Erwiderung an die HH. Fizeau und Daguerre

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Textdaten
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Autor: Ludwig Moser
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Titel: Erwiderung an die HH. Fizeau und Daguerre
Untertitel:
aus: Annalen der Physik und Chemie, Band LX
Herausgeber: Johann Christian Poggendorff
Auflage:
Entstehungsdatum: 1843
Erscheinungsdatum: 1843
Verlag: Johann Ambrosius Barth
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Erscheinungsort: Leipzig
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[40]
III. Erwiderung an die HH. Fizeau und Daguerre;
von L. Moser.


In dem L. Bande dieser Annalen befinden sich Aufsätze von HH. Fizeau und Daguerre, zum Theil Erscheinungen betreffend, welche ich früher beschrieben habe. Sie beweisen deutlich, daß ihren Verfassern jene Erscheinungen nur oberflächlich bekannt geworden seyen; vielleicht nur aus einem der Auszüge, welche von meinen Aufsätzen gemacht worden, und die Öfters nicht einmal ganz verständlich sind. Einen gelungenen Versuch muß vollends keiner der genannten Verfasser angestellt oder gesehen haben. Hr. Fizeau leitet das Abbilden der Körper auf einander von Uneinigkeiten her, mit welcher einer der Körper oder beide bekleidet seyen; er verunreinigt die Körper absichtlich, und zeigt, daß man solchen Schmutz einige, wiewohl wenige Male von dem einen auf den andern übertragen könne. Daran läßt sich nicht zweifeln, aber ersuchen muß ich Hrn. Fizeau, die Versuche zu wiederholen, sobald seine Körper keinen Schmutz mehr zu übertragen haben, und zwar die Versuche, wie ich sie angegeben habe, in der Berührung, Entfernung, in Oelen, Wasser etc. etc. Sie werden ihm dann desto reiner gelingen.

Was den Aufsatz des Hrn. Daguerre betrifft, so enthält er sehr, viele Unrichtigkeiten, auf die ich mich jedoch hier nicht einlassen kann. Ich werde es bei dem Einwand bewenden lassen, den Hr. Daguerre gegen mich, und zwar in Betracht meiner Ansicht von unsichtbarem Licht anführt. Hr. Daguerre kocht die Silberplatten, nachdem sie jodirt worden, in destillirtem Wasser, gießt dasselbe vorsichtig ab, und setzt die heiße Platte denjenigen Dämpfen aus, die das Silber empfindlich [41] machen. Er giebt an, daß bei dieser Art zu verfahren die Schnelligkeit im Verhältniß von 8:3 wachse, und schreibt diese Beschleunigung auf das Entfernen eines Luftschlammes, der durch den Wasserdampf der Atmosphäre an die Platte abgesetzt, durch das Kochen aber wieder entfernt werde. Das Wichtigste für mich war, daß zwei so gekochte Körper sich bei der gewöhnlichen Temperatur auf einander nicht abbilden sollen. Diesen Versuch jedoch muß Hr. Daguerre flüchtig angestellt haben; denn nach meinen Versuchen bilden sich die gekochten Körper gerade so ab, wie die nicht gekochten. Hiermit könnte es in Bezug auf Hrn. Daguerre genügen. Ich könnte ihm überlassen es zu rechtfertigen, wie der Wasserdampf der Luft dazu komme, an eine eben jodirte Platte heranzugehen, da es doch bekannt ist, daß selbst Wasserdampf höherer Spannung schwer von einer gut Jodirten Platte condensirt wird, und um so schwerer, wenn sie eben jodirt worden, und also noch etwas erwärmt ist. Ich könnte es ihm überlassen, glaublich zu machen, daß durch Entfernung des Schmutzes die nachherige Empfindlichkeit der Platte, wie er angiebt, streng im Verhältniß von 8:3 wachse. Solcher Unwahrscheinlichkeiten ließen sich mehrere namhaft machen; allein man bedarf ihrer nicht. Selbst wenn die Ansicht des Hrn. Daguerre nicht unwahrscheinlich wäre, so wäre sie doch falsch. Hr. Daguerre hat, wie ich vermuthe, so experimentirt, daß er die gekochte Platte bloß den Joddämpfen, oder erst diesen und dann den Dämpfen von Jodchlorür, Brom u. s. w. aussetzte. Wendet man aber Jodchlorür an, so braucht man die Platte vorher nicht zu jodiren. Man verfahre also mit dem Kochen der Platte, wie Hr. Daguerre es vorschreibt, bringe aber die heiße Platte unmittelbar über Jodchlorür. Man wird dann finden, daß die Platte nicht allein nicht empfindlicher, sondern sogar unempfindlicher geworden ist, als wenn man das Kochen fortgelassen hätte. Wo bleibt [42] nun hier die Vorstellung von Luftschlamm und dessen Wirkungen?

