Die Kirmeß

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Textdaten
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Autor: Wilhelm Busch
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Titel: Die Kirmeß
Untertitel:
aus: Dideldum!
Seite 33–50
Herausgeber:
Auflage: 6. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Fr. Bassermann
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Erscheinungsort: Heidelberg
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Quelle: Digital bei ngiyaw-ebooks.de und Djvu auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[33] Die Kirmeß.

Fest schlief das gute Elternpaar
Am Abend als die Kirmeß war.

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Der Vater hält nach seiner Art
Des Hauses Schlüssel wohl verwahrt;
Indem er denkt: Auf die Manier
Bleibt mein Herminchen sicher hier! –

Ach, lieber Gott, ja ja, so ist es!
Nicht wahr, ihr guten Mädchen wißt es:
Kaum hat man Was, was Einen freut,
So macht der Alte Schwierigkeit! [34]

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Hermine seufzt. –
                    Dann denkt sie: Na!
Es ist ja noch das Fenster da!

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Durch dieses eilt sie still behende, [35]

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Hierauf hinab am Weingelände

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Und dann durch’s Thor voll frohen Drangs
Im Rosakleid mit drei Volangs. – [36]

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Grad rüsten sich zum neuen Reigen
Rumbumbaß, Tutehorn und Geigen.

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Tihumtata humtata humtatata!
Zupptrudiritirallala rallalala!
[37] ’s ist doch ein himmlisches Vergnügen,
Sein rundes Mädel herzukriegen

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Und rund herum und auf und nieder
Im schönen Wechselspiel der Glieder

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Die ahnungsvolle Kunst zu üben,
Die alle schätzen, welche lieben. – [38]

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Hermine tanzt wie eine Sylphe.
Ihr Tänzer ist der Forstgehülfe. –

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Auch dieses Paar ist flink und niedlich.
Der Herr benimmt sich recht gemüthlich. [39]

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Hier sieht man zierliche Bewegung,
Doch ohne tiefre Herzensregung.

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Hingegen diese, voll Empfindung,
Erstreben herzliche Verbindung. [40]

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Und da der Hans, der gute Junge,
Hat seine Grete sanft im Schwunge;

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Und inniglich, in süßem Drange,
Schmiegt sich die Wange an die Wange; [41]

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Und dann mit fröhlichem Juchheh,
Gar sehr geschickt, macht er Schaßeh.

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Der blöde Konrad steht von fern
Und hat die Sache doch recht gern. [42]

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Der Konrad schaut genau hinüber.
Die Sache wird ihm immer lieber.

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Der Konrad leert sein fünftes Glas,
Die Schüchternheit verringert das. [43]

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Flugs engagirt er die bewußte
Von ihm so hochverehrte Guste.

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Die Seele schwillt, der Muth wird groß,
Heidih! da saust der Konrad los. [44]

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Zu große Hast macht ungeschickt. –
Hans kommt mit Konrad in Konflikt. [45]

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Und – hulterpulter – rumbumbum! –
Stößt man die Musikanten um, [46]

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Am meisten litt das Tongeräthe. –
Und damit ist die schöne Fete
Zu Jedermanns Bedauern aus. –

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Hermine eilt zum Elternhaus.
[47] Und denkt, wie sie herabgeklommen,
Auch wieder so hinauf zu kommen.

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O weh! Da bricht ein Stab der Reben.
Nun fängt Hermine an zu schweben.

Die Luft weht kühl. Der Morgen naht. –
Die gute Mutter, welche grad,
[48] Das Waschgeschirr in allen Ehren
Gewohntermaßen auszuleeren,

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Das Fenster öffnet, sieht mit Beben
Herminen an der Stange schweben.
[49] Und auch die Jugend, die sich sammelt,
Ist froh, daß da Wer bimmelbammelt.

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Doch sieh, da zeigt der Vater sich
Und schneidet weg, was hinderlich. [50]

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Und mit gedämpftem Schmerzenshauch
Senkt sie sich in den Rosenstrauch.