Die gescheidte Ziege

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Textdaten
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Autor: Ernst Meier
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Titel: Die gescheidte Ziege
Untertitel:
aus: Deutsche Volksmärchen aus Schwaben, S. 201
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: C. P. Scheitlin
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
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[201]
56. Die gescheidte Ziege.

Da ist einmal ein Mann gewesen, der hat so viele Ratten im Hause gehabt, daß es nicht mehr auszuhalten war. Sagt er endlich zu seiner Frau: „Frau, bring auch Gift mit von der Apotheke, daß wir die vielen Ratten los werden, sonst freßen sie uns noch auf bei lebendigem Leibe.“ Ja, die Frau wollte das thun und brachte Gift mit von der Apotheke und backte Küchlein und vergiftete sie und legte die vergifteten Küchlein in den Keller, in die Küche, in den Ziegenstall und im ganzen Hause herum, auf daß die Ratten davon eßen sollten. –

Als der Mann am andern Morgen zu seiner Ziege kam und sie melken wollte, was er immer selbst that, stand sie nicht auf wie sonst und sagte auch nicht: guten Morgen! sondern blieb ruhig liegen. Sprach er: „na, Kitzle, wo fehlt’s?“ Aber die Ziege blieb still und stumm. Sprach er weiter: „o Kitzle, hast doch nicht von dem Gift gefreßen?“ – Da sah ihn aber das Thier so gescheidt an, nein, so gescheidt! man sollte gar nicht glauben, daß eine dumme Ziege so gescheidt aussehen könnte, und er sah ihr ganz deutlich an den Augen an, was sie sagen wollte und sprach daher weiter: „ach Kitzle, so willst Du wirklich uns verlaßen?“ Da sagte die Ziege: „m–m–m–!“ und dann ist sie gestorben.

Anmerkung des Herausgebers

[313] 56. Die gescheidte Ziege. Mündlich aus dem Schwarzwalde.