Eduard Lasker †

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Titel: Eduard Lasker †
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 3, S. 50–51
Herausgeber: Ernst Ziel
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[50] Eduard Lasker †. Der Land- und Reichstagskämpfer, der seit 1865 zu den am häufigsten genannten Parlamentsrednern und Volksmännern Preußens und Deutschlands gehört, ist in der Nacht vom 4. zum 5. Januar in New-York gestorben. Unseren Lesern haben wir ihn bildlich im Jahre 1873 (S. 132) vorgestellt und in demselben Jahrgange (S. 550) schilderte dann Siegfried in dem Artikel „Von einem Vielgenannten“ ausführlich das Leben und Wirken dieses Mannes. Seitdem sind zehn Jahre noch schwerer Kämpfe und bitterer Erfahrungen auf dem politischen Felde für Lasker dahingegangen, und auch er hat erleben müssen, was selten Einem erspart wird, der als entschiedener Parteimann die politische Arena [51] betritt. Dazu entwickelte sich bei ihm ein schweres körperliches Leiden, indessen hegte er die Hoffnung, auf einer Reise durch die Vereinigten Staaten von manchem Weh des Leibes und der Seele zu genesen, um mit erfrischten Kräften die Wirkungsbahn wieder betreten zu können, unter deren Größen sein Name in der ersten Reihe glänzt. Dieses Glück sollte ihm nicht zu Theil werden: wenig über 54 Jahre alt, hat er sein arbeitsreiches Leben geschlossen, und nur sein Leichnam wird der vaterländischen Erde zurückgegeben werden. Der Geschichte aber wird es eine Aufgabe für spätere Jahre werden, sein Bild so rein darzustellen, als es nach überwundenen Kämpfen der ruhigeren Hand der Zurückschauenden möglich ist. Der Ruf eines selbstlosen Charakters und idealer Gesinnung wird dem rastlosen Kämpfer für die Einheit und Größe des Vaterlandes von Freund und Feind zuerkannt werden und der Kranz eines treuen deutschen Mannes stets sein Grab schmücken.