Hr. Daguerre ist mit dem Kochen der Silberplatte auf einen der schwierigsten Gegenstände dieser Sphäre getreten, mit welchem ich mich seit meinem Aufsatze über das Latentwerden des Lichts (diese Ann. Bd. LVII S. 1) beschäftigt habe. Ich gab dort im Allgemeinem die Erscheinungen an, welche verdampfendes Wasser auf Platten hervorbringt; seitdem habe ich einzelnen Gelehrten von den merkwürdigen Erscheinungen Mittheilungen gemacht, auf welche ich gestoßen war, als ich diesen Gegenstand nach seinen verschiedenen Seiten untersuchte. Wegen der beträchtlichen Schwierigkeit desselben ist es mir bis jetzt nicht möglich gewesen, ihn in einer abgeschlossenen Form dem wissenschaftlichen Publicum vorzulegen. Auch jetzt bin ich darin so weit nicht vorgeschritten, stehe aber nicht an, so viel von meinen Resultaten mitzutheilen, als nöthig ist, um einen der delicatesten Processe, der eine Oberfläche betreffen kann, vor den rohen Hypothesen zu Schützen, die man seinetwegen erfindet.

Die Dämpfe von Jod, Chlor, Brom haben bekanntlich die Eigenschaft, das Silber gegen das gewöhnliche Licht empfindlicher zu machen. Allein sie haben außerdem eine ganz andere Eigenschaft. Wenn nämlich das gewöhnliche Licht auf eine, nach der üblichen Art präparirte Silberplatte gewirkt und ein Bild hervorgebracht hat, dann haben dieselben Dämpfe die Eigenschaft, diese Wirkung gradatim zurückzuführen, das Bild also in jedes der früheren Stadien zurückzuversetzen. Von meinen sehr zahlreichen Versuchen hierüber theile ich einen als den ausgedehntesten dieser Art mit. Am 11. Februar d. J. war die richtige Zeit für das gewöhnliche Bild zwischen 10 und 12 Uhr Vormittags 2 bis 2 Minuten, wenn die jodirte Platte noch dem Chlordampf ausgesetzt worden war. Eine solche Platte brachte ich [43] an diesem Tage in die Camera obscura and ließ sie 26 Stunden darin. Es entstand natürlich ein starkes negatives Bild, dessen neuste Parthien bedeutend geschwärzt waren. Diese Platte wurde nunmehr 1 Minute über Jod gehalten, und hierauf in den Quecksilberkasten gebracht. Der Quecksilberdampf brachte jetzt dasselbe Bild zuwege, als wenn die Platte 2 Minuten, nicht 26 Stunden, in der Camera obscura gewesen wäre. Zu Versuchen, dieser Art genügt es, die Platte vier bis sechs Mal länger als nöthig in der Camera obscura zu lassen, und sie hierauf in Jod, Chlor, Bromdampf u. s. w. zu bringen, wobei man die nöthige Zeit ermitteln muß. Beim Joddampf gehört hierzu etwa ein Drittel der Zeit, worin eine jodirte Silberplatte gelb wird, damit ein Bild im Stadium 4 bis 6 auf das Stadium zurückversetzt werde, wo es dann im Quecksilberdampf auf gewöhnliche Weise erscheint. Läßt man den Dampf von Jod u. s. w. zulange wirken, so wird das Bild in noch frühere Stadien zurückversetzt, und kann sogar bis auf die letzte Spur verschwinden. Würde man dagegen die Platte, nachdem sie die Zeit 4 oder 6 in der Camera obscura gelassen worden, ohne Weiteres in den Quecksilberapparat bringen, so würde der Quecksilberdampf die bereits angefangene Schwärzung der hellsten Parthien, wegen der Farbe seines latenten Lichts, bedeutend steigern. Er würde dagegen die weniger afficirten Stellen weiß machen, und also ein durchaus negatives Bild entstehen lassen. Läßt man jedoch Jod u. s. w. in gehöriger Intensität vorher auf das. Bild wirken, so wird dasselbe im Quecksilberdampf ein so vollendetes, als das gewöhnliche Verfahren es nur zu liefern vermag.

