Die Teufelsburg

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Textdaten
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Autor: Eduard Lynker
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Titel: Die Teufelsburg
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 281–282
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
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[281]
Die Teufelsburg.

Der Raugraf auf dem Berge stund,
Sah weitaus in die Ferne:
„Fürwahr, auf diesem Felsengrund,
Da möcht’ ich hausen gerne!

5
Allein wo läßt zum kühnen Bau

Ein Meister sich erkunden?
So hoch der Berg im Aetherblau,
So tief die Steine drunten?“

Und wie er so darüber sann,

10
Thät’ ihn gar freundlich grüßen

In rothen Mantels Hüll’ ein Mann,
Mit wunderlichen Füßen.

Der spricht: „Hört an, den Felsenthron,
Den werd’ ich stracks vollführen,

15
Wollt Ihr zuvor, zu meinem Lohn

Mir Eure Seel’ cediren.“

Der Raugraf denkt: „Die Seele? pah!
Die kann ich schon entbehren!

[282]

Der Leib, der ist das Leben ja,

20
Dem thu’ ich’s gern zu Ehren.“


Er ritzt den Arm mit seinem Schwert,
Bis etwas Blut gewärtig;
Es hat nur kurze Zeit gewährt,
So ist die Handschrift fertig.

25
Der Satan nahm sie schmunzelnd hin,

Thät gleich das Werk beginnen,
Und als die Abendröthe schien,
Erglänzten schon die Zinnen.

Der Raugraf lebt in Floribus

30
Beim Trinken und beim Essen,

Doch da Jedweder sterben muß,
Ward sein auch nicht vergessen.

Einst liegt er krank im seidnen Pfühl,
Bedenkt den schlimmen Handel,

35
Da naht sich aus dem Hausgewühl

Der Mann im rothen Mantel.

Und kündigt den Verfalltag an, –
Da will der Graf nicht hören,
Er sendet nach dem Burgkaplan,

40
Den Teufel zu beschwören.


Doch plötzlich stürzt das Felsenhaus
Mit Donnerschlag zusammen;
Der Böse kommt allein hinaus
In Pech- und Schwefelflammen.

Eduard Lynker.