Die eifersüchtige todte Frau

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Georg Theodor Grässe
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die eifersüchtige todte Frau
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 480-481
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[480]
540) Die eifersüchtige todte Frau.
Lehmann a. a. O. S. 943.

Im Jahre 1666 im September hat sich eine schreckliche [481] Begebenheit in einer Bergstadt ereignet. Da ist ein gewisser G. S. gestorben, dessen Weib zuvor in der Fastenzeit gedachten Jahres auch des Todes erblichen. Da nun der Wittwer zur andern Heirath schreiten wollte, kam immer ein Gespenst in Gestalt seiner verstorbenen Frau und ängstigte ihn, daß er keine Ruhe haben konnte und daher seinem Gesinde gebot, sie sollten in der Stube schlafen und ihre Betten vor seine Schlafkammer schieben. Am Donnerstage zuvor spricht das Gesinde: „Herr, wenn Ihr doch zuvor, ehe Ihr wieder Bräutigam seid, Eurer vorigen Frau einen Leichenstein legen ließet, vielleicht bliebe sie außen!“ Er bestellt am Freitag die Maurer und läßt ihn legen und sagt: „nun habe ich meine Alte hier eingeschwert, sie wird nicht wiederkommen, der Teufel müßte sie denn herausführen!“ Nimmt die Maurer mit sich nach Hause, ißt und trinkt mit ihnen, bestellt einen Boten, der morgens früh weglaufen soll, geht zu Bette und das Gesinde liegt vor der Kammerthür. Um Mitternacht kommt ein Gespenst in die Stube, sucht erst in den Registern und blättert darin, darnach rauscht es über die Gesindebetten weg, kommt in die Kammer und erwürgt den Mann. Frühe kam der bestellte Bote und wartete zwei Stunden, das Gesinde hieß ihn anpochen, rufen und gar hinein gehen, da findet er ihn todt, und nachher hat sich dieses Gespenst ingleichen noch oft wieder sehen lassen.