge ärztliche Schilde. An jedem dritten oder fünften Hause ist ein solcher zu sehen. Aber was können Arzeneien hier ausrichten? … Ach … Wir müssen noch lange zu dem Herrn der Vollkommenheit beten: zu uns komme Dein Reich. Schwermüthig und bedrückt kehrte ich in mein Hotel zurück.

Unter den Personen, die mich dort besuchten, befanden sich einige Anhänger der sogenannten Neuen Kirche, nämlich Swedenborgianer, die durch mein Glaubensbekenntniß in den Morgenwachen zu der Ansicht verleitet worden, daß ich der neuen Kirche angehöre. Ich konnte mich jedoch nicht zu ihr bekennen. Denn ich finde in der alten, in ihrer späteren Entwickelung durch Germaniens und Skandinaviens große Denker ein reicheres und göttlicheres Leben. Swedenborgs Beziehungslehre ist im Grund der Glauben und die Lehre aller mit Tiefsinn begabten Völker von den Aegyptiern bis zu den Skandinaviern, aber Swedenborgs Anwendung derselben scheint mir nicht groß und geistig genug.

Ueberall in Nordamerika findet man Swedenborgianer. Was sie am meisten anzuziehen scheint, das ist die Lehre von der Göttlichkeit Christi, sowie die Lehre von der Gleichheit des Himmels oder der Geisterwelt mit der Welt der Erde, und von der Nähe dieser Geisterwelt. Auf den Kirchhöfen findet man noch weiße Marmorsteine mit der Inschrift: Er (Sie) ging an dem oder dem Tag in die geistige Weit (the spiritual world) ein.

Dieß ist schön und recht, denn — sage ich mit Tholuk — warum sagen, daß unser Freund todt sei? Todt, dieses Wort ist so schwer, so düster, so todt und sinnlos; saget, daß unser Freund dahingegangen ist, daß er uns auf eine kurze Zeit verlassen hat, dieß ist wahrer und besser.

Chrystal-Springs, den 10. November. 

Seit meinem letzten Brief bin ich in das schöne Haus und zu der freundlichen Familie des Senators Allen gezogen. Ein hübsches junges Mädchen, die Schwester des Herrn vom Hause hat mir ihr Stübchen mit einer schönen Aussicht auf den Mississippi und das Missourithal überlassen. Aber das freundliche Wetter hat jetzt in Kälte und Herbstnebel umgeschlagen, so daß ich Nichts von der Herrlichkeit sehen kann. Es ist so dick in der Luft. Aber solche Tage sind selten in dem sonnenreichen Amerika und die Sonne bahnt sich bald genug wieder Weg. Mr. Allen hat drei Jahre hindurch die Sonnenscheintage im Jahre gezählt und gefunden, daß es ungefähr 315 jährlich waren, die übrigen Tage waren Gewittertage und die wenigsten waren Regentage.

Mr. Allen ist ein kenntnißreicher Mann, der sich für Alles interessirt und Alles weiß, was in dem Staate vorgeht, wo er jetzt Senator und selbst ein thätiger Theilnehmer an der Entwickelung desselben ist. So hat er im letzten Sommer nicht weniger als fünfhundert (ich hoffe, daß ich ihm nicht ein Paar Hundert mehr gebe, als er sagte) Stumpfreden (Stumpspeeches)[2] gehalten, indem er in Missouri herumreiste, für die Anlegung einer Eisenbahn von St. Louis durch Missouri bis ans stille Meer agitirte und zur Aktienzeichnung aufforderte. Dieß ist ihm auch in bedeutendem Maße gelungen. St. Louis allein hat bereits 2,000,000 Dollars für die Ausführung des Unternehmens gezeichnet. Man muß zwar bei dieser Gelegenheit die festen Wände der Felsgebirge durchbohren oder sprengen; aber was macht das Amerikanern aus?