Es ist wohl eine der seltsamsten Erscheinungen, daß dieselben Dämpfe, welche das Silber für das gewöhnliche Licht so empfindlich machen, eine geradezu entgegengesetzte Action gegen die stattgefundenen Wirkungen dieses Lichts ausüben. Man kann unmöglich glauben, [44] daß diese beiden Erscheinungen nur zufällig sich hier beisammenfinden sollten. Viel wahrscheinlicher ist es, daß dieser Zusammenhang sich auch anderweitig zeigen werde, und daß überhaupt jeder Dampf oder jede Gasart, welche, mit dem Silber verbunden, ihm eine größere Empfindlichkeit für das gewöhnliche Licht ertheilt, auch die andere Eigenschaft haben werde, die stattgefundenen Effecte dieses Lichts gradatim zurückzuführen, und umgekehrt. Ausnahmen von diesem Satze sind mir nicht bekannt; vielleicht daß später die Bedingungen des chemischen Processes dergleichen herbeiführen. Vorläufig will ich anderweitige Bestätigungen dieses Satzes mittheilen. Bekanntlich erhöht der Sauerstoff, mit dem Silber chemisch verbunden, dessen Empfindlichkeit für das Licht. Der Sauerstoff führt aber auch die Wirkungen des gewöhnlichen Lichts gradatim zurück. Man lasse eine jodirte, chlorjodirte u. s. w. Platte 4 bis 6 Mal zu lange in der Camera obscura, und bringe sie hierauf in einen Strom reihen Sauerstoffs, oder 1 Minute lang, je nach der Elasticität des Gases: so wird das Bild auf das richtige Stadium, oder überhaupt auf ein früheres Zurückgebracht seyn, und kann auch ganz von der Platte verschwinden. Statt des reinen Sauerstoffs kann man auch die atmosphärische Luft anwenden, indem man sie mittelst eines Blasebalgs 1 oder 2 Minuten gegen die Platte treibt; ihr Bild ist dann ebenfalls auf ein früheres Stadium zurückversetzt. Der Luftstrom meines doppelten Blasebalgs hält einer Wassersäule von 4 bis 5 Zoll das Gleichgewicht, und bringt, während zwei Minuten bei einer jodirten Platte angewandt, das Stadium ihres Bildes von auf herab, wo es dann in den Quecksilberdämpfen auf gewöhnliche Weise erscheint. Auch die ruhige Atmosphäre bringt durch ihren Sauerstoffgehalt dieselben Wirkungen hervor, wenn man die Platte nur mehrere Stunden liegen läßt. Ähnlich wie Sauerstoff wirkt auch Fluorwasserstoff. Wenn die jodirte, chlorjodirte [45] u. s. w. Silberplatte 4 bis 6 Mal zu lange in der Camera obscura gewesen, und man bringt sie einige Secunden über diesen Dampf (den ich auf gewöhnliche Weise, jedoch ohne Wärme, entwickelte), dann ist das Bild auf das Stadium oder ein früheres zurückgeführt, und man kann auf diese Weise die in jeder Hinsicht vollendetsten Bilder erhalten. Somit