Ein inschriftliches Denkmal von der Oster-Insel

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Textdaten
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Autor: Rudolph Amandus Philippi, Adolf Bastian
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Titel: Ein inschriftliches Denkmal von der Oster-Insel.
Untertitel: Schreiben des Herrn Prof. Dr. Philippi an Herrn Dr. Bastian.
aus: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Fünfter Band. S. 469–470
Herausgeber: Wilhelm David Koner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Dietrich Reimer
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Scans auf Commons Google
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[469]
Ein inschriftliches Denkmal von der Oster-Insel.
Schreiben des Herrn Prof. Dr. Philippi an Herrn Dr. Bastian.
(Hierzu eine Abbildung, Taf. VII.)
Santiago de Chile, d. 20. August 1870.

 Verehrter Herr:

„Die chilenische Regierung hat im Anfange dieses Jahres die Corvette O’Higgins nach der Oster-Insel abgeschickt, und der Commandant derselben, D. Ignacio L. Gana, hat eine Beschreibung der Insel verfaßt, die Sie in der Memoria, que el Ministro de estado en el departamento de Marina presenta al congreso nacional de 1870. p. 90 ff. finden. Der Commandant Gana hat zugleich für das hiesige unter meiner Leitung stehende Museum eine Menge interessanter Gegenstände mitgebracht, u. a. auch die beiden Holzstücke mit eingegrabenen Schriftzeichen, [470] von denen Sie mit dem vorigen Dampfer Abdrücke in Papier und Staniol durch Vermittelung des Valparaisaner Hauses Zahn & Comp. und der Herren Haage & Schmidt in Erfurt werden bekommen haben[1].

In Beziehung auf diese mit Schriftzeichen oder Hieroglyphen bedeckten Holzstücke sagt Herr Gana a. a. O. p. 107 Folgendes: „Man hat drei Brettchen von Totomiroholz gefunden, die mit prachtvollen Hieroglyphen beschrieben sind. Zwei derselben werden unser Museum bereichern; das dritte hat sich der Bischof von Tahiti erbeten, um es nach Frankreich zu schicken. Die Oster-Insel ist die einzige Insel Polynesiens, wo man so kostbare Documente gefunden hat; Dokumente, welche, wenn sie ein Mal entziffert sind, vielleicht Licht auf die Wiege der Völkerfamilie werfen, welche die Südsee-Inseln bewohnt, und selbst auf die der Ureinwohner Amerika’s. Die jetzigen Bewohner der Insel wissen nichts vom Inhalte dieser Hieroglyphenschrift, und haben nicht die geringste Idee von ihrem Zweck.“

Der Totomiro ist nach Herrn Gana der einzige Baum der Oster-Insel, und gehört nach den von dort mitgebrachten Früchten zu urtheilen, zu dem Genus Edwardsia, sein Holz ist aber verschieden von dem der chilenischen Edwardsia Maenabiana, welches letztere durch seine Struktur etwas an Eichenholz erinnert, während das Holz des Totomiro ein sehr feines und gleichmäßiges Korn ohne Jahresringe besitzt, und dabei hart ist. Das kleinere mit Hieroglyphen beschriebene Stück ist heller, mehr gelbbraun, das größere dunkelbraun und an einer Stelle angebrannt.“

Dieser merkwürdige Fund, dessen Mittheilung der Güte des Herrn Prof. Philippi zu danken ist, erhält ein erhöhtes Interesse, da gerade jetzt Palmer’s Ueberbringung zweier Steinfiguren aus Waihu nach London das genauere Studium derselben ermöglicht haben. Vielfache Verzierungen (besonders in Thierformen) werden schon seit Behrens erwähnt, und de Langle fand sie auf den Steinen der Grabbauten. Die besondere Geschicklichkeit der Eingeborenen für bildliche Darstellungen wurde auch von Mahine, Cook’s tahitischem Begleiter anerkannt.

Anmerkungen

  1. Die Gesellschaft für Erdkunde hat vier dieser Staniolabdrücke erhalten, zwei mit größeren deutlich ausgeprägten, zwei mit kleineren weniger deutlichen Zeichen. Die beigefügte Tafel VII giebt eine photolithographische Nachbildung eines dieser Staniolabdrücke.
    Red.