Die Stadt St. Louis ist von reichen Handelsleuten gegründet, Fellhändler und katholische Priester waren die ersten, welche die Wildnisse des Westens durchwandelten und ihr Leben wagten. Die ersteren um Reichthümer, die letzteren um Seelen zu erobern. Handel und Religion sind noch zu dieser Stunde die Pioniere der Civilisation im Westen.

Einer der wichtigsten Speculations- und Handelszweige in und um St. Louis ist gegenwärtig der Landverkauf. Frühe Auswanderer hieher, die den Morgen zu 1¼[WS 4] Dollar gekauft hatten, verkaufen ihn jetzt fußweise zu mehreren 1000 Dollars für jeden Fuß. Es klingt mir beinahe unglaublich, was ich von den übertriebenen Preisen gehört habe, zu welchen das Land hier verkauft wird. Thatsache ist, daß Personen jetzt lediglich durch Verkauf ihrer Landantheile großes Vermögen gewinnen. Ein Deutscher, der früher in beschränkten Umständen lebte, hat jetzt seinen Bodenantheil verkauft und reist nunmehr mit einem Vermögen von 100,000 Dollars in sein Vaterland zurück. Mr. Allen, der zu den selbstgemachten Männern des großen Westens gehört und seine Laufbahn als Junge von 13 Jahren mit der Austragung eines Pfennigmagazins begann, ist jetzt Grundbesitzer und verkauft ebenfalls Land zu großen Summen. Er vereinigt, wie Mr. Downing (mit dem er auch einige äußere Aehnlichkeit hat), den praktischen Geschäftssinn mit einem poetischen Gemüth, welches letztere sich vornemlich durch seinen Sinn für Naturgegenstände bekundet.

In St. Louis sind eine große Menge Deutsche. Sie treiben mit aller Macht Musik und Tanz. Auch Franzosen und Spanier sind hier. In den Hotels hat man französische Sitten und französische Namen für die Gerichte[WS 5] und Weine. Die Irländer bilden hier, wie überall in den Vereinigten Staaten, die grobarbeitende Bevölkerung und den größern Theil der dienenden Klasse außer den Negersklaven.

Trotz des zunehmenden Handelsverkehrs in der Stadt ist es doch für einen Auswanderer äußerst schwer, ja beinahe unmöglich auf einem Handelscomtoir dahier einen Platz zu bekommen. Will er sich dagegen zu grober Händearbeit als Mühlknecht oder Fabrikarbeiter hergeben, so erhält er einen gut bezahlten Platz. Und lebt er sparsam, so kann er bald genug erwerben, um etwas Besseres zu unternehmen. Noch günstiger sind seine Aussichten, wenn er ein Handwerk versteht, dann kann er schnell der Schmid seines Glückes werden.

Den 11. November.  

Wiederum Sommer und Sonnenschein und herrliche Aussicht über die weite Gegend! Der Himmel ist lichtblau und die Erde ist lichtgrün, Alles badet im Licht. Ich bin zu Fuß mit meiner jungen Freundin auf den Höhen in der Umgegend herumgepilgert, mit Mr. Allen bin ich herumgefahren in der Gegend und habe mich tüchtig umgesehen. Die Weite und Breite der Landschaft und Aussichten ist es, was mich im großen Westen am allermeisten frappirt. Es macht einen eigenthümlich heitern und erweiternden Eindruck auf mich. Ich muß unwillkürlich lächeln, ich breite meine Arme aus und möchte über die Erde hinfliegen. Es kommt mir ganz dumm und wunderlich vor, daß ich es nicht kann. Mr. Allen führte mich auch in diejenigen Theile von St. Louis, wo die vermöglichen Stadtbewohner ihre Landhäuser erbauen. Da sind bereits auf Höhen (aber keine hohen Höhen, sondern blos Terrassen oder Plateaus) und in Thälern ganze Straßen und Gruppen von zierlichen, zum Theil sogar prachtvollen Villen, umgeben von Bäumen und Blumen, Weinranken und andern Schlingpflanzen. Wie das Leben hier wächst, wie schnell und wie üppig! Aber wächst nicht das Unkraut neben dem Weizen? Ich habe zwar noch die Hoffnung auf das tausendjährige Reich des großen Westens, aber den Glauben daran habe ich verloren.

