Die letzte Ehre

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Textdaten
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Autor: Friedrich Hofmann
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Titel: Die letzte Ehre
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 52–53
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1867
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Die letzte Ehre.


Sie nennen’s „Bett der Ehre“, wo als Held
Der Krieger in dem Kampfgetümmel fällt.
Beim Trommelschall, beim Knattern der Gewehre
Legt man die Todten in ihr großes Grab.

5
Oft keine einz’ge Thräne fällt hinab –

Ein froher Marsch – vorbei die „letzte Ehre“.

Und spät darnach, und hundert Meilen weit
Fließt erst die Thräne all dem großen Leid,
Das tausend arme Menschenherzen tragen.

10
Da schreit der Schmerz: Du siehst ihn nimmermehr!

Da fühlt die Seele erst, wie schwer, wie schwer
Ist ohne Kranz und ohne Grab das Klagen!

Wie blickt voll Neid zu Dir der tiefe Schmerz,
Wie bist Du glücklich, treues Mutterherz,

15
Daß Du kannst weinen auf dem Sarg des Lieben!

Heim kam Dein Kind, Dein Sohn aus blut’ger Schlacht,
Und hat er heim den Tod mit sich gebracht:
Dein ist sein Grab, sein Sarg, sein Kranz geblieben!

Die Rosse, die sein starker Arm gelenkt,

20
Der alte Vater führt, das Haupt gesenkt

Zum Beten, auf der Grabfahrt ihre Zügel.
Und Du, o Mutter, siehst verklärt im Licht
Durch Sarg und Thränen nur sein Angesicht,
Und Deine Blumen schmücken seinen Hügel!

25
Des Himmels Abendglühen grüßt herab,

Wo klanglos zieht ein Held der Schlacht zu Grab,
Kein Trommelschall, kein Knattern der Gewehre!
Doch ward vor Tausenden ihm wohl und gut,
Dem unter Vaterhand und Mutterhut

30
Die letzte Liebe weiht die letzte Ehre!
Friedrich Hofmann.
[53]
Die Gartenlaube (1867) b 053.jpg

Die letzte Ehre.
Originalzeichnung von A. Nikutowski.