Dithyrambe (Welten)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Oskar Welten
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Dithyrambe
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 55
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[55]

Dithyrambe.

Lass uns toll durch’s Leben jagen!
Nicht entbehren, nicht entsagen,
     Nicht nur nippen
     Mit den Lippen

5
Aus der Freude kargem Becher,

Nein, lass uns wie durst’ge Zecher
     Schlürfen rasch in ganzen Zügen
     Aus der Wonne vollen Krügen!

Nur dem Heute, nie dem Morgen

10
Gelte unser ganzes Sorgen!

     Und der Wonnen,
     Die verronnen,
Hold Gedächtnis soll uns lehren,
Dass für unser Lustbegehren

15
     Immer neue Blumen spriessen,

     Immer neue Quellen fliessen!

Lass uns niemals bang erwägen,
Dass im Maass allein der Segen,
     Nie durch denken

20
     Uns beschränken,

Sondern in bacchant’schen Freuden
Uns’re junge Kraft vergeuden,
     Küssen, bis die Lippen bluten,
     Untergehn in Liebesgluten!

25
So, in Meteorenweise,

Wollen uns’re Flammengleise
     Wir durch’s Leben
     Leuchtend weben,
Und der Tod mit seinen Schrecken

30
Soll uns keine Furcht erwecken:

     Lustvereint im letzten Kusse
     Winken wir ihm selbst zum Grusse!

Oskar Welten.