übt Fluorwasserstoff diese dem gewöhnlichen Licht entgegengesetzte Wirkung. Zugleich macht derselbe Dampf, eine halbe oder eine ganze Minute gegen eine jodirte Silberplatte streichend, dieselbe für das gewöhnliche Licht viel empfindlicher, und ich erhielt durch schwache Sonne auf solchen Platten, nach der Art wie ich sie in dem Aufsatz über den Proceß des Sehens u. s. w. beschrieben, schon innerhalb 16 Minuten sehr gute Bilder, zu welchen die reine Silberplatte 2 Stunden verlangt haben würde. Sauerstoff und Fluorwasserstoff zeigen also wiederum beide Eigenschaften vereinigt, sie führen die Wirkungen des sichtbaren Lichts zurück, und machen die Silberplatte für dieselbe Wirkung empfindlicher. Allein sie stehen in der einen wie der andern Beziehung den Dämpfen von Jod, Chlor u. s. w. bedeutend nach. Weder ertheilen sie dem Silber jenen höheren Grad von Empfänglichkeit, noch erstreckt sich ihre zurückführende Kraft so weit. Wenn nämlich die jodirte, chlorjodirte u. s. w. Silberplatte länger als 4 bis 6 Mal die richtige Zeit in der Camera obscura gewesen, dann wird ihr vorgeschrittenes Bild durch Sauerstoff oder Fluorwasserstoff nicht mehr zurückgegeführt, mindestens bei der gewöhnlichen Temperatur nicht. Dagegen hat der Joddampf die Kraft ein Bild noch zurückzuführen, welches länger als einen Tag in der Camera obscura gelassen, wie ich das bereits angeführt. Messende Versuche sind desshalb, wie man leicht sieht, über Jod, Chlor u. s. w. nicht möglich, da man nicht anzugeben vermag, in welchem Stadium mit Bezug auf die Zeit sich ein Bild befinde, wenn die Platte, die [46] es trägt, länger als einen Tag in der Camera obscura verweilte. Den genannten gasförmigen Körpern, denen sich viele andere anreihen, die ich bis jetzt nicht genau genug untersucht habe, reiht sich nun auch die Verdampfung des Wassers an. Sie führt die Wirkung des gewöhnlichen Lichts ebenfalls zurück. Man lasse die jodirte Silberplatte 5 bis 6 Mal die nöthige Zeit in der Camera obscura, und gieße kaltes Wasser darüber, welches man ablaufen läßt. Bringt man die trocken gewordene Platte in die Quecksilberdämpfe, so erzeugen sie dasselbe Bild, als wäre die Platte die richtige Zeit in der Camera obscura gewesen. Wendet man heißes Wasser an, so ist die Verdampfung stärker, eben so die zurückführende Kraft, und man kann dann Bilder aus dem Stadium 8 bis 10 auf das Stadium zurückversetzen. Man muß jedoch bei diesen Versuchen die Anwendung von Wärme bei jodirten, chlorjodirten u. s. w. Platten nicht so weit treiben, daß die Platte ihre Farbe ändert.