Der Missouristaat scheint in Bezug auf Naturschönheiten und natürliche Mittel einer der reichsten Staaten in der Union zu sein, wie er auch in Bezug auf Umfang einer der größten ist. Von seinem nördlichen Theil spricht man als von dem Garten des Westens. In seinen westlichen Theilen hat er auch hohe Berge nebst metallreichen Gruben, dazwischen hinein Prärien und Wälder; südlich gegen Arkansas kommen Moräste und Sümpfe. Westlich vom Staat liegt das Indianergebiet, das Christenthum und Civilisation angenommen hat. Der vorherrschende Stamm heißt der Cherokeestamm, aber mehrere andere Stämme haben sich in kleineren Gesellschaften an diesen angeschlossen, Familien der Choctas-, Chikasaws-, Fox- und Sacs-Indianer. Ob dieses Indianergebiet zur Regierung der Vereinigten Staaten in demselben Verhältniß steht, wie die andern Territorien während ihrer Uebergangsepochen, und ob es dereinst als selbstständiger Indianerstaat in die Union der Vereinigten Staaten eintreten wird, weiß ich nicht mit Bestimmtheit, glaube aber, daß es sich so verhält.

Missouri ist ein Sklavenstaat, scheint aber in dieser Zeit das Sklavereiinstitut mehr aus Trotz beizubehalten, als aus Ueberzeugung von seiner Nothwendigkeit. Der Staat hat keine Produkte, die nicht von weißen Arbeitern erzielt werden könnten, da sein Klima nicht zu dem heißen Süden gehört. Auch verkauft Missouri seine Sklaven immer fleißiger nach dem Süden.

„Bist Du Christin?“ fragte ich eine junge schöne Mulattin, die mich hier bediente.

„Nein, Missis, ich bin es nicht.“

„Bist Du nicht getauft? Hast Du keinen Unterricht über Christus empfangen?“

„Ja, Missis. Ich habe eine Pathin, eine Negerin, die sehr kirchlich ist und die mich unterrichtet hat.“

„Glaubst Du nicht, was sie Dir von Christus sagte?“

„O ja, Missis, aber ich fühle es nicht hier, Missis!“ Sie legte ihre Hand auf ihre Brust.

„Wo bist Du erzogen worden?“

„Weit weg, oben am Missouristrom, Missis, weit weg von hier.“

„Waren Deine Eigenthümer gut gegen Dich?“

„Ja, Missis, sie sagten mir niemals ein böses Wort.“

„Bist Du verheirathet?“

„Ja, Missis, aber mein Mann ist weit fort von hier bei seinem Eigenthümer.“

„Hast Du Kinder?“

„Ich habe 6 gehabt, Missis, aber ich habe nicht ein einziges mehr. Drei sind gestorben und die drei andern hat man mir verkauft. Als sie mir das letzte kleine Mädchen wegnahmen, o ich glaubte nie, daß ich es überstehen könnte. Es hat mir beinahe das Herz gebrochen.“

Es waren Christen (sogenannte), die dieß thaten. Kein Wunder, wenn es der Sklavin schwer wird das Christenthum zu fühlen, wenn sie sich nicht als Christin fühlen kann. Welch ein Leben! Des Gatten, der Kinder, alles Eigenthums beraubt, ohne Aussicht auf eine selbstständige Existenz, auf etwas Eigenes auf Erden, verurtheilt sich mit mühsamer Sklavenarbeit zu quälen, ohne Hoffnung auf Lohn und einen Ruhetag; ist es da nicht ein Wunder, wenn sie da nicht gänzlich verdrossen und gleichgültig, ja sogar feindselig und bitter wird gegen diejenigen, in deren Gewalt sie sich befindet, die sich ihre Beschützer nennen und ihr Alles wegnehmen, was ihrem Herzen theuer ist? Ach das letzte kleine Mädchen, das jüngste liebste einzige Kind …

Diese heidnische Einrichtung der Sklaverei führt zu so ungereimten, so unmenschlichen Handlungen, daß es mir zuweilen in diesem Lande, in diesem christlichen und freisinnigen Amerika schwer wird daran zu glauben, zu begreifen, daß so etwas Wirklichkeit ist und kein Traum.




