Die Ursache des Einschlagens vom Blitze:§ 33

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
§ 32 <<<
Die Ursache des Einschlagens vom Blitze ab S. 117
>>> § 34
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicken Sie bitte auf die entsprechende Seitenzahl.

§. 33.

Eben deswegen, weil so wenig Menschen mit den erforderten Eigenschaften begabet waren, haben die meisten Erfindungen alter Zeiten, wenn nicht die blossen Nothwendigkeiten des Lebens dazu angespornet, auf einen glücklichen Zufall warten müssen. Und wie leicht gingen Tausende von Jahren hin, ehe sich der Zufall und der rechte Beobachter zusammen trafen. Kaum seit ein Paar hundert Jahren, und besonders seit der rühmlichen Stiftung eigentlicher dazu bestimmten gelehrten Gesellschaften, hat man erst angefangen, mit Fleiß und Vorsatze nicht allein alle von selbst vorfallende Erfahrungen in der Natur zu beobachten, sondern auch eigene Versuche darüber zu machen. Manche derselben werden Unverständigen Kleinigkeiten und verächtlich erscheinen. Sie wollen entweder sogleich baaren Vortheil, oder etwas in die Augen fallendes Wunderbare sehen. „Hätte Guericke[1], der Erfinder der Luftpumpe, |[118] (sagt Herr Gralath *) seine Versuche nicht in solcher Gestalt aufgeführet, und seine luftleeren Halbkugeln nicht mit 30. Pferden von einander reissen lassen; so würden sie auf dem Reichstage zu Regensburg nicht so großes Aufsehen gemacht haben, und von Hohen und Niedrigen bewundert worden seyn.“ Allein, man fahre nur fort zu beobachten, wenn gleich die Bemerkung anfangs unansehnlich scheinet, so wird sich von allen Wahrheiten und ihrem Zusammenhange schon der Nutzen zeigen.

*) In seiner Geschichte der Electricität, in den Abhandl. der Naturforschenden Gesellsch. in Danzig, 1 Th. p. 268.


Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten]

  1. Otto von Guericke (1602–1686), deutscher Politiker, Jurist und Naturwissenschaftler