Die Seitenwunde

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Autor: Conrad Ferdinand Meyer
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Titel: Die Seitenwunde
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 291
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Verlag von H. Haessel
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
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[291]
Die Seitenwunde.


Ueber ihre Thore statt der Muse
Meißeln die Baglioni die Meduse
Und an ihren grausen Hochzeitsfesten
Kämpft der Bräutigam mit seinen Gästen.

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Heute liegen wieder sie wie Garben:

Blutsgenossen, die sich würgend starben!
Wo des Bruderhasses Fackel brannte,
Sucht das Kind und findet’s Atalante.

Niederstarrend, auf das Knie gesunken,

10
Hebt des Sohnes Haupt sie jammertrunken,

Drüber hebt sie die geballte Rechte,
Daß sie fluche diesem Mordgeschlechte …

Ihrem Knaben steht die Seite offen,
Wo der Speer Longin’s den Herrn getroffen,

15
Ihres Knaben Haupt, ein blondes ist es,

Wie das dorngekrönte Haupt des Christes …

Wie des Christes Haupt ist’s ein erbleichtes,
Auf die Schulter friedevoll geneigtes,
Haß und Fluch erlischt auf ihrem Munde,

20
Sie verehrt die heil’ge Seitenwunde …