Das Tagesinteresse in St. Louis ist Senator Bentons Rückkehr von Washington und seine große Rede im Stadthaus zur Vertheidigung seines Benehmens im Congreß, bei der großen Lebensfrage zwischen den nördlichen und südlichen Staaten. Solche Reden und Rechenschaftsablegungen oder Vertheidigungsreden sind in allen Staaten üblich, wenn ihre Senatoren vom Congreß zurückkehren. Ich habe Oberst Bentons Rede gestern Abend gelesen. Der muthige Vertreter des Sklavenstaats, welcher die Rechte desselben als solcher ebenso offen verfocht, als er die Sklaverei verurtheilte, ist sich auch hier gleich, muthig, offen, dreist, zum Theil Mann und zum Theil Raubthier, das mit Schnabel und Klauen haut und seinen Genuß darin findet zu hauen. Aus seiner Rede habe ich die letzten Worte behalten, die wirklich mannhaft und gut sind:

„Ich schätze eine gute Popularität, d. h. den Beifall guter Menschen. Jeden andern werde ich immer verschmähen und ich werde den Tadel willkommen heißen, der mich von den Uebelgesinnten und Gemeinen trifft.[3]

Missouri und auch Arkansas haben noch viel Heidenthum und viel unbebautes wildes Land. Die Civilisation ist in diesen Staaten noch in ihrem Beginn begriffen und die Sklaverei hält den Fortschritt derselben mit starker Kette zurück. Schlägereien und blutige Duelle kommen oft unter der weißen Bevölkerung vor. Das Bowiemesser und die Pistole gehören zur Garderobe des Mannes besonders auf Reisen im Staate. Er muß sich überdieß stets darauf gefaßt halten auf gewissenlose Glücksritter zu stoßen, die sich von Europa und den östlichen Staaten her, deren ausgestoßene Söhne sie sind, in die westlichen Staaten werfen, um allda einen Spielraum für wilde Lüste zu suchen.

Morgen oder übermorgen reise ich van Cincinnati. Von da aus schreibe ich wieder.



  1. Brief aus New-York 22. Brief 1. Band.
  2. So nennt man die Gelegenheitsreden, die zur Agitation für gewisse Zwecke von Männern gehalten werden, welche deßhalb im Lande herumreisen und da und dort im Felde oder Walde Volksversammlungen halten, wobei sie auf Baumstümpfe oder andere Gelegenheitskatheder steigen und von da aus das Volk haranguiren, je kräftiger desto besser. Kurze, aber starkgepfefferte, kurzgespitzte Reden machen hier das größte Glück. Stumpfreden und Stumpfredner gehören zu den charakteristischen Zügen des großen Westens.
  3. Ueber das Sklavereiinstitut lautet Bentons Ausspruch jetzt, wie im Congreß: „Dieses Institut ist ein Uebel, ein Fluch. Ich habe immer so gedacht von dem Augenblick an, wo ich Blackstone las … Aber wir haben nun einmal dieses Institut und deßhalb müssen wir es behalten. Und ich will denjenigen sehen, der es uns nehmen wollte. Wer unsere Rechte und unsere Sklaven antasten will, der — wird es mit mir zu thun bekommen.“

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: presbyteriauischen
  2. Lydia Maria Child: Letters from New York. 1843. S. 108. Letter XXII: The non-resisiting colony. Internet Archive
  3. Vorlage: davn
  4. schwedisch „en och en fjerdedels“; Vorlage: einem und 1¼
  5. schwedisch „rätter“; Vorlage: Gewichte
Siebenundzwanzigster Brief Die Heimath in der neuen Welt. Zweiter Band
von Fredrika Bremer
Neunundzwanzigster Brief
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