Ein altes Volkslied

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Textdaten
Autor: Alois Wilhelm Schreiber
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Titel: Ein altes Volkslied
Untertitel:
aus: Frau Auguste Pattberg geb. von Kettner. In: Neue Heidelberger Jahrbücher, Band 6, Seite 69–70
Herausgeber: Reinhold Steig
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Koester
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Erscheinungsort: Heidelberg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Internet Archive, Commons
Kurzbeschreibung:
Originaltextstelle: Badische Wochenschrift vom 18. Dezember 1807. Später unter dem Titel Der Mummelsee mit abweichender ersten Strophe an verschiedenen Stellen abgedruckt.
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[69]
Ein altes Volkslied.
Mit wenigen Abänderungen.

Dort oben auf dem Berge
Da ist ein schwarzer See,
Und auf dem See da schwimmet
Ein Röslein, weiss wie Schnee.

5
Es kommt ein Hirtenknabe

Mit einem Haselstab:
Das Röslein muss ich haben,
Das Röslein brech ich ab!

[70]

Er zieht es mit dem Stabe

10
Wohl an den Binsenrand,

Doch aus dem Wasser hebet
Sich eine weisse Hand.

Sie zieht das Röslein nieder,
Tief in den dunkeln Grund:

15
„Komm, lieber Knab’, ich mache

Dir viel Geheimes kund.

Im See, am Boden wurzelt
Das Röslein, das du liebst,
Da will ich dir es brechen,

20
Wenn du dich mir ergiebst.“


Den Knaben fasst ein Grauen,
Er eilt hinweg vom See,
Doch immer ist sein Sinnen
Das Röslein weiss wie Schnee.

25
Er irret durch die Berge,

Der Gram das Herz ihm frisst,
Und niemand weiss zu sagen,
Wo er geblieben ist.