Eine Ladung ins Tal Josaphat

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Textdaten
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Autor: Anton Birlinger
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Titel: Eine Ladung ins Tal Josaphat
Untertitel:
aus: Rechtsrheinische Sagen, in: Alemannia, Band XI, S. 29
Herausgeber: Anton Birlinger
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1883
Verlag: Adolph Marcus
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Erscheinungsort: Bonn
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA*, Commons
Kurzbeschreibung:
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[29] 22 Eine Ladung ins Tal Josaphat

Im altwirtembergschen Landstädtchen Unterriexingen ereignete sich im Jare 1688 Folgendes. Es wurden dem dortigen Bürger Israel Eckstein 25 neue Pfäle aus seinem Weinberge von seinem Nebenliger[1] Henningers Jobbeck gestolen. Sein anderer Nebenliger Mathees Hoch sah dem Diebstal zu, und bezeugte die Tat. Jobbeck läugnete aber diselbe, und verwarf Hochs Zeugnis unter dem Vorwande, daß derselbe sein Feind sei. Weil der Zeuge schüchtern zurücktrat, so brachte Jobbeck es vor dem Richter soweit, daß Israel um 1 Frevel gestraft und im auferlegt wurde, seinem Diebe die Beschuldigung abzubitten.

Im hohen Grade von Erbitterung, der sich seines Gefüls wegen des leidenden Unrechts bemeisterte, forderte Israel den Jobbeck und Hoch innerhalb Mondenfrist vor dem Gerichte der Ewigkeit zu erscheinen.

Zwar achtete Henninger diser Ladung nicht und gieng one Scheue zum h. Nachtmal; allein nach 14 Tagen schon, den 13. Februar, starb Israel Eckstein, den 5. März folgte im Hoch und am Tage des Begräbnisses dises Leztgenannten legte sich auch Henninger aufs Krankenbette, beichtete noch, vom erwachten Gewissen getriben, dem Prediger des Orts M. Wolfg. Lächelin Diebstal und Meineid, schrie, daß man es eine Straße lang hören konnte, und endigte sein Leben am 9. März.

In Kausler’s Allerlei 1782. 8. ist dise in mereren Hinsichten warnende Tatsache in naiven Reimen erzält.


  1. i. e. dem Besizer des nächst an dem seinigen ligenden Weinberges.