Die Sage von dem Stück vom Kreuze Christi in der Marienkirche zu Zwickau

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Die Sage von dem Stück vom Kreuze Christi in der Marienkirche zu Zwickau
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 3–4
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Quelle: Google-USA* und Commons
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602) Die Sage von dem Stück vom Kreuze Christi in der Marienkirche zu Zwickau.
Schmidt a. a. O. Bd. I. S. 63 sq.

Früher ward in der gewölbten Sacristei der Marienkirche ein in arabisch Gold gefaßtes Stücklein vom Kreuze Christi verwahrt, welches der Hauptmann Martin Römer im Jahre 1479 der Kapelle geschenkt hatte. Nun war aber in die Einfassung mit Cyrillischen Buchstaben und in serbischer Sprache eine Inschrift gegraben, welche also lautete: „Dieses ehrwürdige Crucifix ist auf der Königin … (der Name war nicht mehr zu lesen) Befehl gemacht und in die Kirche der h. Dreifaltigkeit bei der Grube (zu Constantinopel) gesetzt worden; es sind in demselben fünf ganze Stücklein vom h. Kreuz und vier Edelsteine; die hölzernen Stücklein sind für 2000 Gulden gekauft, das Gold aber und die Edelsteine kosten 1000 Gulden. Wer ein Stücklein von diesem Holze des Kreuzes mit Gewalt aus der Kirche der h. Dreifaltigkeit nehmen wird, der sei verflucht und das h. Kreuz bringe ihn um; wer es etwa an einem andern Orte antrifft, der schaffe es wieder in die Kirche zur h. Dreifaltigkeit, wer es nicht thut, den bringe Gott und das h. Kreuz um.“ Trotz dieses Fluches hat aber, als die Türken Constantinopel eingenommen, [4] ein Grieche dieses Heiligthum, damit es nicht in unheilige Hände komme, errettet und hernach M. Römern in Zwickau verkauft, der auch von dem darauf geschriebenen Fluch nichts zu befürchten gehabt, weil er es nicht muthwillig entwendet, sondern nur vor denen, die es ohnedem zerschlagen und beschimpft hätten, bewahrt hat. Nun hat aber der Herzog von Friedland, insgemein der Wallenstein genannt, am 1. September 1632 dieses Kleinod durch seine Vettern Graf Maximilian von Wallenstein und Graf Paul von Lichtenstein abholen und hernach auf der Post durch genannten Grafen von Wallenstein dem Kaiser anbieten lassen, als verehre die Stadt Zwickau und die geistliche Behörde solches demselben freiwillig, allein es war hierbei wenig Willigkeit, sondern nur Gewalt zu finden, und es hieß vielmehr: „willst Du nicht, so mußt Du“. Nun ist aber der besagte Fluch an allen diesen Personen ausgegangen. Nachdem dies nämlich hier am 14. Septbr. geschehen, hat der Wallenstein den 6. Novbr. die große Schlacht bei Lützen verloren und seit dieser Zeit kein Glück mehr gehabt, also daß er bald darauf zu Eger ein blutiges Ende nahm, die beiden Grafen aber sind noch in demselben Jahre umgekommen und ist keiner von ihnen eines natürlichen Todes gestorben.