Da nun verdampfendes Wasser die zurückführende Kraft besitzt[1], so ist nach dem Vorigen schon zu erwarten, daß das reine Silber durch dasselbe gegen das gewöhnliche Licht empfindlicher werden wird, und das ist es nun, was dem oben mitgetheilten Versuch des Hrn. Daguerre zu Grunde liegt, und was derselbe so sehr verkannt hat. Zur näheren Erläuterung dieser Sache wird Folgendes dienen.

Wenn man zwei Dämpfe oder Gase, und von denen jeder einzeln die zurückführende Kraft oder die Eigenschaft besitzt, das Silber empfindlicher zu machen, hinter einander auf eine Silberplatte wirken läßt, so wird [47] die definitive Empfindlichkeit der Platte eine andere seyn als wenn nur oder allein darauf gewirkt hätte, (Der Fall bleibt natürlich hier ausgeschlossen, wo der eine Dampf durch seine Elasticität oder Dauer der Einwirkung gar zu sehr überwiegt, so daß der Einfluß des andern für den Versuch verschwindet.)

1) Die Empfindlichkeit der Silberplatte wird durch die successive Anwendung von und vermehrt, und zwar in welcher Ordnung man sie wirken lasse. In diesem Verhältniß stehen Jod und reines Chlor zu einander. Läßt man gleich nach dem Poliren Chlordämpfe auf die Platte wirken, dann Joddämpfe, oder umgekehrt, so wird in beiden Fällen die Platte für das gewöhnliche Licht empfindlicher, als wenn man bloß Chlor oder bloß Jod genommen hätte.

2) Die Empfindlichkeit der Silberplatte wird durch die successive Anwendung von und vermehrt, aber nur, wenn sie in einer bestimmten Ordnung wirken. In diesem Verhältniß stehen die Dämpfe von Jod und Jodchlorür. Läßt man zuerst Jod wirken, dann Jodchlorür, so wird die Platte ein wenig empfindlicher, als wenn man bloß Jodchlorür, und viel empfindlicher, als wenn man bloß Joddampf allein genommen hätte. Kehrt man dagegen die Ordnung um, läßt erst Jodchlorür, dann Jod wirken, so wird die Platte nicht so empfindlich, als wenn der erstere Dampf allein gewirkt hätte.

3) Die Empfindlichkeit der Silberplatte wird durch den gasförmigen Körper vermindert, mag man ihn vor oder nach anwenden. Der Chlordampf vor oder nach dem Jodchlorür angewandt, macht die Platte weniger empfindlich. Fluorwasserstoff vor oder nach dem Jod angewandt, macht ebenfalls die Platte unempfindlicher, und dasselbe findet Statt, wenn statt des Jods Jodchlorür genommen wird. Wie der Fluorwasserstoff, wirkt in dieser Beziehung auch der Sauerstoff. Wenn man die Silberplatte, nachdem sie polirt oder jodirt worden, einige [48] Zeit liegen läßt und nachher den übrigen Processen aussetzt, so zeigt sich die Platte unempfindlicher. Obgleich ich keine directen Beobachtungen hierüber an reinem Sauerstoff angestellt habe, so giebt der Sauerstoff der Luft doch die natürliche Erklärung für das zuletzt erwähnte Phänomen.

Was nun das von der reinen Silberplatte verdampfende Wasser anbetrifft, so reiht sich dessen Wirkung den Fällen ad 2 und 3 an, je nachdem man Jod oder Jodchlorür anwendet. Wendet man Jod an, so wird durch die Verdampfung von kaltem oder heißem Wasser, wenn sie vorangeht, die Empfindlichkeit der Platte vermehrt. Das Umgekehrte tritt ein, wenn Jodchlorür angewandt wird. Allein welche der beiden Dampfarten auch gewählt werde, immer wirkt das Verdampfen des kalten und erwärmten Wassers nachtheilig auf die Empfindlichkeit, wenn man dasselbe von einer bereits jodirten oder chlorjodirten Platte eintreten läßt.

Königsberg, im Juli 1843.


  1. Ich muß übrigens bemerken, daß, was ich hier auf Rechnung der Verdampfung schreibe, eben so gut auf Rechnung der Berührung des Wassers geschrieben werden könne. Mir ist kein Versuch geglückt, der zwischen beiden möglichen Ansichten entscheiden könnte, und ich muß diese Frage daher auf sich beruhen lassen.